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Schwarz-Schill in Hamburg am Ende! Am Ende?

Erstellt von compagnies, 09.12.2003, 16:20 Uhr · 8 Antworten · 1.004 Aufrufe

  1. #1
    Benutzerbild von compagnies

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    Kaum bin ich wieder in der Stadt, da entwickeln sich die erfreulichsten Dinge!

    Der Bürgermeister, der im Wahlkampf den ehemaligen „Richter Gnadenlos“, seine latente Ausländerfeindlichkeit und Sozialangstschürung erst hoffähig machte, erkennt seinen Irrtum mit den lapidaren Worten: „Hinterher ist man immer schlauer“ und löst das Regierungsbündnis kurzerhand, nachdem er mit Angela telefoniert hat ...

    Mich würde mal interessieren, wie diese 27-monatige Polit-Posse vor allem von Nicht-Hamburger wahrgenommen wird und welche Prognose ihr für den weiteren Verlauf abgebt!

  2.  
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  3. #2
    Benutzerbild von DeeTee

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    Es hat zumindestens einen hohen heuristischen Wert: Politik ist nichts für Dilettanten. Und das kann man in diesem Fall besonders deutlich sehen. Als Norddeutscher hoffe ich, dass der Herr Schill mit seinem Anhang jetzt endgültig von der politischen Bühne abtritt.

    Grüße!
    DeeTee

  4. #3
    raabi2000
    Benutzerbild von raabi2000
    Also, als die Koalitionsgespräche begannen, habe ich mir ernste Sorgen um Hamburg gemacht.

    Und da der feine Herr Schill ja immer wieder im TV zu sehen und leider auch zu hören war, konnte man ja nicht anders, als die politische Entwicklung in Hamburg zu verfolgen.

    Aus meiner Sicht ein deutliches Zeichen für 2 Dinge:

    1. Massive Hoffnungslosigkeit bei den Bürgern, denn sonst kann so eine Wahl nicht so ausgehen.

    2. Wo bitte gibt es in der BRD noch Politiker, die diese Berufsbezeichnung noch verdienen

    Hamburg ist ein gutes Beispiel, wie leicht man mit Propaganda und hohlen Phrasen Macht erreichen kann. Und wenn unsere "großen" Parteien nicht aufpassen, kann sowas auch bei einer Bundestagswahl passieren. Und zwar nicht "nur" mit ca. 5 % wie die Republikaner das mal geschafft haben.

    Und wie eine solch Hoffnungslose Situation enden kann haben wie ja nun mal schon mal erlebt ...

  5. #4
    Engel_07
    Benutzerbild von Engel_07
    Schill to Hell! Nun wird das Lied von Fettes Brot und Bela B. endlich Realität.

    Bin mal gespannt, ob die Hamburger jetzt überhaupt noch zur Wahl gehen werden. Ich hoffe aber, dass gerade wegen dieses Trauer-Zwischen-Spiels mal wieder ein paar von den sogenannten Nichtwählern ihren Hintern in die Wahllokale bewegt bekommen!
    Good Luck Hamburg!

  6. #5
    Benutzerbild von dj.forklift

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    Dass es so schnell zu Ende geht hätte ich nicht gedacht. Das erinnert mich etwas an die vorletzte Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, wo die DVU 16% bekam. Hat nicht lange gedauert und die Abgeordneten waren zerstritten und bei der letzten Wahl war's das dann.

    Ich stelle mich nicht grundsätzlich gegen alle Aussagen von RBS. Auch ich bin z.B. der Meinung, daß vieles im Straf- und Zivilrecht reformiert und verschärft werden sollte. Wer aber als Richter Gnadenlos gilt und von anderen verlangt, dass sie sich an die Regeln halten, im Bundestag aber ausfällig wird wenn der Präsident ihm nach mehrmaliger Erinnerung, dass die Redezeit nun um ist, das Mikro abdreht, muß wohl doch noch eine Menge Hausaufgaben in Sachen Demokratie machen.

  7. #6
    Benutzerbild von bubu

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    Ich möchte hier als Hamburger nur mal kurz einen kleinen HURRA-Schrei loswerden!
    Endlich ist dieser kranke Typ weg vom Fenster! Erstmal, wenigstens...

    Aber eigentlich gilt meine Verachtung Ole von Beust, der sich mit Schill und seinem Verein überhaupt eingelassen hat - nur um mit jedem Mittel an die Macht zu kommen. Menschlich finde ich von Beust ganz sympathisch, wenn ich auch seine Politik nicht teile, aber da hat man mal wieder gesehen: wenn's um Macht geht, gehen Politiker auch über Leichen.

    Und jetzt? Jetzt gibt's Neuwahlen. Wenn sich die Schill-Partei hoffentlich selbst zerfleischt, könnte es gut sein, dass sie nicht die 5 Prozent packen. Und nach dem Desaster mit FDP-Bildungssenator Lange, der kürzlich ebenfalls seinen Hut nehmen musste, könnte das für die FDP auch ganz eng werden. Dann könnte Rot-Grün doch wieder zurück ans Ruder.

