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Quo Vadis, Deutschland?

Erstellt von bubu, 22.12.2004, 18:20 Uhr · 293 Antworten · 19.164 Aufrufe

  1. #231
    Benutzerbild von PostMortem

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    Sowas wird man hoffentlich in Zukunft häufiger lesen:

    Warum Unternehmer nach Deutschland zurückkommen
    Reumütige Rückkehr aus dem Osten

    http://tagesschau.de/aktuell/meldung...010818,00.html

    "Langsam merken auch seine Kunden, dass die gewohnte Qualität und Serviceleistung in Polen nicht mehr zu bekommen ist."
    [...]
    Das Fazit eines Globalisierungsforschers: "Deutschland nicht wettbewerbsfähig? Das ist doch lächerlich."
    [...]
    "Wir haben die Leute dort geschult, wie man Systeme herstellt und wie man die verarbeitet. Die dadurch hoch qualifizierten Mitarbeiter sind dann abgewandert, haben sich teilweise selbstständig gemacht oder sind auch zu Wettbewerbern gegangen - und haben das Know-how mitgenommen."
    [...]
    Auf der anderen Seite waren die hohen stetigen Qualitätskosten, die wir dadurch hatten, dass wir ständig überprüfen mussten, ob die Qualität eingehalten wird."
    [...]
    Ansonsten seien die Deutschen Weltmeister darin, den eigenen Standort schlecht zu reden, glaubt Auer: "Warum Deutschland eine so schlechte Presse hat, obwohl es gar nicht so schlecht ist, das ist für mich ein Rätsel.
    [...]
    Heute weiß er, dass es nur darum ging, sein firmeninternes Fachwissen zu bekommen: "Man hat ganz genau versucht, diese Schlüsseltechnologie in eigener Regie zu produzieren, und ich bin von höchster Stelle ausgeplündert worden. Die Produktion, die wir aufgezogen hatten, war nur eine Täuschung, um mein Vertrauen zu gewinnen." Und wenige Kilometer entfernt sei alles "eins zu eins nachgebaut" worden.

    PM

  2.  
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  3. #232
    Benutzerbild von DeeTee

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    Pfeil

    Lesenswertes aus der FR:
    Der halbherzige Kampf gegen die Armut

    DeeTee

  4. #233
    Benutzerbild von bubu

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    Soeben einigermaßen erholt aus dem Urlaub zurück (VAE, u.a. Dubai - dort ist sehr deutlich zu sehen, wie eine 21.-Jhdt.-Stadt von billigen Gastarbeitern (85% der Einwohner Dubais) hochgezogen wird, mit der sich ein paar Scheichs brüsten (15% der Einwohner) und die sich für diese niederen Arbeiten viel zu fein sind).

    Meine Urlaubs-Lektüre konnte passender nicht sein:



    Möchte das Buch jedem wärmstens ans Herz legen (insbesondere dir, McFly ) - zwar geht's in erster Linie um US-amerikanische Politik und -Wirtschaft, die Tendenzen gelten, wenn auch vielleicht etwas abgeschwächter, für alle industrialisierten Staaten.

  5. #234
    Benutzerbild von DeeTee

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    Schuldenghettos in Deutschland
    Link: http://www.spiegel.de/politik/deutsc...446158,00.html

    DeeTee

  6. #235
    Benutzerbild von PostMortem

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    DER SPIEGEL 43/2006 S.30:

    "Der Glaube, mangelnde Bildung sei Kern des Unterschichtenproblems, ist der Trost der Mittelschicht"

    Dabei, so wird dort erklärt, ist die Politik zu nicht geringem Maße direkt verantwortlich für das Problem und seine Ursache: Die Massenarbeitslosigkeit. Das ist ohne Zweifel auch völlig richtig. Denn es ist kaum einzusehen, dass mangelnde Bildung Ursache sein kann, wenn ein deutscher Fabrikarbeiter oder Kranführer in Schleswig-Holstein jahrelang keinen Job findet und auch kein Unternehmen daran denkt sich dort anzusiedeln, wenn der selbe Mann nur wenige Kilometer weiter, lediglich durch eine EU-Staatsgrenze getrennt, händeringend gesucht und eingestellt wird - und das in der hierzulande totgesagten Produktion, die dort aus dem Boden sprießt.

