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Quo Vadis, Deutschland?

Erstellt von bubu, 22.12.2004, 18:20 Uhr · 293 Antworten · 19.174 Aufrufe

  1. #71
    Benutzerbild von DeeTee

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    In Deinem Beitrag fehlt ein Komma!

    Und ich habe tatsächlich niemanden bestochen, nicht 'mal mit einem Messer. Das war gar nicht nötig. Ich habe in der 13. Klasse den stellvertretenden Direktor als Deutschlehrer bekommen. Und das war - unerwarteterweise - ein wirklich guter Deutschlehrer. Ich habe mir diese 14 Punkte tatsächlich durch hohe Motivation, fleißiges Lesen und die nötige Begabung erarbeitet. Es war auch die beste Note in meinem Abiturzeugnis.
    Diesen Deutschunterricht hätte ich heute manchmal noch ganz gerne! (Und es ist ein halbes Leben her ...). Jener Lehrer ist bis heute Vorbild und Maßstab für mich!

    DeeTee

  2.  
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  3. #72
    Benutzerbild von SonnyB.

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    Zitat Zitat von DeeTee Beitrag anzeigen
    In Deinem Beitrag fehlt ein Komma!

    Und ich habe tatsächlich niemanden bestochen, nicht 'mal mit einem Messer. Das war gar nicht nötig. Ich habe in der 13. Klasse den stellvertretenden Direktor als Deutschlehrer bekommen. Und das war - unerwarteterweise - ein wirklich guter Deutschlehrer. Ich habe mir diese 14 Punkte tatsächlich durch hohe Motivation, fleißiges Lesen und die nötige Begabung erarbeitet. Es war auch die beste Note in meinem Abiturzeugnis.
    Diesen Deutschunterricht hätte ich heute manchmal noch ganz gerne! (Und es ist ein halbes Leben her ...). Jener Lehrer ist bis heute Vorbild und Maßstab für mich!

    DeeTee
    Schonmal vorweg hier alle evtl. fehlenden Kommas: ,,,,,,,,,,,,,,, . Sollten welche übrig bleiben, hab ich ja Reserve für die nächsten Postings .

    Ich stelle bei uns Gemeinsamkeiten fest . Mein Englischlehrer war der Stellvertretende Direx und auch da gilt für mich das Gleiche wie bei dir. Es war ein strenger aber guter Lehrer, der den Unterricht sehr lebhaft gestaltet hat.
    Mir fällt rückblickend auch ein, daß ich bei den strengeren Lehrern mehr gelernt habe, als bei den "Kumpeltypen".

    Ich denke, daß viele heutige Lehrer zwar theoretisch lehren können, aber Durchsetzungsvermögen ist ja kein Lernfach für angehende Lehrer.
    Und ich glaube auch, daß das mit ein Grund für die "Misere" ist ?

  4. #73
    Benutzerbild von DeeTee

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    Zitat Zitat von PostMortem Beitrag anzeigen
    Aber mit am lautesten über heutige faule Jugendliche, die sich die Finger wund schreiben und Dinge wissen müssen, die manche Alten bis zur Rente nicht gelernt hatten, das kann diese BILD-Leserklientel... Wenn das immer los geht, könnte ich denen einfach nur noch an die Gurgel

    PM
    Hmm? Meinst Du mich? Ich lese gewiß keine BLÖD. Und ich mokiere mich nicht über faule Jugendliche an sich. Aber ich finde es durchaus beschämend, wenn sich junge Erwachsene nicht Mühe geben, wenn sie eine Bewerbung schreiben oder eben eine Seminararbeit verfassen. Wenn ich nicht weiter weiß in einer solchen Situation, dann mache ich mich schlau oder lasse mir helfen. Aber ich blamier' mich nicht! Nie!!! Und da liegt das Problem. Zu mir ist eine Studentin gekommen, die mit der Bewertung ihrer schriftlichen Ausführungen nicht einverstanden war. "Ja, aber Sie haben doch verstanden, was ich sagen wollte?!" "Ja, ich konnte es mir (einigermaßen) denken." "Ja und? Warum haben Sie mir denn nur eine xxx gegeben?" "Weil Sie das, was Sie sagen wollten, nun einmal nicht geschrieben haben. Ich muss Ihre Arbeit nicht interpretieren, sondern lesen." Himmel, war die junge Dame beleidigt.