    @raabi2000

    Mir ging's auch wie dir. Als ich nach der Wahl die regionalen Ergebnisse im Detail gelesen hatte, fiel mir doch erstmal die Kinnlade runter, als ich sah, dass die Schill-Partei in einigen Stadtteilen über 20, ja sogar 30 (!) Prozent eingefahren hatte. Das waren fast ausnahmslos Stadtteile am Rande des Großraums Hamburg. Und als ich die dann mal mit eigenen Augen gesehen habe, hat mich überhaupt nichts mehr gewundert. Von der Stadt teilweise aufgegeben, hässliche Plattenbauten, verrottet, organisiertes Bandentum, Prostitution, immens hohe Arbeitslosigkeit, soziale Brennpunkte, Frustration. Aber ganz anders Hamburgs Mitte, die ist schön herausgeputzt, da stehen die blitzblanken Bürohäuser, großenteils leerstehend - aber hauptsache, die Architekten haben mal wieder gezeigt, was sie drauf haben. Und da wird renoviert, was das Zeug hält. Milliarden werden in die tolle Hafencity gepumpt, die Elbe komplett zugebaut - schließlich will man ja auch mal die Olympischen Spiele veranstalten, nicht wahr?

  8. #7
    Benutzerbild von J.B.

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    Ich finde dieser Schritt wurde höchste Zeit, obwohl er eigentlich schon viel zu spät kam.

    Ähnlich wie Raabi und bubu habe ich schon bei den Koalitionsverhandlungen ein mulmiges Gefühl gehabt. Erschreckend fand ich vor allem, dass er auf Anhieb 19 % bekam.

    Was dann an Peinlichkeiten und Possenspielen folgte war ja an Lächerlichkeit kaum noch zu überbieten.

    Zu der Zeit, als Herr Schill Herrn von Beust unter Druck setzte und für die er postwendend die Quittung bekam, war ich in Hamburg (Gruß an bubu ). Es gibt Leute, die wissen wann ihre Zeit vorbei ist, Schill gehörte und gehört auch heute noch nicht dazu.

    Ich habe selten einen Politiker (man schämt sich fast das Wort mit ihm in Zusammenhang zu bringen) gesehen, der so lächerlich ist und sich auch konsequent so dermaßen macht.

    Ich bin ehrlich froh, dass er weg ist !



    Ole von Beust hat also nun Neuwahlen angesetzt (wenn ich das richtig verfolgt habe). Ich finde es mutig und konsequent von ihm, denn es könnte einen enormen oder zumindest spürbaren Verlust an Wählerstimmen für ihn zur Folge haben.

    Gruß

    J.B.

  9. #8
    Benutzerbild von compagnies

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    J.B., der Schritt von Beusts ist sicher konsequent, weil er immer erst dann eingriff, wenn es ihn politisch zu beschädigen drohte (nun im Hinblick auf die anstehenden Haushaltsverabschiedung). Mut? Oder Kalkül? Hohe persönliche Umfragewerte und den Bundes- und Landestrend der Unionsdemokraten im Hinterkopf haben ihn sicher nicht so schlecht schlafen lassen, wie er vorgab ...

    Auch viele Vorstöße der Schillianer hielt ich für sehr wohl vorbereitet. Vorrangig den Auftritt im Bundestag, der doch darauf abzielte, den Verfassungsgedanken zu beschädigen, um bei rechten Anti-Demokraten "zu punkten". Der große chauvinistische Traum dieser Staatsfeinde ist es doch, das System zu unterwandern und darin vorzuführen. Das konnte der ehemalige Richter (zumindest zeitweise) realisieren. Daher sehe ich da eine ganz andere Qualität als bei der DVU, die nach außen keinen Personenkult vermittelte.

    Bubu, es waren bis zu 36% in den Bezirken. Und das in den von Dir beschriebenen Stadtteilen niemand mehr eine Perspektive vermittelt sah, das verstehe ich auch ganz und gar! Und dies nicht nur wegen des Lebensumfeldes! Deine Einschätzung von Beusts teile ich.

    Raabi, Deinem Punkt 1 stimme ich zu, wobei ich vielleicht Hoffnung durch Perspektive ersetzen würde, denn für eine (persönliche) Hoffnung kann kein Verwaltungsakteur sorgen. Für ein gerütteltes Maß an einer gesellschaftlichen Perspektive wiederum wären Politiker bzw. die Programme verdammt nochmal schon verantwortlich. Das läuft seit Schröder leider gar nirgends mehr. Punkt 2 teile ich nicht. In diesem Falle würde ich sicher die Bezeichnung Beruf nur unwillig gelten lassen oder die Ableitung von "Berufung" heranziehen. Diese Ochsentour würde ich mir nicht geben. Diese Einschränkung, mein Privatleben nicht gestalten zu können, wie ich möchte? Nein Danke! Sicher lassen sich viele Beispiele korrupter, sorgloser und unvorbereiteter Politiker finden, aber den meisten glaube ich tatsächlich, das sie (aus ihrer Sicht) aus gemeinnützigen Motiven begonnen haben sich zu engagieren.

    Ich fürchte mich nicht davor, das bei Neuwahlen die ehemaligen Schillwähler (überwiegend Männer über fünfzig) daheim bleiben; ich fürchte eine große Koalition. Die wäre m. E. so verheerend wie die große Koalition es auf Bundesebene war. Aber vielleicht gereicht das in dem Falle zu einer ebensolchen Reaktion wie seinerzeit. Wünschenswert wäre dies im Hinblick auf ein gehobenes politisches Bewußtsein. Gerade die Generation des Großteils der Forumsteilnehmer ist da doch arg "zurückgeblieben".

    Ansonsten hoffe ich, DeeTee behält Recht!

  10. #9
    Benutzerbild von ihkawimsns

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    Tja, der Schill ist nun zumindest weg und will ja nach Argentinien auswandern. Aber irgendwie mag ich es noch nicht recht glauben, dass der Kerl wirklich endgültig abtaucht. Der kommt schon wieder, wenn die Zeit reif ist...

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