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Quo Vadis, Deutschland?

Erstellt von bubu, 22.12.2004, 18:20 Uhr · 293 Antworten · 19.153 Aufrufe

  1. #211
    Benutzerbild von Torsten

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    Zitat Zitat von PostMortem Beitrag anzeigen
    "Ich war noch vor fünf bis sieben Jahren ein Anhänger des Marktes und der Auffassung, die ökonomische Vernunft am Markt regele alles. Heute denke ich anders."

    Hamburgs regierender Bürgermeister Ole von Beust, CDU
    Manch klugem Kopf schwante die Entwicklung der Marktwirtschaft schon lange vorher.
    Ich sehe in naher Zukunft eine Krise heraufziehen. In Friedenszeiten schlägt die Geldmacht Beute aus der Nation, und in Zeiten der Feindseligkeiten konspiriert sie gegen sie. Sie ist despotischer als eine Monarchie, unverschämter als eine Autokratie, selbstsüchtiger als eine Bürokratie. Sie verleumdet all jene als Volksfeinde, die ihre Methode in Frage stellen und Licht auf ihre Verbrechen werfen. Eine Zeit der Korruption an höchsten Stellen wird folgen, und die Geldmacht des Landes wird danach streben, ihre Herrschaft zu verlängern, bis der Reichtum in den Händen von wenigen angehäuft und die Republik vernichtet ist.
    Abraham Lincoln, 1864 (!)

  2.  
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  3. #212
    Benutzerbild von PostMortem

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    Zitat Zitat von Torsten Beitrag anzeigen
    Manch klugem Kopf schwante die Entwicklung der Marktwirtschaft schon lange vorher.

    Abraham Lincoln, 1864 (!)
    Deutschland ist eben immer ein bisschen hinterher... Allerdings war Abraham Lincoln ja auch nicht in der CDU und es kann ja schonmal 142 Jahre dauern, bis sich dort was vernünftiges rumspricht. Vielleicht erfährt Stoiber ja auch noch, dass Kirche und Staat mittlerweile getrennt sind und Merkel, dass Deutschland vom Kanzler regiert wird und nicht vom bayerischen König, äh äh Ministerpräsidenten... Aber was spotte ich, deren Fanboys rechts der Mitte haben wenigstens noch eine politische Heimat.

    PM

  4. #213
    Benutzerbild von frasier

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    Zitat Zitat von ihkawimsns Beitrag anzeigen
    @ Tim & McFly

    Ihr habt nicht verstanden, worum es mir geht. Wenn man immer weniger menschliche Arbeitskraft benötigt, hat man langfristig die Wahl, ob man

    (a) einige viel und die anderen gar nicht oder
    (b) fast alle ein bisschen
    Diese Woche wurde die Arbeitslosenquote von Großbritannien veröffentlicht, 3,0 Prozent, Anfang der 90er Jahre waren es noch über 10 Prozent.

  5. #214
    Benutzerbild von ihkawimsns

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    Ja, weil dort in der Tat Arbeitszeiten gesenkt wurden. So richtig zufrieden mit der britischen Lösung kann man aber trotzdem nicht sein.

    http://szenarien.fgje.de/laender/uk.htm:
    Im Vergleich zum restlichen Europa ist die Arbeitslosenquote in Großbritannien niedrig (Mai 2003: 5,1 Prozent). Allerdings hat weniger als die Hälfte der potentiellen britischen Arbeitskräfte einen Full-Time-Job im eigentlichen Sinne. Dank der Beschneidung der gewerkschaftlichen Rechte zur Steigerung von Großbritanniens Wettbewerbsfähigkeit durch die Regierung unter Margret Thatcher in den 80er Jahren, haben sich die Bedingungen für britische Arbeitnehmer nicht unbedingt verbessert.
    Dazu kommt ein höheres Preisniveau als in Deutschland bei tendenziell niedrigeren Löhnen und niedrigerer Arbeitslosen- bzw. Sozialhilfe.

  6. #215
    Benutzerbild von frasier

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    Zitat Zitat von ihkawimsns Beitrag anzeigen
    Ja, weil dort in der Tat Arbeitszeiten gesenkt wurden.
    Die Briten arbeiten europaweit am längsten:

    http://www.abendblatt.de/daten/2005/02/19/400627.html

  7. #216
    Benutzerbild von ihkawimsns

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    Dort werden lediglich Vollzeitarbeitnehmer betrachtet. Davon gibt's aber vergleichsweise wenig in Großbritannien.

