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Telenovela --- Bianca - Wege zum Glück

Erstellt von waschbaer, 01.11.2004, 18:08 Uhr · 2 Antworten · 1.014 Aufrufe

  1. #1
    Benutzerbild von waschbaer

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    Kürzlich habe ich im ZDF einen Trailer gesehen für die erste deutsche "Telenovela". Als ich letzte Woche einmal in München war, fiel mir auf, dass die halbe Stadt auf ihren Littfasssäulen mittlerweile mit lauter "Bianca-Plakaten" vollgepappt ist.

    Also, was macht man als braver Waschbär (der momentan ganz ernsthaft versucht, ein "Frauenversteher" zu werden)? Man schaut sich auf Vorschlag seiner ehemaligen Nachbarin gemeinsam mit dieser am Feiertag mal den Pilotfilm zur sog. Telenovela an.

    Dabei stellten sich mir jedoch folgende Fragen:

    1. Was unterscheidet den Begriff "Telenovela" von dem üblichen Schwachsinn der Daily Soaps?

    2. Wozu brauchen wir so einen "Cinderella 2004"-Schwachsinn von der armen Gefängnisinsassin, die sich unwissentlich in den Sohn eines Bankenimperiums verliebt und uns nun ein ganzes Jahr lang damit belästigen wird?

    3. Mit welchem Recht kassieren ARD und ZDF für so einen Schwachsinn (den ich bei den privaten Sendern schon zur Genüge bekomme) auch noch Gebühren über Gebühren (die ja erst kürzlich wieder einmal erhöht wurden). Wo bleibt denn hier der Anspruch? Es kommen doch mittlerweile genauso - in manchen Fällen sogar schlimmere - Sendungen in den öffentlich-rechtlichen Sendern als in den privaten Sendern.

    Lange Rede, kurzer Sinn: Selbst meine Bekannte konnte diesem Mist (und die schaut sich nahezu jeden Rosamunde Pilcher Film an) nichts abgewinnen. Ich kann wenigstens noch behaupten, dass Tanja Wedhorn einen gewissen optischen Leckerbissen darstellt. Für wie doof halten uns die Medienleute eigentlich? Irgendwie kommt mir das Ganze so vor, wie "Alter Romantikmist in neuen Schläuchen". Einmal gesehen und 90 Minuten meines Lebens wirklich verschwendet.

  2.  
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  3. #2
    Benutzerbild von bamalama

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    Der Vater der deutschen Telenovela, ZDF-Hauptredaktionsleiter Dr. Claus Beling, ist überzeugt, mit der Telenovela - dem emotionalsten aller Seriengenres - "vielversprechendes Neuland" zu betreten. Die Bezeichnung "Telenovela" habe man bewusst aus Südamerika mitgenommen, weil sie "geradezu ideal" für das Romantische und das Dramatische stehe. Und außerdem den wohlbekannten Klang der Lovestory aufrufe.

    Der feine Unterschied:

    "Bianca - Wege zum Glück" unterscheidet sich jedoch in wichtigen Punkten sowohl von den südamerikanischen Vorbildern als auch von den hier zu Lande bekannten Seifenopern. "Im Gegensatz zur Daily Soap, die theoretisch endlos laufen kann," erläutert "Bianca"-Chefautor Rasi Levinas, "ist die Telenovela von vornherein eine in sich abgeschlossene Erzählung. Nach 200 Folgen gibt es garantiert ein Happy End, und dann ist Schluss, egal wie gut die Quote ist...", sagt er augenzwinkernd.

    Die tägliche Produktionsweise - in manch anderer Daily Soap so augenfällig - ist bei Bianca nicht mehr spürbar. Durch eine besondere Aufnahme- und Nachbearbeitungstechnik wird ein filmischer Look erzielt, der nicht nur die Studioaufnahmen der Innenräume veredelt, sondern auch den überdurchschnittlich vielen Außenszenen und Landschaftsbildern die Qualität von hochwertigen Fernsehfilm- und Kinoproduktionen gibt.

    Dies ein ganzes Jahr lang täglich zu leisten, ist eine produktionstechnische und kreative Pionierleistung, die auf einer Kombination aus hochmodernen und traditionellen Arbeitsweisen beruht. Die einzelnen Szenen werden mit mehreren Kameras gleichzeitig aufgezeichnet und nicht in verschiedenen Durchgängen, wie es bei Fernsehfilmen üblich ist. Für die Schauspieler bedeutet dies, dass sie die Szenen in Realzeit perfekt durchspielen müssen. Dies erfordert von dem ganzen Team Tag für Tag neben einem hohen Grad von Talent, Disziplin und Engagement auch ausgeprägte menschlich-soziale Fähigkeiten. Denn nur so ist ein Zusammenarbeiten unter diesem hohen Zeitdruck überhaupt möglich.

    Auch die Musik, vom Titelsong bis zur hochwertigen orchestralen Untermalung der gespielten Szenen, die gekonnte Abstimmung des Set-Designs mit den Außenmotiven, die gleichermaßen emotionalen wie pointierten Dialoge und nicht zuletzt die außergewöhnliche Leistung des Ensembles von Schauspielern, Regie und Kamera setzen hier Maßstäbe, die weit über dem Durchschnitt herkömmlicher Formate liegen.

    Die tägliche Produktion mit hohem Außendrehanteil bedeutet auch, dass sich für die Telenovela ein besonderes Zeitgefühl in der Erzählung entwickelt. Wir begleiten Bianca durch das Jahr mit seinen jahreszeitlichen Veränderungen - ein Jahr der Entscheidungen und des Schicksals, nicht nur für die Titelheldin Bianca, sondern auch für eine neue Farbe in unserer Fernsehlandschaft.

    Für alle Bianca-Fans und Einsteiger geht es Online nach der täglichen Sendung weiter: In dem interaktiven Angebot "Biancas Welt" kann das Gut Wellinghoff, der weitläufige Park und der See, die Räume des Gutshauses und weitere Schauplätze der Telenovela klickend erkundet werden. Ist der Nutzer aufmerksam, findet er in Biancas Zimmer, aber auch anderen Stellen, kleine und größere Überraschungen. Zum Beispiel Biancas Online-Tagebuch, das Bianca täglich und gewissenhaft pflegt.
    Stefan Sasse

  4. #3
    Benutzerbild von waschbaer

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    @bamalama

    Das habe ich auf der ZDF-Seite auch gelesen. Das einzige, was mich positiv stimmt ist, dass dieser Romantik-Mist spätestens nach einem Jahr wieder weg vom Fenster ist.

    Die Zielgruppe sind wahrscheinlich irgendwelche 5exuell frustrierten Hausfrauen bzw. Jungmütter, die ihrem romantischem Traum vom Jungmillionär mit eigenem Personal nachtrauern und sich nicht mit der Wirklichkeit des eigenen Windelnwechseln, Abspülen, Kochen oder Fußbodenwischen abfinden wollen. Anders kann ich mir das nicht erklären.

    Und diese Erklärung von "Telenovela". Da kann ich wirklich nur drüber lachen. Wieder mal haben die öffentlich - rechtlichen Sender für mich an Glaubwürdigkeit verloren und ich fühle mich bestätigt, dass ich mittlerweile nahezu nur noch die Tagesschau bzw. ganz ausgewählte Musiksendungen oder Dokus anschaue. Und auch das immer weniger, weil mich das Fernsehen immer mehr nervt. Wahrscheinlich schalte ich irgendwann ganz ab.

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