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Tierschutz in Bezug auf Konsumverhalten

Erstellt von new-waver, 05.07.2005, 12:24 Uhr · 123 Antworten · 11.518 Aufrufe

  1. #1
    Benutzerbild von new-waver

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    Hallo Leute!

    Ich muss hier mal ein Thema loswerden das rein gar nichts mit den 80ern zu tun hat, das mir aber sehr am Herzen liegt.
    Ich weiß, dass die Leser am Ende geteilter Meinung sein werden und vielleicht trete ich eine längere Diskussion vom Zaun, aber dennoch möchte ich dieses Thema vorbringen.
    Es geht um das Thema „Fleischkonsum“.

    Heutzutage gibt es kaum eine Mahlzeit ohne Fleisch.
    Der Begriff „Sonntagsbraten“ hat seine Bedeutung verloren und in unserer Wohlstandsgesellschaft konsumieren wir immer mehr von dem Produckt Fleisch das täglich in Form von Schnitzel und Wurst auf unseren Teller liegt.
    Wir wollen immer billigere Preise, denn Geiz ist ja bekanntlich geil.

    Doch woher kommen diese Fleischberge??

    Leider muss man hier sagen „aus der Massentierhaltung“.

    Was bedeutet dieser Begriff Massentierhaltung denn in Wirklichkeit?
    Massentierhaltung bedeutet eine lebenslange und qualvolle Haltung in einer sterilen und gefühlskalten Umgebung für die Tiere.

    Nehmen wir einmal das Schwein als Beispiel....
    Jährlich sterben in Deutschland rund 40 Millionen (in Zahlen 40.000.000) Schweine einen qualvollen und automatisierten Tod nach einem elenden rund 24 Monaten dauernden Schweineleben für den Konsumenten.

    Ich möchte hier einfach einmal das Tier Schwein vorstellen.
    Die meisten werden ein Bild von schmutzigen und übelriechenden Tier im Kopf haben.
    Dies trifft jedoch ganz und gar nicht auf Schweine zu.
    Schweine sind wirklich liebe Tiere und sie besitzen ein ganz charmantes Wesen! :-)
    Ich muss für meine Person sagen, dass Schweine regelrecht "süchtig" machen, denn wer einmal mit ihnen zu tun hatte, weiß ihr liebenswertes Wesen zu schätzen.

    Ich werde jetzt mal einen kurzen Steckbrief zum Schwein aufführen:

    *Alle unsere Hausschweinrassen stammen von den Wildschweinen ab und wurden durch die sogenannte Domestikation zum Haustier (vor ca. 8000 – 10.000 Jahren).

    *Damit Schweine sich wohl fühlen, brauchen sie genügend Platz. Auch die soziale Anbindung zu anderen Artgenossen ist überaus wichtig, denn alle Schweine sind Rottentiere und leben in einem Familienverbund!

    *Was viele nicht wissen, Schweine haben einen extra Kot und Harnplatz und verrichten ihr Geschäft niemals einfach unter sich.

    * Schweine können nicht schwitzen!
    Deshalb dient das Suhlen und das Eingraben auch der Regulierung der Körpertemperatur.

    * Schweine habe ihren eigenen Körpergeruch, der etwas an „Maggi“ erinnert. Dieser Geruch muss aber keineswegs unangenehm sein.
    Der für uns Menschen mit dem Schwein verbundene üble Gestank tritt meist nur bei nicht artgerechter Haltung auf! Der Rauschegeruch ist für uns Menschen nicht wahrnehmbar!

    *Ein elementares Bedürfnis ist das Wühlen im Boden – alleine deshalb benötigen Schweine eine große Fläche zu leben!

    *Schweine haben einen Erkundungsdrang und sind sehr neugierig.

    *Schweine spielen gerne! Dieses Spielen ist ein enorm wichtiger Faktor für das Wohlbefinden der Tiere!

    *Sauen sind sehr fürsorgliche Mütter

    *Schweine lieben trockene, warme und kuschelige Plätze – auch nehmen sie gerne mal ein Sonnenbad z.B. in der wärmenden Frühlingssonne

    *Schweine sind sehr verschmuste Tiere und lieben den Kontakt zum Menschen

    *Schweine können sich an Personen, Orte und Situationen genaustens erinnern

    *Von der Wissenschaft wird den Schweinen mittlerweile eine Intelligenz zugeschrieben, die die eines dreijährigen Kindes übersteigt.
    Zugegeben, das Messen von Intelligenz ist immer so ne Sache; bleiben wir einfach dabei, dass Schweine sehr intelligent sind.