  8. #217
    Benutzerbild von Tim45

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    Zitat Zitat von McFly Beitrag anzeigen
    @ Ihka:
    Mann muss weg von dem Gedanken, dass Arbeit ein einfach teilbares Gut ist. Das Prinzip klingt simpl: Alle gehen etwas weniger Arbeiten, dadurch entsteht "liegengebliebene" Arbeit für die Arbeitslosen. Das führt dann aber nur dazu, dass man aus einer Vollzeitkraft zwei Teilzeitarbeiter (quasi zwei Halbarbeitslose) macht. Und was ist dann eigentlich bei schlechter Auftragslage? Sollen die Menschen dann nur noch einen viertel Tag ins Werk gehen?
    Vor allem, weil es für den Arbeitnehmer immer schlechter ist, halbtags zu arbeiten: geringerer Rentenanspruch (wegen geringerer Beitragszahlungen), gerinerer Anteil des Einkommen verfügbar für "private" Altersvorsorge, geringere Arbeitslosenhilfe (prozentual vom Lohn), usw. Halbtagsarbeit auf unsicheren Stellen führt potenziel schrittweise in die Armut.
    Arbeitsplatzversprechen gegen Lohneinbußen hat sich häufig als Lüge herausgestellt (Ben-Q z.B.).
    Die Lösung heißt nicht weniger sondern mehr arbeiten: Leider wird bei uns sowenig effektiv gearbeitet wie in keum einem anderen Land: Wir sind Spitzenreiter bei Feiertagen, Urlaubstagen sowie Wochen- und Monatsarbeitszeit. Das ist auch einer der Hauptgründe, warum sich immer weinger Investoren für deutsche Standorte finden.
    Besonders die Bayern sind Spitzenreiter der Feiertage, bei der Arbeitslosigkeit irgendwo im Durchschnitt, und stehen bei der Verschuldung eigenartigerweise an letzter Stelle. Wie kommt denn das?
    WENN in Unternehmen tatsächlich ineffektiv gearbeitet wird, liegt das nicht an der wöchentlichen Arbeitszeit, sondern am Mißmanagement.
    Viel problematischer ist für Unternehmen und Konzerne, dass sie produzieren wollen, aber nicht können. Weil sich sich Geringqualifizierte kaum für die Samstagsschichten finden lassen (weil sie da evtl. ein paar Nebenbeschäftigungen nachgehen können),
    Das ist eine Frage der Mitarbeitermotivation. Wenn die Mitarbeiter schon die innere Kündigung vollzogen haben, haben sie verständlicherweise keine Lust, ihr Familienleben für den Job zu opfern. Wozu auch? Sobald die Konzerne Rationalisierungsmöglichkeiten sehen, werden sie doch ohnehin "freigesetzt".
    Man fordert von den Arbeitnehmern "idealistisches" Verhalten, Identifikation mit dem Unternehmen und Verzicht auf persönliche Vorteile (z.B. arbeitsfreier Samstag) zum Wohle des Unternehmens, tatsächlich diente derartiges Verhalten lediglich dem Wohle der Aktionäre und Manager, die Arbeitnehmer entlassen und sich das Gehalt erhöhen.
    So in etwa könnte es sich aus Arbeitnehmersicht darstellen.
    weil hochqualifizierte Experten wochenlang im Urlaub sind und weil um 16Uhr die Werkssirene dröhnt.
    Urlaub führt zu ausgeruhten Experten, die, eine motivierende Unternehmensstruktur vorausgesetzt, nach dem Urlaub mit frischen Ideen und voller Tatendrang zurückkommen.
    Würden die Wochenarbeitszeiten heraufgesetzt, würde das zwar zu keiner direkten Reallohnsteigerung fürhren. Zumindest aber, hätte das eine Kürzung der Stundenlöhne zur Folge, die wiederum dazu führt, dass Handwerk und Industrie wieder bezahlbarer wird. Wenn man also einmal mehr den Handwerker rufen kann, verdient sein Betrieb besser und es kann auch zu Lohnsteigerungen kommen.
    Wievile macht der reine Stundenlohn, den der Handwerker in der Tasche hat, an den Handwerkerstundenkosten, die der Kunde berappen muß, aus? Besser wäre eine Senkung der Lohnneben kosten, durch Finanzierung gesamtgesellschaftlicher Aufgaben (z.B. Alt-Rentenzahlungen der ehem. DDR, "Notopfer Krankenhaus", etc.) aus Steuermitteln.

  9. #218
    Benutzerbild von frasier

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    Zitat Zitat von ihkawimsns Beitrag anzeigen
    Dort werden lediglich Vollzeitarbeitnehmer betrachtet. Davon gibt's aber vergleichsweise wenig in Großbritannien.
    Gibts dazu eine Statistik, die die Entwicklung der Vollzeitstellen zeigt?

  10. #219
    Benutzerbild von ihkawimsns

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    Topaktuelle Zahlen habe ich leider nicht, u.a. findet man im Netz aber folgende Studie:

    http://www.technologische-leistungsf...ISI_8_2003.pdf

    Aus einer Übersicht auf Seite 37 geht hervor, dass die Teilzeitquote bei den einfachen (primären) Bildungsgraden um neun Prozentpunkte höher liegt, bei den mittleren (sekundären) um fünf und bei den höheren (tertiären) um drei. Ein gewisser Trend ist also durchaus zu erkennen.

  11. #220
    Benutzerbild von frasier

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    Ich meinte auf England bezogen.

    Daß in Deutschland die Vollzeitstellen abgenommen haben und die Teilzeitstellen dafür zu ist bekannt und auch klar, weil das billiger ist wegen der geringen oder nicht vorhandenen Nebenkosten.

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