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Starke Worte eines "Gutmenschen"

Erstellt von röschmich, 23.02.2005, 12:59 Uhr · 1 Antwort · 843 Aufrufe

  1. #1
    Benutzerbild von röschmich

    Registriert seit
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    1.764
    Ich habe letztenz im WOM Magazin einen Interessanten Beitrag über Peter Maffay gelesen. Das fand ich so interessant, dass ich Mangels dieses Forums die Geschichte an meine Kumpels per eMail verschickt habe.

    In den vergangenen Jahren sind Arschlochsein und Respektlosigkeit in Mode gekommen. Gibt es einen Punkt, wo du den Respekt vor einem Menschen verlierst?
    Das ist schon passiert, und zwar bei einer Reihe von Leuten. Was sie tun ist für mich so irrelevant, dass es nicht lohnt, sich lange damit auseinander zu setzen. In gewisse Sendungen gehe ich nicht, weil mir die Haltung, die dort anzutreffen ist, zu respektlos und menschenverachtend ist. Es macht mehr Sinn, Energien und Präsenz woanders einzubringen. Fernab des Versuchs, schnellstmöglich zu Ruhm, Kohle und Einfluss auf dem Rücken anderer zu kommen. Diese Form der Verkaufe ist mir zutiefst zuwider, und eigentlich müssen sich die Macher nicht wundern, wenn ihnen mal jemand aufs Maul haut. Ganz ehrlich hatte ich hin und wieder auch schon Lust dazu. Vielleicht würde jetzt mancher sagen: schon wieder alles viel zu ernst! Stimmt, es ist ernst.

    Und es geht doch weit über deine Branche hinaus, oder?
    Natürlich, diese schwarzen Schafe bei uns sind manchmal fast noch harmlos. In unserer fremdbestimmten Gesellschaft bedienen sich Leute in den obersten Rängen ohne alle Skrupel, die schicken mit einem Wimpernschlag 20.000 Leute auf die Straße, zerstören deren Existenzen und lassen sich dafür auch noch belohnen. Aber diese Kaltschnäuzigkeit, Arroganz und Brutalität beginnt mit Worten, mit einigen wenigen Leuten, die mit der Ängstlichkeit anderer kalkulieren und spielen. Es wird, da bin ich sicher, irgendwann eine Gegenwehr geben.

    Und was passiert dann?
    Eines Tages wird jemand sich nicht länger demütigen lassen und mit einer Knarre vor so einem Ignoranten stehen und ihn schlicht exekutieren. In der Politik ist das schon oft genug passiert, und es wird irgendwann auch in der Unterhaltungsbranche geschehen. Da wird einem die Verletzung zu groß geworden sein, vor der ihn weder Staat, noch Gesellschaft beschützen, und dann richtet er eben selbst. Eine schreckliche Eskalation.
    www.wom-redaktion.de/journal/index.php?journal=022005&select=titelthema&unit=20 0023

    eben aus dem "Zwischenforum" kopiert

  2.  
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  3. #2
    Benutzerbild von PostMortem

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    Hmmm.... komisch, dass das die BILD nich schon verfälschend ausgeschlachtet hat, vonwegen "Peter Maffay ruft zu Amoklauf auf - hat er die Opfer von Erfurt vergessen?"

    Dabei hat der Mann recht. Die Deutschen neigen nicht dazu relativ früh auf die Straße zu gehen (jedenfalls nicht mehr seit Anfang der 90er) und zu protestieren. Der Frust eskaliert im Kleinen und es ist zu einfach zu glauben, nur Psychopathen könnten am Ende einer langen Frustrationskarriere einmal ausrasten.