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,446212,00.html

    Die Darstellung, die auch hier oft angebracht worden ist, heutige Generationen von Problemschichten müssten eben aufgegeben und mit der Bildungskarte alles auf die Chancen zukünftiger Generationen gesetzt werden, muten da schon regelrecht als Realitätsverweigerung an. Denn was hier offenbar als abgeschriebenes "Humankapital" auf der Müllhalde deutscher Zukunftsfähigkeit verschrottet werden soll, wird jenseits unserer Grenzen gerne genommen und hoch bezahlt. Mit einem hatte die geringgeschätzte Kanzlerkandidatin Merkel auf ihren Wahlplakaten also recht: "Deutschland kann mehr". Schade, dass das durch verfehlte Wirtschafts-, Arbeits-, Finanz- und Sozialpolitik verhindert wird und sich so viele Menschen darauf einlassen, unser Problem in einer allgemein desaströsen Bildung zu sehen (was nicht der Fall ist, auch aus PISA kann man *nicht* den Schluss ziehen, dass *alle* deutschen Schüler dümmer wären als andere, eher sind die schlechten besonders schlecht), während Länder in unserer Nachbarschaft existieren, die auch schlechter Qualifizierten, die hierzulande schon lange keine Arbeit mehr finden würden, Vollbeschäftigung bieten und darüber hinaus noch aktiv Ausländer anwerben.

    PM

  7. #236
    Benutzerbild von frasier

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    Natürlich liegt die derzeitige Arbeitslosigkeit nicht an der schlechten Bildung sondern im Wesentlichen an der künstlichen Verteuerung der Arbeit durch SV-Beiträge.

    Bildung wird aber immer wichtiger, da der technische Fortschritt einfache Arbeiten beseitigt und dafür kompliziertere Tätigkeiten enstehen.

  8. #237
    Benutzerbild von DeeTee

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    Daumen runter

    Zitat Zitat von frasier Beitrag anzeigen
    Natürlich liegt die derzeitige Arbeitslosigkeit nicht an der schlechten Bildung sondern im Wesentlichen an der künstlichen Verteuerung der Arbeit durch SV-Beiträge.
    Und da sage noch 'mal jemand, dass neoliberale Propaganda nicht wirkt.

    DeeTee

  9. #238
    Benutzerbild von frasier

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    Zitat Zitat von DeeTee Beitrag anzeigen
    Und da sage noch 'mal jemand, dass neoliberale Propaganda nicht wirkt.
    Stimmt, was machen im internationalen Wettbewerb schon über 40 Prozent Lohnnebenkosten aus.

    Laß mich raten, wir müssen die Löhne drastisch erhöhen, Arbeitszeit verkürzen und mindestens 8 Euro Mindestlohn einführen, dann läufts super.

  10. #239
    Benutzerbild von DeeTee

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    Pfeil

    Zitat Zitat von frasier Beitrag anzeigen
    Stimmt, was machen im internationalen Wettbewerb schon über 40 Prozent Lohnnebenkosten aus.
    Ich sag' doch, die Propaganda wirkt.
    Wenn man keine Ahnung hat, sollte man mindestens nachschlagen, anstatt den Müll der Wirtschaftspresse nachzubeten.
    Die Lohnnebenkosten in Deutschland betragen für den Arbeitgeber derzeit
    ca. 21 Prozent.
    (9,75% Rentenversicherung, 3,25% Arbeitslosenversicherung, ca. 7,3% Krankenversicherung, 0.85% Pflegeversicherung - Stand 2005).

    Falls Du aber die sog. Personalzusatzkosten meinst, bist Du auch völlig fehlinformiert. Diese Personalzusatzkosten lagen in 2003 bei 78,20 Euro je 100 Euro Direktentgelt.
    Zu den Personalzusatzkosten gehören aber zusätzlich auch solche Dinge wie Urlaubsgeld, betriebliche Altersvorsorge, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Sonderzahlungen und Gewinnbeteiligungen - alles Dinge, die viele Unternehmen gerne abschaffen möchten.

    Laß mich raten, wir müssen (...), Arbeitszeit verkürzen und mindestens 8 Euro Mindestlohn einführen, dann läufts super.
    Ja, das könnte helfen. Wir müssen mehr sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse schaffen, die angemessen entlohnt werden. Die vorhandene Arbeit muss auf mehr Schultern verteilt werden. Der so entstehende Cashflow kommt direkt der Binnennachfrage und somit der Konjunktur insgesamt zugute.
    Nur so als Tip: Guck' 'mal nach Dänemark! Dort sind Lohnnebenkosten und Steuern viel höher als bei uns - und die Arbeitslosigkeit < 5%.