    Wenn man sich ganze jetzt angeschaut hat, wird man sich jetzt fragen, wie sieht jetzt so ein Schweineleben in der Massentierhaltung aussieht??
    Das Schweinleben in einer solchen Massentierhaltung ist eine einzige Qual, vom ersten bis zum letzen Atemzug, da die Tiere ihrer elementarsten Bedürfnisse beraubt werden und schließlich resignieren.

    1. Die Geburt
    Das Elend beginnt schon bei der Geburt – das Muttertier wird mit einer „Halteklammer“ festgehalten, um zu gebären und zu säugen.
    Als Begründung wird hier angebracht, dass man die Ferkel davor schützen möchte, dass sie von der Sau, die schon mal 300 Kg wiegen kann, erdrückt zu werden.
    Das würde bei einer artgemäßen Haltung jedoch nie der Fall sein. Sauen sind sehr fürsogliche Mütter!
    Schweine sind sehr soziale Tiere für die der Kontakt zu ihresgleichen lebensnotwendig ist, doch schon nach kurzer Zeit werden Muttertier und Nachwuchs voneinander getrennt.

    2. Kastration und abgeschnittene Schwänze
    Kaum ist das neugeborene Ferkelchen ein paar Tage alt, so wird es seine Männlichkeit beraubt.
    Das „Tolle“ daran ist, dass dies völlig ohne Betäubung geschieht. Wer so etwas einmal gesehen und vor allem gehört hat wird es niemals vergessen!
    Sicherlich schreien Schweine auch wenn man sie hochhebt, aber diese Schreie kommen auch vom Schmerz den die Tiere erleiden.
    Im Gegensatz zu anderen Tieren oder zum Menschen schreien Schweine in dem Moment wo sie den Schmerz erfahren und klagen nicht noch lange hinterher. Dies heißt allerdings nicht, dass sie dann keinen Schmerz mehr empfinden!
    Um einen späteren Verbiss zu verhindern, werden den Ferkel dann noch die Schwänze abgeschnitten – dies geschieht mal wieder ohne Betäubung und unter schmerzhaften Bedingungen!

    3. Das Ferkelleben
    Das Ferkelleben findet in einer Box in einem Stall irgendwo in einem Ferkelzuchtbetrieb statt.
    Ihre „Mama“ sehen die sozial gebundenen Ferkelchen nie wieder, denn die wird schon nach ein paar Wochen wieder besamt um neuen Nachwuchs zu „produzieren“
    Was Stroh ist wissen die Ferkel nicht und die Sonne kennen sie auch nicht.
    Nach ein paar Wochen werden die Familienbande nun vollends zerrissen!
    Die Ferkel werden verladen und in ihr Gefängnis, dem Mastbetrieb, gebracht. Dies geschieht ohne Rücksicht auf Zusammengehörigkeit und die Geschwister werden getrennt.
    Wer Schweine und ihre Sozialstruktur kennt weiß, dass bei rottenfremden Schweinen heftige Rangeleien angesagt sind. Diese hat oftmals auch angebissene Ohren ect. zur Folge.
    Aber schön sollen die Schweine ja nicht sein, nur Gewinn bringen!

    4. Das Leben im Mastbetrieb
    Das Schlachtgewicht der Schweine beträgt 110 bis 120 Kg. Dieses gilt es jetzt möglichst schnell zu erreichen.
    Also mästet man die Tiere. Bewegungsfreiheit ist hier nicht angesagt, denn Bewegung verbrennt Kalorien und das ist nicht gut fürs Gewicht.
    Also werden die Schweine schön eingepfercht – immerhin sind 0,63m² Fläche pro Schwein vom Gesetzgeber vorgeschrieben.
    Man stelle sich das einmal bildhaft vor – ein normales Bett hat ein mal zwei Meter – das sind 2 m².
    Jetzt stelle man sich auf diese Fläche 3 Schweine von einem Endgewicht von 110 – 120 Kg vor!!
    Eine schlimme Vorstellung!
    Das die Psyche der Schweine da einen „Knacks“ wegbekommt kann man sich nun sicher ganz leicht vorstellen.

    Ich füge jetzt einfach einmal ein paar Stichpunkte auf, die man dann gedanklich mit den oben aufgeführten elementaren Bedürfnissen der Schweine vergleichen kann....

    *die Schweine werden eingepfercht in Boxen mit einer Vielzahl von Artgenossen auf eine unnatürliche Art gehalten!

    *es gibt keine Harn- und Kotplätze für die Tiere, sondern die Tiere müssen wider ihrer Natur ihre Notduft einfach unter sich verrichten!

    *einem Schwein stehen nur 0,63qm Fläche in der Box zu!

