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Schulerinnerungen

Erstellt von SonnyB., 12.04.2004, 10:27 Uhr · 77 Antworten · 8.734 Aufrufe

  1. #11
    Benutzerbild von SonnyB.

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    Mit ähnlichen Einstufungen kann ich auch dienen:

    Der Vater - Typ (werken)
    "Ach Kind, du wirst noch dankbar sein.....für`s Leben lernen wir"

    Typ alte Jungfer (Hauswirtschaft und Chemie)
    hat für unsere Begriffe öfter mal die Fächer verwechselt

    Typ Kumpel (Erdkunde und Mathe)
    man hat nix gelernt....aber fand ihn als Mädel süß

    Typ Domina (männliche Form Domino ? ) (Sport und Physik)
    hatte Spaß an allen möglichen Tests....immer...jederzeit

    Typ Öko (Englisch und Sportkurse)
    wie schon beschrieben, mit Cordhose, Bart, Halbglatze und obligatorischem VW-Bus

    Typ "ich hab alle lieb" (Musik und Theater)
    Der Unterricht war "pädagogisch wertvoll"...ausleben von Agressionen etc.



    Mir ist da auch noch ein Spruch unseres Klassen - Komikers eingefallen:

    Zoo Besuch...5.Klasse...Streichelzoo.....Meerschweinch en in der Paarungszeit.....Lehrerin hochschwanger....und der Typ fragt laut in die Runde: "Frau W., hat ihr Mann auch so gewackelt?"

    Auwaia Da ging dann die Post ab, nachdem Frau W. erst mal nur "abababer"
    rausbrachte und knallrot anlief


    *EDIT*

    sag mal waschbaer...gibts von dir auch ein Foto online? war`n Spaß

  2.  
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  3. #12
    Benutzerbild von Babooshka

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    Hier spricht ein zutiefst schultraumatisiertes Wesen! Ehrlich wahr: Es passiert mir heute noch, dass ich träume, ich bin in der Schule und muss nochmal Abi machen, obwohl ich eigentlich WEIß, dass ich es bereits habe. Aber mein Abi ist aus irgendwelchen Gründen für ungültig oder minderwertig erklärt worden - trotz nachfolgendem Studium - und ich muss es nochmal machen, was bedeutet: 2 Jahre Oberstufe. Meistens enden diese Träume damit, dass ich mit den Worten "warum soll ich mir den Scheiß hier eigentlich antun" aus der Schule renne, leicht konfus aufwache und zum Schrank gehe, um zu gucken, ob mein Abiturzeugnis wirklich dort ist. Es gibt Momente, wo ich geneigt bin, mir dieses verdammte Zeugnis gerahmt übers Bett zu hängen, um es morgens gleich beim Aufwachen vor Augen zu haben.

    Der Grund dafür:

    Es war einmal eine gute Grundschülerin. Zwar stand von Anfang an auf ihrem Zeugnis, sie würde sich mündlich nicht genügend beteiligen, denn sie war ein ruhiges Kind, aber schriftlich war sie durchaus erfolgreich. Ihre erste und einzige Grundschul-Fünf schrieb sie in der 5. Klasse, selbstverständlich im Fach Mathematik. Zwar schaffte sie es, im selben Jahr auch eine Eins in dem Fach zu schreiben, eine gewisse Tendenz zur Dyskalkulie war jedoch nicht zu verleugnen. Das Ergebnis von jener pädagogisch wertvollen Erfindung der 70-er, die da hieß "Mengenlehre"?

    Die gute Grundschülerin überragte alle in Fächern wie Deutsch und Englisch. Als jedoch auch solche Dinge wie Biologie, Geschichte und Erdkunde auf den Stundenplan traten, war bereits klar, dass sich die Schülerin nur halbherzig bis gar nicht dafür interessierte. Nichtsdestotrotz, die Lehrer gaben ihr, dem braven, ruhigen und bisweilen fleißigen Kind keine Noten unter 3 und somit war es klar, dass der weitere Weg Gymnasium und Abitur heißen sollte. Abitur, das bedeutete die absolute Freiheit der Berufswahl, ja sogar Studieren würde möglich sein, sollte das Kind dies wünschen, vermittelten ihr ihre Eltern. Freie Berufswahl - feine Sache, das. Ja, das wollte die gute Grundschülerin!

