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Schulerinnerungen

Erstellt von SonnyB., 12.04.2004, 10:27 Uhr · 77 Antworten · 8.743 Aufrufe

  1. #71
    Benutzerbild von Eiskristall

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    Danke für diesen tollen Thread, ich bin aus dem Schmunzeln und manchmal lauten Lachen gar nicht mehr heraus gekommen!

    Hachja, ich denke immer mit einem lachenden und einem weinenden Auge an meine Schulzeit zurück. Ich hatte sehr schöne aber auch verdammt üble Zeiten auf der "Penne", wie das Modewort in den 80ern war.

    Eingeschult wurde ich 1985 und meine Grundschulzeit war ja noch ganz angenehm. In den Pausen wurde exzessiv Hüpfekästchen und Gummitwist gezockt und die Jungens fanden es total lustig, die Mädels immer ins Jungenklo zu ziehen. 1986, als Tschernobyl war, gab es plötzlich wochenlang nicht mehr diese kleinen Milch- und Kakaopäckchen zu kaufen und ich mit meinen 7 Lenzen verstand noch gar nicht genau warum. Ich weiß nur, dass wir auch nicht mehr im Sand spielen sollten. Aber das ist mir bis heute in Erinnerung geblieben, wie meine Lehrer das Unglück zu erklären versuchten. Damals hatte ich auch eine wirklich ganz ganz ganz schlimme Sauklaue. Ich werde es nie vergessen, als ich in in der 4. Klasse in einem Diktat 0 Fehler hatte und trotzdem eine 2 bekam, weil Schrift 5. Mein Lehrer hielt das Heft hoch und sagte vor der ganzen Klasse, dass das mit allen passieren würde, die so schrecklich schreiben würden und ob ich mich nicht schämen würde, als Mädchen wie ein Junge zu schreiben. Das hatte gesessen. Das war mir so unendlich peinlich, das werd ich nie vergessen.

    Dann 1989 war die Einschulung aufs Gymnasium. Unser Klassenraum war toll ... die Wand war vollgekritzelt mit Namen wie BAP, Scorpions und was weiß ich nicht noch alles. Ein Klassenkamerad von mir trug immer diese AC/DC Weste und hatte mich andauernd geärgert. Zu dem Zeitpunkt hatte ich tierisch Schiss vor Metallern (und heute höre ich außer 80s fast nur noch Metal, so kann's gehen). Die besagte Wand durften wir überstreichen und da standen dann nur noch Sachen hinterher wie "Daniel liebt Birgit" und so. Klar, bei wem war's wohl nicht so?! Die Hofpflicht von der 5-7 Klasse hatten wir auch und wir mussten bis zur 6.Klasse sogar den Turndress in den Farben unseres Gebäudes tragen. Furchtbar! Bis zur 7.Klasse hatten wir noch Samstags-Unterricht, der dann gottseidank abgeschafft wurde. In der 7.Klasse ging es dann mit mir bergab - eine 5 in Mathe und Latein zwang mich zur Nachprüfung. Ich verschwitzte den Termin, kam zu spät zur schriftlichen, konnte nur noch die Hälfte machen und hab hinterher geheult wie ein Schlosshund, weil ich mir sicher war, durchgefallen zu sein. Am nächsten Tag hatte ich mündliche Nachprüfung und danach sagten meine Lehrer, ich hätte bestanden. Ich konnte es nicht glauben, da die schriftliche unglaublich schlecht gewesen sein musste. Anscheinend war die mündliche glorreich und so durfte ich regulär in die 8 ohne sitzenzubleiben. Gebracht hat es mir nicht mehr viel, da ich fortan wirklich rebellisch war, bis in die Oberstufe hinein. Ab der 11 wurde es immer schlimmer und die 13 hab ich fast nur noch geschwänzt. Resultat vom Lied: durch's Abi gefallen (klar, bei den wenigen Stunden, die ich noch da war, bekommt man keinen Stoff mehr mit). Nachprüfung wollte ich keine machen, weil ich wirklich noch weniger als Null Bock auf Schule hatte. Mein Vater war ziemlich sauer deswegen, dass ich es nicht nochmal versuchen wollte. Bin dann mit Fachabi abgegangen. Das ist das Schlimmste, was ich je tun konnte. Bereu das heute noch und hab mir immer vorgenommen, das Abi auf'm Abengymnasium irgendwann nachzuholen. Vielleicht mach ich das noch. Nicht, weil es mir beruflich noch was nützen würde, sondern weil's einfach eine Frage der Ehre ist. Vom Verständnis und der Begabung her hätte ich das locker schaffen können, aber ich hab's damals aufgrund persönlicher Probleme nicht mehr geschafft, auch nur einen Fuß in dieses Gebäude zu setzen. Würde das wirklich gerne nachholen - schäme mich heute auch noch teilweise für dieses dumme Verhalten damals, aber später ist man immer schlauer. Hmpf.