    *harte Spaltböden, die ein Stehen oder Laufen für Paarhufer zur Qual machen!

    *soziale Strukturen können sich nicht bilden!

    *Zuchtsauen - lebenslang eingesperrte Gebärmaschinen - Muttertiere werden entgegen ihrer Art dazu gezwungen öfter als ein mal pro Jahr zu gebären!

    *Ferkel werden zu für von der Mutter weggenommen!

    *Muttertiere werden fixiert um zu gebären und die Ferkel zu säugen! (Eiserne Jungfrau)

    *eine Muttertier/Nachwuchsbeziehung wird unterdrückt!

    *Dauerstress aufgrund nicht artgerechter Haltung!

    *Schweine sind sich ihre ausweglosen Situation stets bewusst! Folge ist Resignation

    *permanenten Schmerzzustände als Folge der Massentierhaltung (Symptome wie Leerkauen, Stangenbeißen...)

    *männliche Ferkel werden ohne Betäubung kastriert, um den sonst entstehende "Ebergeschmack" (ab der Geschlechtsreife des Tieres) zu vermeiden, welcher beim Konsumenten nicht erwünscht ist – sinnlose Aktion, da die Tiere eh das Alter der Geschlechtsreife nie erreichen!

    *es werden ebenso die Schwänze aller jungen Schweine (2. – 3. Lebenswoche) abgeschnitten, um gegenseitigen Verbiss zu verhindern – die Tiere erleiden Höllenqualen!

    *Todesfälle sind keine Seltenheit und bei derartigen „Eingriffen“ stets einkalkuliert!

    *Ferkeln werden oft ihre Eckzähne abgekniffen um einen Verbiss bei der stillenden Sau zu verhindern!

    *In der "Endmast" sitzen die bereits übergewichtigen Schweine apathisch mit hängendem Kopf auf dem Hinterteil, da ihre Füße sie nicht mehr tragen. Im Fachjargon nennt man diese Haltung "trauern".


    5. Der Tiertransport
    Unnötige Tiertransporte unter unmöglichen Bedingungen über weite Strecken mit vielen toten Tieren, die stets einkalkuliert sind, erweitern das elende Schweineleben um ein weiteres Kapitel.
    Oftmals geschehen diese Transporte nachts oder ganz früh am Morgen, denn alles andere würde ja das Bild der heilen und zivilisierten Welt trüben.
    Oft fehlt es den Tieren an simpelem Wasser, ganz gleich welche Außentemperaturen herrschen. Auch finden sie auf den aus hygienischen Gründen glatt gehaltenen Böden kaum Halt.
    Wie „human“ es bei solchen Transporten zugeht zeigt ein im letzten Jahr verabschiedetes Gesetz, welches ein Treten und Schlagen von Transporttieren verbietet.
    Grotesk, dass man hierfür ein Gesetz brauch!

    6. Der Schlachthof
    Moderne Schlachthöfe „fertigen“ heutzutage 2000 Schweine und mehr pro Tag ab.
    Dies geschieht fast vollautomatisch.
    Schweine sind sehr intelligent; das wurde schon mehrfach erwähnt.
    Aus diesem Grund wissen Schweine sehr genau was ihnen nun bevor steht – sie wissen dass sie nun sterben werden!!
    Andere Behauptungen, das Schwein wisse nicht was dort vor sich geht und was als nächstes passieren wird sind einfach Quatsch, denn dafür sind Schweine viel zu clever und ihr hervorragender Gehör- und Geruchssinn tut sein übriges.
    Vor allem, wenn das Schwein in der Blutlache seines Vorgängers steht, das gerade die Kehle durchgeschnitten bekommen hat.
    Die CO Betäubung greift auch nicht immer, das beweist auch eine Vorschrift, welche die CO Betäubungszeiten von 70 auf 110 Sekunden hochgesetzt hat.
    Andere betriebe töten die Tiere mit einer Elektrozange. Das Schwein durchläuft eine Art Tunnel, an dessen Ende sich diese Elektrozange befindet und das Tier mittels Elektroschock tötet.

    In meinen Augen ist die Massentierhaltung nichts weiter als eine Tierfabrik und legitimierte Tierquälerei!
    Berichte in den Medien zeigen dies nur allzudeutlich!
    Es wird immer mehr "perfektioniert" und man ist letztendlich nur auf das liebe Geld aus.
    Der vorangegangene Text behandelte jetzt nur die Schweine und Fleischproduktion – es gibt jedoch noch viel, viel mehr Elend, welches man dringenst abstellen müßte.
    Ich denke da nur an all die anderen Schlachttiere und an die Tatsache, dass Pelzmode wieder „in“ zu sein scheint.
    Grotesk wirkt die Tatsache, dass ein Großteil der Produktion im Müll landet, weil wir einfach nicht so viel konsumieren wie produziert wird und die Tiere somit umsonst gelitten haben und gestorben sind.