    Die gute Grundschülerin wurde also mit der 7. Klasse zur Gymnasiastin. Schon in den ersten Wochen war klar: Hier bekam man scharfen Wind von vorne. Diese Lehrer würden sie weitaus weniger schonen als ihre lieben Grundschullehrer. Unangesagte Tests in Erdkunde wurden geschrieben und da der einstmals guten Grundschülerin der Stoff nicht mehr so zuflog wie früher, sie aber zwischen Mathearbeits- und Geschichtstest-Vorbereitungen keine Zeit mehr fand, sich auch noch auf Erdkunde vorzubereiten (seien wir ehrlich, die meiste Zeit hatte sie einfach keine Lust dazu gehabt), fielen diese unangesagten Tests meistens katastrophal für sie aus, es sei denn, die Lehrerin wollte ihren Schülen eine Chance geben und es war Arbeiten mit dem Atlas angesagt.

    Die mathematische Unfähigkeit wurde mehr und mehr deutlich. Nachhilfelehrer wurden angeheuert. Ein netter junger Student, der echt in Ordnung war, aber bald keine Zeit mehr hatte, wurde abgelöst von einer blaustrümpfigen Grundschullehrerin, die ob der mangelnden Vorkenntnisse der nunmehr lausigen Gymnasiastin der Verzweiflung nahe war - wer von den beiden, die Nachhilfelehrerin oder die Nachhilfeschülerin, der Verzweiflung näher war, sei dahingestellt. Allerdings kämpfte die latente Dyskalkulikerin, die die Schülerin nun einmal war, so manches Mal mit den Tränen...

    Jedoch, die insgesamt lausige Gymnasiastin war nicht nur lausig. Sie hatte auch ihre Stärken. Und die hießen Englisch, Französisch und manchmal auch Deutsch, solange noch nicht allzu viel Literatur darin vorkam und überwiegend Diktate und allgemeine Aufsätze geschrieben wurden. In der 7. und 8. Klasse bekam sie die Kurve und wurde, wenn auch mit ein paar "Vier minus-minus-minus" versetzt. In der 9., mittlerweile 15-jährig, überfiel sie die Pubertät mit geballter Wucht und sie schwankte zwischen extremer Kicherigkeit und schwärzester Depression, während ihr Interesse für Schulisches mehr und mehr schwand. Nein, sie war keine Störerin. Sie war ein ruhiges, gut erzogenes, höfliches Mädchen, das selten im Unterricht quatschte und auch sonst nicht aufbegehrte, dafür aber auf ihren Schlaf im Unterricht bestand - der ihr nicht immer gewährt wurde. Zudem trat das Fach Chemie in das Leben der Schülerin. Begegnete sie diesem Fach anfangs noch mit Neugierde, wurde mit der Zeit klar: Dies war ein weiteres naturwissenschaftliches Fach, mit dem sie sich fortan herumquälen würde...

    Das Ende vom Lied war: Die immer lausigere Gymnasiastin blieb sitzen. Geschichte, Mathematik und Physik hießen die Übeltäter. Jedoch, die Wiederholung des Schuljahrs sorgte wieder für Aufschwung und Auftrieb. Nach wie vor war die Schülerin gut in Englisch und in Französisch wurde sie nach einigen Frankreich-Aufenthalten gar eine der Überfliegerinnen der Schule. Nur in Mathe wollte es nach wie vor nicht so recht klappen.

