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Tag der deutschen Einheit soll wegfallen...

Erstellt von 666meng666, 03.11.2004, 20:49 Uhr · 85 Antworten · 4.379 Aufrufe

  1. #71
    Benutzerbild von frasier

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    @ Dave:

    Würde mich interessien, was du zuerst geschrieben hast.

    Ansonsten teile ich deine Aussagen 100 prozentig, und denke auch, dass Deutschland schon auf dem Weg der Besserung ist. Ich hab zwar diese Regierung nicht gewählt, muss aber Schröder zugute halten, die Zeichen der Zeit erkannt zu haben und in die richtige Richtung zu denken.

    Der einzige Hemmschuh waren bisher noch die Gewerkschaften, aber diese werden sich jetzt bewegen müssen, weil jedes Unternehmen mit Entlassungen oder Verlagerungen drohen kann und auch muss.


    @ Röschmich:

    Es kann in der heutigen Zeit durchaus ein Nachteil sein, DDR-Ökonomie studiert zu haben.

  2.  
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  3. #72
    Benutzerbild von
    @ frasier

    Hmmm... naja, Röschmich war absolut nicht mit dem einverstanden was ich in Post 67 geschrieben habe und hat das auch deutlich zum Ausdruck gebracht

    Meine Antwort ging kurz zusammengefasst auch in die Richtung, dass die Nachwirkungen von 40 Jahren DDR und die Situation der östlichen Bundesländer bis zum heutigen Tage (die z. B. auch durch falsche Versprechungen Kohls heraufbeschworen wurden und die auch durch Betriebsschließungen an sich profitabler Unternehmen verschärft wurden, die durch Westkonzerne erfolgten, die sich unliebsame Konkurrenz vom Hals halten wollten => Powered by "Treuhand") sicherlich nicht mit dem allgemeinen Problem der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands in einen Topf geschmissen werden können.

    Ich kann röschmich aber durchaus verstehen. Er geht stark von seiner persönlichen Situation aus und hat wohl nach einigen Opfern am Ende zum Dank schonmal den berühmten Tritt in den Hintern bekommen. Gegen den gibt es allerdings auch nie eine Garantie. Allerdings gibts die Garantie, dass wir diesen Tritt eines Tages ungebremst alle bekommen, wenn wir nicht für einen wettbewerbsfähigen Standort sorgen. Neueste Studien zeigen übrigens auf, dass nur 1/3 der deutschen Arbeitslosen innerhalb eines Jahres momentan einen neuen Job finden - die schlechteste Quote in der EU. Das muss sich wieder bessern und dafür müssen neue Arbeitsplätze her. Aber die kommen eben nicht, wenn alles so bleibt wie es ist. Im Gegenteil stehen wir momentan kurz davor, so viele Jobs ans Ausland zu verlieren, wie schon lange nicht mehr.

    Deshalb kann man das alles bei der allgemeinen Diskussion nicht nur aus der persönlichen Sicht oder in irgendeiner Form emotional sehen. Arbeitgeber sind nicht böse und sie sind nicht gut. Es ist ihnen einfach nur scheissegal wo ihre Fabriken oder Büropaläste stehen, sofern es profitabel ist. Ist es hier profitabel, enstehen diese Arbeitsplätze hier. Ist es das nicht, entstehen sie woanders. Das ist weder eine persönliche Sache zwischen Reichen und Armen, noch ist das geeignet für eine Neuauflage des Klassenkampfs. Die Frage ist, ob wir das Spiel namens Standortwettbewerb spielen oder mit wehenden Fahnen und 35-Stunden-Woche untergehen.

