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Tag der deutschen Einheit soll wegfallen...

Erstellt von 666meng666, 03.11.2004, 20:49 Uhr · 85 Antworten · 4.369 Aufrufe

  1. #1
    Benutzerbild von 666meng666

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    Hans Eichel macht ernst: Um im kommenden Jahr endlich die Kriterien für den Euro-Stabilitätspakt einzuhalten (Staatsdefizit nicht höher als drei Prozent) will der Finanzminster uns jetzt sogar einen Feiertag streichen. Der Tag der Deutschen Einheit soll künftig stets auf einen Sonntag fallen.

    Zusammen mit Kanzler Schröder, so hieß es aus Regierungskreisen, habe man sich „im Kern“ auf ein Maßnahmenpaket geeinigt. Damit möglichst viel Geld in die leeren Kassen kommt, ist neben der Feiertagsverlegung auch der Verkauf von Forderungen geplant, die der Bund an die Deutsche Telekom und die Deutsche Post hat.

    Warum klauen die uns jetzt wieder einen Feiertag? Weil mehr gearbeitet wird, wird auch mehr erwirtschaftet: Das Bruttoinlandsprodukt steigt.

    Wir erinnern uns: Schon einmal, 1995, hatte ein Feiertag dran glauben müssen, der evangelische Buß- und Bettag. Zur Finanzierung des Arbeitgeber-Anteils der Pflegeversicherung. Nur Sachsen blieb standhaft: Dort ist der Mittwoch vor dem letzten Sonntag des Kirchenjahres auch jetzt noch arbeitsfrei.


    Kritik an den Eichel-Plänen kam prompt – aus Bayern. Sozialministerin Christa Stewens bezeichnete das Vorhaben als „vollkommen falsches Signal für den deutschen Einigungsprozeß“ und kündigte Widerstand an. „Gerade derzeit käme es darauf an, die Einheit in den Köpfen und Herzen der Menschen weiterzubauen.“

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  2.  
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  3. #2
    Benutzerbild von röschmich

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    Der Nationalfeiertag kein freier Tag mehr - Schande für Deutschland!

  4. #3
    raabi2000
    Benutzerbild von raabi2000
    Es ist doch nur die logische Konsequenz.

    Ein Volk

    - das keinen Nationalstolz besitzen darf
    - das keine nationalen Werte haben darf
    - das auf ewig an seine Geschichte gefesselt zu sein scheint

    das braucht auch keinen Nationalfeiertag.

    Einen Dank an unsere Regierung, dass sie uns wieder und wieder daran erinnert.

  5. #4
    Benutzerbild von ihkawimsns

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    Der Tag der Einheit hat für mich jetzt nicht sooo eine große Bedeutung; schön, das es ihn gibt und man an '90 erinnert wird, aber das war's auch schon. Von Nationalstolz-Debatten einmal abgesehen, ist mir nur schleierhaft, welchen Sinn diese Aktion haben soll. Dass der große Aufschwung kommt, nur weil in fünf von sieben Jahren mal ein Tag länger gearbeitet wird, glauben die doch selber nicht...

  6. #5
    Benutzerbild von
    Man kann es drehen und wenden wie man will.... die Debatte in Deutschland hat sich auf Arbeitszeiten und freie Tage pro Jahr eingeschossen. Solange das Wachstum noch im Rahmen war, hat man uns das verziehen. Aber die Zeiten sind vorbei. Man kann darüber philosophieren, ob es eigentlich unendliches Wachstum geben kann und welchen Sinn es hat, ständig auf ein solches zu bauen (ich glaube, so viel Sinn macht es nicht und ist der Fehler in unserem Wirtschaftssystem schlechthin). Tatsache bleibt aber, dass wir daran so bald nichts ändern werden, denn wir leben in einer Welt, die mehr denn je ein globales Dorf ist. Der positive Effekt von mehr Arbeitstagen aufs Wachstum scheint erwiesen - der negative von weniger Arbeitstagen auch. Darauf stützen sich alle möglichen Wirtschaft5experten in ihren Prognosen.

    Bei den ganzen hierzu laufenden Debatten (45, 50, 60 Stundenwoche, weniger Urlaub), ist mir dabei der Verlust eines Feiertages noch am liebsten. 40 Stunden und mehr arbeite ich sowieso schon. Aber meine 30 Tage Urlaub möchte ich nicht hergeben. Auch dabei sind wir Deutschen "natürlich" mit an der Spitze - und das können wir auch gerne bleiben. Der Effekt für die (auch innerdeutsche) Tourismusbranche ist nicht zu unterschätzen.