    Dann stand die Versetzung in die 10. Klasse an, die die Gymnasiastin diesmal problemlos schaffte. Jedoch... die alten Probleme traten alsbald wieder zutage. Das Matheproblem wurde größer und größer. Physik und Chemie gingen einigermaßen, denn die bestanden zumeist aus Theorie und nicht aus Matheaufgaben, wie in früheren Schuljahren. Jedoch trat ein anderes Problem auf: Deutsch. Es wurden fast keine Diktate mehr geschrieben, der Stoff wurde von Stunde zu Stunde literarischer und der einst so nette Lehrer, ein älterer Herr, der ihr in den Jahren zuvor schon immer gute Englischnoten und auch eine gute Deutschnote verpasst hatte, wurde von Tag zu Tag grumpiger, ungeduldiger, unfreundlicher, ja sogar ausfallend zu seinen Schülern. Man sagte sich, er sei gesundheitlich nicht ganz auf der Höhe und wollte durch sein fieses Auftreten den Vorruhestand durchboxen - auf Kosten der Schüler. Die arme, lausige Gymnasiastin wurde sein Opfer: Sie hatte Angst vor ihm und seinen Schimpfkanonaden. Sie verstand kein Wort von dem, was er in die literarischen Werke hineininterpretierte (politisch, politisch, immer alles politisch) und ihre Sicht der Dinge wich stets von der seinen ab. Am liebsten hätte sie sich in seinen Stunden in ein Mauseloch verkrochen.

    Einem weiteren homo sadisticus sah sich die arme, lausige Gymnasiastin in Gestalt ihres Musiklehrers konfrontiert. Dieser jungsche Typ unterrichtete Musik am Gymnasium in einem Stil, wie es an der Uni Brauch war, mit dem Resultat, dass ein Großteil der Klasse baden ging, mit Ausnahme der Instrumentenspieler. Zu denen die arme, geplagte Gymnasiastin nicht gehörte. Wohlbemerkt: Einige Jahre zuvor gab es einmal einen alten, ehrwürdigen Musiklehrer, der die Schülerin ein Genie nannte, weil sie so ein tolles Gehör hatte und der sie am liebsten im Violinenunterricht gesehen hätte. Aber leider, die Gymnasiastin war bekannterweise eine lausige Schülerin, die Nachhilfe brauchte und somit war es ihr nicht vergönnt, eine zweite Anne-Sophie Mutter zu werden. In den Augen jenes jungschen Musiklehrers jedoch war sie der letzte, unbegabteste Dreck. Wohl hatte die Schülerin ab und zu gute, kreative Inputs für seine musikalischen Projekte - er jedoch sah das anders.
    Das Ende vom Lied war: Der Musiklehrer gab ihr eine Fünf.
    Eine Fünf gab ihr auch die liebenswerte, freundliche alte Dame, die ihre Mathematiklehrerin war. Zu Recht: Was Mathe anging, so war bei der Schülerin einfach Hopfen und Malz verloren. Viel eher hätte sie Chinesisch gelernt - das war wenigstens eine Sprache - als diesen völlig überflüssigen Mathekram.
    Nun wurde es wieder einmal knapp für die Schülerin. Aber da war die nach wie vor gute Englischnote und ihre Überflieger-Eins in Französisch. Ausgleich war da!
    Bis zu jenem Tag kurz vor Schuljahresende, als mal wieder Deutsch auf dem Programm stand.
    Griesgrämig dreinblickend saß der Lehrer am Schreibtisch und verkündete mit unheilschwangerer Stimme:
    "Die Zeugnisnote folgender Schüler wird nicht mehr ausreichend lauten:"
    Er verlas die Namen.
    Der Name der Schülerin war dabei.
    Die Schülerin meldete sich.
    "Heißt das jetzt, dass ich eine Fünf in Deutsch ins Zeugnis bekomme?"
    "Ja."
    Die Schülerin fühlte sich, als sei sie von einer Guillotine enthauptet worden. Dieses eiskalte "Ja"... Flugs stand sie auf, rannte zur Tür, raus auf den Flur, knallte die Tür hinter sich zu und lief fort. Die Treppe runter, über den Schulhof raus aus der Schule. Und heulte sich die Seele aus dem Leib.

