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Quo Vadis, Deutschland?

Erstellt von bubu, 22.12.2004, 18:20 Uhr · 293 Antworten · 19.152 Aufrufe

  1. #81
    Benutzerbild von Tim45

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    Zitat Zitat von PostMortem Beitrag anzeigen
    Es ist doch absurd: Die gleichen Leute, die Millionen von Menschen wie unwertes Leben in einem Berg von Sockelarbeitslosen vor sich her schieben wollen und diese Leute in ganz offenen Worten abschreiben und damit ohne Arbeit abspeisen, idealisieren Arbeit als Sinn des Lebens, Lebenszweck und einzige Berechtigung zum eigenen Dasein und eigener Existenzfähigkeit.

    Dabei fördern sie so das Gegenteil! Wo immer weniger Menschen die Chance gegeben wird, sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen, bräuchte sich auch niemand wundern, wenn sich immer mehr die Meinung durchsetzt, dass Arbeit gar nicht mehr den Lebensunterhalt sichern kann, wenn sie für einen großen Teil der Bevölkerung gar nicht mehr als Einkommensquelle zu erreichen ist.
    Ich möchte mal sagen, Chancen werden nicht durch eine Obrigkeit gegeben, sondern man muß sie sich nehmen. Es bleibt die Frage, ob Chancen nicht durch die Gesetzgebung verhindert werden.
    Was sagt den die Geschichte dazu? Gab es in allen Gesellschaften stets einen Sockel von willigen Arbeitslosen?
    Ich sehe nur den Teilbereich des Problems, daß wir nach qualifizierten Leuten suchen für Stellen, mit denen man existieren kann (nicht im Luxus, aber man verhungert auch nicht und hat auch ein paar Euro für Spaß übrig), aber nur schlecht welche finden. Vieleicht finden die gut qualifizierten Leute anderswo besser bezahlte Stellen, aber dann haben wird das Problem der Akademikerarbeitslosikeit jedenfalls nicht.

    Die für viele gesetzte Selbstverständlichkeit für seinen Lebensunterhalt arbeiten zu gehen, kann es so gar nicht mehr lange geben.
    Wer soll sonst für sie aufkommen?

    Die Konzentration solcher Diskussionen auf Leute die angeblich oder vielleicht wirklich nicht wollen, ist deshalb doch eine Diskussion die in einer Zeit, in der auch gute Leute immer öfter keine Chance bekommen (in vielen ländlicher geprägten Regionen mit wenigen Mittelstädten kommen auf 1 Ausbildungsstelle als Bankkaufmann 500 Bewerber, was änderts ob unter den 500 nun 500 oder nur 300 Leute sind, die den Job unbedingt wollen? Denken wir dran, dass wir es bei Ausbildungssuchenden mit 16jährigen Realschülern zu tun haben, die nicht alle plötzlich ultramobil und selbstständig werden können).
    (2-3 Kommafehler, und der Satz bricht irgendwo ab, oder warst Du nicht derjenige, der auf Sonny B.s Kommafehlern rumgehackt hat? ;-) )
    Mobil werden können vs. werden wollen.

    Wenn man alle die in Arbeit gebracht hat, die Arbeiten wollen, wäre noch genug Zeit für Diskussionen über die, die eigentlich gebraucht würden aber keinen Bock haben.

    PM
    Has Du denn einen Lösungsvorschlag?

  2.  
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  3. #82
    Benutzerbild von frasier

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    Zitat Zitat von PostMortem Beitrag anzeigen


    Wenn intelligente und integere Persönlichkeiten wie Richard von Weizsäcker ganz klar sagen, dass es in unserem Land nie wieder Vollbeschäftigung geben wird, was nicht weniger heisst, als das wir auch in besten Zeiten mit 2-3 Mio. Arbeitslosen leben werden müssen,
    Dann sollte Herr Weizsäcker sich mal fragen, warum in praktisch allen westlichen Industrienationen die Arbeitslosigkeit niedriger liegt als in Deutschland, in nicht wenigen deutlich niedriger als hier.

    http://www.welt-in-zahlen.de/laender...cator=79&rc=44

    Die von dir erwähnte Existenzgründungsfeindlichkeit dürfte ein wichtiger Grund dafür sein.

  4. #83
    Benutzerbild von PostMortem

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    Zitat Zitat von Tim45 Beitrag anzeigen
    Ich möchte mal sagen, Chancen werden nicht durch eine Obrigkeit gegeben, sondern man muß sie sich nehmen.
    Die 4.300.000 Arbeitslosen haben sich also nur die endlos vorhandenen Chancen nicht genommen?

