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Sollen ehemalige -RAF- Mitglieder vorzeitig wieder in die Freiheit entlassen werden?

Erstellt von Mumie, 23.01.2007, 21:17 Uhr · 42 Antworten · 3.735 Aufrufe

  1. #11
    Benutzerbild von Torsten

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    Zitat Zitat von Mumie Beitrag anzeigen
    Meine Gott,es ist über 20 Jahre vergangen,daß ist eine sehr lange Zeit!!!!
    Die Lebenszeit, die den Ermordeten genommen wurde, dürfte noch wesentlich höher sein.

    Zitat Zitat von Elek.-maxe Beitrag anzeigen
    Wie ich die sensationsgeilen Medien kenne, würden die von einem Interview zum nächsten gebeten, so daß sich die Morde nun gar noch nachträglich finanziell lohnen.
    Herr Kerner und seine Redaktion sitzen garantiert schon in den Startlöchern.

  2.  
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  3. #12
    Benutzerbild von compagnies

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    Maxe, den vermeintlichen finanziellen Vorteil mag allerdings keine/r der Beteiligten seinerzeit geahnt oder erhofft haben; die Wiederholung solcher Szenarien (bspw. OJ S.) wird vielmehr an der „Sensationslust“ und der Kaufkraft der heutigen Konsumentinnen liegen ...

    Das ein Staat gegen seine erklärten Feinde mit seinen Mitteln und mit besonderer Härte vorgeht, das halte ich für nachvollziehbar. Vermutlich würde jeder Einzelne von uns mit einem Taschendieb auch anders umspringen, als mit jemandem, der ihm und seiner Familie nach Leib und Leben trachtet.

    Wie eine Resozialisierung nach einer so langen Haftstrafe und einer vorherigen terroristischen Lebensphase aussehen soll, das ist mir vollkommen schleyerhaft! Stelle ich mir vor, ich hätte die vergangenen 24 Jahre in dem Raum verbracht, in dem ich mich gerade befinde: Eine Frage ohne Antwort!

    Einen erheblichen Unterschied sehe ich allerdings in den Motivgründen für die Taten. Es ist für mich etwas anderes, ob ein Mord geschieht, weil sich der Täter persönlich bereichern möchte und eine Oma für 13 Euro 50 in ihrer Wohnung mit ihrer Strumpfhose meuchelt oder jemand aus Eifersucht seiner Ehefrau den Kopf abtrennt, um den anschliessend zu einer Tanke zu tragen oder ob sich die Tötungsabsicht aus ideologischer Überzeugung entwickelt und sich gegen Repräsentanten einer ungerechten Gesellschaft richtet!

    Ich für meinen Teil würde gerne wissen, wie sich eine ausserparlamentarische Opposition mit einem Gefahrenpotential wie dem der RAF auf die Lethargie der Bürger dieser Republik heute auswirken würde.

  4. #13
    Benutzerbild von Minne

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    Zitat Zitat von
    Zitat von [B
    Elek.-maxe[/b]
    Wie ich die sensationsgeilen Medien kenne, würden die von einem Interview zum nächsten gebeten, so daß sich die Morde nun gar noch nachträglich finanziell lohnen.
    Antwort Thorsten:
    Herr Kerner und seine Redaktion sitzen garantiert schon in den Startlöchern.
    Hier hat schon jemand in die Zukunft geschaut:
    http://www.spreeblick.com/2007/01/15...e-in-freiheit/

    Brigitte Mohnhaupt und Christian Klar: Die ersten Monate in Freiheit

  5. #14
    Benutzerbild von MaxiMan

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    Im Deutschlandfunk lief zum Thema heute früh ein Interview mit Michael Buback, Sohn des 1977 ermordeten Generalbundesanwalts Buback

    Man kann das im Archiv nachhören (Nr. 19): http://www.dradio.de/aod/html/?year=...day=24&page=2&

    Bemerkenswert fand ich seine Aussagen zu persönlicher Betroffenheit (Sinngemäß: "Mord am Vater nicht als persönlichen Angriff bewerten, sondern als Angriff auf den verachteten Staat") und der verhalten kritischen Nachfrage, ob es denn seitens der Täter Zeichen von Reue und Bedauern - und damit der Auseinandersetzung mit der damaligen Tat - gibt.

    Persönlich halte ich die Prüfung einer Begnadigung für rechtsstaatlich zwingend. Wenn dabei zu erkennen ist, dass die Person - nach Verbüßen einer vom Einzelfall abhängigen Mindeststrafe - quasi "bekehrt und geläutert" ist, sollte auch entsprechend gehandelt werden.

    Der hier im Thread geäußerte Ansatz, dass die "zweite Chance" den Mordopfern auch nicht gewährt wird, greift m.E. zu kurz. Nach diesem Rechtsempfinden müsste jeder Mörder, Leute-in-den-Rollstuhl-Prügler und Vergewaltiger auf Dauer weggesperrt werden. Auch hier ist dem Opfer mit einer Begnadigung (oder auch Verbüßung der Strafe) des Täters nicht mehr zu helfen.

  6. #15
    Benutzerbild von Torsten

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    Zitat Zitat von MaxiMan Beitrag anzeigen
    Der hier im Thread geäußerte Ansatz, dass die "zweite Chance" den Mordopfern auch nicht gewährt wird, greift m.E. zu kurz. Nach diesem Rechtsempfinden müsste jeder Mörder, Leute-in-den-Rollstuhl-Prügler und Vergewaltiger auf Dauer weggesperrt werden.
    Wie ich mit dem Verweis auf die besonderen Umstände in diesem Fall erwähnte, greift diese Logik für mich nicht. Ein Tötungsdelikt ist nicht wie jedes andere, und körperlich Geschädigte oder Vergewaltigungsopfer haben immerhin noch die Chance auf ein weiteres Leben.

