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Spiegel und Springer kehren zu alter Rechtschreibung zurück

Erstellt von bubu, 06.08.2004, 11:53 Uhr · 40 Antworten · 2.268 Aufrufe

  1. #21
    Benutzerbild von
    Was mich bei diesem Thema langsam gewaltig annervt, ist die Tatsache, dass sich langsam alles auf eine Rückkehr zur alten Rechtschreibung reduziert.

    Dabei gab es durchaus Probleme die eine Reform notwendig machten. Nicht weil die Kultusminister das so wollten, sondern weil Sprache lebt. Das tat sie schon immer. Um das zu erkennen, braucht man nur einmal ein Buch von 1895 aufschlagen.

    Nun haben sie es wiedermal versaut. Das haben Politiker offenbar so an sich. Mehr kann man aber auch nicht erwarten, wenn Anwälte die Rechtschreibung reformieren und Lehrer unsere Haushalte planen. Dafür sind Leute, denen jegliche Ausbildung fehlt, eben für die Außenpolitik zuständig.

    Was wir deshalb m. E. trotzdem nicht brauchen ist eine Verkürzung auf die Forderung nach einer Rückkehr zur alten Rechtschreibung. Es sollte lieber schleunigst eine vernünftige Rechtschreibreform her. Solange sollte die bereits beschlossene und in weiten Teilen umgesetzte allerdings in Kraft bleiben.

    Dave

  2.  
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  3. #22
    Benutzerbild von Raccoon

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    Ich gehöre zu denen, die die Rückkehr von Spiegel und Springer zur "alten Rechtschreibung" in Ordnung finden. Denn mit der soganannten Reform (in meinen Augen alles andere als eine "Entwicklung") begann das Chaos ja erst. Ich kann seitdem nichts mehr lesen, denn als jemand, der früher Bücher geradezu verschlang und damit die "alte Rechschreibung" relativ gut intus hat, stolpere ich regelrecht über Delfine, dass oder Sauerstoffflaschen. Hätte ich als Schüler sowas geschrieben, hätte ich eine schlechte Note bekommen - das Alte sitzt und somit sieht es für mich brutal falsch aus. Umgeschriebene Worte sind sicher nur ein Teil der "Reform", fallen aber den meisten meinder Freunde, auch meinen Eltern, ins Auge. Ich kenne persönlich auch niemanden, der oder die die Reform gutheisst oder damit klar kommt.

    Übrigens, soweit ich mich erinnere, gab es damals genug Stimmen gegen die Reform - die Bedenken liefen durch die Medien. Man hat aber nicht drauf gehört, irgendwer wollte ich da wieder durchsetzen.

    Und ob man will oder nicht, selbst wenn es bei der "neuen Regelung" bleibt, es wird weiterhin Chaos geben, denn für einen doch sehr großen Teil der Menschen gilt "innerlich" das alte Gelernte.

    Gruß, Raccoon

  4. #23
    Benutzerbild von röschmich

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    Worhin wurde vergessen den Link zur Titanic zu nennen
    http://www.titanic-magazin.de
    der ganze Artikel bringt es auf dem Punkt.

    Ich möchte mal wissen was an der Schreibweise z.B. von Sauerstoffflaschen nicht logisch sein soll. Wenn ich es trenne: Sauerstoff-flaschen
    Warum soll bei der Zusammenschreibung ein Buchstabe fehlen?
    Oder "Delfine" mit "f". Mit was will man das sonst schreiben? Das waren jetzt mal wirklich Beispiele der Vereinfachung.
    Ich denke mir, mit der Begrüßung der absuluten Rückkehr, schreiben sich viele ihr eigenes Armutszeugnis aus.
    Ich warte nur noch auf den Tag, wo man in der BILD die Rückkehr des Kaisers fordert.