    Was sagt den die Geschichte dazu? Gab es in allen Gesellschaften stets einen Sockel von willigen Arbeitslosen?
    Ich sehe nur den Teilbereich des Problems, daß wir nach qualifizierten Leuten suchen für Stellen, mit denen man existieren kann (nicht im Luxus, aber man verhungert auch nicht und hat auch ein paar Euro für Spaß übrig), aber nur schlecht welche finden.
    Die Frage ist, ob Geschichte bei der historisch einmaligen Situation (noch nie gab es eine derart fortgeschritte Globalisierung des Faktors Arbeit in so ungleichen Verhältnissen mit so vielen Marktteilnehmern) ein guter Ratgeber ist?

    Die Sichtweise ist für mich insgesamt nicht nachvollziehbar! Wenn hier jemand schreibt, dass es für Tätigkeit XY nur 12 Euro gibt, dann wird eben damit argumentiert, dass der Markt nicht mehr hergibt und man braucht dann deshalb auch absolut nichts zu ändern - der Markt regelt das eben und er hat immer Recht.

    Wenn bei 38.500.000 Beschäftigungsverhältnissen in Deutschland (das sind Stellen für die offenbar Leute gefunden wurden!) 500.000 offene Stellen existieren und beide Zahlen wiederum lt. Statistiken nicht statisch sind, dann zieht man daraus als Politiker, Neoliberaler oder auch einfach als Prof. folgende Schlüsse:

    - 4.300.000 Arbeitlose sind selbst Schuld, dass sie nicht in 500.000 "Chancen" passen

    - Wenn von 39.000.000 in Deutschland Stand Heute möglichen Arbeitsverhältnissen 1,3%(!) im Fluss sind und ein Minimum an natürlicher Fluktuation ermöglichen, dann ist das nicht etwa (Arbeits!)Markt wo sich Angebot und Nachfrage regeln, dann ist das plötzlich ein Unding und es muss dringend was unternommen werden, weil angeblich an allen Ecken und Enden Stellen nicht besetzt werden können. Der Mut zu solchen Aussagen ist angesichts der Zahlen einfach nur erstaunlich!

    Die Motive der Herrn Rogowski, Hundt & Co. sind sehr durchsichtig, wenn sie ihr Leid über den angeblichen Fachkräftemangel klagen. Es ist zwar total lächerlich, weil ihre Mitglieder auch diese Fachkräfte ständig reihenweise auf die Straße setzen (siehe Siemens usw. usf.) und sie dann hinterher nicht mehr einstellen, weil sie nach einem Jahr (es ist ja nicht so, dass Unternehmen heute langfristig und mit Plan agieren würden), wenn man auf den letztens noch überflüssigen Posten wieder Leute braucht, mit 42 plötzlich zu alt geworden sind. Aber irgendwer aus neoliberalen Kreisen findet sich schon immer, um irgendeine Greencard oder was auch immer zur Unterstützung der armen Wirtschaftsfunktionäre zu ersinnen.

    Nur was treibt einen intelligenten Menschen nicht nur angesichts o. g. glasklarer Zahlen, sondern auch angesichts der Tatsache, dass Deutschland bspw. nicht nur seit ewigen Zeiten Exportweltmeister, sondern auch Patenteuropameister ist, dazu solchen Unsinn nachzubeten?

    Wir haben letztes Jahr mit über 12.000 erteilten Patenten drei Mal mehr Patente genehmigt bekommen als Frankreich und sechs mal mehr als Großbritannien. Wir sind nicht nur absolut, sondern auch pro Kopf einsame Klasse im Bereich der Innovation (was ist eine neue, patentwürdige Erfindung sonst?).

    Und da willst Du mir ausgerechnet erzählen, dass uns die schlauen Ingenieurs-Köpfe fehlen und wir in diesem Bereich das größte Problem hätten? Angesichts der nackten Zahlen ist dieser krude, sich durch ständiges wiederholen selbst berechtigende Alarmismus absolut unhaltbar!


    Wenn überhaupt, ist in diesem Bereich unser Problem, dass wir seit 20 Jahren zwar eifrig Dinge erfinden und Innovationen am laufenden Band hervorbringen, sie aber nicht in Produkte umsetzen, weil hierzulande angestellte Konzernlenker übernommen haben, die kein geschäftliches Risiko mehr eingehen und Gewinne nur über Kostensenkungen und Anteilsverkäufe steigern wollen.

    Es ist absolut kein Wunder und kein Geheimnis, dass viele deutsche Großkonzerne als Bank mit angeschlossener Produktion verschrien sind.

