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Quo Vadis, Deutschland?

Erstellt von bubu, 22.12.2004, 18:20 Uhr · 293 Antworten · 19.134 Aufrufe

  1. #51
    Benutzerbild von compagnies

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    Zitat Zitat von PostMortem Beitrag anzeigen
    Aber wie lange würdest Du denn einen Fremden zu Hause auf Deiner persönlichen Tasche dulden, der/die keine Anstalten macht für sich selbst zu sorgen?
    Das dulde ich schon vierzehn Jahre!

    Aber mal ernsthaft:
    Bei dieser Diskussion geht es schon um das Prinzip der Freizügigkeit eines jeden Menschens!
    Meine mangelnde Akzeptanz von Staatsgrenzen mag da hinein spielen, aber ich finde es generell unstrittig, dass sich Jede/r seinen Wohnort aussuchen darf!
    Hatte nicht umsonst darauf hingewiesen, dass ich die Problematik, die dadurch entstünde, durchaus erkenne!
    Ich habe auch einen Lösungsvorschlag für Deine Sorge um die strapazierte Sozialleistungs-Hängematte:

    Jeder in Deutschland Lebende bekommt ein eigenes Konto bei der Deutschen Sozialversicherungsanstalt!
    Dort werden die Abgaben in die Kranken-, Renten-, Arbeitslosensparte registriert, eingenommen und monatlich die Summen veröffentlicht.
    Die Einzahlungen bemessen sich anhand von Einkommen und Vermögen.
    Es steht aber jedem frei, bspw. für die Aufstockung seiner Rente, zu jeder Zeit Zahlungen vorzunehmen!
    Das Vermögen der Sozialversicherungskasse wird angelegt und verzinst.
    Die Zinsen kommen sowohl der Kasse, als auch dem Versicherten zu Gute.
    Um die Anstellung älterer Arbeitnehmer attraktiver zu machen, kann der Arbeitgeber auf Wunsch des AN daran profitieren.

  2.  
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  3. #52
    Benutzerbild von PostMortem

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    Zitat Zitat von bubu Beitrag anzeigen
    In dem Zusammenhang - Filmtipp: Do, 00.00 Uhr, ZDF "Wir sind Zukunft - Jugend 2006" (in zwei TEILEN, bis 3.00 Uhr).

    Sicher interessant und bringt uns in dieser Diskussion bestimmt weiter.
    Ich habe mir davon weite Strecken angesehen... Ob mich das jetzt wirklich weiter gebracht hat weiss ich nicht so Recht. Mein Fazit ist eigentlich

    - das die Jugend selbst heute immer noch besser und leistungsbereiter ist als ihr Ruf

    - das es sich viele einfach machen abschätzig über sie zu urteilen, weil sie selbst in einer Zeit groß werden durften, als vieles noch einfacher und rosiger war

    - das heute beim Nachwuchs mehr ein Problem von zu wenig können (dürfen!) und nicht zu wenig wollen vorliegt. Im Zeitalter diplomierter Pförtner kann man natürlich sagen, dass es normal ist, dass ein Hauptschüler schon schlechte Chancen auf eine Metzgerausbildung hat. Aber ist das auch richtig und kann man da einfach sagen wir brauchen mehr Bildung? Wenn heute lauter Diplom-Wirtschaftsingenieure auf Sachbearbeiterposten von Kaufleuten gesetzt werden, kann man dann sagen wir haben zu wenig Bildung, kann man dann sagen wir haben zu wenig Studienabsolventen? Das wir ein bewährtes duales Ausbildungssystem haben und andere überhaupt nicht, geht mir bei diesen OECD-Absolventen-Penislängenvergleichen sowieso immer zu sehr unter.

