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Tag der deutschen Einheit soll wegfallen...

Erstellt von 666meng666, 03.11.2004, 20:49 Uhr · 85 Antworten · 4.380 Aufrufe

  1. #61
    Benutzerbild von
    röschmich postete
    Engagement wird nicht so richtig belohnt und irgendwann hat man auch keine Lust mehr zu kämpfen.
    Ich kämpfe mich jeden Werktag zur Arbeit, denn ich habe eigentlich viel tollere Dinge im Kopf, die ich während dieser Zeit alle tun könnte. Und ich könnte mir die Leute aussuchen, mit denen ich meine Zeit zusammen verbringen muss. Aber ich werde zum Arbeiten gezwungen: Mit Geld! So wie unser System funktioniert, bin ich froh Arbeit zu haben und ein Gehalt zu bekommen, von dem ich nicht einfach nur leben kann, sondern von dem ich mir auch ab und an mal was leisten kann (alle paar Jahre mal ne' neue Kamera, mal mit der Freundin Essen gehen, wegfahren etc.). Das ist für mich Belohnung genug - ich nehme mein Gehalt als das was es für mich in Wahrheit auch ist: Ein Schmerzensgeld für Zeit in der ich besseres hätte tun können. Das wird auch noch Jahre so weiter gehen, denn meiner Firma gehts gut. Nur wenn sich die Dinge nicht bald ändern, kann sich auch das mal drehen...

    Mich kotzt einfach die Botschaft an: IHR MÜSST MEHR ARBEITEN.
    "Wo und wann?" fragt sich der kleine, sich verarscht fühlende arbeitslose Mann.
    Er sollte sich nicht verarscht fühlen. Denn er sitzt auf der Straße, WEIL wir Deutschen in Summe zu satt und zu faul sind und weil Jahrzehnte über unsere Verhältnisse gelebt wurde. Auslöffeln dürfen wir das. Und umso eher wir damit anfangen, desto eher hat auch der kleine Arbeitslose Mann wieder eine Chance. Denn die Investitionen die momentan noch zielsicher an Deutschland vorbei in Richtung Irland oder Skandinavien fließen, fließen dann eher auch malwieder hier hin und schaffen Arbeit. AMD müsste kein Einzelfall sein.

    Ich bin dafür, politische Diskussionen hier zu verbieten
    Dieser Satz hat mich ein wenig erschüttert... geht er doch weit über den typischen deutschen Reflex nach Verboten von Dingen hinaus, die einem persönlich nur nicht gefallen. Ich bin für die Einführung eines Feiertages zur Würdigung der Meinungsfreiheit. In einem Forum ist Toleranz gegenüber ungenehmen Diskussionen dabei sogar sehr einfach: Einfach nicht anklicken!

    Von Resignation und Aussitzen ist auf jeden Fall noch selten etwas besser geworden. Am Ende muss sowieso jeder sehen wo er bleibt. Als ich in jungen Jahren keinen Ausbildungsplatz bekam, bin ich 500km weit weg gezogen und habe komplett von vorne angefangen - 15 von 23 Klassenkameraden blieben lieber ohne Ausbildungsplatz statt es mir gleich zu tun. Die meisten haben das schon allein aufgrund von Hürden abgelehnt, für deren Überwindung sie nicht bereit waren sich zu informieren. Vor einigen Jahren sah ich, dass mein Ex-Arbeitgeber in den Konkurs steuert. Ich habe mich nach einem neuen Arbeitgeber in einer anderen Branche umgesehen und für einen sicheren Arbeitsplatz sogar auf einige Euro Gehalt verzichtet. Andere meinten, sie müssten nichts tun. Es würde schon irgendwie alles gut gehen, schließlich gabs die Firma schon 100 Jahre. Und weniger Gehalt geht ja schonmal gar nicht, man hat schließlich Ansprüche. Heute verdiene ich einiges mehr als damals. Die, die meinten murren und ausharren bringe was, sitzen nun zu Tausenden auf der Straße. Die meisten Maschinen der Firma stehen heute in Tschechien. Selbst aktiv zu werden bringt also was! Einfach nur ab zu warten und zu mosern, heisst, sein Schicksal in anderer Leute Hände zu legen.