    Sorry, je nach Niveau, erwarte ich Anstrengung zur Erreichung des jeweiligen Ziels. Und eine (weitestgehend) fehlerfreie Bewerbung würde ich durchaus dazuzählen. (Natürlich nicht als alleiniges Kriterium).

    DeeTee

  5. #74
    Benutzerbild von Tim45

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    Zitat Zitat von DeeTee Beitrag anzeigen
    @Tim45:

    Schön, mal ein neues Gesicht in der Diskussion zu hören

    Einige Kommentare dazu:
    {Strebertum}

    Das war schon immer so. Zu meiner Schulzeit, zu der meiner Eltern und zu jener meiner Großeltern. Fleiß war noch nie "cool".
    Versteh ich nicht ganz. Sportler werden doch z.B. für ihren Trainingsfleiß, ihre Entbehrungen usw. bewundert. Ist Strebersein nur in Deutschland so verpönt?

    {erledigte Arbeit=Befriedigung}
    Im Prinzip richtig. Allerdings nimmt die Zahl der Jobs zu, in denen Du die erledigte Arbeit nicht mehr siehst. Der Tischer, Schlosser, Bäcker, Versicherungskaufmann kann das Ergebnis seiner Arbeit sehen oder messen. Aber was macht der Lehrer, Sozialarbeiter oder Verwaltungsbeamte?
    Jenseits des monaltlichen Geldeingangs sehen jene den Erfolg ihrer Arbeit nur sehr selten.
    Wenn man will, sieht man auch dort den Erfolg der Arbeit. Ich muß Seminare geben. Erfolg ist, wenn ich etwas gut erklären konnte, wenn die Studenten mitarbeiten und ich sehe, daß sie wenigstens ansatzweise etwas verstanden haben. Sie müssen auch selber nacharbeiten und Bücher lesen, das kann ich ihnen nicht abnehmen. Bzw. wenn ich erkenne, daß die Studenten merken, daß ich einen trockenen schwierigen Stoff verständlich erkläre, habe ich meine Arbeit erledigt. Nicht alle Studenten verstehen den Stoff, zum Teil, weil sie das für sie falsche Studium gewählt haben.

    {Bildung bleibt}
    (Am Rande zu e): Bildung kann veralten.)
    Teilweise ja. Ständiges Lernen gehört dazu. Aber andererseits: Ottomotoren gibt es seit hundert Jahren, am Prinzip hat sich nichts geändert. Und man kann und muß sich immer in neue Dinge einarbeiten.

    {Motivation}
    Eine Freundin von mir, die als freiberufliche Unternehmensberaterin tätig ist, hat vor kurzem ein Angebot eines renommierten mittelständischen Unternehmens bekommen, dort Führungskräfte des mittleren Managements in Bezug auf Veränderungsmanagement zu schulen. Genau das, was ihr Spaß macht und sie auch wirklich gut und professionell kann (9 Jahre Berufserfahrung). Für die Schulung dieser Leute, die ca. 7.000 - 9.000 Euro im Monat verdienen, hat man ihr einen Stundensatz von 22,- Euro angeboten. Nach Steuern und abzüglich der Aufwendungen liegt das bei ca. 12,- Euro netto. Wohlbemerkt: für eine Diplompsychologin mit umfassenden Zusatzqualifikationen und ausgezeichneter Berufserfahrung. Da war sie denn doch nicht mehr so heiß auf den Job ...
    Wenn sie etwas besseres findet, ok. Andererseits: Deine Qualifikationen sind nur das Wert, was dir der Markt dafür zahlt. Aber besser als Arbeitslosigkeit sind bezahlte Jobs doch allemal. Und man hat doch die Möglichkeit, bei Erfolg Gehaltserhöhungen zu fordern. Ist das nicht das gleiche wie der Probetag bei Sonny?

    {Vermittlung von Leistungswillen an die jungen Menschen}
    Das ist dann auch ein dickes Brett, das man da bohren muss. Allein geht das schon gar nicht. Ich halte es - wie schon weiter oben ausgeführt - für eine gesellschaftliche Aufgabe.