    An dem IST-Zustand tragen wir alle ein Stück Mitschuld mit uns.
    Wie man das beeinflussen kann??
    Durch ein Umdenken des Konsumenten und einem bewusster Umgang mit dem „Produkt“ Fleisch!
    Woher kommt es und wie viel braucht man wirklich!?
    Supermarktfleisch stammt immer aus der Massentierhaltung.
    Das Maß an Fleisch das wir in unserer Gesellschaft konsumieren ist eh ungesund.
    So ist der Fleischkonsum bewiesenermaßen mit verantwortlich für z.B. Herzkreislaufprobleme, Con-Karzinome und Nierensteine auf Calcium-Basis.
    Wir würden also nicht nur das Leid der Tiere mindern, sondern auch etwas für unsere Gesundheit tun.
    Klar, ist jemand der auf die Herkunft seines von ihm konsumierten Fleisches achtet, ein Vegetarier oder Veganer kein Heiliger, aber es hilft das Leid der Tiere zu lindern.
    Haben Tiere denn keine Rechte??
    Haben sie es verdient, dass wir sie so respektlos behandeln?

    Ich für meinen Fall bin seit Jahren Vegetarier und erfreue mich bester Gesundheit.
    Das Thema Mangelerscheinungen kann man getrost als Märchen abstempeln. :-)


    Wie lieb und zutraulich ein echtes deutsches Mastschwein sein kann, sieht man hier auf dem Foto. Es handelt sich hierbei um den Borg (so nennt man einen kastrierten Eber) Johannes, der auf dem Gnadenhof des Schweinefreunde e.V. ein neues und sicheres Zuhause gefunden hat.




    Der Sinn diese doch recht lang gewordenen Postings liegt darin, den einen oder anderen wachzurütteln und zum Nachdenken zu bewegen und vielleicht ändert ja der eine oder andere sein Konsumverhalten.


    Ciao
    Frank

  2.  
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  3. #2
    Benutzerbild von italomaster

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    Danke dafuer, Frank!!! Ein sehr wichtiges Thema, das Du gut aufbereitet hast.

    Leider muss ich gestehen, dass ich, obwohl im Tierschutz aktiv, es immer noch nicht hinbekommen habe, mein Essverhalten dementsprechend konsequent umzustellen.

    Bin mal auf die Reaktionen hier gespannt...!

  4. #3
    Benutzerbild von Babooshka

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    Leider kommt man in Deutschland ja kaum um Schweinefleisch rum, denn es gehört zur Esskultur und ist in vielen Fleischprodukten enthalten, z. B. Salami und Leberpastete. In Polen ist es noch schlimmer, dort gibt es kaum was anderes.

    Ich esse recht wenig Fleisch und wenn, dann fast kein Schweinefleisch, einfach aus dem Grund, weil es mir nicht besonders schmeckt. Allenfalls mal bei Mama ein Kotelett oder eben in der Mischung Salami, Leberpastete, Würstchen, Hackepeter usw. Man kommt nicht vollkommen drumrum! Außerdem, versuch mal, einen überzeugten Fleischesser davon abzubringen. Das schafft man nicht, auch nicht mit grauenhaften Bildern. Für die Kriegskinder, die meine Eltern einst waren, gehört Fleisch zwingend zu einer Mahlzeit dazu. Und dennoch lieben sie Tiere und schützen sie.

  5. #4
    Benutzerbild von Petra67

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    Mir tun die armen Tiere auch leid. Bin ja eh so'n Schweinchenfan (dank Babe), aber auch wenn ich Fernsehreportagen über z.B. Hühner in engen Legebatterien sehe, kommen mir die Tränen. Deshalb kaufen wir auch nur noch die teureren Eier aus Freilandhaltung.