    Wenn ich jetzt 100 Mio. Dollar von einem unbekannten Onkel aus Amerika erben würde und ich hätte vor, damit eine Spielzeugfabrik zu gründen, wo würde ich das wohl tun? Da wo mir zu 50% Arbeitnehmer diktieren, was ich mit den 100 Mio. machen soll? Da wo die Leute die wenigste Zeit zum Arbeiten kommen, damit ich meine 100 Mio. Euro + den erwarteten Gewinn irgendwann wieder sehe? Dort wo die Leute weltweit mit die meiste Zeit zu Hause und nicht in der Firma sind? Da bin ich mir nicht sicher. Vermutlich würde ich feststellen, dass es sich in Deutschland nicht rechnet, mich scheuen im Ausland eine Firma aufzumachen und die Kohle zur Bank bringen, damit sie anständig verzinst wird. Wie wird die Bank meine Zinsen erwirtschaften? Richtig, sie wird im Ausland, in den Wachstumsregionen der Welt investieren...

    Dave

  4. #73
    Benutzerbild von Mikesch1

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    Hallo

    da hier ja etliche Experten am Werk sind würde ich mal bischen Aufklärung zu folgender These ( hängt ja auch irgendwie mit der Feiertagsdiskussion zusammen) benötigen:
    Seit geraumer Zeit wird uns ja von Wirtschaftsleuten und Politikern gebetsmühlenartig eingeredet wir müssten wieder 40 STd. und mehr arbeiten um Wachstum und mehr Arbeitsplätze zu bekommen, selbstverständlich OHNE mehr Lohn.
    Dazu mal folgendes knappes Bsp. Eine Firma hat 20 MA und mehr als jetzt kann der Chef an Produkten auch nicht verkaufen.
    20 MA x 38 Std = 760std. x 10 = 7600
    ich hab einsichtige MA und alle arbeiten dann 40 Std= 800std = 7600 Euro
    ich kann aber trotzdem nicht mehr verkaufen und stelle voller Freude als Chef fest, dass ich doch glatt auf einen MA verzichten kann. Im günstigsten fall, wenn Chef alle behält, kommt man doch zu einer Lohnsenkung um fast 5%.
    Nun erkläre mir mal bitte jemand, wo hier mehr Arbeitsplätze herkommen sollen
    Soweit ich das die letzten Wochen verfolgt habe, verweisen selbst ausgewiesene Wirtschaftsprofessoren diese These ins Reich der Grimmschen Märchen
    Kann es vielleicht sein, dass die Verbreiter solcher Thesen uns schon alle als PISAopfer ansehen

    @ röschmich
    du hast völlig Recht: Politik und Sportdiskussion können schon mal völlig aus dem Ruder laufen und in allgemeines hauen jeder gegen jeden ausarten, weil ebend jeder andere Ansichten hat

    Der Mikesch1

    Danke schon mal für die folgende Aufklärung

  5. #74
    Benutzerbild von frasier

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    @ Mikesch

    Du hast recht, bei diesen Forderungen nach Arbeitszeitverlängerung sieht man auf den ersten Blick, dass das nicht funktionieren kann.

    Aber auf den zweiten Blick sieht das schon etwas anders aus.

    Die Arbeitszeit wird also auf 40h erhöht. In vielen Firmen werden Überstunden geleistet, für die Zuschläge gezahlt werden müssen. Durch die AZ-Erhöhung müssen nun weniger Zuschläge gezahlt werden. Dieses Geld kann für mehr Werbung ausgeben oder die Preise senken.

    Ausserdem hat der Unternehmer drei Möglichkeiten:

    a) einen Mitarbeiter rausschmeissen und das eingesparte Geld für sich behalten

    b) er könnte versuchen, über Preisenkung oder mehr Werbung mehr Produkte
    zu verkaufen und das ohne Entlassung

    c) er behält alle Mitarbeiter, produziert die gleiche Menge, die restliche Zeit wird zur Qualitätsverbesserung genutzt.


    Gut, wofür wird er sich jetzt entscheiden?