    M. E. ist es ein schmaler Grat. Wenn ein Mensch meint nichts mehr zu verlieren zu haben, alleine da zu stehen und er glaubt, die Schuldigen für seine Misere genau zu kennen, ist er in seltenen, eskalierten Fällen irgendwann sicherlich bereit Gewalt anzuwenden. Das einzige, was uns bisher vor solchen "amerikanischen Verhältnissen" bewahrt hat, war die Tatsache, dass es uns in unserer "sozialen Marktwirtschaft" vor Einsetzen der Globalisierung allen recht gut ging. Es geht immer noch weiten Teilen der Deutschen sehr gut, aber die Gruppe derer, die von gutbezahlten Positionen aus relativ schnell und kaum gebremst in die Hartz IV Schiene laufen wächst. Neben dem, was wir seit Jahrzehnten hochmütig und gewohnheitsbedingt als "Bodensatz der Gesellschaft" akzeptiert haben, werden es sich immer mehr Menschen in der mittlerweile löchrigen sozialen Hängematte ganz schön unbequem machen, weil sie vor kurzem noch was ganz anderes gewohnt waren. Umso mehr Menschen Grund haben frustriert zu sein, desto höher wird ganz automatisch auch die Wahrscheinlichkeit dafür, dass jemand unter ihnen ist der austickt. Dazu kommt, dass wir zukünftig auch immer mehr ausgesprochen intelligente Leute zu innerlich rebellierenden 1-Euro-Jobbern machen. Einfachere Gemüter fügen sich erfahrungsgemäß leichter, lassen sich führen, begnügen sich schneller, lassen sich beschwichtigen - sie sind auch weniger gefährdet auszurasten. Demütigt man sehr intelligente Leute ist es gefährlicher und ihr geistiges Potenzial für (vermeintlich?) kranke Pläne und Racheakte ist ungleich höher.

    Ich muss bei dem Thema immer an "Falling Down" mit Michael Douglas denken. Der Typ den er dort darstellte hatte zwar ne gehörige Klatsche, aber die eine oder andere der dort gezeigten Situationen, hat gedanklich der eine oder andere sicher schonmal nachempfunden. In 99,99999% der Fälle greift unsere innere Sicherung (wer kennt diesen Gedanken nicht, wenn er gerade tierisch von jemandem genervt wurde:"AAAAAAAAAAAAAARGH!!!!! ICH KÖNNTE DEM DEN HALS UMDREHEN!!!!!") und wir bleiben nach außen hin natürlich ganz brav. Aber was, wenn einmal Umstände zusammentreffen, die die Sicherung haken lassen? Dann tritt u. U. ein, was Peter Maffay hier geäußert hat. Am nächsten Tag steht dann wieder auf allen Titelseiten "FEIGER ANSCHLAG AUF WIRTSCHAFTSGRÖSSE XY". Aber was war wirklich feige? Die Leute ihrem Schicksal zu überlassen, um den Bonsen das Wort zu reden, ihnen Geschenke zu machen, sich für die Zeit nach dem Ministeramt einen gut dotierten Job bei einem Versorger zu sichern? Statt Ursache und Wirkung zu sehen, wird dann von der Einzelaktion eines geistig verwirrten gesprochen werden. Dabei ist ein solches Ereignis absehbar und niemand tut etwas dagegen und vor allem gegen die Dinge, die die Menschen dazu treiben könnten. Gewalt ist keine Lösung. Aber manche Politiker sind so weit weg von den Problemen ihrer (Nicht-)Wähler, dass sie sich offenbar nicht vorstellen können, dass es dem entlassenen, vom Staat beschissenen armen Schlucker gar nicht mehr um Lösungen geht, sondern nur noch um das was in seinen Augen Gerechtigkeit wäre. Und die sieht er nicht, wenn er seine mickrige Existenz anschaut und auf der anderen Seite die Leute die ihn verkauft haben, im feinen Zwirn, mit der Zigarre und dem 15., 16. und 17. Monatsgehalt, weil sie so erfolgreich versagt haben.

    Respekt, das Maffay sich nach all den Jahren noch Gedanken um gewöhnliche Malochersorgen und die Auswirkungen auf unser Land macht, hätte ich ihm nicht zugetraut...

    PM

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