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Shakespeare goes Pop

Erstellt von waschbaer, 12.06.2004, 00:24 Uhr · 1 Antwort · 432 Aufrufe

  1. #1
    Benutzerbild von waschbaer

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    Ich war heute abend im Augsburger Stadttheater, um mir eine Aufführung von William Shakespeares King Lear anzuschauen. Das Stück zählt ja zu Shakespeares Tragödien und die Anzahl der Leichen, die abschließend die Bühne übersät ist doch stattlich.

    Das Augsburger Stadttheater ist ja auch nicht gerade für seine "klassische Art der Inszenierung" bekannt, aber heute hats mir echt den Vogel rausgehauen.

    Zum einen wurde die ganze Handlung in eine Supermarktkette verlegt (REAL). Allerdings war das Witzigste irgendwie die Hintergrundmusik. Zu Beginn, als der König sein Land unter seinen drei Töchtern aufteilen wollte, wurde ganz laut It´s the end of the world as we know it von REM gespielt. Als er sie fragte, welche ihn denn am meisten lieben würde, wurde von den Cardigans die Zeile "Love me, love me, say that you love me" aus Lovefool eingespielt.

    Als die ersten Familienzwistigkeiten auftraten wurde von Pink der Titel Family portrait aufgelegt.

    Beim ersten Auftreten des unehelichen Sohnes, der später sich des Thrones bemächjtigen möchte, wurde dann erneut von Pink das Lied Trouble (ganz laut die Zeitzeile: I´m trouble) eingespielt.

    Kurz vor dem Finale Furioso trat der uneheliche Sohn wieder auf die Bühne und es kam Limp Bizkit mit Behind blue eyes mit der Textzeile: You don´t know what it´s like to be the sad man ....

    Das ganze wurde noch garniert mit Nachrichtenausschnitten (z.B. aus dem Strauß-Prozess, der gerade in Augsburg verhandelt wird) bzw. mit Werbespots aus dem Radio. Als König Lear beispielsweise wahnsinnig wurde, kam eine Werbespot der Versicherungskammer Bayern mit der dazugehörigen Melodie.

    Irgendwie waren die meisten Leute um mich herum etwas verwundert. Ich fand die Idee ja ganz witzig, weil ich die Textzeilen kannte, aber so recht weiß ich auch nicht, was ich davon halten soll. REM meets Shakespeare. Komisch war es schon.

    Hat jemand das sonst schon einmal erlebt, dass moderne Popmusik in Theaterstücken, die eher einen klassischen Touch haben, verwendet wurden? Oder war das Ganze wieder einmal "Augsburg live"?

  2.  
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  3. #2
    Benutzerbild von röschmich

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    Das Opernhaus in Halle hat schon öfters mit Rockmusik in Theaterstücken experimentiert.
    So z.B.
    Nervous Breakdown schrieb Musik zu dem Ballett "Mackbeth"
    (CD Loewenzahn/RUM Records 1994)
    Pixelpack von Trotha zu "Dr. Jekyll & Mr. Hyde" ebenfalls ein Ballett.
    (Hier gibt es auch eine CD "Harte Männer tanzen nicht" zu einigen Stücken in anderer Form, aber wohl außerhalb von Halle schwer zu bekommen)