  5. #24
    Benutzerbild von Torsten

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    Raccoon postete
    Und ob man will oder nicht, selbst wenn es bei der "neuen Regelung" bleibt, es wird weiterhin Chaos geben, denn für einen doch sehr großen Teil der Menschen gilt "innerlich" das alte Gelernte.
    Wenn's danach ginge, dürfte man niemals was verändern, denn Lernunwillige und ewig Gestrige wird es in der Übergangsphase immer geben. Im Übrigen wird dieser "große Teil der Menschen" irgendwann das Zeitliche segnen, und ab dann würde sich die Mehrheit mit den neuen Regeln zurechtfinden (was allerdings voraussetzt, dass gewisse Schwächen noch behoben werden). Im Übrigen auch erstaunlich, wie wenig Rücksicht auf die heranwachsende Generation genommen wird, die immerhin seit teilweise bereits acht Jahren auf die reformierte Fassung geschult wird.

    Den Gipfel der Arroganz erlebte ich allerdings in der nächtlichen Wiederholung des ARD-"Presseclubs", in der die Vertreterin der "FAZ" auf die berechtigte Kritik des von mir sehr geschätzten Hans-Ulrich Jörges vom "stern" allen Ernstes ungefähr wörtlich antwortete: "Wir sind ein Wirtschaftsunternehmen und müssen uns daran orientieren, was unsere Leser verstehen. [welch ein Armutszeugnis für die Leser der "FAZ"!] Da darf uns egal sein, was in den Schulen gelehrt wird."

    Bei so wenig Verantwortungsgefühl für das wichtigste Kulturgut einer Nation - nämlich die Sprache - kommt einem wirklich der Kotz hoch. Am liebsten hätte ich diese Trulla durch den Fernseher gezogen und ihr ordentlich eine geschallert...

  6. #25
    Kinderfresser
    Benutzerbild von Kinderfresser
    Also ich bin auch bekennender Benutzer der alten Rechtschreibung. Die neue Rechtschreibung hat durchaus einige sehr gute Ideen hervorgebracht. So ist z.B. völlig unlogisch warum "numerieren" bzw. "plazieren" anders geschrieben werden als "Nummer" bzw. "Platz". Ebenso halte ich das was röschmich geschrieben hat für sinnvoll.

    Ein Beispiel: Bett schreibt man mit 2 "t" am Ende und Tuch mit einem am Anfang. Warum aber wird Bettuch nur mit 2 "t" geschrieben? Nach der neuen Rechtschreibung wird es logischerweise mit 3 "t" geschrieben, also Betttuch. Das mag zwar gewöhnungsbedürftig sein, ist aber vollkommen logisch. Vor allem wenn man dann noch die Balletttruppe hinzunimmt. Denn Balletttruppe wurde auch nach alter Rechtschreibung schon mit 3 "t" geschrieben. Der Grund ist, daß bei Balletttruppe auf das 3. "t" ein Konsonant folgt, während bei Bettuch ein Vokal folgt. Einfacher und logischer ist's dann doch beides mit 3 "t" zu schreiben. Gleiches gilt für Sauerstoffflasche und Schiffahrt!

    Für eine unnötig halte ich bspw. die Neuregelung des "ß". Hier wurde es meiner Meinung nach nur noch komplizierter. Nach alter Rechtschreibung war nur zwischen "ß" und "s" zu unterscheiden. Das "ss" gab's nur ganz selten. Nach neuer Rechtschreibung ist jetzt aber auch noch das "ss" möglich, so daß zwischen "s", "ß" und "ss" zu wählen ist.

    Als letztes noch ein Wort zu den Fremdwörtern. Hier ist ja die Rechtschreibung der deutschen Aussprache angepaßt worden (bspw. Portemonee [oder so ähnlich zumindest]). Das halte ich für falsch. Entweder benutzt man Fremdwörter, dann sollte man sie aber auch so schreiben wie sie in ihrer "Muttersprache" geschrieben werden (also Portemonnaie) oder man sucht sich entsprechende deutsche Wörter (bspw. Geldbörse).

