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Spiegel und Springer kehren zu alter Rechtschreibung zurück

Erstellt von bubu, 06.08.2004, 11:53 Uhr · 40 Antworten · 2.265 Aufrufe

  1. #11
    Benutzerbild von Pallas

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    bubu postete
    Ich hätte einen ganz einfachen Kompromiss anzubieten: Die neue Rechtschreibung wird an den Schulen ausschließlich gelehrt und ist verbindlich für Medien, Publikationen und sonstige sprachliche Erzeugnisse. Alte Rechtschreibung wird weiterhin nicht als Fehler angerechnet. Lass zwei, drei Generationen ins Land ziehen und das Problem hat sich ganz von selbst erledigt.
    Mit diesem Vorschlag könnte auch ich mich gut arrangieren.

    Ansonsten sehe ich es ähnlich wie J.B.:
    Ein Volksentscheid wäre in diesem Fall vielleicht ganz sinnvoll gewesen, da es um etwas geht, mit dem jeder von uns jeden Tag ständig zu tun hat.

  2.  
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  3. #12
    Benutzerbild von Torsten

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    Die aktuelle Debatte ist bezeichnend für den Zustand unserer Gesellschaft bzw. ihrer politischen Kultur: Immer schön wankelmütig und opportunistisch, bloß nicht einmal gefasste Entschlüsse langfristig durchsetzen. Nur weil manche Zeitgenossen schlicht zu bequem waren, sich mit den Regeln der Rechtschreibreform auseinander zu setzen, wird nicht an den Schwächen gearbeitet, sondern gleich das ganze Paket in Frage gestellt - armselig!

    Das Resultat wird jetzt erneutes Chaos sein, mit dem sich die Fraktion der Neophoben wunderbar bestätigt sieht. Und die Arroganz einiger Medienorgane ist in der Tat erschreckend, bestätigt aber einmal mehr die Beobachtung von Soziologen, dass die Medien zur vierten Gewalt im Staate avancieren. Da es eine kollektive Ignoranz gegenüber "Spiegel" & Co. natürlich nicht geben wird, darf man gespannt sein, welch sprachliches Tohuwabohu uns da noch ins Haus steht...

  4. #13
    Benutzerbild von falkenberg

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    Eine Vorreiterrolle würde ich der FAZ nicht unbedingt zuschreiben wollen. Die sind nur ihrer konservativen bis reaktionären Leserschaft in den Arsch gekrochen. Höflich ausgedrückt kann man sowas auch unter Marketing verbuchen.

    Vom Spiegel bin ich in diesem Zusammenhang schon etwas enttäuscht (mal vorausgesetzt, es wird wirklich so umgesetzt). Die haben sowas eigentlich nicht nötig. Boykottieren werde ich den Spiegel dafür aber nicht.

    Die Rechtschreibreform hätte es sicher leichter gehabt, wenn sie sich auf die logischen und systematischen Änderungen beschränkt hätte. So, wie sie realisiert wurde, bietet sie einfach zu viel Angriffsfläche. Schade drum.

    Ansonsten kann ich Torsten weitgehend zustimmen. Es ist schon bezeichnend, wenn nicht mal eine Rechtschreibreform durchgezogen werden kann.

    Allerdings muss man in einer Demokratie den Verlagen auch ihre Rechtschreibfreiheit lassen. Es waren schließlich nur private Wirtschaftsunternehmen, die hier falsch entschieden haben.

  5. #14
    Benutzerbild von röschmich

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    Ich könnt auch das Kotzen kriegen. Das gerade das Zentralorgan für Volksverdummung da mitmacht, mag einen nicht verwundern. Ich habe da mit der neuen Rechtschreibreglung meine Probleme, bezüglich Groß- und Klein- und Zusammenschreibung. Notfalls habe ich meine eigenen "persönliche" Note.
    Aber das was sich jetzt abzeichnet ist im höchstem Maße "reaktionär" Ich hoffe, dass sich da auch Widerstand regt und nicht alle auf den entgegenkommenden Zug aufsprigen. Der führt nämlich zurück.

  6. #15
    Benutzerbild von F.G.T.H.

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    Frankfurt/Main (AP) «Hier werden sie geholfen!», «Er wäre gekommen, wenn er es gehört hätte können» - auf Deutschlands Fernsehschirmen häufen sich grammatikalische Grausamkeiten. Doch in Zeiten, in denen selbst angesehene Fernsehmoderatoren Konjunktiv I und II falsch verwenden, kämpft die Nation erbittert gegen ein anderes sprachliches Problem: Pünktlich zum Sommerloch ist wieder die Debatte über die Rechtschreibreform entbrannt. Bestaunt von den Nachbarn in Österreich und der Schweiz streitet Deutschland um ein Reformthema, neben dem Arbeitsmarkt- oder Gesundheitsreform zu verblassen drohen.
    Eine Reform, mit der alle zufrieden seien, könne es gar nicht geben, sagt Heller: «Es gibt schließlich verschiedene Interessen, Leser haben andere Anforderungen als Schreiber.» Und das war auch nicht anders, als im 18. Jahrhundert die Bemühungen um eine einheitliche Rechtschreibung begannen: Während der bedeutende Grammatiker Johann Christoph Adelung den Grundsatz vertrat «Schreibe, wie du sprichst», forderte später sein Kollege Jacob Grimm, die Schreibung solle die Wortgeschichte berücksichtigen.

