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Tag der deutschen Einheit soll wegfallen...

Erstellt von 666meng666, 03.11.2004, 20:49 Uhr · 85 Antworten · 4.376 Aufrufe

  1. #41
    Benutzerbild von bubu

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    Verabschiedet euch mal langsam von dem allseits eingeimpften Irrglauben, dass Wirtschaftswachstum automatisch mehr Arbeitsplätze und allgemeine Besserung bedeuten.

    Wenn die Wirtschaft wächst, bedeutet das erst einmal, dass es der Wirtschaft selbst - oder besser gesagt: den Vorstandsetagen - besser geht. Aber es heißt noch längst nicht, dass dadurch Arbeitsplätze entstehen oder die Löhne steigen.

    Unsere Wirtschaft wächst seit Jahrzehnten, vielleicht nicht mehr so schnell, aber sie wächst. Und dennoch steigt die Arbeitslosigkeit. Diese ganze Diskussion um Mehrarbeit oder gar Streichung von Feiertagen ist absolut lächerlich und es ist einfach beschämend mit anzusehen, wie sich die Politiker von der Wirtschaft instrumentalisieren lassen. Interessant auch: es wird gar nicht mehr über das OB diskutiert, sondern nur noch über das WIE.

  2.  
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  3. #42
    Benutzerbild von
    raabi2000 postete
    Ich zerpfücke nicht jede Einzelreform, ich stelle ihren Sinn und Erfolg in Frage. Und ich sehe sie nicht als sinnvolle Ergänzung bzw. Erweiterung zu anderen Reformen. Und genau dies sollte und muss in unserer Gesellschaft geschehen. Man kann natürlich auch gleich alle Feiertage streichen, dann haben wir 1,4 % - 1,8 % Wirtschaftswachstum, je nach Bundesland.
    Diesen Satz hätte ich schon viel früher erwartet, z. B. nach Deiner "Mond"-Frage. Er trägt unheimlich zur Versachlichung bei und zeugt absolut nicht von Schwarz/Weiss-Denken (das war Ironie!).

    Aber was erreichen wir damit? Die Löhne sinken aufgrund der höheren Wochenstundenanzahl, die Binnenwirtschaft wird um keinen Millimeter angestoßen, es werden weiter Produkte aus Billiglohnländern gekauft.
    Die Löhne sinken bei steigender Wochenstundenzahl nur pro Stunde. In Summe bekommst Du immer noch das gleiche in die Hand. Ab einem gewissen Wachstum entstehen neue Jobs. Bei den von Dir genannten 3% ist diese Schwelle in etwa erreicht. Kein Grund zur Schwarzmalerei.

    Die Zukunftsangst wird weder gesenkt noch aufgehoben, denn die Wirtschaft wird schleunigst neue Forderungen stellen. Deine Idee ist aus meiner Sicht einfach zu einseitig.
    Das ist nicht meine "Idee". Das ist pure Notwendigkeit, um Deutschland als einen Standort zu erhalten, wo nicht nur jene Arbeit haben, die den Arbeitslosen die Brötchen oder den China-DVD-Player verkaufen.

    Der Staat muss im Parallel hierzu seine Ausgaben drastisch senken, das Haushaltsrecht dramatisch ändern, besser noch komplett neu aufsetzen und zweckgebunden Steuern auch entsprechend einsetzen.
    Das ist mir wieder zu einseitig. Wenn der Staat Ausgaben einfach nur senkt, brechen dem Mittelstand Aufträge weg oder es landen Angestellte auf der Straße. Auch hier muss man das ganze im Blick haben. Wie in meinem Beispiel: Eigenheimzulage weg, ABER AUCH Baurecht entrümpeln und billigeres Bauen ermöglichen. Das tut allen am wenigsten weh, versetzt der Bauwirtschaft nicht den Todesstoß und lässt Familien die Möglichkeit sich ein Häuschen zu bauen, ohne das Vater Staat subventioniert. So stelle ICH mir ne` vernünftige Reform vor.