    Ich mache mir deshalb um mich selbst momentan relativ wenig Sorgen. Nur wenn die Menschen in unserem Land weiter so machen, werde ich wahrscheinlich mit Mitte 40 das gleiche Problem haben wie alle heute: Dann bin ich einfach nur zu alt, weils für die wenigen Jobs genügend Junge gibt. Wenn wir bis dahin 10 Mio Arbeitslose haben und noch mehr Rentner, können wir wahrscheinlich froh sein, wenn uns nach allen Steuern und Abgaben noch 30% netto bleiben. Nur deswegen bemühe ich mich, jedem der glaubt es könne einfach so weitergehen wie bisher, die Hölle heiss zu machen. Aber ich bin manchmal geneigt einfach weiter mein Ding durch zu ziehen und mich soweit aus dem Thema zu ziehen, dass es mir scheiss egal wird und mir auch alle Leute scheiss egal sind, die meinen, man bräuchte für seinen Wohlstand nichts zu tun. Nur leider kann man sich beim momentanen Klima ja noch nichtmal guten Gewissens selbstständig machen, um dieser Mitt-Vierziger Falle zu entgehen.

    Theoretisch könnte ich auch vom Ausland aus zur Arbeit fahren und dort wohnen, mich dort krankenversichern und dort billigeren Diesel tanken... ich denke da in letzter Zeit immer öfter dran. Warum nur?

    Ich habe die Schnauze genauso voll wie Du... doch ich wäre bereit einiges zu ändern, auf einiges zu verzichten und einigen Aufwand in Kauf zu nehmen. Aber ich darf nicht, weil die Mehrheit es nicht will, da es für so etwas nie eine Erfolgsgarantie gibt. Nur eins ist garantiert: Wenns so weiter geht, wirds immer schlimmer.

    Dave

  2.  
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  3. #62
    Benutzerbild von frasier

    Registriert seit
    11.03.2004
    Beiträge
    1.112
    röschmich postete
    vielleicht hätte man da schon vor 20 Jahren was ändern müssen.
    Ja. Und? Dann muss man es eben jetzt anpacken. Aber es gibt halt Leute, die lieber in Selbstmitleid zerfliessen.

    Aber miese Stimmungen zu erzeugen, dafür sind unsere Politiker und "Wirtschaft5experten" einfach Spitze.
    Du aber auch.

    Aber diese Spitzenkräfte lassen sich ihre Arbeit wirklich gut bezahlen.
    Neid!

    Jetzt bin ich wohl Schuld an der wirtschaftlichen Miseere durch das was ich tue oder sage?
    Naja positive Effekte hinterlässt dein Pessimismus jedenfalls nicht.

    Ach, ich habe auch keine Ideen wie man alles richtig lösen könnte.
    Man muss sich auch nicht zu Hause hinsetzen und sich irgendwas einfallen lassen, man muss sich nur mal umkucken. Z. Bsp. wie Schweden sich aus einer vergleichbaren Situation wieder nach vorn gearbeitet hat.

    Ich bin dafür, politische Diskussionen hier zu verbieten
    Hat das nicht der nicht der Generalsekretär des ZK des SED und Vorsitzende des Staatsrates der DDR, Erich Honecker, gesagt?

  4. #63
    Benutzerbild von
    frasier postete
    Aber diese Spitzenkräfte lassen sich ihre Arbeit wirklich gut bezahlen.
    Neid!
    Tooooooooooooooooooooooooooooooorsten!!!! Darf der das?

    @ frasier

    Im Prinzip gebe ich Dir Recht. Und das meine ich auch damit, dass es jeder selbst in der Hand hat. Zumindest ein großes Stück weit. Viele Menschen wären in der Lage selbst etwas zu tun. In unserem Verwandtenkreis gibt es jemanden, der nur Brummi fahren kann und auch immer nur Brummi fahren wollte... nach langer Zeit bekam er malwieder einen Job. Er hat absichtlich die Probezeit versaut, weil er sonst immer zu spät nach Hause kam, um Fernsehen zu gucken.... In manchen abgewirtschafteten Regionen sitzen arbeitslose Singles und klagen, anderswo sitzen die Arbeitgeber und klagen, dass sich niemand auf ihre offenen Stellen bewirbt. So schön kanns in manchem Kaff mit 20% Alo-Quote gar nicht sein, dass man nicht doch mal woanders nach Job und neuen Freunden suchen könnte. Und wer Politiker werden will, hat wenig Hürden vor sich: Joschka Fischer hats als Ex-Steinewerfer ohne Schulabschluss und ohne Berufsausbildung gezeigt.... Schröder kommt auch aus ganz ärmlichen Verhältnissen und sein Abi von der Abendschule etc. etc. Die Leute haben sich eben hochgearbeitet und nicht geklagt. Das geht nicht nur in Amerika.