    - das ich mich insgesamt nur dem zwar leicht prollig daher kommenden , aber wahres sprechenden jungen Mann mit "Migrationshintergrund" kurz vor Schluss anschließen kann: Shell-Studien kommen und gehen seit Jahren, ans stoppen oder umlenken denkt von den Herrn und Frauen Politikern deshalb keiner (bzw. es wird nichts gravierendes umgesetzt). Sie sollen aufhören hochgeistige Studien zu lesen, sondern einfach mal vor Ort mit der Jugend reden, sich anschauen was sie in diversen Jugend-Einrichtungen mit ihren Leistungskürzungen und ihrer neoliberalen Lobby-Politik anrichten. Politiker sind nicht gewählt worden um sich akademisch mit dem Volk auseinanderzusetzen oder es zu studieren, sie sollen es vertreten und dazu müssen sie unter ihm verkehren und sich nicht Lebenserfahrung auf hochabstraktem Niveau anlesen.

    Dementsprechend standen mir bei einigen ultra-akademischen und teils mächtig ideologiebeladenen Äußerungen auch wirklich die Haare zu Berge. Ich weiss nicht warum man beispielsweise ATTAC-Leuten dort eine Bühne geben musste, dort undifferenziert und völlig unreflektiert eine Welt ohne den Shell-Konzern (passend zur Studie!) zu fordern. Schon klar, gegen Unternehmen ätzende Gruppen sind in gesellschaftskritischem Zusammenhang per se immer die Guten, labern sie auch noch so großen Müll um sich zu produzieren... In die gleiche Kerbe schlugen mir da auch viele junge Leute, die offenbar durch die gleichen linksalternativen PaukerInnen geprägt wurden, die auch zu meiner Zeit schon bevorzugt das Lehramt anstrebten und immer noch am Werken sind. Es ist nur komisch, dass die gleichen Teenies und Twens später in den Dreissigern und Vierzigern oft die größten Karrieristen werden und über ihre früheren gutmenschelnden Äußerungen nur noch schmunzeln bzw. sie verleugnen. Schuld der Gesellschaft oder ihre eigene?

    Viel schlimmer ist für mich aber das offensichtlich in Deutschland stattfindende Rückschwingen des Pendels von einer sozialen und liberalen Gesellschaft zurück zu einer ultrakonservativen, sich diesbezüglich fast auf das stickige Adenauer-Deutschland zu bewegende Deutschland.

    Einige hier geäußerte Forderungen gehen ja in die gleiche Richtung, vonwegen Elternführerschein vor Zeugungserlaubnis usw.... In England werden derzeit die überall präsenten CCTV-Überwachungskameras mit Lautsprechern versehen, um Menschen mit ungenehmen Verhalten maßregeln und bloßstellen zu können ("Der Herr dort in dem weissen Hemd hört bitte auf zu popeln und die Popel unter die Bank zu schmieren"). Es kann dann nicht mehr so lange dauern, bis wir so etwas hier auch bekommen. Vielleicht bekommen wir ja endlich bald unsere Gedankenpolizei? Neusprech haben wir ja schon in vielen Bereichen... Ich hätte Schröder und Fischer zum Schluss am liebsten in den Hintern getreten. Aber noch 1998 fühlte ich den Aufbruch in ein neues, toleranteres, freieres Deutschland. Als größtes Symbol steht dafür sicherlich die Homo-Ehe.

    Nun schwingt das Pendel mächtig zurück. Ich frage mich, wie lange die Thesen einer Eva Hermann noch für Aufregung sorgen. An sich predigen heute schon viele noch Selbstbestimmung und Toleranz, wollen gleichzeitig aber jeden zu einer Lebensweise nach Vorbild der 50er Jahre zwingen, indem sie die Idealisierung eines sehr konservativen Bildes eines erfüllten Lebens propagieren. Da ist mir ja Vejas Besuchsehe lieber, als manches was sich da an rückwärtsgewandtem zusammengesponnen wird.

    Es ist zum Kotzen, dass in diesem Lande immer nur in vermeintlichen Patentlösungen gedacht wird. Vielleicht hat das ganze aber auch nur Methode. Die Menschen sind heute eben zu frei und zu selbstbestimmt, lassen sich von Politikern nicht mehr wie dumme Schäfchen in blindem Gehorsam führen und schenken ihrem Führer auch nicht mehr so viele Kinder. Also muss der Konservatismus die Lösung sein, basta.

