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Redewendungen / Sprüche der Neuzeit

Erstellt von musicola, 21.10.2007, 14:46 Uhr · 244 Antworten · 22.361 Aufrufe

  1. #151
    Benutzerbild von Die Luftgitarre

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    AW: Redewendungen / Sprüche der Neuzeit

    Zitat Zitat von waschbaer Beitrag anzeigen
    Als eine Kollegin einem Schüler heute ein Schmuddelheft abnahm und ihn zur Rede stellte, quittierte dieser dies mit: Ich kann nix dafür, ich bin eben noch Heranwichsender.
    Naja, was hatte sie denn als Antwort erwartet?

  2.  
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  3. #152
    Benutzerbild von bubu

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    AW: Redewendungen / Sprüche der Neuzeit

    Zitat Zitat von Veja Beitrag anzeigen
    In den letzten Jahren vermehrt zu hören war anstelle von bitte aber auch die Formulierung keine Ursache.
    Finde "gerne" anstatt von bitte viel besser. Klingt herzlicher.

  4. #153
    Benutzerbild von Lutz

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    AW: Redewendungen / Sprüche der Neuzeit

    Zitat Zitat von Dr. Peter Venkman Beitrag anzeigen
    "Entschuldigung?! Wie ... ist das denn bitte?"

    Die Entfremdung des Wortes "Entschuldigung". Hat in letzter Zeit wieder nachgelassen. Aber vor ein paar Jahren sagte das gefühlt jede zweite Tussi, wenn sie sich über irgendwas in schön zickigem Ton mächtig echauffiert hat.

    Weiß nicht wie es euch geht, aber für mich ist das an einer Frau ein unglaublich starker Abtörner.
    Tja, dann haben es die Frauen ja bei Dir nicht leicht - hier nicht die passenden Schuhe (geht gar nicht?), dort der falsche Spruch

    Bei dieser merkwürdigen Wortkreation Fremdscham/fremdschämen kräuseln sich bei mir die Fußnägel. Hab ich erst hier im Forum zum ersten Mal gelesen. Erinnert mich an jemanden aus meiner 80s-Clique, der immer was von "Eigenmord" gefaselt hat...

    Auch ganz übel: (Autobahn) geht gar nicht. Nicht erst seit der unsäglichen Kerner-Show eine selten überflüssige Phrase...

    Aber ich kann mir Frauen vorstellen, die können den ganzen Tag von "Fremdschämen" und "geht gar nicht" labern, und es würde mich nur peripher tangieren

    Lutz

  5. #154
    Benutzerbild von Conny2808

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    AW: Redewendungen / Sprüche der Neuzeit

    Hab jetzt wieder mal die Toffifee-Werbung gesehen, wo dieser kleine nervige Dreikäsehoch immer von den Familienausflügen berichtet, dass da immer "total viel" los ist, und dabei überschlägt er sich jedesmal halb mit der Stimme. Und zum Schluss sagt der immer: " Mit Toffifee sind wir irgendwie... zusammener." Bitte was ist das denn? Sowas tut meinen Ohren weh.

  6. #155
    Benutzerbild von Die Luftgitarre

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    AW: Redewendungen / Sprüche der Neuzeit

    (etwas) darstellen
    Im Wirtschaftsleben heute oft gebraucht im Sinne von: etwas umsetzen, schaffen.
    "Das lässt sich nicht darstellen".

    (etwas) sehen
    Im Sinne von: für wahrscheinlich/machbar halten.
    "Ich sehe nicht, dass wir bis Jahresende dasunddas schaffen." (wörtlich aus dem Englischen übernommen)

    am Ende des Tages
    Wörtlich aus dem Englischen übernommen, bedeutet: "letztenendes"
    "Am Ende des Tages kommt es doch darauf an, dass wir ..."

    brutalstmöglich
    Soll Entschlossenheit und Unbeirrbarkeit signalisieren
    "Dieser Skandal muss brutalstmöglich aufgeklärt werden."

    unter/mit Hochdruck
    Soll bedeuten, dass es nicht mehr lange dauert
    "Wir arbeiten mit Hochdruck daran."

    tiefenentspannt
    Soll signalisieren, dass man trotzdem einen kühlen Kopf behält
    "Ich bin da ganz tiefenentspannt."