    Ich habe festgestellt, dass ich sehr viel weniger Fleisch esse als früher. Hinzu kommt, dass bei uns in der Kantine die vegetarischen Menüs häufig besser schmecken als die Fleischgerichte, die zu 100% aus der Massentierhaltung stammen. Heute mittag z.B. gab's Mozzarellakroketten mit Nudeldurcheinander (mit Broccoli, Pinienkernen und geriebenem Parmesan drüber), schmeckte superlecker. Man sieht, es muss nicht immer Fleisch sein, nur bedauerlicherweise bestehen vegetarische Menüs häufig immer noch aus so Sojakram und sonstigem Möchtegern-Fleischersatz, und damit kann man mich jagen.
    Lustig war aber irgendwann mal die Aufschrift "vegetarisches Chili con Carne", aber den Fehler hat man rechtzeitig erkannt

    Was mich auch stört, ist der allzu sorglose Umgang mit Antibiotika. Die Tiere werden so vollgespritzt, dass der Endverbraucher irgendwann resistent dagegen wird. Bei gefährlichen Krankheiten heisst es dann gute Nacht. Erst gestern noch habe ich diesen Artikel gelesen, der mir einen kalten Schauer über den Rücken gejagt hat:
    http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...363654,00.html

    Aber ab und zu komme ich aber an leckerer Salami, Leberwurst, Spaghetti Bolo, Steak etc. nicht vorbei. Bin halt doch zu sehr Genussmensch, vorausgesetzt, das Fleisch ist von wirklich guter Qualität.

    Einer Freundin von mir ist letztens vom Arzt "verschrieben" worden, wenigstens zwei Mal die Woche Fleisch zu essen. Grund weiss ich nicht mehr, aber eine Art Mangelerscheinung scheint bei ihr vorgelegen zu haben.


    P.S. Kennt jemand den Film "Dänische Delikatessen"???? Sehr empfehlenswert für die Freunde des schwarzen Humors ("Meine Martha schmeckte genauso").

  6. #5
    Kinderfresser
    Benutzerbild von Kinderfresser
    Bislang wurde ja nur auf den Fleischkonsum eingegangen. Dabei werden gerade die Hühner in den Legebatterien noch mehr gequält. Und die meisten Milchkühe haben auch noch nie eine Wiese gesehen. Also am besten nur noch vegan leben. Da gibt's nur leider einen Haken: essentielle tierische Eiweiße.

    Persönlich hab ich mit Fleisch und Käse kein Problem, kann aber auch gut drauf verzichten. Allerdings kann man mich wie Petra67 mit diesem Möchtegern-Fleischersatz á la "Sojaburger" jagen. Einzig Eier kauf ich keine mehr. Die hole ich lieber direkt bei meinen Eltern. Wenn Da ich kann sicher sein, daß die Hühner genügend Auslauf haben und so frisch bekomm ich die sonst nirgendwo! Wenn ich Glück habe, sogar direkt aus dem Nest....

  7. #6
    Benutzerbild von new-waver

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    Hallöchen!

    Schön zu lesen, dass ich doch noch Reaktionen, sogar der positiven Art, auf meinen thread erhalte!
    Gut - zugegeben - ich habe euch ganz schön zugetextet, aber kürzer gings echt nicht, ohne wichtige Infos vorzuenthalten.
    Mann, was haben mir die Pfoten und der Kopf gequalmt!

    @italomaster
    Also bei mir war das mit der Umstellung auch keine Sache von heute auf Morgen - es war eine schrittweise Entwicklung.
    Förderlich war es auch, dass meine Partnerin, die übrigens auf dem Bild das Schwein krault, genauso denkt wie ich - von daher war es einfacher und es gab im Haushalt keinen kulinarischen Reibungspunkt!
    Leider bekommt man viele Lebensmittel untergejubelt, die tierischer Natur sind.

    @Babooshka
    Es geht ja nicht nur um die Schweine - es geht mir um die Massentierhaltung generell, egal ob Schweine, Hühner, Puten....
    Würden wir auf Schweinefleisch verzichten, dann würde sich wohl das Elend für andere Gattungen verschlimmern.
    Auch ist in Fleischprodukten nicht immer das drinne was laut Aufschrift drin sein soll - Kalbsleberwurst z.B. - was ist da mit drin?
    Richtig, Schweinefleisch!
    Und in der Geflügelsalami?
    Richtig, wieder Schweinefleisch!
    Für Moslems ist das doch "schön", denn die essen ja aus Glaubensgründen kein Schweinefleisch.
    Es gibt meiner Meinung nach genügend Alternativen zum Fleisch, die sehr wohlschmeckend sind.
    Das soll jetzt nicht als Vorwurf da stehen, denn ich habe mir bis vor ca. 10 Jahren auch keine Gedanken gemacht, was in meiner Spaghetti Bolognese-Soße drin ist und woher es kommt.
    Eine Diskussion mit "verbohrten" Fleischessern ist kaum führbar. Die Argumente werden schnell persönlich und unsachlich, weil man offenbar den Menschen als Krönung der Schöpfung ansehen will, der mit seiner Umwelt, also auch den Tieren machen kann was er will.
    Die "Viehcher" werden ja schließlich dafür gezüchtet!
    Nun gut, jeder muss es für sich selbst entscheiden, welchen Weg er geht. Doch leider geht es in diesem Fall zu Lasten der Tiere!
    Ich möchte keinem sein Schnitzel vermiesen, doch er sollte wenn schon Fleisch konsumiert, dies mit Maß und Ziel und dem Bewußtsein tun, dass er ein totes Stück Tier auf dem Teller hat, das für diesen Zweck gestorben ist.