    Wer hat das zu verantworten? Die Politik? Die Manager? Die selbst oft praxisfremden Lehrmeister der Manager? Unsere Menthalität? Die Arbeitnehmer?

    Egal, denn jedenfalls sind es nicht die Jugendlichen von der Bushaltestelle und auch nicht die insgesamt zu vernachlässigende fünf oder niedrig bis mittel sechsstellige Zahl von Leuten, die unter den 4,3 Mio. Arbeitslosen gar nicht arbeiten wollen. Und trotzdem dreht sich für viele die ganze Diskussion ums Problem oder die Lösung nur um sie. Das geht daneben!

    Wer soll sonst für sie aufkommen?
    Wer kommt denn schon die ganze Zeit für sie auf und wird das auch weiterhin müssen? Oder willst Du Leute ohne Arbeit erschießen oder verhungern lassen?

    (2-3 Kommafehler, und der Satz bricht irgendwo ab, oder warst Du nicht derjenige, der auf Sonny B.s Kommafehlern rumgehackt hat? ;-) )
    Nein, war ich nicht. Hattest Du den Text der von dir oben ins Feld geführten Studentin vielleicht auch mit einem anderen verwechselt? ;-)
    Mobil werden können vs. werden wollen.
    Ich bin mit 16 für meine Wunschausbildung in eine 500km entfernte Stadt gezogen. Ich weiss was man sich nehmen, was man sich leisten und was man wollen muss. Aber ich bin nicht derjenige der deshalb meint, dass alle gefälligst mit 16 ihren Freundeskreis, und ihr zu Hause verlassen zu haben, nur um sich keine Vorwürfe bezgl. eines "nicht wollens" machen lassen zu müssen. Ansonsten sollte man dann bitte auch konsequent sein und die Volljährigkeit mit 16 beschließen. Übrigens bin ich auch so ein Facharbeiterkind, dem mit 12 schon klar war, dass meine Eltern mich für ein evtl. späteres Studium nicht großartig unterstützen werden. Ich weiss wie das ist, was Studien heute so erschrocken feststellen.

    Generell ist mir dieses "man muss heute mobil sein" aber auch zu isoliert gedacht. An anderer Stelle soll man sich nämlich auf Werte wie Familie besinnen (also nicht nur Kinder, sondern auch Eltern), sich immobil machende Immobilien als Altersvorsorge und natürlich Frau und Kinder (für die Rente!) anschaffen. So wurde nur in diesem Teilaspekt gedacht dann ja im Hinblick auf die Pflegeversicherung damit gedroht, dass volle Leistungen nur noch gezahlt werden, wenn Kinder ihre Eltern im Alter selbst pflegen.

    So ist das eben beim Denken in Schlagworten und Patentlösungen. Man braucht sich praktischerweise keine Gedanken machen, ob die tollen Theorien für den einen Teilaspekt des Lebens denn für ein komplettes kleines Leben taugen und den tollen Theorien zu anderen Teilaspekten nicht völlig widersprechen.

    Has Du denn einen Lösungsvorschlag?
    Siehe Posting #39, 45 und 48.

    PM

  5. #84
    Benutzerbild von ihkawimsns

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    Was das Durchwursteln angeht: Ich bin schon desöfteren Kommilitonen begegnet, bei denen man sich fragen muss, wie sie das Abi bestanden haben (hatte ich auch schon mal irgendwo erwähnt). Bruchrechnung, binomische Formeln etc. sollte man in diesem Alter schon bzw. noch drauf haben. Besonders prägend waren diverse Erfahrungen als Übungsgruppenleiter, die ich aber öffentlich nicht näher ausbreiten möchte.

    Zitat Zitat von bubu
    Ich war zu meinen Studienzeiten schockiert darüber, wie stark sich beispielsweise eine Doktorarbeit in Medizin zu der in einer anderen Naturwissenschaft von den Standards her unterscheidet. In der Medizin läuft das so, dass sich die Studenten schon während ihres Studiums eine Doktorarbeit suchen und diese nebenher noch mit machen - m,it entsprechendem Engagement. Nicht wenige beginnen damit sogar schon im Grundstudium. Das muss man sich mal vorstellen! Noch nicht mal fertig studiert und dann schon promovieren.