    DeeTee

    PS: Ach so, die oben genannten Zahlen stammen aus "Informationsdienst des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln" und können dort natürlich auch nachgelesen werden; www.iwkoeln.de . Sollte eine unverdächtige Quelle sein.

  11. #240
    Benutzerbild von PostMortem

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    Zitat Zitat von frasier Beitrag anzeigen
    Natürlich liegt die derzeitige Arbeitslosigkeit nicht an der schlechten Bildung sondern im Wesentlichen an der künstlichen Verteuerung der Arbeit durch SV-Beiträge.
    Es ist nicht dieses oder jenes "Schuld". Genauso wenig wie dieses oder jenes (z. B. Bildung) allein die Lösung ist. Hohe Lohnnebenkosten sind überhaupt kein Problem, wenn man sie erwirtschaften kann und andere Länder tun das durchaus. Ich glaube auch nicht, dass Dir wirklich daran gelegen ist die sozialen Standards in Deutschland auf chinesisches Niveau zu senken, nur damit Arbeit billig wird. Dann könnten wir Deutschland auch aufgeben, denn die Welt braucht kein zweites China und keine Rückkehr zum Frühkapitalismus.

    Meinetwegen soll man die SV-Beiträge senken und die Sozialleistungen, wie anderswo, aus Steuern finanzieren. Letztendlich ist das aber auch nur das Spiel "rechte Tasche, linke Tasche", denn dann müsste dies aus Steuern finanziert werden, gegenüber denen auch Unternehmen sich nicht arm rechnen können und die sie zahlen müssten. Bei vollständiger Übertragung der Last auf den Abreitnehmer, würde die Binnennachfrage und Kaufkraft schließlich vollständig zusammen brechen. Die Steuer- und Abgabenlast von Arbeitnehmern und Abreitgebern bliebe also gleich, wenn man einfach immer nur eine Schraube dreht und sagt "dies ist Schuld" oder "das ist Schuld". Das einseitige rumgeschraube an den Lohnnebenkosten ist also letztendlich auch nur Kosmetik, die höchstens den einen oder anderen schlecht informierten Investor beeindrucken kann.

    Bildung wird aber immer wichtiger, da der technische Fortschritt einfache Arbeiten beseitigt und dafür kompliziertere Tätigkeiten enstehen.
    Das ist doch der größte Irrtum, dem viele in Deutschland auf den Leim gehen. Der Fortschritt beseitigt einfache Arbeit auch in unserer Zeit nicht, sie geht nur woanders hin. Die einen sagen, dass sie dahin geht, wo sie billig ist. Das ist aber eben nur die halbe Wahrheit und dem galt mein heutiges Posting mit dem Link zum Spiegel-Artikel. Auch mitten in Europas Hochlohnländern sprießen einfache Jobs, genauso wie am anderen Ende der Welt in Australien, auch nicht gerade eine Entwicklungsland. Es ist also Unsinn das wir keine Kranfahrer, Staplerfahrer, Bandarbeiter, Müllmänner usw. mehr brauchen und es ist auch nicht richtig, dass heute auf der Welt weniger Menschen einfache Arbeit verrichten, als noch vor 20,30 Jahren.

    Richtig ist aber, dass das was Du beschreibst der heutige Zustand ist: Einfache Arbeiten werden beseitigt und komplizierte Tätigkeiten entstehen. 100 Arbeiter werden nach Hause geschickt, 20 Maschinen werden hingestellt und 5 Facharbeiter passen noch auf diese Maschinen auf. Das passiert, damit man mit Fabriken am anderen Ende der Welt konkurrieren kann, wo 500 Arbeiter den gleichen Job in einer vergleichbaren Fabrik zu 30% der Kosten machen. Das hat nur leider nicht unbedingt viel mit technischem Fortschritt zu tun.

    Wahr ist aber, dass die Arbeit weiterhin auf diese Weise verschwindet, wenn wir uns weiter nach diesem Modell heilen wollen und weniger drauf achten, was Nachbarn wie Dänemark so erfolgreich macht. Dann gilt aber eine andere Wahrheit und die heisst, dass die deutsche Politik aufhören müsste den Menschen die Schuld dafür zu geben, wenn sie arbeitslos sind. Das heisst auch, dass Arbeit nicht mehr Haupterwerbsquelle sein darf und kann und das heisst dann auch, dass sämtliche Drangsalationen von Arbeitslosen sofort aufzuhören haben. Das heisst wiederum sofortige Abschaffung von Hartz IV usw. usf.

    PM

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