    Ich lebe seit über 30 Jahren hier in Duisburg, und ich glaube nicht, dass du dir jemals die Fassaden in Bruckhausen oder Hochfeld angeschaut hast, wo bis Mitte der 80er Jahre die Schwerindustrie in erheblichen Maße Schäden verursacht hat. Denn ich kann mich noch sehr gut an Zeiten erinnern, wo ich an der Sauberkeit der Fensterscheiben ablesen konnte, welcher Betrieb gerade mal wieder seine Schlote geöffnet hat.
    Dann muss ich Deinen Glauben leider enttäuschen. Ich habe die Straßen dort oft genug zu Fuß begangen, kenne jeden Blickwinkel auf die ATH, jede Seitenstraße der Kaiser-Wilhelm-Straße, kann Dir die Zusammensetzung jedes Wölkchens erklären, die Scholven und Carbonaria heute so ablassen und weiss wie es dort aussieht. Das ist für mich der Unterschied zwischen Glauben und Wissen. Das Bruckhausen ne´ schlimme Gegend ist, ändert nichts daran, dass man die Hütte heute zwar noch riecht, sie aber nicht stinkt und ein Waisenknabe gegen alles ist, was die Chinesen und Inder laufen lassen.

    Es ist erst in den letzten 15 Jahren merklich sauberer geworden, und das ist nicht nur für direkte Anlieger wichtig, sondern für die gesamte BRD und auch für Europa.
    Das ist doch genau mein Reden!? Diesen Verdienst hängst Du aber an die Öko-Steuer!!! Die hat damit aber gar nichts zu tun. Verteuert heute aber die Produktion über die ohnehin schon horrenden Energiekosten hinaus weiter und kostet uns die Wettbewerbsfähigkeit, denn China und Indien werden nicht dran denken, in Zukunft nicht mehr die Märkte leer zu kaufen.

    Was de Kokerei in Bruckhausen angeht, so ist/war es doch nur sinnvoll, diese zu renovieren und mit der neusten Umwelttechnik auszustatten. Außerdem hat das Unternehmen dadurch seine Produktion erheblich Steigern und im Gegenzug seine Ausgaben hinsichtlich des Energieverbrauchs effektiv senken können. Die Bürgerinitiative hat ihr Ziel erreicht, das Unternehmen konnte durch Investitionen Kosten senken und die Arbeitsplätze sind weiter sicher. Hinzu kommt, dass eben dieses Unternehmen einen weiteren Hochofen in Duisburg bauen wird, wodurch weitere 200 – 300 Arbeitsplätze entstehen.
    Du verschweigst lediglich, dass für diesen Kahlschlag bei Thyssen Krupp Stahl 10.000 Abeitsplätze auf Phoenix in Dortmund und der einst modernsten Kokerei der Welt, Kaiserstuhl, über den Jordan gegangen sind. Diese 90er Jahre Investition von hunderten Millionen Euro, ging dann auch gleich nach China. So einen Rationalisierungsdruck gibt es bei TKS, um diesem Wettberwerb mit deutschen Standorten Schritt zu halten. Das mit Hochofen 8 in Bruckhausen ein neuer Ofen gebaut wird (für den der Vorgänger allerdings gerade erst bis zur Gichtbühne abgetragen ist - genau der ist nämlich gar nicht NEU, sondern im Grunde nur Ersatz!), tröstet in Hoerde bis heute keinen. Was für ein toller Standort wir sind, sieht man dort auch: Eine unvorstellbar große, dekontaminierte Fläche hat keine Aussicht darauf, jemand wieder Gewerbe zu beherbergen. Also macht man einen See draus... Arbeitslosigkeit: Nahe 20%