    AUS DER TRAUM VOM ABITUR! Aus der Traum von unbegrenzter Freiheit in der Berufswahl!

    Oder?

    ...

    (Fortsetzung folgt)

  4. #13
    raabi2000
    Benutzerbild von raabi2000
    @Babooshka
    Oha, das hört sich aber schwer nach Aufarbeitung an. Solltest du etwa eine derart
    heftig Schulzeit (bis zur 10. Klasse) mitgemacht haben.

    Ich freue mich schon jetzt auf die Fortsetzung und hoffe, dass du nach Abschluss deines Berichts ruhiger Schlafen kannst.

    Hier nun meine Geschichte einer fast perfekten Schulzeit:

    Ich selber habe immer zu der Sorte Schülern gehört, die im Unterricht immer brav mitgemacht haben, für alles Interesse hatten und vor allem das Glück hatten, rein gar nichts für die Schule tun zu müssen. Wirklich, die ersten 10 Schuljahre funktionierte das einwandfrei. Fast nie eine 4 auf dem Zeugnis, drunter war eh undenkbar (ausgenommen der Fehlgriff in Französisch, aber das war politisch ).
    Die Hausaufgaben habe ich meist in den Pausen oder während der anderen Stunden gemacht, meine Freizeit wollte ich mir damit nicht versauen. In der 10. Klasse wollte mir mal ein Lehrer eine auswischen, weil ich angeblich zu selten da war. Aber irgendwie hatte ich wohl die besseren Argumente, also bekam ich nach kurzer Diskussion eine 1

    Mit der geballten Erfahrung - Schule mach ich mit links, Null Problemo - ging es dann in die Oberstufe. Aber was war dass, irgendetwas hatte sich verändert. Aus Einsen wurden Vierer, aus Zweien wurden Fünfer und in Mathe, was bis dahin nie schlechter als 1 auf dem Zeugnis auftauchte, stand unter der ersten Klausur eine 6 ! Das war bestimmt nur ein Ausrutscher dachte ich mir und genoss weitere meine viele Freizeit. Die Rechnung ging in allen Fächern auf, nur nicht in Mathe und Geographie. Da Mathe auch noch ein LK war, ging die erste Abiprüfung leider in die Hose. Dank meiner Mutter habe ich mich dann dazu durchgerungen das letzte Jahr noch mal zu wiederholen. Und dank eines anderen Lehrers in beiden Fächern war es diesmal kein Problem. Mein Lernaufwand in insgesamt 14 Jahren Schule betrug ca. 3 - 4 Stunden, ein annehmbarer Zeitaufwand wie ich finde .

  5. #14
    Benutzerbild von Babooshka

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    Ja Raabi, die lausige Gymnasiastin, das war ich. Und meine Schulzeit hat sich bis zur 10. Klasse wirklich so und nicht anders zugetragen. Details werde ich zu gegebener Zeit noch liefern, schließlich gibt's da auch ein paar erwähnenswerte Mitglieder des Lehrkörpers und - Sportunterricht! ürrrrrks! Ja, und Hausaufgaben habe ich auch über alle Maßen gehasst. Meine gesamte Schulzeit hindurch übrigens. Ich habe mich darum gedrückt, wo es nur ging.

    Übrigens witzig, deine Lehrerfotos. Leider kann ich mit sowas nicht aufwarten, denn das Kollegium meines alten Gulags - äh, Gymnasiums hat sich in über 20 Jahren sehr verändert und außerdem gibt's auf den Webseiten meiner beiden weiterführenden Schulen keine Lehrerfotos.

  6. #15
    Benutzerbild von SonnyB.

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    Mit Fotos kann ich leider auch nicht dienen, weil nach meinem Abgang `86 unsere und eine benachbarte Schule zusammengelegt wurden.....die älteren Lehrer plus Direx postwendend in Pension gegangen sind.....und die Lehrer, die geblieben sind, nicht auf der Schulhomepage auftauchen.