    Dabei liegt es ganz allein am persönlichen Engangement, wie viel Stress du dir mit deiner Doktorarbeit machen möchtest. Wenn du's bequem haben wolltest, hast du dir einfach irgendeine Studie geschnappt, die ein bisschen Daten sammeln und dann statistische Auswertung bedeutete. Das war's. Mit einer wirklichen selbstständigen Forschungsarbeit hatte das nur entfernt zu tun. Natürlich gibt's auch Leute, die wirkliche Forschungsarbeiten gemacht haben. Deren Doktortitel wurde durch die anderen natürlich entwertet. Ich will jetzt hier nicht auf die Mediziner prügeln - die Ausbildung ist hart und langwierig genug. Ich will damit nur sagen, dass einfach Bildungsstandards nicht mehr gleich und verbindlich sind - vielleicht auch eine Folge unseres föderalen Systems.
    Die Mediziner sind in dieser Hinsicht ein Sonderfall, da sie ja immer mit dem Doktortitel abschließen. Von einem Diplom-Mediziner habe ich jedenfalls noch nie gehört.

    Dementsprechend muss man da auch andere Standards festlegen. Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass für alle angehenden Ärzte überhaupt hinreichend viele (ernsthafte) Forschungsmöglichkeiten bestehen, die mit begrenztem Budget, begrenztem Personalaufwand und begrenzter Zeit Ergebnisse liefern. Mathematiker, Philosophen etc. haben's da leichter, weil sie sich, um es ein wenig überspitzt zu formulieren, im Zweifelsfall auch mal ein paar Wochen ins dunkle Kämmerchen setzen können.

    Zitat Zitat von Tim45
    Jo, stimmt so. Wir bekommen auch unvollständige Bewerbungen, also nur das Abschlußzeugnis ohne Vordiplome, Abitur und Praktikumszeugnisse.
    Das Vordiplom braucht man noch mal? Ich höre hier immer nur, dass das nach dem Studium keinen mehr interessiert... Aber ich hab's natürlich noch. Und nein, nicht unter dem Küchentisch.

  6. #85
    Benutzerbild von Torsten

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    Zitat Zitat von Tim45 Beitrag anzeigen
    Ich möchte mal sagen, Chancen werden nicht durch eine Obrigkeit gegeben, sondern man muß sie sich nehmen.
    Klingt auf den ersten Blick vernünftig, auf den zweiten allerdings nach einem Euphemismus für "wer Arbeit sucht, findet sie auch".

    Ich empfehle folgenden Artikel:

    http://www.stuttgarter-zeitung.de/st...16564?_seite=1

    Und die dazu gehörige Diskussion:

    http://best-of-80s.de/vbforum/showth...ghlight=arbeit

  7. #86
    Benutzerbild von frasier

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    Zitat Zitat von ihkawimsns Beitrag anzeigen
    Die Mediziner sind in dieser Hinsicht ein Sonderfall, da sie ja immer mit dem Doktortitel abschließen. Von einem Diplom-Mediziner habe ich jedenfalls noch nie gehört.
    Irrtum, es gibt Ärzte ohne Doktortitel, gerade bei mir um die Ecke praktiziert einer.

    Warum sollte man denen auch den Doktortitel einfach zum Diplom dazugeben, das wäre doch glatter Etikettenschwindel.

  8. #87
    Benutzerbild von Tim45

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    Zitat Zitat von Torsten Beitrag anzeigen
    Klingt auf den ersten Blick vernünftig, auf den zweiten allerdings nach einem Euphemismus für "wer Arbeit sucht, findet sie auch".

    Ich empfehle folgenden Artikel:

    http://www.stuttgarter-zeitung.de/st...16564?_seite=1

    Und die dazu gehörige Diskussion:

    http://best-of-80s.de/vbforum/showth...ghlight=arbeit
    Ich hatte geschrieben: "Ich möchte mal sagen, Chancen werden nicht durch eine Obrigkeit gegeben, sondern man muß sie sich nehmen. Es bleibt die Frage, ob Chancen nicht durch die Gesetzgebung verhindert werden."
    Du hast leider nur den 1. Satz zitiert, aber der 2. gehört dazu. Ich meine, man kann ganz sicher nicht warten, bis der Traumjob von alleine aufkreuzt. Andererseits werden möglicherweise Initiativen und Chancen durch die Gesetzeslage erschwert. frasier hat die Existenzgründerfeindlichkeit erwähnt. Hohe Lohnnebenkosten gehören womöglich ebenso dazu.

  9. #88
    Benutzerbild von Tim45

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    Zitat Zitat von PostMortem Beitrag anzeigen
    Die 4.300.000 Arbeitslosen haben sich also nur die endlos vorhandenen Chancen nicht genommen?
    Das habe ich wo geschrieben?

    Die Frage ist, ob Geschichte bei der historisch einmaligen Situation (noch nie gab es eine derart fortgeschritte Globalisierung des Faktors Arbeit in so ungleichen Verhältnissen mit so vielen Marktteilnehmern) ein guter Ratgeber ist?
    Ist die Situation tatsächlich so einmalig? Gab es nicht auch schon im Altertum kontinentübergreifenden Handel?