    Falsch, denn wenn qualitativ hochwertiger Stahl benötigt wird, dann wird dieser ausschließlich in Deutschland gekauft. Der Markt hat sich zwar verschoben, die Wettbewerbsbedingungen sind aber gerade aufgrund der steigenden nachfrage nach Stahl für Deutschland momentan so gut wie seit fast 30Jahren nicht mehr.
    Sie sind nicht gut, sondern wegen der allgemein gestiegenen Kosten um diesen Faktor kaschiert. Dumm nur, dass man hierzulande nach dem Kahlschlag nicht mehr an genug Koks kommt um Roheisen und damit Stahl zu produzieren. Und auch dumm, dass es sich auch jetzt immer noch profitabler woanders produzieren lässt, als bei uns - eben auch wegen der hohen, durch die Ökosteuer weiter nach oben getriebenen - Energiekosten, wegen der 35 Stunden Woche, wegen stark reglementierter Schichtmöglichkeiten etc. etc. etc.

    Wie ich oben bereits erwähnt habe, kommen die in Deutschland bereits erbrachten Kosten für den Umweltschutz auf viele andere Nationen noch zu, und spätestens dann wird Deutschland wieder eine der führenden Rollen einnehmen.
    Das wird nicht funktionieren. Denn während wir mit den Emissionen runter müssen, ist für andere Länder geregelt worden, wie weit sie mit ihren Emissionen im Laufe ihrer Entwicklung rauf dürfen. Darüber hinaus gibts den Emissionshandel. Der ist auf den ersten Blick gut für uns, weil wir sauberer produzieren und Emiossionsrechte verkaufen können. Aber es ist ein leichtes Emissionsrechte zu kaufen - von dort wo nichts mehr produziert wird, geht das sogar am einfachsten. Und wenn der Zirkus nicht mehr funktioniert, dann zieht er eben weiter. Es gibt noch genug Länder in denen sich billig und auf Kosten der Umwelt produzieren lässt. Unser Land geht derweil immer weiter den Bach runter: Mit den höchsten Umweltschutzanforderungen die ohne Sinn und Verstand immer weiter hochgeschraubt werden, mit den kürzesten Arbeitszeiten, dem längsten Urlaub, den höchsten Lohnnebenkosten... und darüber muss man immer noch diskutieren.

    Ich verstehe das ehrlich gesagt nicht und bin bei dieser deutschlandweiten Verkrustung froh in einem hochprofitablen Unternehmen in einer auf die nächsten Jahre und Jahrzehnte sicheren Branche zu arbeiten.

    @ Torsten

    *gähn* Sonst haste immer 1000 Sätze zu jedem Popelthema zu sagen. Und da wo es um die Wurst geht, fällt Dir nix besseres ein? Schade...

    @ bubu
    Unsere Wirtschaft wächst seit Jahrzehnten, vielleicht nicht mehr so schnell, aber sie wächst. Und dennoch steigt die Arbeitslosigkeit.

    Weil die Produktivität durch die hohen Kosten (Rationalisierungsdruck/Automatisierung) schneller wächst als die Wirtschaft, entstehen keine neuen Arbeitsplätze. DESHALB steigt die Arbeitslosigkeit, trotz Wachstum. Entweder muss also das Wachstum über die notwendige Schwelle steigen oder Arbeit muss billiger werden (um die Rationalisierung abzubremsen / Maschine billiger als Mensch nicht mehr gilt). Oder das Wachstum dürfte nichts mehr zählen... Wer erfindet das passende und funktionierende Wirtschaftssystem dazu?

    Dave

  4. #43
    Benutzerbild von
    ..... gelöscht weil doppelt

  5. #44
    Benutzerbild von frasier

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    Dave Bowman postete
    Wer erfindet das passende und funktionierende Wirtschaftssystem dazu?
    Dave
    Das funktionierende System muss nicht erfunden werden, die Marktwirtschaft funktioniert an sich sehr gut.

    Man muss ihr nur den nötigen Freiraum lassen, und nur dort eingreifen, wo es unbedingt notwendig ist, und auch nur soweit, dass das Leistungsprinzip erhalten bleibt.

    Außerdem gibt es im Moment belastende Faktoren, die Zweifel am Kapitalismus aufkommen lassen.

    Die Deutsche Einheit muss verdaut werden. Dauert sicher noch 20 Jahre.