    Meine alte Klassenlehrerin (wir können alles ausdikutieren) ist jetzt Direx, die Schule verkommt leider zusehends.

    ich würde gerne mal meine "Hasslehrer" wiedersehen und ihnen danken. Aus ihren Fächern hab ich viel gelernt. Weniger der Stoff (brauchte kein Mensch mehr) als vielmehr den sozialen Umgang mit Menschen und Verantwortungsbewusstsein.

    Wie gesagt:
    bei den Lehrern, die ich nicht mochte, hab ich am Meissten gelernt, und bei den Lieblingslehrern musste ich mich anstrengen um noch was vom Stoff zusammenzubekommen. aber, das weiss man immer erst später

  7. #16
    Benutzerbild von Babooshka

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    Was tat die frischgebackene Nicht-Mehr-Gymnasiastin also in ihrer Pein? Sie rief T. an. T. war ein ehemaliger Lehrer von ihr, einer ihrer ersten Französischlehrer, mit dem sie nach dessen Weggehen von der Schule in Kontakt geblieben war. T. organisierte den Schüleraustausch mit Frankreich, T. hatte ihr so manche schmerzvolle Nachhilfestunde in Geschichte gegeben, um wieder mal einen dieser vermaledeiten Tests zu bestehen, T. war ein Vertrauter für sie.
    "Herr P., ich bin soeben zum zweiten Mal sitzen geblieben."
    "Oh, scheiße... da hast du wohl keine Lust, jetzt nach Hause zu fahren, was? Na dann komm mal zu mir, ich regle das schon."
    Nicht, dass die arme, durchgefallene Schulversagerin Angst vor ihren Eltern hatte. Nein, sie hätten ihr nicht den Kopf abgerissen. Aber sie waren natürlich sehr traurig, als T. sie später anrief, um ihnen die Nachricht zu überbringen.

    Nach dem Weggang vom Gymnasium unterrichtete T. an einer Gesamtschule am anderen Ende der Stadt. Er lud die Schülerin und ihre Eltern zu sich ein und gemeinsam wurde beschlossen, dass die ehemalige Gymnasiastin nach den Ferien eine Gesamtschülerin würde, denn diese Gesamtschule hatte auch eine gymnasiale Oberstufe, die sie, wenn alles gut ginge, besuchen könnte.

    Die nunmehr 17-jährige Ex-Gymnasiastin fand sich also in der 10. Klasse der Gesamtschule wieder, in einer Klasse mit Mitschülern, die alle zwei Jahre jünger waren als sie, vollkommen anders drauf waren als sie, anders sprachen als sie, anders gekleidet waren als sie und - oh welch Prestigeverlust - aus sämtlichen Schichten der Gesellschaft stammten. Die erste Zeit war die bislang härteste im Leben der Neuen. Dieses unübersichtliche Schulgebäude, die komischen Mitschülerinnen mit ihren Ballerinchen und Charlie-Clochard-Höschen, die Mitschüler mit ihren Karottenhosen und weißen Socken über den Hosenbeinen und mittendrin die Neue: abgewetzte Jeans, Turnschuhe, Männerunterhemden, Opaweste, überschulterlange Mähne, Patchouli-Parfümöl - "die alternative Sau" war anders als die Anderen und dafür wurde sie nicht besonders gemocht, ja abgelehnt. Nur einige wenige Couragierte gab es, die dennoch zu ihr standen - ihnen sei auch heute noch gedankt.
    Aber zumindest: schulisch ging es bergauf. Alleine in Mathe und Physik ging auch diesmal nichts, aber das war ja nichts Neues. Nach einem Jahr war das Schlimmste vorbei, die Mittelstufe war endgültig vollbracht und die nunmehr 18-jährige Schülerin war aufgrund ihres anständigen Notendurchschnitts berechtigt, in die Oberstufe überzugehen.

