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Sollen ehemalige -RAF- Mitglieder vorzeitig wieder in die Freiheit entlassen werden?

Erstellt von Mumie, 23.01.2007, 21:17 Uhr · 42 Antworten · 3.731 Aufrufe

  1. #1
    Mumie
    Benutzerbild von Mumie

    Sollen ehemalige -RAF- Mitglieder vorzeitig wieder in die Freiheit entlassen werden?

    Es könnte sein das die ehemaligen -RAF-Köpfe,Brigitte Mohnhaupt und Christian Klar vorzeitig(nach 22 bzw.25 Jahren)entlassen werden.
    Wie steht ihr dazu?
    Ich denke das genügend Zeit vergangen ist und wenn Sie Reue zeigen und keine Gefahr mehr besteht,sollte man Gnade vor Recht ergehen lassen.
    Ansonsten stimme ich dieser Meinung zum grössten Teil zu:
    http://www.dradio.de/dkultur/sendung...erview/585020/

  2.  
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  3. #2
    Benutzerbild von PostMortem

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    Bei Monhaupt besteht lt. entsprechenden Artikeln ein Anspruch auf Prüfung der Bewährung. Da anscheinend kein Gutachter zur Ansicht gelangt ist, dass Monhaupt noch gefährlich ist, muss sie m. E. - wie jeder andere - auf Bewährung entlassen werden.

    Klars Gnadengesuch fällt für mich unter "Versuchen kann mans ja mal". Er wird m. E. noch zwei Jahre warten müssen, bis ebenfalls über seine Bewährung entschieden werden kann.

    Leider ist die politische Einflussnahme durch dieses Gnadengesuch legitimiert. Trotzdem ist der Versuch der Einflussnahme auf die richterliche Entcheidung wiedermal ein Armutszeugnis für manche Politiker, die diese Sache mit der Gewaltenteilung einfach nicht verstehen wollen und nicht respektieren... aber deswegen rennen sie ja umgekehrt jawohl auch so oft nach Karlsruhe, um sich politische Entscheidungen abnehmen zu lassen :-/

    PM

  4. #3
    Benutzerbild von Torsten

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    Zitat Zitat von Mumie Beitrag anzeigen
    Ansonsten stimme ich dieser Meinung zum grössten Teil zu:
    http://www.dradio.de/dkultur/sendung...erview/585020/
    "Jeder Mensch soll eine zweite Chance haben", heißt es dort in der Überschrift. Tja. Die ermordeten Opfer hätten diese Chance sicher auch gerne...

  5. #4
    LastNinja
    Benutzerbild von LastNinja
    Wenn ich mich nicht irre, gab es Anfang 2006 schon mal ein Gesuch auf vorzeitige Entlassung Mohnhaupts, welches aber wegen der vorliegenden „besonderen Schwere der Schuld“ abgelehnt wurde.
    Jetzt versucht man es also erneut.....ja nee, ist klar.
    Mhh...also ist jetzt ein Jahr später keine "besondere Schwere der Schuld" mehr vorhanden?


    Was ich davon halte?

    Zitat Zitat von Torsten Beitrag anzeigen
    "Jeder Mensch soll eine zweite Chance haben", heißt es dort in der Überschrift. Tja. Die ermordeten Opfer hätten diese Chance sicher auch gerne...
    War auch mein erster Gedanke.
    Wie immer -in solchen Fällen- ist es für die Angehörigen der Opfer ein Faustschlag ins Gesicht.

  6. #5
    Benutzerbild von murmel

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    Wenn ich mir vorstelle wieviel Menschen die Politik Deutschlands (nach 1960) schon das Leben gekostet hat... anyway diese Entscheidung ist eine Gratwanderung, es kann klappen und es kann schiefgehen, vielleicht werden Leute resozioaliert, vielleicht auch nicht... Wie auch immer keines der Opfer wird wieder lebendig werden... Auf der anderen Seite steht die Möglichkeit, dass Täter ihre Fehler erkennen könnten oder erkannt haben und möglicherweise als Sühne etwas gemeinnütziges unterstützen oder aufbauen...
    Ich will die Taten keineswegs schön oder weg reden, aber es gilt, meiner Meinung nach, beide Seiten zu betrachten. Andererseits finde ich den Standpunkt "Kann man ruhig auf Bewährung rauslassen, es gibt keine Möglichkeit mit der RAF aktiv zu werden..." wie zumindestens sinngemäß im Interview durchklang gefährlich. Und was noch dagegenspricht sie auf Bewährung herauszulassen, ist der Fakt, dass sie wahrscheinlich nach dieser langen Zeit in der heutigen Gesellschaft nicht klarkommen werden und aufgrund der Medien, die gerne über derartige Themen polarisierend sprechen, nicht resozialisiert werden können, selbst wen sie wollten.

    Soll heißen, ich habe keine Ahnung wioe man entscheiden sollte...

  7. #6
    Benutzerbild von PostMortem

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    Zitat Zitat von Torsten Beitrag anzeigen
    "Jeder Mensch soll eine zweite Chance haben", heißt es dort in der Überschrift. Tja. Die ermordeten Opfer hätten diese Chance sicher auch gerne...
    Mit solchen Allgemeinplätzen können sich Juristen eben nicht bescheiden und sie können anstehende richterliche Entscheidungen nicht einfach liegen lassen, wie Rau einst Klars Gnadengesuch. Deshalb gibt es Gesetze, die zwischen Menschen keine Unterschiede machen.