    Die Globalisierung wird uns solange Probleme machen, wie sich die Verhältnisse zwischen uns und den Billiglohnländern soweit angeglichen haben, dass es sich nicht mehr lohnt, Stellen von hier dorthin zu verlagern.
    Das könnte Jahrzehte dauern, müssen es aber nicht, wenn bei uns die richtigen Schritte konsequent vollzogen werden.

    Ausserdem muss noch die Wirtschaftsblase der 90er Jahre konsolidiert werden.
    Auch das wird noch einige Jahre dauern.

    Aber irgendwann wird das geschafft sein und dann wird es den allermeisten wesentlich besser gehen als heute.

    Das Problem ist nur, dass viele Leute den Kapitalismus als sterbendes System verstehen und sie lassen sich auch durch nichts davon abbringen.

    Sie führen dann immer die steigende Produktivität an, die Jobs killt. Dann hätten wir Arbeitlosenquoten von über 50%, wenn man sich die technischen Fortschritte der letzten Jahrzehnte ansieht. In Wahrheit entstehen durch diese Fortschritte neue Industriezweige mit neuen Jobs. Das Geld, was der modernisierende Unternehmer bei seinen Arbeitern einspart, kann er nicht einfach auf sein Konto bringen, sondern er muss es in moderne Maschinen investieren. Diese Maschinen müssen aber irgenwo entwickelt, gebaut und vertrieben werden. Und Maschinen entwickeln und bauen keine Maschinen.

    Und so ersetzen die neuen Jobs die alten. Einzige Bedingung dafür ist die Qualifikation für die neuen Jobs.

    Und deswegen ist der Kapitalismus kein sterbendes System, sondern wird weiter bestehen wie schon seit hunderten von Jahren.

    Es empfinden vieleicht viele dieses System als unmoralisch, aber wenn jeder mal ehrlich zu sich selbst ist, würde doch niemand, der 10.000 Euro anlegen will, sich mit 2% abspeisen lassen, wenn er 4 % bekommen kann.

    Macht das aber ein Unternehmer, wirft man ihm Profitgier und Ausbeutung vor. Ein Unternehmer muss in erster Linie Gewinn machen, sonst kann er seinen Laden dicht machen.

    Die einzige Alternative zum Kapitalismus ist Planwirtschaft, aber was dabei rauskommt kann man in Kuba und Nordkorea sehen.

  6. #45
    Benutzerbild von Pallas

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    bubu postete
    Verabschiedet euch mal langsam von dem allseits eingeimpften Irrglauben, dass Wirtschaftswachstum automatisch mehr Arbeitsplätze und allgemeine Besserung bedeuten.

    Wenn die Wirtschaft wächst, bedeutet das erst einmal, dass es der Wirtschaft selbst - oder besser gesagt: den Vorstandsetagen - besser geht. Aber es heißt noch längst nicht, dass dadurch Arbeitsplätze entstehen oder die Löhne steigen.

    Unsere Wirtschaft wächst seit Jahrzehnten, vielleicht nicht mehr so schnell, aber sie wächst. Und dennoch steigt die Arbeitslosigkeit. Diese ganze Diskussion um Mehrarbeit oder gar Streichung von Feiertagen ist absolut lächerlich und es ist einfach beschämend mit anzusehen, wie sich die Politiker von der Wirtschaft instrumentalisieren lassen. Interessant auch: es wird gar nicht mehr über das OB diskutiert, sondern nur noch über das WIE.
    Das kann ich nur zu 100 % unterschreiben!!

    Und schon allein deshalb ist der 1. Mai als Feiertag wichtig und darf nicht gestrichen werden.
    Dieser Tag ist ein Symbol für die Errungenschaften der Gewerkschaften (und damit der Arbeitnehmer), auch wenn diese schon so einige Jahrzehnte zurückliegen.
    Wenn wir uns den streichen lassen...