    Ich stelle mir in letzter Zeit häufiger vor, wie es wohl so wäre, z. B. nach Kanada oder auch einfach nur die Niederlande auszuwandern. Und damit befinde ich mich offenbar zumindest theoretisch im Sog einer historisch für unsere Republik rekordverdächtigen Fluchtbewegung, der die zunehmende Enge und der aus unerklärlichen Gründen ungebremste Abwärtstrend dieses Landes auch im ganz nomalen Alltag und der alltäglichen Selbstmotivation immer mehr zu schaffen macht.

    PM

  4. #53
    Benutzerbild von SonnyB.

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    Zitat Zitat von PostMortem Beitrag anzeigen

    - das heute beim Nachwuchs mehr ein Problem von zu wenig können (dürfen!) und nicht zu wenig wollen vorliegt..................

    .............Aber ist das auch richtig und kann man da einfach sagen wir brauchen mehr Bildung? Wenn heute lauter Diplom-Wirtschaftsingenieure auf Sachbearbeiterposten von Kaufleuten gesetzt werden, kann man dann sagen wir haben zu wenig Bildung...........
    Dazu hätte ich mal eine Frage:

    Wenn sich ein Abiturient (mündlich) bei uns vorstellt (Einzelhandel), mit den Worten: "Tach, ich such Arbeit. Ich tu gerne verkaufen und mit Leuten reden. Jeans trag ich immer. Da kann ich die bestimmt gut verkaufen." u.s.w.
    Die Bewerbungsunterlagen hatte er dabei: Auf eine DinA4 Seite kamen 8 Rechtschreibfehler.

    Diese Szene hat sich tatsächlich bei uns abgespielt und ist auch kein Einzelfall !

    Haben wir wirklich zuwenig Bildung oder haben wir zuviele Abiturienten? Wird es den Leuten zu einfach gemacht und muss man für das Abi einfach nur anwesend sein?
    Ich sollte doch von einem Abiturienten mehr erwarten dürfen, was Wortwahl und korrekte Unterlagen angeht?
    Gibt es vielleicht gar keinen Unterschied zwischen Mittlerer Reife, Hauptschulabschluss und Abitur? Ist es vielleicht einfach zur ein Zufall welchen Abschluß man macht weil man die "falsche" Schule erwischt hat?

    Ok Das war jetzt mehr als eine Frage aber kann mir einer von euch da eine Antwort drauf geben?

  5. #54
    Benutzerbild von PostMortem

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    Zitat Zitat von SonnyB. Beitrag anzeigen
    Dazu hätte ich mal eine Frage:

    Wenn sich ein Abiturient (mündlich) bei uns vorstellt (Einzelhandel), mit den Worten: "Tach, ich such Arbeit. Ich tu gerne verkaufen und mit Leuten reden. Jeans trag ich immer. Da kann ich die bestimmt gut verkaufen." u.s.w.
    Die Bewerbungsunterlagen hatte er dabei: Auf eine DinA4 Seite kamen 8 Rechtschreibfehler.

    Diese Szene hat sich tatsächlich bei uns abgespielt und ist auch kein Einzelfall !

    Haben wir wirklich zuwenig Bildung oder haben wir zuviele Abiturienten? Wird es den Leuten zu einfach gemacht und muss man für das Abi einfach nur anwesend sein?
    Während wir hören, dass wir in unserem Land zu wenige Abiturienten haben, ist die Quote eben jener Abiturienten zwischen 1970 und heute von 12% auf fast 40% gestiegen. Hier wird deutlich, was alle heute ja auch im Gleichtakt fordern: Mehr Bildung solls richten. So denken seit dem endgültigen Einsetzen der Dauerwirtschaftskrise Deutschlands in den 70er Jahren natürlich auch die Eltern: Unser Kind braucht Abi, sonst hat es schon verloren. Gleichzeitig steigt natürlich die Zahl der Abiturienten die nach der Schule kein Studium aufnehmen, sondern eine Ausbildung.