    DeeTee
    Gesellschaftliche Aufgaben bedeuten, daß es im Ende doch niemand macht. :-( Mir genügt es vorerst, in meinem kleinen Bereich "meinen" Studenten derartige Werte zu vermitteln (oh, wie hochgestochen es doch klingt): Selber Bücher zu lesen und mit Stift und Papier mitzurechnen, selber Literaturen zu recherchieren, und selber zuzusehen, sich die für die Problemstellung notwendigen Kenntnisse zu erarbeiten. Ich gebe gerne alle möglichen Hilfen - man muß das Rad nicht zweimal erfinden - , aber zur Jagd trage ich niemanden. Ich kann bei Seminaren nur darauf hinweisen, daß es eben keinesfalls genügt, sich die Aufgaben von mir vorrechnen zu lassen, sondern es am wichtigsten ist, sich zuerst selber die Zähne daran auszubeißen. Und dann, nachdem die Aufgabe vorgerechnet wurde, in der Nacharbeit alle Aufzeichnungen beiseite zu legen, um die Aufgabe mit dem Wissen um das Prinzip des Lösungswegs nochmal selber selbständig zu lösen. Wer stattdessen lieber jeden Abend Parties feiert, anstatt auchmal bis spät in die Nacht zu lesen und zu rechnen und daran Befriedigung zu empfinden, sollte vieleicht lieber doch nicht studieren. Damit man mich nicht falsch versteht: Parties feiern, Dummheiten machen, ein Partysemester einzulegen und auch mal durch eine Klausur durchzufallen gehören zum Leben dazu. Aber man muß sich auch wieder aufraffen und das versäumte nachholen. Andererseits: Selbst wenn man studiert, ist der Abschluß nicht das entscheidende, es gibt auch Leute wie den Gründer von Vobis, der seinen studentischen Nebenjob erfolgreich zum Hauptberuf gemacht hat.

    Ich möchte mal eine überspitzte unsoziale These zur Diskussion stellen: In Deutschland macht man sich zu viel Mühe mit der Förderung der Schlechten, mit der Bemutterung der Faulen und Unwilligen. Wäre es nicht besser, die Fleißigen, Willigen und Motivierten zu fördern? Z.B., Bafög nur nach ersten bestandenen Klausuren (die Durststrecke bis dahin [2. Semester] sollen die Studenten mit Krediten, Eltern oder Nebenjobs überbrücken)? Bafögsätze gestaffelt nach Noten der Klausuren und Prüfungen? Teilweiser bis vollständiger Erlass der Rückzahlung je nach Noten der Zwischenprüfung (Vordiplom) bzw. Abschlußprüfung? Wäre das nicht ein Leistungsanreiz?

  6. #75
    Benutzerbild von Tim45

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    Zitat Zitat von SonnyB. Beitrag anzeigen
    Wir achten darauf, ob der/die Bewerber/in gut auf Menschen zugehen kann, keine Scheu hat die Kunden anzusprechen, sich klar und deutlich verständlich zu machen, Arbeit (vom Bügel gefallene Sachen z.B.) von selbst bemerkt, keine Angst hat Kollegen um Rat zu fragen oder Kunden nicht unbedingt ein rotes Hemd zur grünen Hose anbietet . Wie ist der Mensch ? Hat er/sie Lust zu arbeiten oder steht er/sie mit ner "Fleppe" im Laden? Auf alles, was zum Verkauf gehört eben.

    Bei Bewerbungen achtet man (wie überall denke ich ) auf Noten in Deutsch (der Kunde soll uns ja verstehen können), Mathe (die Kasse könnte ja mal ausfallen) und auf die Sauberkeit der Unterlagen (d.h. keine Kaffee, Schokoladen oder sonstige Flecke, keine Eselsohren, keine Bewerbung auf rausgerissenen Matheheftseiten (auch das hatten wir schon).

    Damit hat sich dann auch deine 3. Frage von selbst beantwortet .

    Keine allzu hohen Anforderungen aber selbst die erfüllen die Wenigsten.
    Sozusagen genau wie bei uns. Mitdenker halt. Wenn ich allen sagen muß, was sie machen müssen, kann ich's auch selber machen. Und den Mut, um Hilfe zu fragen, wo man selber noch nicht so gut ist.
    Wobei ich bei Noten eher den Durchschnitt über alle Studienjahre nehme, es gibt immer Dozenten/Prüfer, die den Studenten nicht mögen. Noten sind nicht das wichtigste, sondern Motivation und auch Selbstbewusstsein. Unvollständige Bewerbungen, Rechtschreibfehler oder Unsauberkeiten hinterlassen schon den Beigeschmack der fehlenden Motivation: Wer wirklich scharf auf den Job ist, lässt sich seine Bewerbung auch mal korrekturlesen.