  7. #46
    Benutzerbild von stoni

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    Für mich hat der 1.Mai,bedingt durch meine DDR Vergangenheit,einen unglaublich schlechten Touch und selbst die heutigen Aufmärsche der Gewerkschaften bewirken bei mir zwiespältige Gefühle.
    Apropos Gewerkschaften.
    Die Diskussion bei VW hat gezeigt,wie realitätsfern und zurückgeblieben deren Führung mittlerweile geworden ist.
    VW verkauft nicht mehr so viele Autos (aus vielen bekannten Gründen ) und die Jobs sind mehr als gefährdet.
    Und die Gewerkschaft ging doch tatsächlich mit der Forderung nach Lohnerhöhungen in die Verhandlungen !!!!!!!!!!!!!
    Ich saß nur noch kopfschüttelnd vor der Glotze.
    Immer kürzere Arbeitszeiten inclusive vollem Lohnausgleich + Lohnerhöhungen im Jahresrhythmus ........irgendwann ist Schluß .....und weit sind wir nicht mehr davon entfernt
    Meiner Meinung nach sind alle Forderungen von wegen Feiertagstreichung totaler Nonsens.
    Der Faktor Arbeit muß von vielen Belastungen befreit werden.
    Nur noch Grundversicherungen bei Rente+Kasse+Alu.Wer im Fall des Falles mehr Leistungen möchte soll sich selber versichern.
    Dadurch hat ja auch jeder automatisch mehr in der Lohntüte und muß selbstverantwortlich handeln.
    Aber ich hör jetzt schon wieder die "Bedenkenträger" aufhäulen
    So..für den frühen Sonntagmorgen reicht's erst mal

    Grüße

  8. #47
    Benutzerbild von Bristol

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    Ich habe mich ja bisher zurückgehalten hier aber beim Lesen einiger Postings habe ich echt einen Hals bekommen und möchte kurz was dazu schreiben.

    1. Ich halte einen Nationalfeiertag (in unserem Fall 3.10.) wichtig für jedes Fall, egal ob Deutsche, Algerier, Zentralafrikaner oder wie auch immer. Jedes Volk sollte einen Nationalfeiertag haben.

    2. Bubu hat Recht. Wirtschaftswachstum bedeutet nicht zwangsläufig weniger Arbeitslosigkeit.

    3. Stoni, selten hatte ich ein Posting hier gelesen, dass ich so sehr unterschreiben kann. Deine Äußerungen bezüglich Gewerkschaften sind absolut passend. Die hauptamtlichen Gewerkschaftsbosse sind nicht nur realitätsfremd, sondern ich würde sogar noch einen Schritt weitergehen. Sie schaden der Arbeitsmarktsituation. Wer in der von der dir geschilderten Situation bei VW jetzt noch Lohnerhöhungen fordert, der handelt bewusst gegen die Interessen der Arbeiter, weil er damit dessen Stellen gefährdet. Kein Arbeitgeber kann da zustimmen.

    4. Die Gewerkschaften (allen voran immer die Metaller) stellen nur immer Forderungen, Forderungen, Forderungen auf. Mehrere Bekannte von mir sind mittlerweile aus Gewerkschaften ausgetreten weil sie einfach den Sinn nicht mehr erkennen können und sich über deren weltfremdes Auftreten nur noch ärgern. Sicherlich mögen sie früher ihre Berechtigung gehabt haben, aber Schutz am Arbeitsplatz und Mutterschutz und so weiter ist mittlerweile alles Gang und Gäbe. Heute haben die Gewerkschaften für mich nur noch hinderliche Funktion.

    5. Die Gewerkschaftsaufmärsche und Veranstltungen am 1. Mai (am besten mit tonnenweise roter Fahnen) gehen mir auch auf den Geist. Somit fände ich eine Abschaffung des 1. Mai für sehr sinnvoll. Es kann mir niemand erzählen dass an diesem Tag jemand an die armen Arbeiter aus der Zeit der sozialen Frage Ende des 18. Jahrhunderts denkt. Echt nicht. Gewerkschaftsbosse feiern sich selber und stellen bloß noch mehr überzogene Forderungen.