    Die folgenden Jahre bis zum Abitur waren auch auf der Gesamtschule absolut kein Zuckerschlecken, denn das Programm war dasselbe wie auf dem Gymnasium auch. Aber die Oberstufe war klein, die Betreuung gut und selbst einstmals feindlich gesinnte Mitschüler begannen, sich als solidarisch zu erweisen. Nach 2 1/2 Jahren konnte die Schülerin sich dann endlich Abiturientin nennen. Glücklich nahm sie ihr Abiturzeugnis entgegen, zwar mit miesen Mathenoten (und noch ein paar anderen Ausfällen), dafür aber Bestergebnissen im Leistungskurs Französisch.

    ***Ende***

    Ich weiß gar nicht, warum ich immer noch Schulalbträume habe. Meine letzten Schuljahre habe ich trotz der ganzen Lernerei als angenehm in Erinnerung. Ja, sie sind rückblickend sogar die besten Jahre meines Lebens, an die ich mich manchmal mit viel Wehmut zurückerinnere. Ich habe so viele extrem gute und extrem schlechte Lehrer kennen gelernt, dass ich selber gerne Lehrerin geworden wäre *winkzuWaschbär*. Aber davon erzähle ich nächstes Mal.

  8. #17
    Benutzerbild von SonnyB.

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    du liebe Zeit...na ja Babooshka.....jetzt hast du`s hinter dir....bist auch so groß geworden und einmal sitzen geblieben bin ich auch.

    In der 6. Klasse....allerdings wegen wegbleibens, nicht wegen schlechter Noten. Ich war in der alten Klasse sowas wie der Punchingball der "tollen Hechte".
    Ein Jahr wiederholt...und alles war viel besser

  9. #18
    raabi2000
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    Oha Babooshka,

    echt ne wüste Story. Aber wie Sonny schon sagt, du hast es ja geschafft, dein Abi in der Tasche und gut ist. Ich habs meistens wie in Sonnys Signatur gehalten. Ich kannte die Regeln, ich kannte die Grauzonen und ich wußte beides gut auszulegen. Und so kann man auch mit 40 % Fehlzeiten noch eine Eins auf den Zeugnis bekommen.

    Spaß bei Seite, ich erinnere mich gerne an meine Schulzeit, und ich habe viel gelernt in dieser Zeit. Jedoch nicht in der Schule (da auch), aber in der Freizeit habe ich mehr gelernt, vom Leben und fürs Leben. Und das kommt mir heute noch zugute.

  10. #19
    Benutzerbild von Babooshka

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    Ja, nun ist das Abi auch bald 20 Jahre her und aus mir ist doch noch was geworden Aufgrund meines Traumas würde ich auch nicht mehr zur Schule gehen wollen, nur das Lebensgefühl jener Zeit, das fehlt mir. Es war halt die Zeit, in der die 80-er auf ihrem Höhepunkt waren. Ich frage mich oft, was denn nun der Grund meines Traumas war. Und ich würde sagen, es war damals so ein Gefühl, als wenn ein Häftling zu 7 Jahren Haft verknackt wurde, dann noch ein Jahr draufkriegt und dann noch ein Jahr, sodass er das Gefühl hat, nie wieder in Freiheit zu kommen. Dieses Ende, das nicht abzusehen war, muss mich ziemlich fertig gemacht haben, denn damals war ein Jahr ja noch verdammt lang und nicht so im Handumdrehen vorbei wie heute

  11. #20
    raabi2000
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    Da gebe ich dir allerdings recht.
    Die Jahre damals schienen länger zu sein, man konnte viel mehr in ihnen unterbringen. Heute rauscht ein Jahr mal eben so vorbei. Und auch in 2004 haben wir schon wieder fast 1/3 geschafft.

    Die Schule habe ich allerdings nie als Gefängnis empfunden. Aber das mag auch daran gelegen haben, das ich mich nicht sonderlich anstrengen musste.

    Da fällt mir noch was ein, haben eure Eltern auch immer gesagt ihr sollt die Schule genießen und das Schluss mit lustig ist wenn ihr anfangt zu arbeiten? Dieser Spruch hat mich jedes mal angenervt.

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