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Sympathien / Antipathien

Erstellt von bamalama, 15.01.2005, 20:35 Uhr · 815 Antworten · 103.125 Aufrufe

  1. #561
    LastNinja
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    AW: Sympathien / Antipathien

    Zitat Zitat von PostMortem Beitrag anzeigen
    Also mein Eindruck war und ist, dass das zumindest in meiner Schulzeit genau so war Hitler, Hitler, Hitler...
    Bei uns (Niedersachsen, der 80er Jahre) war es "die Weimarer Republik" rauf und runter.
    Das Thema "Dritte Reich" wurde nur kurz angeschnitten...
    Machtübernahme, Reichspogromnacht (und die rauf und runter)
    "Hitler war ne doofe Sau und die Nazis waren eine ganz schlimme Bande".
    Das Ganze wurde einem mit gesenktem Kopf erklärt.
    Und wenn "Dritte Reich", dann eigentlich nur der Holocaust...
    Immer so, dass man sich immer (obwohl man damit nichts zu tun hatte) total schuldig fühlte.
    Der Geschichtsunterricht war für´n Arsch...

    Meine Eltern (Bj 39, also Kind im Krieg) konnte man nicht befragen. Die Opas waren eben wegen des Krieges nicht mehr da und die Omas hatten dazu nichts zu sagen.

    Alles was die "braunen Jahre" betrifft, habe ich erst nach der Schule gelernt. Anfangs noch mit gesenktem Kopf, wenn man was Genaues wissen wollte, weil die Meisten einen schief angeguckt haben.
    Ja, man musste sich immer schuldig fühlen. Oder am Besten alles vergessen, Buße tun und sich für alle Gräueltaten entschuldigen.
    Wenn man Dinge aus der dieser Zeit für gut befindet, dann ist man gleich ein "Brauner", ein Sympathisant, ein Nazi, weil die Meisten alles einfach in den falschen Hals bekommen.
    Drittes Reich = alles böse (den Kopf senk)
    Hier wäre Aufklärung statt Verbote (darüber reden wir hier nicht, dass ist das Böse) besser gewesen.
    Keine Ahnung, wie das heute in Schulen gehandelt wird.
    Was Lord Voldemort für die einen ist, war für uns damals Adolf Hitler:
    Bei beiden war er doch letztendlich:
    "Er, dessen Namen nicht genannt werden darf".

    Letztendlich muss ich die heutigen "Nazis" auch verstehen, was sie eigentlich von sich brabbeln und warum sie für ihre Sache einstehen.
    Wenn dir mir erzählen:
    "Ja, aber bei Opa Adi hatten wir dieses und jenes und das war auch da und weil so und wegen überhaupt"
    Dann kann ich nicht dastehen und sagen: Alles Lüge, da haben mir meine Geschichtslehrer ganz andere Sachen erzählt (dabei den Kopf senk).
    Folglich muss ich auch mal über den Tellerrand hinwegschauen und selber Gegenargumente bringen.
    Aber auf beiden Seiten gibt es denn auch die "Mitläufer".
    Keine Ahnung haben, davon Gebrauch machen und am lautesten mit schreien.



    Zitat Zitat von Torsten Beitrag anzeigen
    Ah, hier kann ich dazulernen, hier bin ich richtig!
    Zustimm!
    Danke PM!

  2.  
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  3. #562
    Benutzerbild von waschbaer

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    AW: Sympathien / Antipathien

    @PM

    Die Lehrpläne in Geschichte sind in vielen Bundesländern auch heute noch voll mit Themen über das Dritte Reich. Neueste Geschichte nach 1945 kommt hingegen so gut wie gar nicht vor.

    Ansonsten wäre zum Autobahnbau mal die folgende Frage durchaus etwas für G. Jauch und WWM.

    "Welcher Politiker weihte wann den ersten Autobahnabschnitt ein?"

    A) Konrad Adenauer - 1949
    B) Konrad Adenauer - 1932
    C) Adolf Hitler - 1933
    D) Adolf Hitler - 1939

    Ich wette, der größte Teil der Kandidaten würde die falsche Antwort geben.