    Insgesamt geht wohl im Wirtschaftsleben der Trend etwas weg von Anglizismen und hin zu neuerfundenen (oder aus dem Englischen wörtlich übersetzten) 'deutschen' Redewendungen. Unter Jugendlichen allerdings stehen Anglizismen nach wie vor hoch im Kurs:
    Der Hamburger Ghetto-Stadtteil Mümmelmannsberg heißt jetzt "Bunny Hill". rap.gif

  7. #156
    Benutzerbild von Lutz

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    AW: Redewendungen / Sprüche der Neuzeit

    Zitat Zitat von Die Luftgitarre Beitrag anzeigen
    Der Hamburger Ghetto-Stadtteil Mümmelmannsberg heißt jetzt "Bunny Hill".
    Den Ausdruck kenne ich glaube ich schon aus den 80s...

    Lutz

  8. #157
    Benutzerbild von Torsten

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    AW: Redewendungen / Sprüche der Neuzeit

    Gibt für mich weiterhin nix Übleres als Blend- und Füllvokabular, mit dem Inhalt, Entschlossenheit oder Wichtigkeit vorgegaukelt werden soll. Allen voran immer noch das an anderer Stelle schon verissene "persönlich", das einem ständig um die Ohren fliegt. "Also ich persönlich glaube ja, dass ..." - wo ist da der Unterschied zu "Ich glaube ja, dass ..."? Richtig: Gar keiner. Und wenn man unbedingt betonen will, dass es ums eigene Tun und Denken geht, taugt ein griffiges "ich selbst" in den meisten Fällen immer noch besser.

    Ebenfalls weiterhin grausam: "realisieren". Schon lange wird kaum noch was geschafft, erreicht, umgesetzt, bewerkstelligt, erzielt oder vollbracht, sondern nur noch realisiert. Wenn z. B. ein Tennisreporter faselt, dass ein Spieler gerade ein "Break realisiert" hat, sollte man ihn zur Strafe fünf Meter vor die Ballmaschine ketten.

    Überhaupt zählen Sportreporter zu den übelsten Sprachverhunzern. Vor ca. drei Jahren begannen ein paar Eurosport-Heinis, bei der Erwähnung der restlichen Spielzeit ständig von "hier sind noch x Minuten zu gehen" zu plappern, fröhlich aus dem Englischen übernommen ("x minutes to go"). Mittlerweile sind auf allen Kanälen ständig soundsoviele Minuten noch zu gehen, obwohl man einem Fußballspiel zusieht und nicht einem Geherwettbewerb.

    Um die Ohren hauen sollte man den Leuten auch jedes "definitiv", mit dem selbst die banalsten Aussagen noch bräsig betont werden. In dieselbe Kategorie fällt das "aktiv", besonders beliebt bei Beraterfuzzis aller Art: "Wichtig ist, dass Sie xyz aktiv angehen." Aber die Beraterbranche beherzigt das Credo "Verpackung vor Inhalt" ja ohnehin ganz besonders ...

    Zum Schluss noch ein Klassiker, prima zusammengefasst im alten Nena-Hit: irgendwie, irgendwo, irgendwann. Wenn z. B. der Typ von der Piratenpartei, der am Mittwoch bei Anne Will hockte, für jedes "irgendwie" zehn Cent bekäme, wäre er nach einem Monat Millionär. Bin ja sehr dafür, dass sich die (Spitzen-)Politik auch rhetorisch wieder erdet und bodenständiger kommuniziert, aber solch flapsiges und sinnloses Geseire schreckt mich genauso ab wie die Betonphrasen der etablierten Parteien.

    Allerdings muss man zugeben, dass sich diese "irgendwie"-Seuche schon in den 70ern ausbreitete ...

    Zitat Zitat von Dr. Peter Venkman Beitrag anzeigen
    Dabei fällt mir grade auf - auch dieses "gefühlt" ist neu, oder?
    Ja, drückt aber ganz gut aus, dass man einen eigenen Eindruck nicht unbedingt verallgemeinern will. Gehört für mich deshalb zu den nützlichen Kreationen - ähnlich wie "Fremdscham", mit dem man griffig umschreiben kann, dass man sich nicht selbst schämt, sondern das Verhalten anderer peinlich findet. Darauf basiert ja auch der Humor à la "The Office", "Curb Your Enthusiasm" oder "Modern Family" ...

