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Tag der deutschen Einheit soll wegfallen...

Erstellt von 666meng666, 03.11.2004, 20:49 Uhr · 85 Antworten · 4.377 Aufrufe

  1. #21
    Benutzerbild von frasier

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    @ Dave:

    Du hast natürlich recht, dass es noch andere Probleme wie Lohnnebenkosten, das Steuersystem, Überregulierung gibt, die dringend gelöst werden müssen.

    Und wenn man das alles schnell in den Griff kriegen würde, hätte Deutschland wahrscheinlich wesentlich weniger Probleme. Aber darauf können Unternehmer nicht warten, sie stehen jetzt im Wettbewerb.

    Das Beispiel mit BMW und Porsche ist nicht aussagekräftig für Gesamtdeutschland. Denn diese Firmen können aufgrund ihrer Marktstellung und des guten Markenimages ihre hohen Preise am Markt durchsetzen.

    Bei Opel und VW (Massenware) sieht es schon ganz anders aus. Dort herrscht ein gnadenloser Preiskampf. Und da schlagen die Löhne klar negativ zu Buche.

    Man hat ja nicht nur mit der asiatischen Konkurrenz zu kämpfen, sondern auch mit der westeuropäischen. Renault und Peugot haben wesentlich günstigere Lohnkosten bei kaum geringerer Produktivität. Und das muss der Masstab sein.

    Und wie schon gesagt muss meiner Meinung nach keiner auf sein Lohn verzichten. Aber ein paar Feiertage weg, ein paar Urlaubstage weg, überall die 40-Stunden (besser wäre 42) Woche einführen - das bringt niemanden um.

    Und was bringt das? Sicherere Arbeitsplätze und auch neue.

  2.  
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  3. #22
    Benutzerbild von Pallas

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    Dann lieber die Einführung der 40-Stunden-Woche!?

    Aber nicht den 1. Mai!
    Als alte Gewerkschafterin geht mir das sehr gegen den Strich.
    Dieser Tag erinnert an die Errungenschaften der Werktätigen gegenüber den Arbeitgebern (und in früherer Zeit somit oft gegenüber der Ausbeutung). Auch heute noch ein aktuelles Thema. Diesen Feiertag zu streichen - das wäre eine große Genugtuung für die Wirtschaft und die Arbeitgeber. Daher: Nein!!!

  4. #23
    Kinderfresser
    Benutzerbild von Kinderfresser
    Pallas postete
    Dann lieber die Einführung der 40-Stunden-Woche!?
    Wieso denn Einführung der 40 Stunden Woche???? Die 40-Stunden-Woche ist doch bei den meisten schon lange Realität!

  5. #24
    Benutzerbild von
    frasier postete
    Und wenn man das alles schnell in den Griff kriegen würde, hätte Deutschland wahrscheinlich wesentlich weniger Probleme. Aber darauf können Unternehmer nicht warten, sie stehen jetzt im Wettbewerb.
    Ja, trotzdem ist dieser Einstieg in den Turbo-Kapitalismus der Todesstoß für Deutschland als kaufkräftigen Nachfragemarkt. An dieser Entwicklung haben wir Deutschen auch unseren Anteil. Es ist doch schon seit Jahren klar, dass es nicht zu unserem Hochlohnland passt, als Arbeitnehmer zwar das meiste zu kosten, beim Einkaufen aber ständig nur das billigste zu nehmen und den Preis als Hauptkriterium beim Einkauf zu sehen. Aber damit stößt man ja auf taube Ohren und das vor allem bei denen, die im Grunde immer noch gut verdienen und sich reich sparen wollen (wer sich nichts höher- oder hochwertiges leisten kann, kann es eben natürlich auch nicht, das ist klar!). Trotzdem ist das Handeln der Arbeitgeber jetzt kurzsichtig. Kurzfristig steigern sie ihre Profite, langfristig wird die Nachfrage hier weiter nach unten gehen und damit die Chance die billig produzierte Ware mit hoher Gewinnmarge zu verkaufen immer geringer.