  4. #563
    Benutzerbild von PostMortem

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    AW: Sympathien / Antipathien

    Zitat Zitat von LastNinja Beitrag anzeigen
    Bei uns (Niedersachsen, der 80er Jahre) war es "die Weimarer Republik" rauf und runter.
    Bei mir wars auch das Niedersachsen der 80er Jahre Aber wir waren über meine ganze Schulzeit wohl immer ganz vorne dran. Schon in der 4. Klasse gabs Aufklärungsfilme, weil jemand in Anwesenheit der Lehrerin zu einem Klassenkameraden Wichser sagte...

    Das Thema "Dritte Reich" wurde nur kurz angeschnitten...
    Machtübernahme, Reichspogromnacht (und die rauf und runter)
    "Hitler war ne doofe Sau und die Nazis waren eine ganz schlimme Bande".
    Das Ganze wurde einem mit gesenktem Kopf erklärt.
    Und wenn "Dritte Reich", dann eigentlich nur der Holocaust...
    Immer so, dass man sich immer (obwohl man damit nichts zu tun hatte) total schuldig fühlte.
    Der Geschichtsunterricht war für´n Arsch...
    Ja, so war das ausgerichtet. Die sonst übliche kritisch/objektive Herangehensweise ist bei diesem Thema immer ausgeklammert. Auch sämtliche Aussagen zum dritten Reich werden stets nur mit deutlichen, negativen Wertungen oder Vokabeln versehen. Es legt niemand wert drauf, dass das Thema verstanden und eigenständig bewertet wird. Die negative Wertung wird stets direkt mit vermittelt und das war auch das Einzige was hängen bleiben sollte. Kein Wunder, dass das durch Rattenfänger relativ einfach ausgehebelt werden kann. Denn wo keine eigene Überzeugung ist, lässt man sich auch gerne belabern wenn alles so schön klingt. Und da der Staat in diesen (und leider eben nicht nur "diesen") Kreisen eh als Lügner dasteht, fällt es auch leicht das durch den Staat gelehrte über Bord zu werfen. Das liegt auch daran, dass der Nationalsozialismus ein Faszinosum ist. Auch wenn für diese Formulierung schonmal ein Parlamentspräsident zurücktreten musste... Aber wer sich allein mal ganz platt die Nazi-Szenen in Indiana Jones anschaut, der spürt welche Faszination dieses ganze NS-Gedöns einfach ausübt.

    Was in meiner Schulzeit allerdings kaum vorkam waren Informationen zum 1. Weltkrieg. Wenn ich heute nach Frankreich schaue, wundert mich das sehr. Denn in Frankreich spielt der erste Weltkrieg in vielen Orten heute noch eine viel größere Rolle als der zweite. Das ist immerhin unser großer Nachbar, unser guter europäischer Freund... und auf unserer Seite ist man diesbezüglich relativ ungebildet.

    ... auch @ waschbaer

    Bei aller Schelte die wir hier über unsere eigene Schulzeit äußern, muss man feststellen dass wir offenbar noch sehr viel mehr von den fast unveränderten Lehrplänen aufgenommen haben. "Meine Generation" hat diesbezüglich noch eine relativ gute Allgemeinbildung. Leute die erst vor ein paar Jahren aus der Schule kamen, haben oft schon Probleme Honecker und Hitler nicht durcheinander zu bringen. Wenn man dann noch nach "Spezialitäten" wie einem gewissen Eisenbahnwaggon bei Versailles fragt, dann wird man nur noch irritiert angeschaut... Da das nicht unbedingt dumme junge Leute sind, nehme ich einfach mal ganz stark an, dass man das heute besser, moderner vermitteln müsste. Jugendliche haben heute eben andere Gewohnheiten und Ansprüche wie Dinge präsentiert werden. Was uns schon langweilig war, ist heute wohl erst Recht ein Gähner und wird nicht mehr aufgenommen...