    Es wird ohne Sinn und Verstand aufs Gymnasium geprügelt und dementsprechend ist das Gymnasium ja auch Politikers liebstes Kind (stammt er ja selbst als Anwalt oder Lehrer aus einem). Das in Wahrheit die Haupt- und Realschule als Fundament für die Vorbereitung auf die Berufsausübung stark verbessert werden müsste, begreift anscheinend niemand. Auch nicht die Firmen, die angesichts langanhaltender Klagen über die Bildung, ihr Heil bei der Auszubildendensuche immer mehr darin sehen, die Messlatte einfach auf "Abitur" zu setzen. Das ihnen das gar nicht zusteht (Mc Donald`s macht das z. B. so! Abi als Voraussetzung zur Lehre beim Burgerbrater!!!) und dabei überhaupt nicht begreifen, dass sie sich damit eher die Schein-Abiturienten auf die Matte holen, die sich irgendwie durchs Gymnasium wurschteln konnten (und qualitativ schlechter daher kommen, als ein guter Realschüler). Bei der mittlerweile zahlenmäßig größten Schülergruppe ist es auch kein Wunder, wenn immer mehr Lehrer an sich ungeeignete Schüler entnervt durchwinken statt sich immer wieder mit Kids und Eltern rumzuärgern!

    Das ist m. E. ja auch der Fehler im System und an den heute propagierten Lösungen (siehe Köhler-Rede). Die Latte wird einfach nur an der Spitze immer höher gesetzt, es wird eine Bildungselite herbeigewünscht die im Eiltempo Innovation um Innovation für Deutschland erdenkt, die die Masse der normalen Menschen aber nunmal nicht hergibt. Dafür kommen, wie Du ja selbst gesehen hast, heute schon zu viele Menschen mit Abschlüssen von den Schulen, die ihnen eigentlich gar nicht zustehen.

    Doch die Quote muss erfüllt werden und basta. Hauptschülern wieder dazu zu verhelfen ihre ehemals angestammten Berufsausbildungschancen in Handwerk & Co zurück zu gewinnen (und Eltern wieder dazu zu bringen ihre Kinder auf eine ihrer Leistungsfähigkeit angemessenen Schule zu schicken) ist eben nicht en Vogue. Stattdessen diskutiert man über die Abschaffung der Hauptschule und wie man noch mehr Menschen zum Abitur bekommt. Als wenn man mit gesundem menschenverstand glauben könnte, dass wirklich 50% der einen umgebenden Menschen zum Abitur und der damit ursprünglich verbundenen späteren akademischen Lehre an einer Uni geeignet wären.

    Politiker die glauben, sie könnten mit ihrer fixen Idee der Wissensgesellschaft bei und mit der zur Verfügung stehenden Masse der Menschen einen Blumentopf gewinnen irren. Man muss nicht alles über den Haufen schmeissen und auf der grünen Wiese neu bauen (bzw. immer solche radikalen Lösungen fordern und sie selbst sowieso nie umsetzen). Vielleicht einfach mal nach Lothringen fahren. Dieses dem Ruhrgebiet ähnliche ehem. Schwerindustrierevier ist nicht plötzlich eine Denkfabrik und hat die ehem. Stahlarbeiter und Kumpel auch nicht einfach abgeschrieben, so wie das hier automatisch mit Hinweis, das an anderer Stelle hochqualifizierte Jobs entstehen, gerne getan wird. Dort haben einfache Leute mehr Arbeit als anderswo in Frankreich. Die Arbeitslosenquote ist unterdurchschnittlich. Das alles mit ganz normalen Mitteln und mit ganz normalen Menschen, ohne überfordernde Supermenschen-Spinnereien. Warum wird sowas hierzulande immer missachtet und stattdessen nur auf höchstem Niveau rumlamentiert?

    PM

  6. #55
    Benutzerbild von SonnyB.