    Das Beispiel mit BMW und Porsche ist nicht aussagekräftig für Gesamtdeutschland. Denn diese Firmen können aufgrund ihrer Marktstellung und des guten Markenimages ihre hohen Preise am Markt durchsetzen.
    Das wird es aber sein wohin die Reise geht. Billige NoName-Produkte und solche, die kein entsprechendes Qualitäts-Image haben, sind in Hochlohnländern schwierig profitabel zu produzieren. Da gehts nicht um 2,3,4 Euro Stundenlohn-Unterschied zum Franzosen, sondern um Arbeitskosten die bei 10% liegen. Diese Diskrepanz wird sich nur bessern, wenn die dortigen Lebensstandards und Einkommen mit der Zeit steigen und sich nach und nach in Richtung des unseren bewegen - und bei allem Lob für bescheidene und fleissige osteuropäische Arbeitnehmer: Nur das ist am Ende auch ihr Ziel.
    Die Frage ist was dann passiert. Zieht der Zirkus weiter und Polen und Tschechen gehts wie uns heute oder erkennt man, dass es auf Dauer nicht gut funktioniert, wenn man die Kaufkraft in den Nachfragemärkten tötet?

    Bei Opel und VW (Massenware) sieht es schon ganz anders aus. Dort herrscht ein gnadenloser Preiskampf. Und da schlagen die Löhne klar negativ zu Buche.
    Gerade VW und Opel sind aber auch keine guten Beispiele für das Gegenteil. dort haben verfehlte Produktpolitik (Opel zu wenig hochwertige Autos, VW zu viel) und verpasste Investitionen (Opel Bochum wurde seid Jahrzehnten nicht mehr richtig modernisiert) beigetragen. Und gerade Opel hat sich durch den unkontrolliert geschürten Wettbewerb unter den Werken die Profitabilität selbst versaut. Wenn ich die Werke so gegeneinander ausspiele und die Produktion von Modellreihen so willkürlich plane, dass ein mit vielen Millionen gerade erst auf den neuesten Stand der Technik gebrachtes Werk wie Rüsselsheim nur eine Auslastung von 55% hat, dann brauche ich micht wundern, dass das unprofitabel ist. Es ist keine Frage, dass der Opelaner an sich auf einige Sonderleistungen verzichten könnte, die in den meisten anderen Unternehmen fremd sind, aber er hat diesen Zustand nur bedingt verursacht - in der öffentlichen Diskussion steht er aber so da, als hätte er den Hauptanteil daran. Auch hier ist es übrigens so, dass niedrigpreisige Produkte wie der Corsa in Deutschland gebaut werden (also genau das Modell, wo am wenigsten Marke drin ist und unsere Kosten am stärksten drücken) und höherwertige Modelle wie der Zafira gleichzeitig in Polen vom Band laufen.

    Gleichzeitig leidet eben gerade die Autoindustrie an der durch Jobabbau und Kahlschläge selbst mitverursachten Misere ganz besonders (jeder siebte Job in Deutschland hängt heute noch am Auto). Im eigenen Land kauft keiner mehr Autos. Entweder weil er es nicht kann oder weil er es in Angst um den Job nicht tut. Da hat es dann wenig gebracht, dass der in Polen produzierte Wagen in Deutschland theoretisch mit einer phantastischen Marge verkauft werden könnte: Die wird vom Rabatt und der Autohalde gleich wieder gefressen. Letztendlich haben sich so nur grandiose Überkapazitäten ergeben, die mit auf die Kosten drücken. Wenn die Antwort darauf heisst, die hiesigen Werke zu schließen und nur noch in Polen zu produzieren, wird die Rechnung nicht aufgehen. Denn Polen können diese Autos kaum kaufen und Autos kaufen auch keine Autos....

    Und wie schon gesagt muss meiner Meinung nach keiner auf sein Lohn verzichten. Aber ein paar Feiertage weg, ein paar Urlaubstage weg, überall die 40-Stunden (besser wäre 42) Woche einführen - das bringt niemanden um.
    Das muss man schon die jeweiligen Betriebe fragen. In manchen Betrieben wird man z. B. gar kein Interesse an 42 Stundenwochen haben - so unglaublich das auf den ersten Blick klingt. Die 40-Stunden-Woche bringt tatsächlich niemanden um. Allerdings haben sich die Arbeitgeber selbst zur 35-Stundenwoche breitschlagen lassen. Dann sollen sie auch zusehen, wie sie sie wieder wegbekommen (sie wissen schließlich wer ihr Tarifpartner ist) und nicht jahrelang deshalb lautstark den Standort schlechtreden (was allein für sich einen großen Anteil an der Misere hat, weils eben doch sehr auf die Stimmung im Lande ankommt, wenns um Konsum geht).
    Diese übertriebene Selbstkasteiung versteht von unseren Nachbarn sowieso keiner........ freuen tun sie sich aber trotzdem drüber. Ebenfalls kurzsichtigerweise. Denn hustet Deutschland, hat Europa Grippe. Nun kann man sagen, dass die 35 Stunden Woche ein historischer Fehler war. Nur hat man sich erst vor kurzem mit Arbeitgeberverbänden nun doch darauf geeinigt sie stufenweise auch in den östlichen Bundesländern einzuführen. Wie passt das Klagen und das Handeln der Verantwortlichen zusammen?