    Diese zwei Prinzipien streiten bis heute fort, weswegen es nie eine Rechtschreibreform geben wird, mit der alle zufrieden sind. Österreicher und Schweizer können dies offenbar leichter akzeptieren als Deutsche - derart politisierte und emotional geführte Diskussionen wie in Deutschland sind in den beiden ebenfalls betroffenen Ländern unbekannt. «Diese Diskussion ist typisch deutsch», seufzt denn auch Heller.

    Quelle Yahoo

    damit ist doch alles gesagt

  7. #16
    Benutzerbild von Die Luftgitarre

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    In Schleswig-Hostein hat es damals sogar eine Volksabstimmung zum Thema Pro/Contra-Rechtschreibreform gegeben. Es war die einzige Wahl, bei der ich auf mein Stimmrecht verzichtet habe.

    Wieso kann man denn an das Thema Rechtschreibung nicht einfach etwas pragmatischer rangehen und sagen: "Sprache muss sich entwickeln dürfen." ?

    Es hat ja niemand die Absicht, "Bär" demnächst mit e zu schreiben, oder "Hund" mit t, "Stadt" mit tt oder "Werk" mit g (was in der Tat zu Kommunikationsproblemen führen würde); es geht doch bei Rechtschreib-Unsicherheiten fast immer nur um spitzfindige Fragen bezüglich der Eindeutschung von Fremdwörtern, der Alternative ss/ß, der Wort-Trennung oder Zeichensetzung. Wo wäre denn das Problem, wenn man derartige Fragen einfach zu Angelegenheiten des individuellen Geschmacks erklären würde, und sich Behörden und Medien einfach an dem orientieren, was sich jeweils allgemein durchzusetzen scheint?

    Dahinter steckt letztlich auch eine gesellschaftsphilosophische Frage: Verstehen wir unter "Rechtschreibregeln" automatisch staatliche Gesetze, die von einer Kommission auf den Weg gebracht werden müssen, oder eher gesellschaftliche Übereinkünfte, die sich im Alltag herausbilden und einbürgern? (Bezeichnend: Auch in den USA wurde die deutsche Rechtschreibreform-Debatte in den Medien behandelt, allerdings meist unter der Rubrik Kuriositäten und mit dem Tenor: "typisch deutsch"! *g*)

    Die aktuelle Entwicklung - alte, neue und doch wieder neue/alte Rechtschreibung neutralisieren sich gegenseitig und im Internet schreibt eh jeder nur noch wie er will - finde ich eigentlich ganz gut.

  8. #17
    Benutzerbild von Torsten

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    Die Luftgitarre schrieb
    Die aktuelle Entwicklung - alte, neue und doch wieder neue/alte Rechtschreibung neutralisieren sich gegenseitig und im Internet schreibt eh jeder nur noch wie er will - finde ich eigentlich ganz gut.
    Ich nicht, und mit Pragmatismus hat das in meinen Augen schon gar nichts zu tun, sondern mit falsch verstandener Liberalität. Ich möchte mich beim Lesen von Texten nicht ständig auf unterschiedliche Schreibweisen einstellen (schließlich funktioniert Lesen über die visuelle Worterkennung und nicht über's mühsame Zusammensetzen der einzelnen Buchstaben) und plädiere daher als bekennender Minimalist für eine einheitliche Version der geschriebenen Sprache.

    Im Übrigen ist es ein Gerücht, dass dies der Sprachentwicklung abträglich sei, denn die manifestiert sich in der Regel über "Mutationen" im gesprochenen Wort, die dann gegebenenfalls irgendwann in die Regeln der Schriftsprache einfließen.

    Und das hier:
    Die Luftgitarre schrieb
    und im Internet schreibt eh jeder nur noch wie er will
    ist kein Synonym für Pragmatismus, sondern schlicht für Chaos...

  9. #18
    Benutzerbild von 80sgirl

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    Das halte ich auch nicht für gut, vor allem weil damit eine Schülergeneration, die ja bereits in der neuen Rechtschreibung von Anfang an unterrichtet wurde (und sie somit eigentlich besser beherrschen sollte als wir um die 30), dann ja wieder lernen müsste, wie man "alt" schreibt. Ich glaube einfach, dass hier zwei Pressegiganten einfach mal populistisch auf den Zug der Unzufriedenheit aufgesprungen sind und daher jetzt glauben, dass sie dadurch vielleicht noch ein bisschen ihre Auflagen steigern können. Bei Springer bei mir weit gefehlt. Den Spiegel nehme ich schon ab und an mal in die Hand (und nicht nur beim Arzt im Wartezimmer oder beim Friseur).

  10. #19
    Benutzerbild von ihkawimsns

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    Eine Viertelstunde etwa habe ich mal bei Sabine Christiansen reingeschaltet, die sich heute Abend (wie sollte es auch anders sein) mit diesem Thema befasste bzw. befasst. Anwesend war natürlich auch Bild-Strunz (der Chefredakteur), welcher direkt offenbarte, sein Blatt äußere das, was die Mehrheit der Deutschen denke und wie eine defekte Schallplatte ständig wiederholte, 90% der Deutschen lehnten die neue Rechtschreibung ab (wo auch immer diese Zahl herkommen mag...).

    Irgendwie überrascht mich ein solcher Standpunkt überhaupt nicht.

  11. #20
    Benutzerbild von bubu

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    Wenn schon, dann richtig!


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