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    @PM

    Danke So in etwa hab ich das nämlich auch beobachtet. Dann liege ich ja gar nicht so falsch

    Viele Eltern scheinen wirklich zu denken: Lieber ein schlechtes Abitur als eine gute Mittlere Reife. Hauptsache Abitur. Frei nach dem Motto: Es zählt hinterher nur der Abschluss, daß "wie" ist dann ja uninteressant.
    Das mit der Abi-Prüfung aber nicht auch gleichzeitig die Hirnmasse zunimmt, ist ja egal.

    Wir haben bei uns im Betrieb deshalb einen "Probetag" eingeführt. Wer aufgrund seiner Bewerbung in Frage kommt, arbeitet einen ganzen Tag zur Probe bei uns und dann trennt sich die Spreu ganz schnell vom Weizen .

  7. #56
    Benutzerbild von bubu

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    Zitat Zitat von SonnyB. Beitrag anzeigen
    Dazu hätte ich mal eine Frage:
    Haben wir wirklich zuwenig Bildung oder haben wir zuviele Abiturienten? Wird es den Leuten zu einfach gemacht und muss man für das Abi einfach nur anwesend sein?
    Wir haben zu wenig Niveau in der Bildung - die Standards wurden für meine Begriffe über die Jahrzehnte sukzessive aufgeweicht. Sowohl in den Gymnasien als auch in den Hochschulen, wie die OECD-Studie gerade bewiesen hat. Jeder Depp macht heute Abitur, studiert und mogelt sich sogar durch die Promotion. Zudem unterscheidet sich das Niveau des Abiturs von Bundesland zu Bundesland. Genauso wie eine Diplomprüfung von Uni zu Uni unterschiedlich hart sein kann. Das ist heute alles nicht mehr aussagekräftig und man kann auch nicht mehr wirklich stolz drauf sein. Ich habe das Gefühl, dass du heute ohne Abitur nichts mehr bist - mit Realschule hast du schon verloren und mit einem Hauptschulabschluss bist du eigentlich nur noch Abschaum.

    Ich war zu meinen Studienzeiten schockiert darüber, wie stark sich beispielsweise eine Doktorarbeit in Medizin zu der in einer anderen Naturwissenschaft von den Standards her unterscheidet. In der Medizin läuft das so, dass sich die Studenten schon während ihres Studiums eine Doktorarbeit suchen und diese nebenher noch mit machen - m,it entsprechendem Engagement. Nicht wenige beginnen damit sogar schon im Grundstudium. Das muss man sich mal vorstellen! Noch nicht mal fertig studiert und dann schon promovieren.

    Dabei liegt es ganz allein am persönlichen Engangement, wie viel Stress du dir mit deiner Doktorarbeit machen möchtest. Wenn du's bequem haben wolltest, hast du dir einfach irgendeine Studie geschnappt, die ein bisschen Daten sammeln und dann statistische Auswertung bedeutete. Das war's. Mit einer wirklichen selbstständigen Forschungsarbeit hatte das nur entfernt zu tun. Natürlich gibt's auch Leute, die wirkliche Forschungsarbeiten gemacht haben. Deren Doktortitel wurde durch die anderen natürlich entwertet. Ich will jetzt hier nicht auf die Mediziner prügeln - die Ausbildung ist hart und langwierig genug. Ich will damit nur sagen, dass einfach Bildungsstandards nicht mehr gleich und verbindlich sind - vielleicht auch eine Folge unseres föderalen Systems.

  8. #57
    Benutzerbild von DeeTee

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    Zitat Zitat von PM
    die sich irgendwie durchs Gymnasium wurschteln konnten ...
    kein Wunder, wenn immer mehr Lehrer an sich ungeeignete Schüler entnervt durchwinken statt sich immer wieder mit Kids und Eltern rumzuärgern!
    Ich schätze, da liegt der Kern des Problems. Ich würde sogar von einer allgemeinen "Durchmogelmentalität" sprechen. Und es ist dann in der Tat verblüffend, wenn die jungen Menschen (Männlein wie Weiblein) an die Uni kommen und dann auf einmal feststellen, dass hier Ende mit Durchwurschteln ist. Die Empörung über die ach so gemeinen/ungerechten/blöden Dozenten kennt dann kaum noch Grenzen. Die kognitive Belastbarkeit der Erstsemesterstudenten ist zum Teil erschreckend gering, selbst wenn die Motivation durchaus ok ist. Die gestiegene Abiturientenzahl geht einher mit einer sehr hohen Studienabbrecherquote.