  7. #16
    Benutzerbild von compagnies

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    Zitat Zitat von Torsten Beitrag anzeigen
    ... und körperlich Geschädigte oder Vergewaltigungsopfer haben immerhin noch die Chance auf ein weiteres Leben.
    Du hast bereits darauf aufmerksam gemacht, dass Weiterleben unter gewissen Umständen durchaus beschwerlicher sein kann als der Tod.

  8. #17
    Benutzerbild von Torsten

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    Zitat Zitat von compagnies Beitrag anzeigen
    Du hast bereits darauf aufmerksam gemacht, dass Weiterleben unter gewissen Umständen durchaus beschwerlicher sein kann als der Tod.
    Richtig - "unter gewissen Umständen". Mit anderen Worten: Mein Rechtsempfinden (oder besser: Gerechtigkeitsempfinden) richtet sich von Fall zu Fall und ist nicht pauschalisierbar. Weder in Beurteilung der Tat noch deren Folgen.

  9. #18
    Benutzerbild von Minne

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    Irgendwie beschleicht mich ja ein komisches Gefühl, wenn solche Täter (Mörder) dann wieder auf freien Fuß kommen. Doch muss auch in diesen Fällen nach der bestehenden Gesetzesgebung gehandelt werden. Brigitte Monhaupt sitzt nun bereits seit 24 Jahren in Haft aufgrund der "schwere der Taten" länger als die meisten anderen Lebenslänglichen. Deshalb muss auch hier geprüft werden ob eine Entlassung gewährt werden kann. Monhaupt hat für ihre Verbrechen zu büßen und nich im Kollektiv für die RAF. Bei Christian klar der seine "offizielle Strafe" noch bis 2009 absitzen muss finde ich das eine vorzeitige begnadigung nicht gewährt werden dürfte.Ab 2009 kann man dann bei C.Klar prüfen. Zumindest erwartet man ja von den Tätern, das sie ein Wort der Einsicht ihrer Taten und die bitte um Vergebung an die Angehörigen der Mordoper richten.

    Wenn solche Täter dann entlassen werden sollte aber verhindert werden das sie für Berichterstattungen über ihre Taten auch noch richtig Kasse machen.

  10. #19
    Benutzerbild von musicola

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    Also bei aller gebotenen Ernsthaftigkeit, ich fall hier gleich ins Lachkoma!

  11. #20
    Benutzerbild von PostMortem

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    Zitat Zitat von Torsten Beitrag anzeigen
    Das ist kein "Allgemeinplatz", sondern mein Empfinden in diesem Fall. Hier wurden mehrere Menschen nicht im Affekt oder aus emotional nachvollziehbaren Gründen getötet, sondern mit eiskalter Planung hingerichtet. Die Täter hatten offenbar kein Mitgefühl für ihre Opfer, warum sollte ich welches für solche Mörder aufbringen?
    Gut, dieses Empfinden ist vollkommen in Ordnung. Ich drücke es anders aus: Du hast auf eine Frage nach Haftentlassung mit Deinen Gefühlen geantwortet, aber nicht mit einer wirklichen Entscheidung der Frage. Juristen können das nicht, müssen ihre Gefühle außen vor lassen und sich nach dem Gesetz richten. Und wir wissen ja: Vor dem Gesetz sind alle Menschen gleich (ich weiss schon... einige sind gleicher) und danach muss eben letztendlich die angemessene Entscheidung getroffen werden.

    Ich bin ausdrücklicher Gegner der Todesstrafe. Schon deshalb, weil eine lebenslange Haft in meinen Augen eine wesentlich härtere Strafe ist als ein schneller Tod. Von anderen Gründen mal ganz abgesehen.
    Das sage ich auch jedem der für die Todesstrafe ist! Vor Gericht ist es aber glücklicherweise nicht relevant, ob man diese Strafe grausamer oder härter findet. Es ist einfach unsere höchste Strafe und im Fall von Monhaupt besteht nach verbüßter Mindesthaftzeit Anspruch auf die Entscheidung, ob noch Gefahr besteht oder nicht und ob der Rest der Sprache zur Bewährung ausgesetzt wird. Die Grausamkeit der Tat hat sich bereits entsprechend im Strafmaß niedergeschlagen und kann bei diesem juristischen Akt m. E. keine besondere Berücksichtigung mehr erfahren. Wäre die Straftat nach jahrelanger Peinigung durch das spätere Opfer geschehen, wäre das Strafmaß ja bereits geringer gewesen.

    Wie gesagt: Ich bringe hier nur mein laienhaftes Empfinden zum Ausdruck, völlig frei von juristischen Überlegungen. Und dass gesprochenes Recht allzu oft nichts mit Gerechtigkeit zu tun hat, ist sowieso eine uralte Binse.
    Das stimmt zwar, gilt aber auch umgekehrt: Volkes Zorn und Wille hat nicht immer etwas mit angemessenen Strafen zu tun und dementsprechend ist Selbstjustiz ja auch verboten. Ich lasse mich bei solchen Fragen dann eben lieber von den geltenden Regularien leiten.

    Ich bin froh diese Entscheidungen nicht treffen zu müssen! Denn wenn etwas schiefgeht, sind die Verantwortlichen in den Medien wieder am Pranger. Wie konnte man die nur entlassen? Aber hinterher ist man immer schlauer und aus einer "Vollkaskomenthalität" heraus kann man nicht jeden wider geltendem Recht bis ans Lebensende im Knast festhalten, wenn dies nicht angeordnet ist.

    PM

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