  7. #76
    Benutzerbild von Tim45

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    Zitat Zitat von PostMortem Beitrag anzeigen
    Lieber viele Worte, als jetzt wieder dieses pauschale Rumgehacke auf "den jungen Menschen", die zum größten Teil sehr wohl den von Dir geforderten Leistungswillen haben. Was diese Grundeinsicht angeht, ist ein Blick in so etwas wie die Shell-Studie wohl angebrachter, als die Interpolation von einmal erlebten Bushaltestellen-Szenen auf alle jungen Menschen. Ansonsten weiss ich auch nicht, ob manches nicht ein Wahrnehmungsproblem ist. Die einen beklagen eine Ellenbogengesellschaft, die anderen den Freizeitpark Deutschland. Was haben wir denn nun? M. E. haben wir jedenfalls zu viel künstliche Empörung über aufgebauschte Einzelschicksale à la Florida-Rolf. Aber es passt den unfähigen Politikern und kalten Wirtschaftsfunktionären auch gut in den Kram, wenn sich das Volk gegenseitig Faulheit unterstellt.

    PM
    Jedenfalls brauche ich noch keine vertikalen Scrollbalken ;-) Anyway. Es ging mir um diejenigen jungen Menschen, die diesen Leistungswillen eben nicht haben. Und dazu gehören eben diese Bushaltestellen-Jugendlichen. Möchtest Du diesen Leuten Dein Auto für eine Inspektion anvertrauen?
    Ich dachte auch immer, daß es unfair sei, wenn manche/viele Jugendliche keine Lehrstelle bekommen. Weil ich nur kannte, was ich in meiner Schulklasse, in meinem Studienjahrgang gesehen habe. Es gibt aber eben auch Leute, die ganz und gar nicht so sind wie meine Abschlußklasse.

  8. #77
    Benutzerbild von PostMortem

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    Zitat Zitat von DeeTee Beitrag anzeigen
    Hmm? Meinst Du mich? Ich lese gewiß keine BLÖD.
    Lies vor dem "Aber....". Ich habe genau geschrieben wen ich meine ;-) Dich u. U. nicht oder auch doch, ich weiss ja nicht ob Du dazu gehörst. Aber wohl eher nicht ;-)

    PM

  9. #78
    Benutzerbild von Tim45

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    Zitat Zitat von DeeTee Beitrag anzeigen
    Hmm? Meinst Du mich? Ich lese gewiß keine BLÖD. Und ich mokiere mich nicht über faule Jugendliche an sich. Aber ich finde es durchaus beschämend, wenn sich junge Erwachsene nicht Mühe geben, wenn sie eine Bewerbung schreiben oder eben eine Seminararbeit verfassen. Wenn ich nicht weiter weiß in einer solchen Situation, dann mache ich mich schlau oder lasse mir helfen. Aber ich blamier' mich nicht! Nie!!! Und da liegt das Problem. Zu mir ist eine Studentin gekommen, die mit der Bewertung ihrer schriftlichen Ausführungen nicht einverstanden war. "Ja, aber Sie haben doch verstanden, was ich sagen wollte?!" "Ja, ich konnte es mir (einigermaßen) denken." "Ja und? Warum haben Sie mir denn nur eine xxx gegeben?" "Weil Sie das, was Sie sagen wollten, nun einmal nicht geschrieben haben. Ich muss Ihre Arbeit nicht interpretieren, sondern lesen." Himmel, war die junge Dame beleidigt.

    Sorry, je nach Niveau, erwarte ich Anstrengung zur Erreichung des jeweiligen Ziels. Und eine (weitestgehend) fehlerfreie Bewerbung würde ich durchaus dazuzählen. (Natürlich nicht als alleiniges Kriterium).