    Dave

  6. #25
    Benutzerbild von röschmich

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    Ich bitte mal zu Bedenken, wenn man eine Auslastung von weit unter Hundert Prozent hat, nützt eine Erweiterung der Arbeitszeit, wie auch immer auch bloß nichts.

    Schlimm finde ich das nur negative Signale von der Regierung gesetzt werden. Ich sehe das auch sicherlich anders als der Durchschnittsbundesbürger (schlecht bezahlt, wenig Urlaub und jetzt arbeitslos). Man kann durchaus 2 oder 5 Stunden in der Woche bei gleicher Bezahlung länger arbeiten, aber wenn die Stimmung weiter berab geht (fehlende Motivation), kommt auch nicht mehr dabei heraus.

    Außerdem kommen wir hier von Thema ab. Tatsache ist, dass man nicht nur ökonomisch denken kann, wenn es um die Demontage von Symbolen geht.

  7. #26
    Benutzerbild von Pallas

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    Kinderfresser postete
    Wieso denn Einführung der 40 Stunden Woche???? Die 40-Stunden-Woche ist doch bei den meisten schon lange Realität!
    Du hast recht. Indirekt schon.

    röschmich postete
    Tatsache ist, dass man nicht nur ökonomisch denken kann, wenn es um die Demontage von Symbolen geht.
    Genau!
    Und als solches empfinde ich die Einfach-so-Verlegung eines 3. Oktobers und die Streichung eines 1. Mai!
    Diese Feiertage sind wichtig für uns, und eine eventuelle Streichung reißt den Karren auch nicht aus dem Dreck.

    Was Eichel da vorhat, ist doch wieder nur eine Bekämpfung der Symptome am falschen Ende.

  8. #27
    Benutzerbild von
    Pallas postete
    röschmich postete
    Tatsache ist, dass man nicht nur ökonomisch denken kann, wenn es um die Demontage von Symbolen geht.
    Genau!
    Und als solches empfinde ich die Einfach-so-Verlegung eines 3. Oktobers und die Streichung eines 1. Mai!
    Diese Feiertage sind wichtig für uns, und eine eventuelle Streichung reißt den Karren auch nicht aus dem Dreck.

    Was Eichel da vorhat, ist doch wieder nur eine Bekämpfung der Symptome am falschen Ende.
    OK, das alles heute nur noch ökonomisch beurteilt wird, geht mir nicht weniger auf den Keks als Euch... dafür so etwas zu bremsen, ist die Politik eigentlich da und die soziale Marktwirtschaft eigentlich gedacht gewesen. Aber das wir diese Wirtschaftsform haben, haben die meisten sowieso schon vergessen.

    Doch trotzdem muss ich mal fragen: Wer von den rund 40 Mio. Werktätigen feiert am 3. Oktober WIRKLICH die Einheit oder geht am 1. Mai zu einer Kundgebung? Ich glaube ich greife nicht daneben, wenn ich sage, dass ein Anteil von 10% für den 1. Mai schon weit übertrieben wäre. Der 3.10. geht noch viel mehr Leuten dem eigentlichen Zweck entsprechend am Hintern vorbei. Es wird ausgepennt und irgendwas unternommen. Das ist für jeden sehr spaßig und schön - nur mit den bedeutungsvollen Symbolen hat es nichts mehr zu tun. Bei den kirchlichen Feiertagen ist es noch krasser - nur für die müsste die Regierung die Zustimmung der CDU im Bundestag bekommen und da die ein "C" im Namen hat, wird sie sich ggf. schwer tun - und überhaupt ist die Opposition natürlich immer dagegen und kann es sich leisten für den kleinen Mann zu sein. Vielleicht hat Schröder aber auch nur darauf spekuliert, um die CDU unter Druck zu setzen, der Streichung eines anderen Feiertages im Bundesrat ohne großes Hickhack zuzustimmen.