    PM

  5. #564
    LastNinja
    Benutzerbild von LastNinja

    AW: Sympathien / Antipathien

    Zitat Zitat von PostMortem Beitrag anzeigen

    Was in meiner Schulzeit allerdings kaum vorkam waren Informationen zum 1. Weltkrieg. Wenn ich heute nach Frankreich schaue, wundert mich das sehr. Denn in Frankreich spielt der erste Weltkrieg in vielen Orten heute noch eine viel größere Rolle als der zweite. Das ist immerhin unser großer Nachbar, unser guter europäischer Freund... und auf unserer Seite ist man diesbezüglich relativ ungebildet.
    Richtig, daran kann ich mich auch kaum erinnern.
    Vieles bekam ich erst nach der Schulzeit mit...


    Bei aller Schelte die wir hier über unsere eigene Schulzeit äußern, muss man feststellen dass wir offenbar noch sehr viel mehr von den fast unveränderten Lehrplänen aufgenommen haben. "Meine Generation" hat diesbezüglich noch eine relativ gute Allgemeinbildung. Leute die erst vor ein paar Jahren aus der Schule kamen, haben oft schon Probleme Honecker und Hitler nicht durcheinander zu bringen. Wenn man dann noch nach "Spezialitäten" wie einem gewissen Eisenbahnwaggon bei Versailles fragt, dann wird man nur noch irritiert angeschaut... Da das nicht unbedingt dumme junge Leute sind, nehme ich einfach mal ganz stark an, dass man das heute besser, moderner vermitteln müsste. Jugendliche haben heute eben andere Gewohnheiten und Ansprüche wie Dinge präsentiert werden. Was uns schon langweilig war, ist heute wohl erst Recht ein Gähner und wird nicht mehr aufgenommen...
    Oftmals kann man diese Typen mit geistiger Insolvenz in diversen TV-Formaten betrachten. Die dann Fragen zu Deutschland gestellt bekommen und in der Tat Honecker und Adi verwechseln.
    Aber das zieht sich ja durch alle Themen (Bundesländer aufzählen etc.) wie ein roter Faden.
    Allgemeinbildung ist halt nicht mehr jedermanns Sache oder es wird anders gelehrt. Vielleicht wird es auch zu langweilig den Schülern beigebracht.
    Wir haben mit solchen Fragen in der Schulstunde immer "Ecken Raten" (vier Ecken im Klassenraum - vier Schüler, der schwächste fliegt) gespielt.
    So wurde Wissen spielerisch gelehrt und es blieb im Kopf hängen.




    Diese Szene aus dem Eisenbahnwaggon hier, kam hab ich definitiv nicht in der Schule gelernt.
    Das kam auch erst später.

  6. #565
    Benutzerbild von SonnyB.

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    AW: Sympathien / Antipathien

    Jetzt solltet ihr glaub ich, besser im "Fremdenfeindlichkeit" oder im "Jugend von heute" Thread weitermachen. Es driftet doch sehr vom Thema ab . "Schulerinnerungen" wär auch ne Threadwahl

  7. #566
    LastNinja
    Benutzerbild von LastNinja

    AW: Sympathien / Antipathien

    Zitat Zitat von SonnyB. Beitrag anzeigen
    Jetzt solltet ihr glaub ich, besser im "Fremdenfeindlichkeit" oder im "Jugend von heute" Thread weitermachen. Es driftet doch sehr vom Thema ab . "Schulerinnerungen" wär auch ne Threadwahl
    Ja Chef!!

  8. #567
    Benutzerbild von Torsten

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    AW: Sympathien / Antipathien

    Zitat Zitat von PostMortem Beitrag anzeigen
    Also mein Eindruck war und ist, dass das zumindest in meiner Schulzeit genau so war Hitler, Hitler, Hitler...
    Hab ich bei mir eher umgekehrt in Erinnerung. Ich glaube sogar, am Ende der Sekundarstufe I war bei uns nicht mehr genug Zeit vorhanden, um das Thema ausführlich durchzukauen. Und an die Inhalte aus Sekundarstufe II kann ich mich schon gar nicht mehr erinnern...