    DeeTee
    Jo, stimmt so. Wir bekommen auch unvollständige Bewerbungen, also nur das Abschlußzeugnis ohne Vordiplome, Abitur und Praktikumszeugnisse. Da erfrage ich natürlich die fehlenden Zeugnisse. Aber wenn sie dann nach Aufforderung immer noch nicht vollständig sind, oder der zum Vorstellungsgespräch erbetene kurze Vortrag zur bisherigen Arbeit bzw. Diplomarbeit nicht fertig sind, lässt das schon erhebliche Zweifel an der Motivation aufkommen. Ich möchte schließlich etwas über die Stärken des Bewerbers lernen, z.B. durch Praktikumszeugnisse, durch einen kurzen Vortrag über seine bisherige Arbeit. Wenn er mir das verweigert, kann man ihn eigentlich nur ablehnen. Denn genauso wird er wahrscheinlich auch arbeiten: Alle Deadlines verstreichen lassen, wichtige Projektarbeiten (z.B. vollständige Bewerbungsunterlagen) nicht vollständig abarbeiten.
    Aber andererseits: Selbst Sokrates hat sich schon über die damalige Jugend mokiert, die das Essen in sich reinschlingt und den Erwachsenen den Respekt verweigert. Irgendwie geht es halt immer weiter, und wir Erwachsenen sind die alten spießigen Säcke.

  10. #79
    Benutzerbild von PostMortem

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    Zitat Zitat von Tim45 Beitrag anzeigen
    Anyway. Es ging mir um diejenigen jungen Menschen, die diesen Leistungswillen eben nicht haben. Und dazu gehören eben diese Bushaltestellen-Jugendlichen. Möchtest Du diesen Leuten Dein Auto für eine Inspektion anvertrauen?
    Das erinnert mich jetzt wohl nicht ganz zufällig an die Sparkassen-Werbung... Nein, ich würde rotzenden, blökenden und randalierenden Jugendlichen wohl eher nicht zutrauen im Job was zu taugen. Allerdings gibt es auch 50jährige Meister die mein Auto nicht mehr bekommen und es gibt sogar Professoren, denen ich es abspreche, dass sie in der Lage sind ihre Studenten auf ein Leben in einer freien Wirtschaft vorzubereiten, die sie selbst praktisch nie kennen gelernt haben (ich hatte schon das Vergnügen eine ganze Reihe von diplomierten und noch nicht fertigen Praktikanten ans Händchen nehmen zu dürfen und mir die haarsträubenden Weisheiten anzuhören, die sie von ihren Profs als Erfolgsrezept mit auf den Weg bekommen haben).

    Nein, auch dass soll kein pauschaler Vorwurf sein. Aber es gibt in jeder Altersgruppe und in jedem Job solche und solche. Bevor man da insbesondere auf bestimmte Jugendliche zeigt, nur weil sie heute eben das Pech haben besonders im Fokus zu stehen, sollte man sich das m. E. durchaus mal vor Augen führen.

    Dementsprechend ist das beliebte Rumgehacke auf kleineren Anteilen weniger zufriedenstellender Bevölkerungsgruppen (Hartz IV Leistungsmissbraucher, missratene Schulabrecher/Jugendarbeitslose etc.), für mich aber auch nur Ausdruck der Hilflosigkeit, gegenüber den wachsenden Limitierungen der Zukunftsperspektiven und Chancen in unserer Gesellschaft.

    Wenn intelligente und integere Persönlichkeiten wie Richard von Weizsäcker ganz klar sagen, dass es in unserem Land nie wieder Vollbeschäftigung geben wird, was nicht weniger heisst, als das wir auch in besten Zeiten mit 2-3 Mio. Arbeitslosen leben werden müssen, halte ich es für ziemlich unsinnig, auf einigen wenigen rumzuhacken, die evtl. tatsächlich zu faul zum Arbeiten sind. Sollen die diesen zwangsläufig vorhandenen, viel größeren Pool an Sockelarbeitslosen doch füllen. Ist es für mich denn von Belang, ob unter den von Politik und Wirtschaft abgeschriebenen und nicht gebrauchten Millionen Arbeitslosen ein Prozentsatz X weilt, der eigentlich sowieso nicht arbeiten will? Sie würden es sowieso nicht können und am Ende nur jemandem die Arbeit wegnehmen, der gerne arbeiten würde - und das motivierter und besser. Es ist doch absurd: Die gleichen Leute, die Millionen von Menschen wie unwertes Leben in einem Berg von Sockelarbeitslosen vor sich her schieben wollen und diese Leute in ganz offenen Worten abschreiben und damit ohne Arbeit abspeisen, idealisieren Arbeit als Sinn des Lebens, Lebenszweck und einzige Berechtigung zum eigenen Dasein und eigener Existenzfähigkeit.