    Da aber ganz offensichtlich sehr wenige Arbeitnehmer wirklich den 1. Mai so nutzen wie er gedacht war, wäre es eigentlich zumutbar, dass diejenigen sich einen Tag Urlaub nehmen um am 1. Mai das zu tun, was sie tun möchten. So müssen es gläubige Katholiken in größtenteils evangelischen Bundesländern auch machen, um an nicht bundeseinheitlichen Feiertagen in die Kirche rennen zu können.

    Ich kann mit solchen Symbolen recht wenig anfangen. Und wenn es das ist, was unseren letzten Funken Nationalstolz bzw. Solidarität ausmacht, dann kann ich darauf verzichten. Wie stark diese Symbole und die Solidarität wirklich sind, zeigt sich, wenn man andere Freizeit opfern müsste. Wie schnell dann die Symbole plötzlich unwichtig werden, hat man selbst in Bochum gesehen: Werktags während der Infoveranstaltungen waren weitaus mehr Arbeiter zum Protest anwesend, als am Samstag und Sonntag....

    Fakt ist, dass wir auf dem Papier immer schlechter aussehen als andere Standorte. Irgendwie muss unsere Jahresarbeitsstundenzahl im Schnitt über alle Arbeitnehmer also hoch. Die Streichung von Feiertagen und die Angleichung der Wochenarbeitszeit halte ich dafür am sinnvollsten. Und irgendwann werden wir die Kröte schlucken müssen, dass wir im Schnitt mit 65 in Rente gehen (also manche länger arbeiten als bis 65) und nicht nur bis 58-60. Dafür müssen wir aber erstmal die Voraussetzung schaffen, dass ältere Leute überhaupt noch Arbeit finden können.

    Dave

  9. #28
    Benutzerbild von
    Nicht den 3.10. Als Ostdeutsche muss ich da echt protestieren. Aber laut Radio sei die Sache eh vom Tisch. Vielen DAnk Horst Köhler. Gut gemacht.

  10. #29
    Benutzerbild von
    girl postete
    Nicht den 3.10. Als Ostdeutsche muss ich da echt protestieren. Aber laut Radio sei die Sache eh vom Tisch. Vielen DAnk Horst Köhler. Gut gemacht.
    Jo, super. Gut gemacht... Alles bleibt malwieder wie es ist. Getreu dem Motto: Reformen ja, aber so das es keiner merkt! Egal was kommt, es wird immer heissen: "Jaja, wir brauchen Reformen, aber doch bitte nicht an diesem und jenem rütteln, denn das geht zu weit!". Da ist der 3.10. nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Dieses Land ist unwillig und unfähig zu Reformen. Und DGB-Chef Sommer hat ungewollt Recht: Dieses Land ist unter den Reichen langsam wirklich so arm, dass es sich so viele Feiertage nicht mehr leisten kann! So wird es also auch am 3.10.05 wieder heissen "Ach, Einheit ist mir egal, von mir aus können se' die Mauer wieder bauen, aber wir fahren dieses Jahr am 3.10. wieder nach Holland einkaufen / an die Nordsee / in den Schwarzwald...." und das Brückentagsproblem in diesem Land bleibt.

    Mein Vater hat sich gestern bei mir beschwert.... er MUSSTE Montag arbeiten, KONNTE aber nicht, weil das per Nachtexpress bestellte Ersatzteil Dienstag morgen nicht kam. Ein Anruf beim in NRW ansässigen Lieferanten ergab: Montag war doch Feiertag..... Dinge über die man schmunzeln kann, bei einer Firma die momenten wegen ständig steigenden Rohstoffpreise und mangelnder Akzeptanz höherer Verkaufspreise in die roten Zahlen gerutscht ist, lacht über einen Tag Produktionsausfall aber keiner.

    Dave

  11. #30
    Benutzerbild von Torsten

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    röschmich postete
    Außerdem kommen wir hier von Thema ab. Tatsache ist, dass man nicht nur ökonomisch denken kann, wenn es um die Demontage von Symbolen geht.
    Welchen Wert hat denn ein solches "Symbol", wenn es von vielen - ich behaupte gar: von einer deutlichen Mehrheit - als solches überhaupt nicht wahrgenommen wird?

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