    Okay, genug für heute, man könnte zig Sachen über die Schulzeit erzählen, aber will es auch nicht ausweiten.

  2.  
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  3. #72
    Benutzerbild von savona666

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    "Beispiel Hauswirtschaft:

    Ich glaube, ich werde den Satz: "Wir spülen in folgender Reihenfolge: Glas, Porzellan, Plastik, Bestecke, Töpfe und Pfannen" mit ins Grab nehmen."


    hihi sowas hab ich auch noch im kopf und mache das heute auch noch so!!!
    ansonsten war die schulzeit teilweise recht grausam, da ich der absolute aussenseiter war.....
    naja am 1.9. ist schultreffen, dann werden sich ein paar leute wundern, was aus der grauen maus geworden ist

  4. #73
    Benutzerbild von RayChance

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    was genau ist denn aus der grauen Maus geworden? *mal freundlich nachfrag*

  5. #74
    Benutzerbild von Paul Panik

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    Hurra! Hier gibt's noch mehr Schul-Außenseiter !

    Geht um Gottes Willen zu etwaigen Jahrgangstreffen. Das macht besonders dann Spaß, wenn man sich eben nicht erwartungsgemäß "linear" mit dem Strom entwickelt hat . Hatte dieses Jahr unser zweites ;-)

    cu,
    Paul!

  6. #75
    Benutzerbild von Babooshka

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    Zitat Zitat von Paul Panik
    Hurra! Hier gibt's noch mehr Schul-Außenseiter !

    ...nicht erwartungsgemäß "linear" mit dem Strom entwickelt hat .
    Na da wollen wir aber gern Detaillierteres zu lesen. Erzähl uns alles über deine schwierige Schulzeit!

  7. #76
    Benutzerbild von Paul Panik

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    22
    Okidoki Babooshka,

    vom Schulischen her war sie zunächst gar nicht schwierig, weil ich das Glück hatte, mir Faulheit leisten zu können. Als Spätstarter fehlte mir in den unteren Klassen (bis zum Gymmi) lediglich das Verständnis für alterstypische Probleme, was natürlich zur Folge hatte, dass die Arschmarke an meiner Stirn fest installiert war ;-).
    Ab ging's erst in der Oberstufe. Da war ich dann gegen fast alles - und nachdem ich auf einer Kursfahrt nach Frankreich gegen alles Heilige der Obrigkeit verstoßen hatte (genau weiß ich selber nicht mehr, was da alles passiert ist und was mir bloß angehängt werden sollte ;-) ), bekam ich endlich auch meinen obligatorischen Verweis. Hinterher kam das Spießrutenlaufen des früher ach so braven Schülers durch die Lehrerschaft, die unbedingt wissen wollte, was genau passiert ist und warum (eben die typischen plötzlichen Anfälle von erzieherischem Engagement in solchen Fällen, aber mit dem Geschick und der Sozialkompetenz eines Drill Instructors ;-) ).
    Und urplötzlich war man auch bei den "härtesten Typen" akzeptiert =:-D. Wie einfach doch die Welt sein kann... Bis schließlich zum Abi. Bis dahin hab ich mir nur hier und da nen paar dickere Frechheiten erlaubt, aber dann doch schließlich den Finalbock geschossen und meine Mündliche verpasst. 00 Punkte hatte ich vorher noch nie bekommen, und nun stehen sie auf meinem Abizeugnis ;-) Wie gut, dass ich schon knapp bestanden hatte...

    Heute denke ich, die Schule ging für mich zu schnell vorbei. Zwei Jahre mehr, da hätte sich die Lage normalisieren können. Da blieb lange das Gefühl, nicht abgeschlossen zu haben.