  9. #48
    Benutzerbild von
    Nur nochmal zur Erinnerung: Niemand hatte die Absicht das gemeinsame und offizielle Gedenken an die Einheit abzuschaffen! Es ging lediglich darum, dies künftig am ersten Sonntag des Oktober zu tun, statt am 3. Oktober. Vom 3. Oktober hingegen sagen eigentlich viele, dass er ein bürokratisches Datum sei, das ihnen im Grunde nichts sagt und gibt. Trotzden wird ausgerechnet dieses Datum jetzt verteidigt auf Teufel komm raus. Das ist in meinen Augen einfach nur unglaubwürdig und es stellt sich die Frage, wie die Christen es geschafft haben Jesus Auferstehung und die Erscheinung des heiligen Geistes jeweils jedes Jahr an völlig unterschiedlichen Sonntagen im Jahr zu feiern (und da gehts dann auch noch danach wann gerade Mal Vollmond ist).

    Die Geschehnisse um die Einheit lassen sich hingegen recht gut über verschiedene Tage des Oktober verteilen. So fand z. B. am 9.10.89 die erste Montags-Demonstration statt. Ein echtes Datum des Einheitsprozesses. Wir Deutschen feiern und klammern uns nun vehement an ein Datum, an dem mehr oder weniger willkürlich ein am 31.8.1990 von einem Herrn Krause und einem Herrn Schäuble unterzeichneter Vertrag in Kraft trat. Wie albern ist das denn?

    Wie verlogen das teilweise werden kann, zeigen malwieder die Grünen: Ausgerechnet sie beharren darauf weiterhin das Inkrafttreten eines Vertrages zu feiern, gegen dessen Inkrafttreten sie im Bundestag noch am 20.09.1990 als einzige Partei gestimmt haben. Aber der Wähler ist ja dumm und vergesslich und so können sich die Grünen heute feiern lassen, denn es weiss keiner mehr, dass es gar nichts zu feiern geben würde, wäre es nach ihnen gegangen. Es war auch im Rahmen der Berichterstattung nur ganz kurz zu sehen, dass auch ein Edmund Stoiber in seiner bayrischen Staatskanzlei schon Einspar-Konzepte ausgearbeitet hat, die ausdrücklich die Streichung des 3.10. als Möglichkeit vorschlagen. Heute stellt er sich hin und nennt andere, die so etwas vorhaben "Vaterlandsverräter". Das Volk fällt drauf rein...

    Dabei muss zumindest mir wirklich mal jemand erklären, warum die größe Symbolfigur des Christentums an x-beliebigen Sonntagen (übrigens ja Sonntage, aber eben auch Feiertage!) je nach Vollmond gefeiert werden kann, sich der Einheit aber nur an einem unbedeutenden bürokratischen Datum erinnert werden kann, das zufällig dafür sorgt, dass in 5 von 7 Jahren arbeitsfrei ist.

    Ganz nüchtern betrachtet, wäre der 3.10. nicht das riesige Opfer gewesen, zu dem er nun wieder hochstilisiert wurde. Aber so passiert das jedes Mal. Es wird so lange aufgebauscht und moralisiert, bis Politiker einknicken und Deutschland weiter ungebremst in die Schei..e reitet. Um ein Hartz V, VI und VII kommen wir so wohl nicht rum und wenn der Export in den nächsten Jahren irgendwann auch malwieder nachlässt (Wirtschaft ist eben zyklisch und eigentlich wäre jetzt die Zeit das Geld zu verdienen, von dem die kommenden schwachen Jahre gezehrt werden kann), stürzen wir ungebremst in die Rezession, denn wir haben ja keine entsprechende Binnennachfrage die uns auffängt Aber so ist das dann eben im Land der Besitzstandswahrer. Die Verlegung des 3. Oktober als Feiertag hätte allein noch nichts geändert. Aber man muss jetzt wiedermal sagen, dass es jetzt schon an ihm gescheitert ist.

    Dave

  10. #49
    Benutzerbild von SonnyB.