    Die meisten werden reflexartig auf a) tippen. Und das erscheint auch verlockend einfach zu sein. Aber wenn er auch in Zukunft noch im Geschäft bleiben will, kann er das nicht. Aufgrund des gnadenlosen Konkurrenzkampfes (ich gehe mal davon aus, dass du keinen Monopolisten meinst) ist er gezwungen, entweder Preise zu senken oder Qualität zu erhöhen.

    Die meisten Unternehmer werden also b) oder c) machen (ein paar Dummköpfe gibts immer).

    Daraus ergibt sich ein besseres Preis/Leistung-Verhältnis.

    Macht man die AZ-Erhöhung in ganz Deutschland, steigt die Attraktivität des Produktionsstandortes Deutschland.

    Folge davon sind mehr Investitionen ausländischer Unternehmen und weniger Verlagerungen deutscher Arbeitsplätze ins Ausland.

    Ausserdem sinken dabei nicht die Monatseinkommen sondern nur die Stundenlöhne, was aber mit der höheren AZ ausgeglichen wird.

    Sicher, die Leute müssen mehr arbeiten, und das ohne mehr Geld, aber ihre Stellen werden sicherer und es entstehen neue.


    Puh, diese Beweiskette ist lang aber man kann die Problematik auch ganz einfach erklären:

    Warum soll es sich Deutschland leisten können, weniger zu arbeiten als andere Länder? Hat Deutschland einen grundsätzlichen Vorteil gegenüber anderen Nationen? Rohstoffe, höhere Intelligenz? Nein.


    Außerdem kann ich nur jedem empfehlen, die Aussagen von Unternehmern höher einzuschätzen als die von Wirtschaftswissenschaftlern, den die Praxis ist etwas komplizierter als die Theorie.



    Grüsse

  6. #75
    Benutzerbild von Mikesch1

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    @ frasier

    mein Bsp. soll sich nur auf den Normalfall abstellen , also ohne Überstunden, Sondereinflüsse etc.
    als aktuelles Bsp. kann ich meinen Nachbarn im Haus anführen. Der war 9 Jahre in einem Großhandel für Malersachen angestellt und damit 2. Dienstältester der Zweigstelle auch 2. Meistverdiener. Vor 2 Monaten wurde er von seiner Führung eines Tages früh mit mit einem Aufhebungsvertrag + Abfindung konfrontiert. Nach Durchrechnung der Sache + Berücksichtigung von Steuer und Sperrzeit vom AA hat er die Sache abgelehnt und sich lieber richtig kündigen lassen. Auf meinen Einwand dass es doch schlecht sei , bekam ich zur Antwort: Dann wäre jemand anderes betroffen gewesen und da die Arbeit ja nicht weniger wäre, für die dann verbliebenen 8, würde man dann statt von 9-18 ebend mit 8 von 7-19 für das gleiche Gehalt dazubringen ....

    Der Mikesch1

    ach so : am 16. 11. macht er erst mal seine lang gebuchte Nilkreuzfahrt

  7. #76
    Kinderfresser
    Benutzerbild von Kinderfresser
    Habe gerade folgendes bei web.de gelesen:

    http://portale.web.de/Schlagzeilen/?msg_id=5571600

    Ströbeles Islam-Feiertag stößt auf Ablehnung

    Berlin - Der Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele stößt mit seiner Idee eines islamischen Feiertags innerhalb von Koalition und Opposition auf breite Ablehnung. Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) nannte den Vorschlag abwegig. «Wir haben eher noch zu viel als zu wenige Feiertage.»
    Es komme darauf an, mehr zu arbeiten, nicht weniger, sagte Schily am Dienstag in Berlin auf Anfrage. Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Marieluise Beck (Grüne), hält den Vorstoß ihres Parteifreundes für keine kluge Idee. Ströbele, Fraktionsvize der Grünen im Bundestag, will seinen Vorschlag nicht als Konkurrenz zu christlichen Feiertagen verstanden wissen.