    Es heisst auch hier nicht ohne Grund: Jeder ist seines Glückes Schmied...
    Und damits bei denen, die wenig Glück haben, auch klappt, brauchen wir die Reformen.

    Dave

  5. #64
    Benutzerbild von röschmich

    Registriert seit
    22.08.2003
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    1.764
    Jetzt habe ich mich in meinem Frust wirklich hinreißen lassen. obwohl ich es eigentlich nicht wollte.
    Aber es ist schon so, wie ich es schreibe.

    Aber eigentlich sollte es doch hier im Forum um andere Themen gehen.
    Mit Politik usw. kann man sich wirklich alles vermiesen. Betrachtet man noch die internationale Lage, dann könnte man .....
    Dann lieber stellt man die Frage nach Liedern, die den Mittwochmorgen beschreiben.

  6. #65
    Benutzerbild von stoni

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    27.10.2001
    Beiträge
    803
    Und damits bei denen, die wenig Glück haben, auch klappt, brauchen wir die Reformen.
    Und ich hoffe das durch diese Reformen diejenigen,welche wirklich null Bock auf Maloche haben,Ihren Arsch auch mal morgens aus dem Bett bewegen müssen um Ihre Kohle zu verdienen

  7. #66
    Benutzerbild von
    Neue Welle von Job-Exporten im Anrollen
    "Hiesige Unternehmen erwägen, in den kommenden fünf Jahren bis zu 760 000 Arbeitsstellen zu exportieren, erbrachte eine Umfrage des Münchener Transfer-Centrums für Produktionslogistik und Technologiemanagement (TCM)"
    http://de.biz.yahoo.com/041110/336/4aea0.html


    Schade das wir noch fünf Jahre brauchen werden, um zu Ende zu diskutieren, welche(n) Feiertag(e) wir hätten streichen können, wieviele Stunden wir alle pro Woche Arbeiten, ob wir x Tage Urlaub hergeben und ob die Gewerkschaften wirklich jedes Jahr aus Gewohnheit mehr Geld fordern müssen, oder obs auch sichere Jobs tun..... Für 760.000 von uns, kommt das evtl. zu spät.

    Dabei, so der Artikel, "war von 2000 bis 2004 per saldo die Zahl der deutschen Unternehmen mit Jobexporten rückläufig. Zwischen 2005 und 2009 beabsichtigten jedoch fast doppelt so viele Firmen wie zuvor zumindest die teilweise Verlagerung des Geschäftsbetriebes".

    Wenn da nicht bei jedem die Alarmglocken schrillen, weiss ich auch nicht was noch auf uns zukommen muss.

    Dave

  8. #67
    raabi2000
    Benutzerbild von raabi2000
    Bin deinem Link mal gefolgt, und in dem selben Text steht außerdem, dass
    TCM-Projektleiter Horst Wildemann betonte laut «Capital» zugleich, in vielen deutschen Unternehmen lägen «erhebliche Produktivitätspotenziale» brach. Deren Mobilisierung könne in sehr vielen Fällen selbst die Kostenvorteile der Osteuropäer wettmachen.
    Ich stimme dir ja voll und ganz zu, dass sich sowohl die Arbeiter/Angestellten wie auch die Gewerkschaften von den bisherigen Forderungen verabschieden müssen, auf der anderen Seite müssen die Unternehmen aber auch bereit sein, die zwingend notwendigen Modernisierungen der Betriebe zu finanzieren (Opel in Bochum ist als Paradebeispiel anzusehen. Nichts investieren, hohe Forderungen an die Belegschaft stellen, und dann die Stellen abbauen mit der Argumentation, man würde nicht kostengünstig Produzieren), und zwar hier in Deutschland. Sonst bringt die ganze Mehrarbeit nichts. Ein aufeinander Zugehen ist notwendig, nicht ein einseitiges Fordern. Das gilt für beide Seiten.