    Meinen Urlaub kann ich flexibel nehmen. Einen Feiertag muss ich nehmen wie er kommt. Von daher: Wenn schon mehr Arbeitstage, dann meinetwegen am liebsten über weniger Feiertage und nicht über gekürzten Urlaub. Im übrigen sind die Feiertage auch die einzigen freien Tage, über die der Staat bestimmen kann. So lautstark wie manche Politiker sich für Mehrarbeit und Urlaubskürzung stark machen, so wenig Einfluss haben sie ja nunmal (ein Glück) darauf.

    Dave

  7. #6
    Engel_07
    Benutzerbild von Engel_07
    666meng666 postete
    Kritik an den Eichel-Plänen kam prompt – aus Bayern. Sozialministerin Christa Stewens bezeichnete das Vorhaben als „vollkommen falsches Signal für den deutschen Einigungsprozeß“ und kündigte Widerstand an. „Gerade derzeit käme es darauf an, die Einheit in den Köpfen und Herzen der Menschen weiterzubauen.“

    Quelle: Bild
    Abgesehen davon, dass
    1. wir genug Freizeit haben
    2. der deutschen Einheit immer noch gedacht würde, nur eben immer an einem Sonntag
    3. ich mich damals gefreut habe, dass die Mauer fiel und die Menschen in Ostdeutschland endlich ihre Freiheit bekamen (ich habe selber Verwandte im Erzgebirge und in Leipzig!); ich aber auch gegen eine Wiedervereinigung im Hau-Ruck-Verfahren war
    4. es wohl der Mehrheit der Deutschen an diesem Tag wohl gar nicht bewußt ist, warum sie gerade frei hat

    könnte Frau Sozialministerin Stewens uns ja mal bitte erklären, wie ein freier 3. Oktober die "Einheit in den Köpfen und Herzen der Menschen" weiterbaut! (Am besten in der Bunten Republik Neustadt in Dresden (gibt es die noch???), oder im Club Südstadt in Cottbus (gibt es diesen autonomen Jugendclub in der von rechten Schlägern beherrschten Plattenbau-Siedlung noch???)

    Ist diese Diskussion jetzt eigentlich noch ein verspätetes Sommerloch, oder was???

  8. #7
    Benutzerbild von Torsten

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    Kann mich Engel_07 nur anschließen - klassischer Fall von akutem Empörungsgenuss...

  9. #8
    Benutzerbild von frasier

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    Der Trend (mehr Arbeitsstunden, weniger Feiertage, weniger Urlaub) ist unaufhaltsam und auch zwingend für Deutschland, um international wieder wettbewerbsfähig zu werden. Jedes Aufbäumen dagegen wäre sehr kurzsichtig, denn die Alternative wären Lohnkürzungen oder noch mehr Arbeitplatzverlagerungen ins Ausland.

    Und weniger Urlaub führt auch nicht zu Einbußen in der Tourismusbranche, da die Kaufkraft erhalten bleibt. Jemand, der immer 3 Wochen in irgendeinem Blabla-Land gemacht hat, macht eben in Zukunft nur noch 2 Wochen Urlaub, kann und wird aber den gleichen Betrag ausgeben, schon um die Verkürzung zu kompensieren.

    Nur den Tag der Einheit abzuschaffen ist ziemlicher Blödsinn, da gibts genug andere Feiertage, die man streichen könnte. Man muss ja den verbliebenen Nationalstolz nicht noch vollends zerstören.

  10. #9
    Benutzerbild von Trüffel

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    Jemand, der immer 3 Wochen in irgendeinem Blabla-Land gemacht hat, macht eben in Zukunft nur noch 2 Wochen Urlaub, kann und wird aber den gleichen Betrag ausgeben, schon um die Verkürzung zu kompensieren.
    Tja würden mehr Menshen in Deutschland Urlaub machen, dann ging es uns wohl auch viel besser....

  11. #10
    Benutzerbild von Pallas

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    Dieser Feiertag markiert exakt den Tag der Deutschen Wiedervereinigung, und das ist ein Tag, den viele Menschen hüben wie drüben 40 Jahre lang herbeigesehnt haben (manche vielleicht nicht mit dem rechten Ernst, aber so war es).

    Den kann man nicht eben mal auf das erstbeste Wochenende im Oktober verlegen, nur damit es ein Sonntag und es einen Feiertag weniger gibt.

    Sicher ist dieser Feiertag nicht der entscheidende Faktor in der Annäherung der Ost- und Westdeutschen.
    Aber den Tag abzuschaffen, heißt für mich die Vergangenheit und das Gedenken an diese geschichtsträchrige Zeit, die wir alle miterleben durften, gewissermaßen mit Füßen zu treten.

    Das kann jetzt Empörungsgenuß nennen wer will - aber das ist meine Meinung. Ich bin gegen die Abschaffung dieses Feiertags.

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