    Heute ist die Devise ja ehr, lieber 2 Schnitzel zu viel und weggeworfen, als eines zu wenig.

    Schlimm sind auch die Nebenerscheinungen, die diese Massentierhaltung.
    So werden im Verdachtsfalle einer Krankheit zig tausende Tiere einfach gekeult, wie man das so herzlos nennt.
    Hier werden z.B. Schweine im asiatischen Raum, die als potentielle Überträger Encephalitis* gelten, lebendig! begraben.
    Man hat sich nicht einmal die Mühe gemacht die Tiere zu untersuchen - es war billiger die Tiere lebendig zu verscharren!!!



    Erschreckende Plakate halten meißt nur so lange an, bis die Leute bei nächsten male an der Supermarkt-Theke stehen und ihre Fleischprodukte kaufen.
    Leider!
    Ich habe es selbst erlebt!
    Die beiden Plakate habe ich in Farbe auf A3 gedruckt und in meinem Büro aufgehängt.
    Die Reaktion ist erst ein mal "oh, wie süß, ein Schweinchen!" und dann "oh, dem läuft ja Blut aus der Nase!" oder "ey, das ist ja tot!"
    Bei den Erklärungen warum das so ist, sind die Leute betroffen, doch da klingelt im selben Moment der Bäckerwagen vor der Türe und sie rennen los ihr Wurstbrötchen kaufen!
    Grotesk!
    Oder?






    @Petra67
    Also ich finde das Tofu-Zeugs gar nicht so schlecht. Manches schmeckt auch ruchtig lecker - ich denke da an die Sachen der Real Supermarktkette!
    Man muss sich nur von dem Gedanken befreien, dass es wie Fleisch schmeckt - das tut es nicht und soll es ja auch gar nicht.
    Aber das ist halt eine Frage des Geschmacks, und der ist ja individuell!
    Wie gesagt, das mit den Mangelerscheinungen kann ich nicht nachvollziehen, denn mir gehts blendend!


    Mit den Medikamenten hast Du sicherlich recht! Wir nehmen den Mist ja unnötigerweise durch die Nahrungskette auf und dadurch ensteht diese resistenz.
    Seit ich kein Fleisch mehr esse werde ich auch viel weniger krank. Sicher, man ist nicht unverwüstlich, aber wenn man mal krank wird und ein Antibiotikum benötigt, so greift das sehr viel schneller und man ist z.B. bei einer dicken Erkältung viel schneller wieder fit!

    Also Schweine sind schon klasse - ich liebe ganz besonders Wildschweine.
    Wir haben uns mit insgesamt 3 Rotten richtig angefreundet. Eine ist freilebend und die anderen beiden leben in Wildparks.
    Wir sind soweit, dass wir sogar die Frischlinge anfassen und kraulen dürfen, ohne dass uns eine Bache schnappt. Allerdings kommen die Bachen und sogar die großen Keiler zu uns, um sich den dicken Bauch kraulen zu lassen.
    Infos zu Wildschweinen findest Du übrigens auf meiner HP www.wildschweine.net oder zum Schwein allgemein unter www.schweinefreunde.de (HP des Schweinefreunde e.V.).


    ohje - schon wieder habe ich die Leute voll zugetextet!


    Ciao
    Frank



    * Die Japanische Encephalitis (Encephalitis Japonica) ist eine Viruserkrankung des menschlichen Gehirns, die in Ost- und Südostasien regional, besonders auf dem Land von Bedeutung ist. Die Infektion führt relativ selten zu einer tatsächlichen Erkrankung. Stellen sich allerdings Krankheitssymptome ein, so muß mit einer hohen Sterblichkeit von 50 % gerechnet werden.

  8. #7
    Kinderfresser
    Benutzerbild von Kinderfresser
    new-waver schrieb:
    Wir sind soweit, dass wir sogar die Frischlinge anfassen und kraulen dürfen, ohne dass uns eine Bache schnappt.
    Da habt ihr aber verdammt großes Glück. Normalerweise darf man sich den Kleinen nämlich nicht mal auf 10m nähern, ohne daß Bache oder Keiler auf einen losgehen.