    Würdest Du das lieber ändern? Ist das eine unterschwellige Sympathie für die Todesstrafe oder wie soll man diesen Einwurf verstehen? Ist es falsch, dass das deutsche Strafrecht auf Resozialisierung und nicht auf bestrafende Verwahrung ausgerichtet ist?

    Im aktuellen Guantanamo-Streitthema "Kurnaz" wird angesichts der Erscheinung des Herrn Kurnaz von politisch korrekten Meinungsmachern umgekehrt schonmal vorsorglich besonders drauf rumgeritten, dass Menschenrecht und Gesetz auch für unsympathische Menschen gelten müssen...

    Gilt das nun oder gilt Beliebigkeit?

    PM

  8. #7
    justmusic
    Benutzerbild von justmusic
    Zitat Zitat von murmel Beitrag anzeigen
    Und was noch dagegenspricht sie auf Bewährung herauszulassen, ist der Fakt, dass sie wahrscheinlich nach dieser langen Zeit in der heutigen Gesellschaft nicht klarkommen werden und aufgrund der Medien, die gerne über derartige Themen polarisierend sprechen, nicht resozialisiert werden können, selbst wen sie wollten.
    Genau das ist doch eigentlich ein Punkt, warum die nicht mehr gefährlich sind: die haben doch gar keine Zeit, bei dem Kultutschock, der sie erwartet!

  9. #8
    Benutzerbild von Torsten

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    Zitat Zitat von PostMortem Beitrag anzeigen
    Mit solchen Allgemeinplätzen können sich Juristen eben nicht bescheiden und sie können anstehende richterliche Entscheidungen nicht einfach liegen lassen, wie Rau einst Klars Gnadengesuch.
    Das ist kein "Allgemeinplatz", sondern mein Empfinden in diesem Fall. Hier wurden mehrere Menschen nicht im Affekt oder aus emotional nachvollziehbaren Gründen getötet, sondern mit eiskalter Planung hingerichtet. Die Täter hatten offenbar kein Mitgefühl für ihre Opfer, warum sollte ich welches für solche Mörder aufbringen?

    Zitat Zitat von PostMortem Beitrag anzeigen
    Ist das eine unterschwellige Sympathie für die Todesstrafe oder wie soll man diesen Einwurf verstehen?
    Ich bin ausdrücklicher Gegner der Todesstrafe. Schon deshalb, weil eine lebenslange Haft in meinen Augen eine wesentlich härtere Strafe ist als ein schneller Tod. Von anderen Gründen mal ganz abgesehen.

    Zitat Zitat von PostMortem Beitrag anzeigen
    Ist es falsch, dass das deutsche Strafrecht auf Resozialisierung und nicht auf bestrafende Verwahrung ausgerichtet ist?
    Grundsätzlich nicht, und in den meisten Fällen bin ich unbedingt für eine zweite Chance. Eigentlich können mir die ehemaligen RAF-Leute herzlich egal sein, zumal dann, wenn sie in Freiheit keinen weiteren Schaden anrichten. Im Hinblick auf die Umstände dieser Morde sträubt sich aber mein Gerechtigkeitsempfinden, wenn die Täter eine zweite Chance erhalten, die es für die Opfer naturgemäß nicht gibt.

    Zitat Zitat von PostMortem Beitrag anzeigen
    Gilt das nun oder gilt Beliebigkeit?
    Individuell angemessene Entscheidungen sind etwas anderes als "Beliebigkeit". Und gerade unflexibel gehandhabte Grundsatz-Urteile sorgen bei der Bevölkerung für eine Rechtsverdrossenheit, die viele an unserem System zweifeln lassen.

    Wie gesagt: Ich bringe hier nur mein laienhaftes Empfinden zum Ausdruck, völlig frei von juristischen Überlegungen. Und dass gesprochenes Recht allzu oft nichts mit Gerechtigkeit zu tun hat, ist sowieso eine uralte Binse.

    Wie die Entscheidung ausfällt, ist mir letztlich wurscht, ich hab zu diesem ganzen RAF-Brimborium sowieso keine besondere Verbundenheit. Aber wenn ich nach meiner Meinung zu einer möglichen Freilassung gefragt werde, fällt sie eben so aus wie oben erwähnt.

  10. #9
    Mumie
    Benutzerbild von Mumie
    Zitat Zitat von Torsten Beitrag anzeigen
    "Jeder Mensch soll eine zweite Chance haben", heißt es dort in der Überschrift. Tja. Die ermordeten Opfer hätten diese Chance sicher auch gerne...
    Wenn soll das helfen?Den Angehörigen(wegen Genugtung)?Werden davon die Ermordeten wieder lebendig?
    Meine Gott,es ist über 20 Jahre vergangen,daß ist eine sehr lange Zeit!!!!
    Für mich ist es mehr eine Frage ob Sie noch eine Gefahr darstellen!
    Wenn nicht und Sie echte Reue zeigen sollten Sie auf(lebenslanger) Bewährung entlassen werden.

  11. #10
    Benutzerbild von Elek.-maxe

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    Wie ich die sensationsgeilen Medien kenne, würden die von einem Interview zum nächsten gebeten, so daß sich die Morde nun gar noch nachträglich finanziell lohnen.

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