    Dabei fördern sie so das Gegenteil! Wo immer weniger Menschen die Chance gegeben wird, sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen, bräuchte sich auch niemand wundern, wenn sich immer mehr die Meinung durchsetzt, dass Arbeit gar nicht mehr den Lebensunterhalt sichern kann, wenn sie für einen großen Teil der Bevölkerung gar nicht mehr als Einkommensquelle zu erreichen ist. Die für viele gesetzte Selbstverständlichkeit für seinen Lebensunterhalt arbeiten zu gehen, kann es so gar nicht mehr lange geben.

    Die Konzentration solcher Diskussionen auf Leute die angeblich oder vielleicht wirklich nicht wollen, ist deshalb doch eine Diskussion die in einer Zeit, in der auch gute Leute immer öfter keine Chance bekommen (in vielen ländlicher geprägten Regionen mit wenigen Mittelstädten kommen auf 1 Ausbildungsstelle als Bankkaufmann 500 Bewerber, was änderts ob unter den 500 nun 500 oder nur 300 Leute sind, die den Job unbedingt wollen? Denken wir dran, dass wir es bei Ausbildungssuchenden mit 16jährigen Realschülern zu tun haben, die nicht alle plötzlich ultramobil und selbstständig werden können).

    Wenn man alle die in Arbeit gebracht hat, die Arbeiten wollen, wäre noch genug Zeit für Diskussionen über die, die eigentlich gebraucht würden aber keinen Bock haben.

    PM

  11. #80
    Benutzerbild von Tim45

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    Zitat Zitat von SonnyB. Beitrag anzeigen
    Ich stelle bei uns Gemeinsamkeiten fest . Mein Englischlehrer war der Stellvertretende Direx und auch da gilt für mich das Gleiche wie bei dir. Es war ein strenger aber guter Lehrer, der den Unterricht sehr lebhaft gestaltet hat.
    Mir fällt rückblickend auch ein, daß ich bei den strengeren Lehrern mehr gelernt habe, als bei den "Kumpeltypen".

    Ich denke, daß viele heutige Lehrer zwar theoretisch lehren können, aber Durchsetzungsvermögen ist ja kein Lernfach für angehende Lehrer.
    Und ich glaube auch, daß das mit ein Grund für die "Misere" ist ?
    Stimmt so. Meine Mathelehrer war ein alter steifer Spießer, um es sehr abwertend und böse und auch falsch zu formulieren. Aber bei ihm habe ich viel gelernt, ich war im Studium weiter als viele meiner Mitstudenten von anderen Schulen. Und er hatte eine Begeisterung für sein Fach, ihm hat Mathematik als solche einfach Freude bereitet. Und ich glaube, er hatte auch Freude daran, sein Wissen weiterzugeben. Er war auch streng, aber gerecht in seiner Notengebung. Ich meine, als Jugendliche von 16-19 Jahren waren wir irgendwie ein Kulturschock oder sowas für ihn (nun ja, er hat sich wohl daran im Laufe der Jahre daran gewöhnt), aber sein Notengebung war m.W. nicht von persönlichen Sympathien beeinflusst. (Mein erster Matheprof. war auch so ein Typ, d.h. sehr gut im Unterricht.)
    Ich denke, als Jugendlicher muß man gegen Erwachsene und alle Regeln rebellieren und verstossen, um seinen eigenen Standpunkt zu finden und den seiner Generation neu zu definieren. Andererseits muß man als Jugendlicher auch erkennen, daß sich bestimmte Fakten durch Rebellion nicht ändern lassen, wie z.B. Gesetzmäßigkeiten der Mathematik, um die einfachsten zu nennen. Es gibt halt keine sozialistische Mathematik sowenig wie es eine kapitalistische Mathematik gibt.
    Um den Bogen zurückzuspannen: Mir ist's Wurscht, ob unsere Bewerber in Schlips und Kragen oder in zerissenen Jeans und durchgeschwitzten T-Shirts antanzen, aber sie müssen erkennen lassen, ob sie motiviert und in der Lage sind, die mit dem Job verbundenen Aufgaben zu erfüllen. Das scheinen nicht unbedingt immer die beschlipsten Anpassertypern zu sein.

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