    BTW: Ist jetzt etwas OT, aber mich würde mal deine Meinung zur Jagd interessieren. Wie wär's mit 'ner PM?

  9. #8
    Benutzerbild von 80sgirl

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    336
    Nun ich esse ganz gerne mal Fleisch, weil ich glaube kaum, dass alle meine Vorredner hier jetzt nahezu Vegetarier sind. Was mich immer an solchen Diskussionen nervt, ist dass die meisten Vegetarier ein ausgeprägtes Missionierungsverhalten an den Tag legen und Andersdenkenden Leuten oftmals ihre Meinung so präsentieren, dass man immer das Gefühl hat, dass man gegen ihrendwelche Gesetze verstoßen würde. Auch hier habe ich wieder das Gefühl, dass denjenigen, die ab und an mal gerne ein Stück Fleisch essen, zu einem gewissen Grad die Pistole auf die Brust gesetzt werden soll (gemäß dem Motto: "Das arme Schwein").

    Sicherlich finde ich es auch nicht in Ordnung, wenn Tiere quer durch Europa gekarrt werden, nur weil man dann als Transportunternehmen noch ein paar Mark verdient oder irgendwelche EU-Subventionen abgreifen kann. Aber ich sehe wirklich kein großes Problem darin, wenn ich beispielsweise bei dem Metzger bei mir im Ort mir mein Fleisch kaufe und dann auch weiß, dass es von Höfen aus meinem Kreis kommt und die Endprodukte nicht hunderte von Kilometern durch möglichst viele EU-Grenzen gefahren wurden.

    Die meisten Tofugerichte schmecken mir wirklich auch nicht sonderlich und wie schon einige Vorredner hier bemerkt haben, mit den meisten kann man mich jagen. Das heißt jetzt aber nicht, dass ich jeden Tag Fleisch esse, aber ich will es mir einfach nicht vermiesen lassen, ein Schnitzel zu essen, wenn ich es möchte. Und da finde ich solche Plakate (zumal, wenn sie noch in meinem Büro aufgehängt werden) nicht gerade toll. Bei mir erreichen solche Aktionen eher noch genau das Gegenteil, so dass ich mir sage, dass die Leute die sich so militant dafür engagieren für mich den Status eines verrückten Spinners bekommen.

    Das heißt jetzt nicht, das ich Freund von Massentierhaltung, Legebatterien oder Tiertransporten quer durch die EU bin. Wirklich nicht. Aber ich will als Fleischesser (und viele Gerichte schmecken mir einfach gut) nicht gleich mit dem Stempel "Schlechter Mensch" gebrandmarkt werden.

    Als ich kürzlich auf einem Straßenfest war, hat eine überzeugte Vegetarierin versucht, denjenigen am Grill, der die Bratwürste gegrillt hat, davon zu überzeugen, dass "sie sich gegen Gottes Schöpfung versündigt" und Tiere genauso wie Menschen zu behandeln sind. Schließlich würde er ja hier auch keinen Menschen grillen wollen. Die ganze restliche Schlange stand erst einmal blöd da bis dann lauthals geschrien wurde, weshalb denn nicht vorwärts gehen würde. Solche Aktionen finde ich lächerlich. Wenn sie für sich so leben mag, dann bitte, aber ich möchte auf einem Straßenfest mir schon noch eine Wurstsemmel kaufen dürfen ohne als Schwerverbrecherin stigmatisiert zu werden.

    Und was meinen eigenen Fleischkonsum angeht, so habe ich bereits geschildert, dass ich bei einer Metzgerei bei mir im Ort kaufe und diese angibt, von welchem Hof die Schlachttiere stammten. Ich esse im Schnitt etwas jeden zweiten Tag ein Fleischprodukt, wobei ich an den anderen Tagen eben etwas anderes esse. In der letzten Zeit habe ich auch wieder mehr Mehlspeisen zu mir genommen, aber das liegt eher an meinem neuen Freund, der dies besonders gerne ißt (nein, er ist kein Vegetarier, aber er mag meine Art zu kochen und ich seine Art zu kochen).

  10. #9
    justmusic
    Benutzerbild von justmusic
    Gutes Thema!

    Allerdings will ich hier mal die wirtschaftliche Situation in Deutschland dagegen halten!

    Sicher, ich würde auch gerne Produkte aus artgerechter Haltung kaufen! Sicher könnte ich meine Eier direkt vom Ököhof kaufen. Sicher könnte ich generell auf Bio-Lebensmittel umsteigen.

    Es geht aber einfach nicht, finanziell mein ich!