  9. #158
    Benutzerbild von bubu

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    AW: Redewendungen / Sprüche der Neuzeit

    Zitat Zitat von Torsten Beitrag anzeigen
    Gibt für mich weiterhin nix Übleres als Blend- und Füllvokabular, mit dem Inhalt, Entschlossenheit oder Wichtigkeit vorgegaukelt werden soll. Allen voran immer noch das an anderer Stelle schon verissene "persönlich", das einem ständig um die Ohren fliegt. "Also ich persönlich glaube ja, dass ..." - wo ist da der Unterschied zu "Ich glaube ja, dass ..."? Richtig: Gar keiner. Und wenn man unbedingt betonen will, dass es ums eigene Tun und Denken geht, taugt ein griffiges "ich selbst" in den meisten Fällen immer noch besser.
    Zum Teil hast Du Recht, viele "persönlich" sind überflüssig. Aber manchmal finde ich die Betonung gut, um den feinen Unterschied zu verdeutlichen, ob man eine These mit Generalisierungsanspruch aufstellen will, oder ob es um eine rein subjektive Wahrnehmung geht, die man nicht als erstere missverstanden haben möchte.

    Beispiel: Ich hab' im Nevermind-Thread geschrieben

    "Meine persönliche Erinnerung an "Nevermind" und an die Jahre 1991/1992 ist auch eher diffus."

    Ich wollte damit gleich klarstellen, dass es mir mit der folgenden Schilderung meiner Erinnerung nicht um eine Analyse ging, sondern nur um persönliche Empfindungen.

    Zu dem "irgendwie": Ich empfinde das fast schon als Sprach-Virus. Bin selbst auch betroffen. Das kriegt man ganz schwer wieder raus und es ist ubiquitär, vor allem bei Leuten unseres Alters und der folgenden Generation. Ich glaube, dass das noch nicht so alt ist. Jedenfalls fällt mir das bei Video-Mitschnitten aus den 70ern/80ern nicht auf.

  10. #159
    Benutzerbild von Torsten

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    AW: Redewendungen / Sprüche der Neuzeit

    Zitat Zitat von Dr. Peter Venkman Beitrag anzeigen
    Aber manchmal finde ich die Betonung gut, um den feinen Unterschied zu verdeutlichen, ob man eine These mit Generalisierungsanspruch aufstellen will, oder ob es um eine rein subjektive Wahrnehmung geht, die man nicht als erstere missverstanden haben möchte.
    Abgesehen davon, dass bei deinem Beispiel "meine eigene Erinnerung" dies genauso gut und deutlich weniger geschwollen ausdrücken würde: Wenn man trotz eines Wortes wie "meine" noch betonen muss, dass es sich um die eigene Sichtweise handelt, hat man sich von dieser Beschwichtigungsrhetorik schon zu sehr vereinnahmen lassen.

    Ich hab mir im Laufe der letzten Jahre so einige Unarten abgewöhnt, von denen ich gemerkt habe (oder drauf hingewiesen wurde), dass die blankes Dummdeutschgefasel sind. Wenn man versucht, da so oft wie möglich drauf zu achten, hat man die recht schnell wieder entsorgt, das gilt auch für die "irgendwie"-Seuche. Ein Beispiel wären die schwammigen Wörter "positiv" und "negativ", die ich damals schon erwähnt hatte und die ich als Beschreibung im Sinne von "gut" oder "schlecht" mittlerweile völlig zu vermeiden versuche.

    Zitat Zitat von Dr. Peter Venkman Beitrag anzeigen
    Ich glaube, dass das noch nicht so alt ist. Jedenfalls fällt mir das bei Video-Mitschnitten aus den 70ern/80ern nicht auf.
    Gerade weil mir das in alten Ausschnitten aus den 70ern/80ern schon aufgefallen ist, kann das nicht so neu sein. Vielleicht ist aber die Häufigkeit gestiegen, mit der man solche Beliebigkeitsfloskeln benutzt, würde ja zum Zeitgeist passen.

  11. #160
    Benutzerbild von bubu

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    AW: Redewendungen / Sprüche der Neuzeit

    Zitat Zitat von Torsten Beitrag anzeigen
    Abgesehen davon, dass bei deinem Beispiel "meine eigene Erinnerung" dies genauso gut und deutlich weniger geschwollen ausdrücken würde: Wenn man trotz eines Wortes wie "meine" noch betonen muss, dass es sich um die eigene Sichtweise handelt, hat man sich von dieser Beschwichtigungsrhetorik schon zu sehr vereinnahmen lassen.
    Nee, das trifft es leider nicht. Meine eigene Erinnerung ist eine Stilblüte á la weißer Schimmel. Die "persönliche Erinnerung" kann man zwar auch als Pleonasmus lesen (Erinnerung sind zwangsläufig subjektiv und damit immer persönlich), hier will ich aber die Erinnerung an mein persönliches Umfeld betonen. Mit Beschwichtigen hat das nix zu tun.

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