    Im Mai 2006 war unser 20-Jahr-Abi-Treff. Zum Zehner waren wir noch recht viele, zum 20er vielleicht noch dreißig Leute - trotzdem war es einfach eine Offenbarung, die Gesichter der Leute zu sehen, welche mich nur in "alter" Erinnerung hatten ("Du bist der!?"). Im Gegensatz dazu war ich ziemlich überrascht, wie voraussehbar sich bei so manch Anderem ehedem "Akzeptierten" alles entwickelt hatte. Schön eben . Und auch ein netter, nachträglicher "Abschluss" mit damals!

    ciao,
    Paul

  8. #77
    Benutzerbild von Sammy-Jooo

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    17.09.2006
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    Der größte Teil meiner Schulzeit lag zwar in den 70er Jahren, aber auch in den ersten Jahren der 80er kam ich wenigstens einmal wöchentlich in den Genuß einer Schule.

    Eingeschult wurde ich 1968 und verbrachte die ersten Jahre in der kleinen Dorfschule in meinem Wohnort. Das war noch so eine Dorfschule vom "alten Schlag", denn für die vier Klassenstufen der Grundschule waren nur zwei Klassenräume und auch nur zwei Lehrer vorhanden. Also befanden sich die erste und zweite Klasse in einem Raum und die dritte und vierte Klasse in dem anderen Raum. Für die ersten beiden Klassen war eine relativ junge Lehrerin zuständig und für die letzten Klassen trug ein Lehrer, der wohl nur noch ein paar Jahre bis zur Pension hatte, die Verantwortung. Nur zum Musikunterricht in den letzten Klassen kam ein ausgebildeter Musiker als Lehrkraft. Ansonsten mussten die Lehrer wohl Multitalente gewesen sein, denn die unterrichteten ja wirklich alle Fächer und es gab keine Fachlehrer. Da es eben eine Dorfschule war hielt sich die Anzahl der Schüler pro Klassenstufe doch in Grenzen, ich glaube das insgesamt 20 bis 25 Kinder pro Raum unterrichtet wurden.

    Da jeder Jahrgang mit anderem Unterrichtsstoff versorgt werden musste, gestaltete sich der Unterricht doch etwas anders als in den Grundschulen in der Stadt. Wenn der Lehrer eine Klassenstufe mit neuem Stoff unterrichtete dann wurde die andere Klassenstufe eben mit Stillarbeiten wie lesen, rechnen oder Landkarten ausmalen beschäftigt. Die Fächer Sport (damals hieß es noch Leibeserziehung), Religion, Zeichnen und Musik konnten dann für beide Klassenstufen zusammen gestaltet werden. So wurde der Unterricht im Sommer für diese Fächer oft nach draussen verlegt. Sport fiel im Winter eh flach, denn ohne Turnhalle war es etwas schwierig und nur bei Schnee gab es das Fach "Schneeballschlacht" als Sport. Ansonsten wurde eben Zeichnen oder Musik unterrichtet. Trotz dieser Form des Unterrichts waren es nicht wenige Schüler die auf das Gymnasium kamen, die meisten landeten auf der Realschule und nur ein oder zwei kamen zur Hauptschule.

    Ich gehörte zur Masse und landete dann auf der Realschule. Im Gegensatz zur Dorfschule lief es dort viel stressiger ab, denn nun gab es für fast jedes Fach einen anderen Lehrer und man musste auch für manche Fächer eben in andere Räume wechseln. Auch musste man sich nun eben mit den verschiedenen Lehrern arrangieren und darauf einstellen das jeder Lehrer anders war. Da ich schon damals mit meiner Meinung nicht hinter dem berg hielt und sagte was ich dachte, blieb es nicht aus das ich mich in der achten Klasse mit einem einflußreichen Pauker anlegte. Er konnte es wohl vertragen das ich ihm sagte das er den Kindern von Geschäftsleuten so weit in den Arsch kriechen würde das nur die Schuhe sichbar wären. Es war schon seltsam, denn in den Jahren vorher gab es für mich kaum Einträge ins Klassenbuch, aber nun folgten kurz hintereinander so viele Einträge das es auch noch "blaue Briefe" mit Tadeln gab. Aber wahrscheinlich konnte der auch seine Kollegen so manipulieren das es so kam. Jedenfalls kam bei mir die Trotzreaktion, die eben in Leistungsverweigerung endete und dazu führte das ich die Klasse wiederholen sollte, aber dennoch kurz darauf von der Schule flog. Die folgende Zeit in der Hauptschule war zwar kurz aber dennoch lustiger als die Zeit vorher, denn die Lehrer, mit wenigen Ausnahmen, waren wesentlich besser. Die Relegionslehrerin war das Unikum der Schule, denn das war so eine alte Jungfer, trug Klamotten wie die Kelly-Family und hatte dazu auch noch ein "Pferdegebiss" (heute weiß man das sie dagegen nicht machen konnte, aber Kinder sind grausam). Der Biologielehrer dagegen war das Arschloch der Schule, denn der sah aus wie ein "Jesus für Arme", motzte jeden Schüler an und stank wie ein Kuhstall. Nach dem Abschluß ging es auf einer Berufsfachschule dann noch weiter mit dem Schulbesuch.