    Es sei auch vorstellbar, so einen Feiertag nur in einzelnen Bundesländern einzuführen. Als Reaktion auf den Ausbruch von Hass und Gewalt nach dem Mord an dem Filmemacher Theo van Gogh in den Niederlanden müsse der Islam ernst genommen und respektiert werden. In der Tageszeitung «Die Welt» hatte Ströbele zuvor die Einführung eines islamischen Feiertags etwa zum Ende des Fastenmonats Ramadan befürwortet. Dafür könne man einen der vielen christlichen Feiertage streichen. Ein islamischer Feiertag bedeute eine gesellschaftliche Aufwertung für die mehr als drei Millionen Muslime in Deutschland.

    Die CDU-Vorsitzende Angela Merkel wies den Ströbele-Vorschlag ebenfalls strikt zurück. «Bei aller Toleranz und allem Respekt: Deutschland ist ein Land mit christlich-abendländischen Wurzeln», sagte Merkel der dpa am Dienstag. Feiertage müssten auch genau diese Identität des Landes widerspiegeln. «Außerdem muss man auch berücksichtigen, welche Bevölkerungsgruppen die Mehrheit in einem Lande darstellen.» Einen Tausch von Feiertagen lehnte sie ab.

    Der CSU-Kirchenpolitiker Johannes Singhammer sprach von «grobem Unsinn». Wer christliche Feiertage durch muslimische ersetzen wolle, schaffe Unfrieden. Das CDU-Vorstandsmitglied Friedbert Pflüger meinte: «Die Muslime, die nach Deutschland kommen und hier leben, müssen sich an unsere Leitkultur anpassen und nicht umgekehrt.» Bayerns Innenminister Günther Beckstein (CSU) sagte der «Welt»: «Unsere abendländische Kultur und Tradition sind die Ursache dafür, dass wir christliche Feiertage besonders schützen. Das kann für islamische Feiertage nicht gelten.»

    Die Integrationsbeauftragte Beck wies darauf hin, dass sich religiöse Feiertage nach den jeweiligen Mehrheiten richteten. «Eine muslimische Mehrheit in einem Bundesland gibt es nicht.» Muslime könnten auch jetzt ihre Feiertage begehen. Es gebe die Möglichkeit, dafür frei zu nehmen. Unterstützung erfuhr Ströbele bislang einzig vom grünen Umweltminister Jürgen Trittin.

    In der SPD-Fraktion stieß Ströbele ebenfalls auf ein klares Nein. Der Vorschlag sei in einer Zeit, wo man über eine Verlängerung der Arbeitszeit diskutiere, völlig abwegig, sagte Fraktionsvize Hans- Joachim Hacker der dpa.

    © dpa - Meldung vom 16.11.2004 15:09 Uhr
    Erst wollen sie den "Tag der deutschen Einheit" auf ein Wochenende verlegen und dann einen neuen Feiertag einführen....

  8. #77
    Benutzerbild von Pallas

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    Da muß ich der Frau Merkel ausnahmsweise mal zustimmen, und davon abgesehen ist jetzt nicht ganz der passende Zeitpunkt, die Einführung eines Feiertages ins Auge zu fassen.

  9. #78
    Benutzerbild von frasier

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    Ich wüsste auch nicht, wie so ein Feiertag die Integration verbessern soll, aber vielleicht kanns mir ja jemand erklären.

  10. #79
    Benutzerbild von Pallas

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    Alles nur Augenwischerei. Der würde nichts verbessern.
    Für mich würde nur eines was verbessern:
    Hier lebende Ausländer müssen unsere Sprache lernen. Sie zu erlernen, muß zur Pflicht werden, wenn man hier leben will.

  11. #80
    Benutzerbild von Mikesch1

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    @ Frasier

    längerer Arbeitszeit mit gleichem Lohn ist für mich als Nichtpisaopfer immer noch LOHNSENKUNG , dann möge man es bitte auch so nennen. Deine Beweiskette, das es angeblich nicht so sein soll, in allen Ehren

    Der Mikesch1

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