    Auf der anderen Seite muss man aber auch sehen und positiv erwähnen, dass schon heute viele Beschäftigte Verträge haben, die eine 40 Stunden Woche vorsehen und die Überstunden mit dem Gehalt abgegolten sind. Und viele Betriebe erwarten, dass der Arbeitnehmer ohne Gegenleistung am Wochenende arbeitet.

    Um aber wirklich Erfolg zu haben mit all den Reformen, ist auch oder vor allem, eine positive Grundstimmung von Nöten, denn ohne diese wird sich aus meiner Sicht nichts bewegen. Und genau da krankt es aktuell bei allen beteiligten Parteien.

  9. #68
    Benutzerbild von
    raabi2000 postete
    Ich stimme dir ja voll und ganz zu, dass sich sowohl die Arbeiter/Angestellten wie auch die Gewerkschaften von den bisherigen Forderungen verabschieden müssen, auf der anderen Seite müssen die Unternehmen aber auch bereit sein, die zwingend notwendigen Modernisierungen der Betriebe zu finanzieren (Opel in Bochum ist als Paradebeispiel anzusehen. Nichts investieren, hohe Forderungen an die Belegschaft stellen, und dann die Stellen abbauen mit der Argumentation, man würde nicht kostengünstig Produzieren), und zwar hier in Deutschland. Sonst bringt die ganze Mehrarbeit nichts. Ein aufeinander Zugehen ist notwendig, nicht ein einseitiges Fordern. Das gilt für beide Seiten.
    Da hast Du vollkommen Recht. So sollte es optimalerweise sein.
    Allerdings wirkt sich hier eben aus, dass die Arbeitgeberseite und vor allem die Kapitalgeber in letzter Konsequenz a) am längeren Hebel sitzen und b) in vielen Fällen (und gerade z. B. bei GM) so international verstreut und auch ausgerichtet sind, das es ihnen völlig egal ist, ob sie Arbeitsplätze in Deutschland, Schweden, Polen oder Indonsesien schaffen. Sie interessiert der Erfolg ihrer Firma und selbst der nur um eine möglichst hohe Verzinsung des eingesetzten Kapitals zu erreichen. Die Zeiten rein deutscher Arbeitgeber, die von Eigentümern geleitet wurden und die noch eine Verantwortung gegenüber Belegschaft und Vaterland verspürten, ist leider vorbei. Angestellte Konzernlenker, die selbst bei Misserfolg mit Millionenabfindungen rechnen düfen, können es sich da leichter machen.

    In Deutschland ein positives Investitionsklima zu schaffen und im Gegenzug für Zusagen bezgl. längerer Arbeitszeiten quasi eine Investitionsgarantie zu bekommen, wird deshalb vermutlich niemals umsetzbar sein. Man wird nicht umhin kommen, das Risiko einzugehen: Erst die Zugeständnisse machen und dann abwarten, ob es die erwünschten positiven Effekte hat. Einige hunderttausend Mal wahrscheinlicher als der von vielen jeden Samstag erhoffte Lottogewinn, ist es allemal.

    Die Stimmung muss natürlich besser werden. M. E. hängt die Konjunkturzurückhaltung in Deutschland zu einem großen Teil an der miesen Stimmung. Es gibt viele Millionen Menschen, die eigentlich weitaus mehr konsumieren könnten, als sie es angstbedingt tun. Doch für gute Stimmung, muss eben erstmal ein Anlass her. Wenn nach gewissen Einschnitten tatsächlich Jobexporte und Betriebsverlagerungen zurückgehen und die Investitionen aus dem Ausland ansteigen, wird auch das Vertrauen in den eigenen Arbeitsplatz und damit die Bereitschaft zum Konsum wieder größer.

    Dave

  10. #69
    Benutzerbild von röschmich

    Registriert seit
    22.08.2003
    Beiträge
    1.764
    ich hatte jetzt eine böse Antwort drauf
    lasse es lieber

  11. #70
    Benutzerbild von
    jo, dann lassen wirs mal dabei

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