    Ich mein ich habe jetzt zwar kein schlechtes Gehalt für einen Berufsanfänger, aber es langt grad so zum Leben! Auto muß sein, sonst würde ich gar nicht auf Arbeit kommen. Aber sonst is kein Luxus drin, für 4 Tage Kurzurlaub spar ich ein Jahr! Und wenn irgendwelche unvorhergesehenen Ausgaben kommen, wars das mitm Urlaub!
    Aber ich will nicht meckern! Es gibt jede Menge Leute, denen es schlechter geht, die noch weniger Geld zum Leben haben!

    Und wenn man kein Geld hat, kann mal auch keine teuren Lebensmittel kaufen! Und Bioprodukte und Co sind halt teurer!

    Ich will nicht auf Fleisch verzichten. Ich kann mich durchaus fleischlos ernähren, aber ab und zu muß halt einfach mal ein Steak oder Schnitzel sein!
    Und weil ich es mir anders nicht leisten kann, kauf ich mein Fleisch eben im Stino Supermarkt, weil dort ist es einfach billiger!
    Beispiel Eier: ne 10er Packung Eier kostet im Supermarkt 89 Cent. Ein Ei vom Ökohändler kostet 25 Cent! Und wenn ich nur 4 Eier für nen Kuchen brauch (sonst ess ich keine), bin ich mit der 10er Packung billiger dran als mit den einzelnen!

    Wenn ich mein Ökogemüse im eigenen Garten anbauen kann, dazu vielleicht 2-3 Hühner, dann mag das alles gehen, aber wer rechnen muß in der Plattenbausiedlung wohnt, der hat halt keine andere Wahl, als billigere Supermarktprodukte zu kaufen, egal wo sie herkommen!


    Was mich dann aber richtig aufregt, sind Gaststättenportionen! So erlebt beim Betriebsausflug in Frankfurt. Ich habe ein Schnitzel bestellt, und das habe ich bekommen: einen sehr großen Teller, der zur Hälfte mit Bratkartoffeln bedeckt, die andere Hälfte nahm ein Schnitzel ein! Obenauf lag noch ein Schnitzel, fast genauso groß! Ich mein, wer soll denn das essen?
    Ich bin nun nicht jemand, der sich mit Mauseportionen zufrieden gibt, ich kann schon was verdrücken, aber bei solchen Portionen kapituliert glaub ich fast jeder! Bezahlen tut man es freilich mit! Und das die Hälfte im Müll landet, interessiert die Gaststättenbetreiber offenbar nicht!

  11. #10
    Benutzerbild von Petra67

    Registriert seit
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    415
    Also ich finde das Tofu-Zeugs gar nicht so schlecht. Manches schmeckt auch ruchtig lecker - ich denke da an die Sachen der Real Supermarktkette!
    Man muss sich nur von dem Gedanken befreien, dass es wie Fleisch schmeckt - das tut es nicht und soll es ja auch gar nicht.
    Aber das ist halt eine Frage des Geschmacks, und der ist ja individuell!
    Soja mag ich leider überhaupt nicht, obwohl Tofu ja irgendwie nach gar nichts schmeckt. Quorn ist nicht übel, hab ich mal einmal gekauft, weil's in unserem kleinen Supermarkt kein Hackfleisch für die Spaghettisosse mehr gab. Da war ich doch positiv überrascht.

    Leider sehe ich aber immer wieder, dass vor allem in Restaurants vegetarische Gerichte viel teurer sind, selbst wenn nicht mal Fleischersatz drin ist. Mein Mann war einmal mit Kollegen essen und einer musste 17 Euro oder so für so'n paar Salatblättchen (übertrieben ausgedrückt) hinblättern. Die Fleischgerichte hingegen waren günstiger. Ist doch pervers, nur weil "vegetarisch" davorsteht, muss das gleich als etepetete Modeerscheinung behandelt werden.
    Erzähl das mal einem in Afrika, der lacht sich doch kaputt.

    Seit ich kein Fleisch mehr esse werde ich auch viel weniger krank. Sicher, man ist nicht unverwüstlich, aber wenn man mal krank wird und ein Antibiotikum benötigt, so greift das sehr viel schneller und man ist z.B. bei einer dicken Erkältung viel schneller wieder fit!
    Leider verschreiben auch die Ärzte viel zu schnell Antibiotika. Schon zu Schulzeiten hatte ich eine Freundin, bei der popelige Halsschmerzen selbst mit Antibiotika nicht mehr weggingen!!!


    @ Just Love:
    Das sind ja schon fast amerikanische Verhältnisse mit den Riesenmonsterschnitzelportionen. Und dann wundert sich jeder, dass die Deutschen auch immer dicker werden!

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