    Raccoon postete
    denn als jemand, der früher Bücher geradezu verschlang und damit die "alte Rechschreibung" relativ gut intus hat, stolpere ich regelrecht über Delfine, dass oder Sauerstoffflaschen. Hätte ich als Schüler sowas geschrieben, hätte ich eine schlechte Note bekommen - das Alte sitzt und somit sieht es für mich brutal falsch aus.
    Für 'ne Sauerstofflasche hättest Du als Schüler auch ohne Rechtschreibreform eine schlechte Note bekommen! (siehe zweiter Absatz)

  7. #26
    Benutzerbild von frasier

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    Alle die gegen die Reform sind, sind doch im Grunde nur unwillig oder unfähig, sich umzugewöhnen und noch etwas neues zu lernen.

    Zugegeben ist diese Umgewöhnung nicht einfach und auch ich sehe im Moment nicht ganz durch, aber wenn ich an die Schüler und die Ausländer denke, die es lernen müssen, ist langfristig richtig, die Sprache zu vereinfachen und Ausnahmen abzuschaffen.

    Ich hoffe, dass die Reform nicht wieder zurückgenommen (schreibt man das eigentlich zusammen?) wird.

    Nach und nach wird man sich an die Neuerungen gewöhnen.


    Obwohl, eigentlich könnte man doch auch gleich Englisch als zweite Amtsprache einführen, wäre im Hinblick auf eine Weltsprache nicht schlecht.

  8. #27
    Benutzerbild von Raccoon

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    Naja, sieht so aus als sei ich unfähig und unwillig, die Reform anzuerkennen. Und viele Mitmenschen um mich herum auch...

    Es hört sich teilweise an, als ob Menschen, die Jahrzehnte lang (!!) mit einer bestimmten Sprache/Rechtschreibung aufwuchsen, ignorant oder bescheuert seien, weil sie jetzt eine tolle Reform (Reförmchen), die ihnen aufgedrückt wurde, nicht anerkennen. Sorry, es liest sich ein bißchen so. Und das finde ich nicht in Ordnung (persönliche Meinung).

    Schon vor der Reform wurde übrigens von vielen gesagt, daß das teuer sei und man daher erst einmal darauf verzichten sollte. Aber nein! Und jetzt jammern, daß ein Zurück zuviel kosten würde, hört sich leider an wie: "Wir haben das jetzt durchgeboxt und dürfen unser Gesicht nicht verlieren. Wir sagen jetzt, das sei zu teuer und setzen uns somit einfach mal eben durch - ätsch." Man hätte vorher mal schon nachdenken sollen, aber nunja...

    Meine 2 Cent...

    Gruß, Raccoon

  9. #28
    Benutzerbild von Torsten

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    Raccoon postete
    Schon vor der Reform wurde übrigens von vielen gesagt, daß das teuer sei und man daher erst einmal darauf verzichten sollte. Aber nein! Und jetzt jammern, daß ein Zurück zuviel kosten würde, hört sich leider an wie: "Wir haben das jetzt durchgeboxt und dürfen unser Gesicht nicht verlieren. Wir sagen jetzt, das sei zu teuer und setzen uns somit einfach mal eben durch - ätsch." Man hätte vorher mal schon nachdenken sollen, aber nunja...
    Wie wäre es denn, nunmehr einfach mit dem typisch deutschen Genöhle und Bohei um nix aufzuhören, die Schwächen der Reform durchdacht aufzupolieren und es dann gut sein zu lassen?

    Aus der Sicht anderer Nationen blamiert sich Deutschland bis auf die Knochen - nichma zu Reformen der Rechtschreibung ist das Volk in der Lage...

  10. #29
    Benutzerbild von ihkawimsns

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    @ Raccoon

    Auch ich war gegen die Reform und gegen die damit verbundene Geldverschwendung. Aber jetzt noch mal die selbe Summe zu investieren, um sie wieder rückgängig zu machen, ist ja vollends Unsinn.

  11. #30
    Benutzerbild von röschmich

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    Helft mir mal, wo steht denn eigentlich die Regel, dass vor einem s am Ende eines Wortes ein Apostroh stehen muss?

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