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    Ich denke, es geht gar nicht um den 3.Oktober an sich, sondern um einen freien Tag der wegfallen sollte. Deshalb meckern die Leute. Das hätte jeder andere Feiertag sein können.
    "Die können mir doch nicht einfach einen freien Tag streichen. "

    Und zu dem Vollmondfeiertag der Auferstehung:
    Die Kirche hat sich doch fast aller Feiertage der "Heiden" bemächtigt
    Den dummen Bauern war es doch damals egal, was an dem Tag gefeiert wurde, hauptsache der Tag blieb, und die Kirche hat die Macht über das Volk. Wen hat denn interessiert, daß Ostern der Göttin Ostara geweiht war / ist, und nichts mit dem Christentum zu tun hat.
    Die meisten christlichen Feiertage sind "hingebogen" worden, um die Heidnischen zu überdecken. (Auch im Morgenland war am 24.12. Winter und da waren die Hirten bestimmt nicht mit dem Vieh auf der Weide . Es war/ist einfach die Zeit der Wintersonnenwende.)

    Aber diese Diskussion gehört an eine andere Baustelle

  11. #50
    Benutzerbild von
    SonnyB. postete
    Und zu dem Vollmondfeiertag der Auferstehung:
    Die Kirche hat sich doch fast aller Feiertage der "Heiden" bemächtigt
    Den dummen Bauern war es doch damals egal, was an dem Tag gefeiert wurde, hauptsache der Tag blieb, und die Kirche hat die Macht über das Volk. Wen hat denn interessiert, daß Ostern der Göttin Ostara geweiht war / ist, und nichts mit dem Christentum zu tun hat.
    Die meisten christlichen Feiertage sind "hingebogen" worden, um die Heidnischen zu überdecken.
    Die meisten Leute wissen sowieso nicht, was die einzelnen Feiertage bedeuten. Da hast Du ganz Recht: Es ist auch egal! Ich bin nichtmal mehr in der Kirche, ich bin nicht religiös. Ich nutze keinen Feiertag der Bestimmung entsprechend - und das teile ich mit der erdrückenden Mehrheit der Deutschen.

    Nicht anders verhält es sich auch mit dem 1. Mai! Er steht nicht für die Errungenschaften, sondern für die Schande der Arbeiterbewegung. Denn am 1. Mai 1933 marschierten die Gewerkschaften erstmals los: Unter der Hakenkreuzflagge. Kein Wunder, dass man 2003 kein großes 70jähriges Jubiläum des Tags der Arbeit feierte, sonst wären unanagenehme Fragen aufgekommen.

    Tolle Errungenschaft der alten Sozialdemokratie und der Gewerkschaften, dass sie jedes Jahr aufs neue einen Tag feiern, an dem sie 1933 den Nazis nicht ihre Gefolgschaft verweigerten - eine Frage, dass lernte zu meiner Schulzeit jedes Kind in der Schule, die man gefälligst mal seinen Großeltern zu stellen hatte "Sag mal, warum habt ihr denn damals nicht...?", scheint außer Kraft gesetzt zu sein wenn es ums Ausschlafen am 1. Mai geht.

    Das es den 1. Mai immer noch gibt, ist ein Symbol. Aber nun wirklich kein gutes...

    Das mehr Arbeitstage uns mehr Wachstum gebracht haben, ist keine Phantasie, sondern in den Jahren in denen das zutraf praktisch bewiesen worden. Wahr ist aber auch, dass die allgemeine 40 Stundenwoche rund 10 Arbeitstage mehr bedeuten würde. Das kann die Regierung aber nicht entscheiden, dafür gibts die Tarifautonomie, die von den unbeweglichen Gewerkschaften mitbestimmt wird, die weder Feiertage wie den 1. Mai, noch die 35 Stunden Woche hergeben wollen. Da sie den 1. Mai und den 3. Oktober nicht zu bestimmen haben, ist es der einzige Weg diese Verkrustung aufzubrechen.

    Dave

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