    Die Sichtweise ist für mich insgesamt nicht nachvollziehbar! Wenn hier jemand schreibt, dass es für Tätigkeit XY nur 12 Euro gibt, dann wird eben damit argumentiert, dass der Markt nicht mehr hergibt und man braucht dann deshalb auch absolut nichts zu ändern - der Markt regelt das eben und er hat immer Recht.
    Es scheint Fakt zu sein, daß diesem Unternehmen der Job nicht mehr als der angegebene Stundenlohn wert ist. Mehr habe ich nicht geschrieben. Was Du sonst noch dazu schreibst, interpretierst Du in meine Sätze hinein.

    Wir haben letztes Jahr mit über 12.000 erteilten Patenten drei Mal mehr Patente genehmigt bekommen als Frankreich und sechs mal mehr als [SIZE=-1]Großbritannien. Wir sind nicht nur absolut, sondern auch pro Kopf einsame Klasse im Bereich der Innovation (was ist eine neue, patentwürdige Erfindung sonst?).

    Und da willst Du mir ausgerechnet erzählen, dass uns die schlauen Ingenieurs-Köpfe fehlen und wir in diesem Bereich das größte Problem hätten?
    Das mache ich exakt wo?

    Wenn überhaupt, ist in diesem Bereich unser Problem, dass wir seit 20 Jahren zwar eifrig Dinge erfinden und Innovationen am laufenden Band hervorbringen, sie aber nicht in Produkte umsetzen, weil hierzulande angestellte Konzernlenker übernommen haben, die kein geschäftliches Risiko mehr eingehen und Gewinne nur über Kostensenkungen und Anteilsverkäufe steigern wollen.
    Und das ist in USA oder sonstwo in der Welt soviel anders? Ich dachte, in den USA werden die Manager nach Quartalsergebnissen bewertet und bezahlt. Welche Strategie anders als Kostensenkung hat denn GM (Opel-Mutterkonzern)? Walmart?

    Es ist absolut kein Wunder und kein Geheimnis, dass viele deutsche Großkonzerne als Bank mit angeschlossener Produktion verschrien sind.
    Das ist aber kein Argument. "Es ist auch absolut kein Wunder und kein Geheimnis, dass viele deutsche Arbeitslose als faul und unwillig verschrien sind." Das erklärt uns jetzt was?

    Ich bin mit 16 für meine Wunschausbildung in eine 500km entfernte Stadt gezogen. Ich weiss was man sich nehmen, was man sich leisten und was man wollen muss. Aber ich bin nicht derjenige der deshalb meint, dass alle gefälligst mit 16 ihren Freundeskreis, und ihr zu Hause verlassen zu haben, nur um sich keine Vorwürfe bezgl. eines "nicht wollens" machen lassen zu müssen.
    Fakt ist, daß es häufig eben keine Arbeit am Wohnort gibt, ob man nun mobil sein will oder nicht. Wenn man Arbeit auswärts findet, aber nicht am Wohnort, und Arbeit haben möchte, wird man wohl umziehen müssen, oder auf Arbeit verzichten müssen. Weißt Du eine Lösung, wie man in diesem Fall ohne Umzug und mobil zu sein zu Arbeit kommt?

  10. #89
    Benutzerbild von Tim45

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    Zitat Zitat von ihkawimsns Beitrag anzeigen
    W
    Die Mediziner sind in dieser Hinsicht ein Sonderfall, da sie ja immer mit dem Doktortitel abschließen. Von einem Diplom-Mediziner habe ich jedenfalls noch nie gehört.
    Doch gibt es. Es wird aber häufig gerne promoviert.

    Das Vordiplom braucht man noch mal? Ich höre hier immer nur, dass das nach dem Studium keinen mehr interessiert... Aber ich hab's natürlich noch. Und nein, nicht unter dem Küchentisch.
    Dachte ich auch mal, aber es stimmt nicht immer. Hängt wohl auch vom Unternehmen ab. Im Diplomzeugnis stehen ja z.B. nicht alle Kurse, die der Bewerber belegt hat. Und bei Bewerbern frisch von der Uni hat man ja außer Zeugnissen keine sonstigen Beurteilungsgrundlagen. Außerdem möchte man vieleicht auch die Entwicklung des Bewerbers sehen.

  11. #90
    Benutzerbild von ihkawimsns

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    Das mit den unpromovierten Medizinern ist mir neu. Aber ich vermute mal, dass diese keinen besonderen Ruf haben.

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