    In dieser Schule war wieder alles ganz anders, denn da es dort einen fachbezogenen Realschulabschluß geben sollte war es nun auch so das eben praktisch unterrichtet wurde. Im Gegensatz zum Werkunterricht in den vorherigen Schulen musste man sich nun doch anstrengen da dieses Fach wichtig war. War es schon in der Hauptschule lockerer zugegangen war der Umgangston in dieser Schule eben locker, aber dennoch so gehalten das eben der Ernst der Sache nicht vergessen wurde. Und auch der Lehrertypus war nun wieder ganz anders als eben der Lehrer vom "alten Schrot und Korn" in der Grundschule, die teilweise affektierten Lehrer der Realschule und die teilweise "schnarchigen" Lehrer der Hauptschule. Hier gab es nun eben Lehrer die auch am technischen Gymnasium tätig waren und eben diesen, eben schon mal erwähnten, Umgangston pflegten, da sie eben die Schüler nicht als Kinder sahen, sondern eben als "Heranwachsende" einstuften. Wie an wohl jeder Schule gab es auch hier einen Lehrer an den man sich noch in 50 Jahren erinnert. Der Chemielehrer meiner Klasse hätte eine aus dem Professor der Muppet-Show und "Professor Hastig" aus der Sesamstrasse sein können, denn der war nur verwirrt und seine Versuche endeten meistens im Desaster. Und es gab auch "Junglehrer" die eben an der Schule ihre Erfahrungen sammeln sollten, damit die Lehramtsprüfung abgelegt werden konnte.

    Inzwischen bin ich dann "schulisch" auch im Jahr 1980 angekommen, denn da begann ich mit der Ausbildung und somit eben auch mit der Berufsschule. Leider war nur einmal pro Woche Unterricht, denn nun wusste man endlich das es besser ist die Schulbank zu drücken als Werkzeug zu schleppen. Oder anders gesagt: "Lieber eine Stunde Schule als gar keinen Schlaf!" Auch die Lehrer waren besser als in der Real- und Hauptschule, denn diese Lehrer hatten eben Ahnung von den praktischen Dingen und waren nicht solche Theoretiker die eben eher als "Stubenhocker" bezeichnet werden konnten. Der seltsamste Vogel von Lehrer tauchte dort in Form eines Pastors auf. Der sollte dort das Fach "Relegionsgespräche" unterrichten und machte dabei den Eindruck das er nie so ganz nüchtern war. Und interessiert hat eigentlich auch kaum jemanden was er da vorne von sich gab. Damit es nicht zu nervig wurde gab es eine Abmachung mit ihm, denn die Interessierten konnten sich in die erste Reihe setzen und der Rest konnte die Zeit nutzen um die Wochenberichte zu schreiben. So etwas wäre in den anderen Schulen absolut nicht drin gewesen, denn in jeder Schule waren die Lehrer der Meinung das ihr Fach das wichtigste Fach im ganzen Lehrplan wäre.

    Wie zu Beginn schon gesagt spielte sich mein Schulbesuch größtenteils in den 70ern ab und daher gab es aus den 80ern auch nicht so sehr viel zu berichten. Aber ich kann mir vorstellen das an manchen kleinen Schulen die Schüler nach 1980 auch nichts anderes erlebt haben.

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