    DeeTee

  9. #58
    Benutzerbild von bubu

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    Zitat Zitat von DeeTee Beitrag anzeigen
    Und es ist dann in der Tat verblüffend, wenn die jungen Menschen (Männlein wie Weiblein) an die Uni kommen und dann auf einmal feststellen, dass hier Ende mit Durchwurschteln ist.
    DeeTee
    Da möchte ich widersprechen (s.o.). An der Uni geht das munter weiter - man hat in vielen Studiengängen sogar noch viel mehr Möglichkeiten dazu, weil sie nicht so verschulte Strukturen haben.

  10. #59
    Benutzerbild von DeeTee

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    @Bubu:
    Das mag von Fach zu Fach sehr verschieden sein. Aber viele Studienanfänger brauchen zwei Semester, bis sie kapiert haben, dass sie entweder mehr tun müssen als in der Schule, oder aber sich für ein falsches bzw. überhaupt für ein Studium entschieden haben. Manche kriegen dann die Kurve, manche schaffen's dann per Presslernen und manche eben gar nicht.
    Meiner Erfahrung nach scheitern die "Bis-durchs-Abi-Mogler" an der Uni meist einfach an ihrer Faulheit. Wer sich durch Abitur gemogelt hat, ist häufig durchaus clever; er/sie hat eben nur nicht gelernt, kontinuierlich und ganz schlicht fleißig zu arbeiten. Und da ist denn die Anfertigung eines Konzeptpapiers im Umfang von ca. 5 Seiten einschließlich eines Kurzvortrags von 5-10 Minuten eine Riesenherausforderung - obwohl die Vorbereitungszeit 4 (!) Wochen beträgt.

    In Politikwissenschaft beträgt das Verhältnis Studienanfänger zu Absolventen 2,4:1, bei Philosophie ist es sogar 5:1 (d.h. 80% der Studienanfänger mit Philosophie als Hauptfach (MA, LA) oder Nebenfach (MA) legen in diesem Fach keine Prüfung ab.

    Insofern ist das mit dem Durchmogeln nicht ganz so einfach, auch wenn es sicherlich fachspezifische Unterschiede gibt.

    DeeTee

  11. #60
    Benutzerbild von bubu

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    Zitat Zitat von DeeTee Beitrag anzeigen
    @Bubu:
    Das mag von Fach zu Fach sehr verschieden sein. Aber viele Studienanfänger brauchen zwei Semester, bis sie kapiert haben, dass sie entweder mehr tun müssen als in der Schule, oder aber sich für ein falsches bzw. überhaupt für ein Studium entschieden haben. Manche kriegen dann die Kurve, manche schaffen's dann per Presslernen und manche eben gar nicht.
    Meiner Erfahrung nach scheitern die "Bis-durchs-Abi-Mogler" an der Uni meist einfach an ihrer Faulheit. Wer sich durch Abitur gemogelt hat, ist häufig durchaus clever; er/sie hat eben nur nicht gelernt, kontinuierlich und ganz schlicht fleißig zu arbeiten.
    DeeTee
    Kann ich nur voll und ganz bestätigen. Ich merke das auch immer wieder an den Praktikanten, die in der Regel rund fünf bis acht Jahre jünger sind als ich. Die können einfach oft nicht mehr konzentriert eine Sache sorgfältig bearbeiten.

    Kann man sagen, dass

    a) Kinder mehr Bildung brauchen

    b) das Bildungssystem B]auf allen Ebenen [/B]wieder Niveau bekommen muss

    c) Kinder mehr Strukturen brauchen (Erziehungsaufgabe des Staates?)

    d) wir eine gesellschaftliche Rückbesinnung auf Werte brauchen (wider Mogel- und Mitnahmementalität, die ja leider überall vorgelebt wird)

    ?

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