    Zitat Zitat von PostMortem Beitrag anzeigen
    Wenn man dann noch nach "Spezialitäten" wie einem gewissen Eisenbahnwaggon bei Versailles fragt, dann wird man nur noch irritiert angeschaut...
    Also entweder wurde uns das damals nicht erzählt, oder ich hab's nicht mitbekommen - dass die deutsche Kapitulation in einem Eisenbahnwaggon unterzeichnet wurde, hab ich nach deiner Bemerkung auch erst soeben per google erfahren.

    Und der olle Adolf ließ sich seine Form der Genugtuung später offenbar nicht nehmen:
    1940: In demselben Eisenbahnwaggon bei Versailles, in dem Frankreich die Deutschen zur Unterschrift ihrer Kapitulation im Ersten Weltkrieg zwang, zwingt Hitler die Franzosen nach Zerschlagung ihrer Armee 1940, ihre Kapitulation zu unterschreiben. Die Revanche der Revanche.
    Hab mich also dem Credo heutigen Lernens angepasst - nicht mehr das Wissen selbst ist wichtig, sondern nur noch die Fähigkeit, es im Netz nachzuschlagen...

    Zitat Zitat von PostMortem Beitrag anzeigen
    Ach übrigens... Du guckst jetzt sowieso kein (Herman und) Tietjen mehr, Du guckst jetzt immer NDR Talkshow:

    Schöneberger übernimmt "NDR Talk Show"
    http://www.spiegel.de/kultur/gesells...506308,00.html
    Hab's vorhin im "ioff" erfahren und harre in freudiger Erwartung dessen, wie sie sich als Gesprächsleiterin macht. Wäre schön, wenn sie nicht so weichgespült daherkäme wie ihre Vorgänger.

    Bis dahin wird ersma gehuldigt.




  9. #568
    Benutzerbild von MaxiMan

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    AW: Sympathien / Antipathien

    Zitat Zitat von PostMortem Beitrag anzeigen
    Nunja, heute weiss ich jedenfalls , dass die Reichsautobahnen gar nicht Hitlers Idee waren, sondern schon in der Weimarer Republik geplant wurden....
    Dieser Gedanke ging mir auch durch den Kopf. Wer mehr wissen will über den "Wohlfahrtsstaat" der Nazis, dem sei das Buch von Götz Aly "Hitlers Volksstaat" empfohlen.

    Leseproben und Rezensionen gibt es u.a. hier:
    http://www.perlentaucher.de/buch/20266.html

    Sehr treffend ist z.B. diese einleitende Bemerkung zum Buch: "Hitler, die Gauleiter, Minister und Staatssekretäre agierten als klassische Stimmungspolitiker. Sie fragten sich täglich, wie sie die Zufriedenheit der deutschen Mehrheitsbevölkerung sichern konnten. Auf der Basis von Geben und Nehmen erkauften sie sich deren Zustimmung oder wenigstens Gleichgültigkeit durch eine Fülle von Steuerprivilegien, mit Millionen Tonnen geraubter Lebensmittel und mit der Umverteilung des "arisierten" Eigentums von verfolgten und ermordeten Juden aus ganz Europa. Den Deutschen ging es im Zweiten Weltkrieg besser als je zuvor, sie sahen im nationalen Sozialismus die Lebensform der Zukunft - begründet auf Raub, Rassenkrieg und Mord."

    Hält man sich diese Zusammenfassung vor Augen, rücken die Thesen "Es war nicht alles schlecht", "Tabuisierung von Errungenschaften" oder "Auch wenn das Ganze schlecht ist, diskreditiert es nicht das einzelne Gute" in einen etwas anderen Zusammenhang.

    P.S. für Nachfragen: Ja, ich habe das Buch selber; nein, ich habe es bislang nicht zu Ende gelesen [in der Chronologie bin ich bis 1940 gekommen].

  10. #569
    Benutzerbild von musicola

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  11. #570
    Benutzerbild von SonnyB.

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    AW: Sympathien / Antipathien

    Zitat Zitat von SonnyB. Beitrag anzeigen
    Jetzt solltet ihr glaub ich, besser im "Fremdenfeindlichkeit" oder im "Jugend von heute" Thread weitermachen. Es driftet doch sehr vom Thema ab . "Schulerinnerungen" wär auch ne Threadwahl