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Todesstrafe

Erstellt von musicola, 24.11.2005, 19:49 Uhr · 25 Antworten · 2.374 Aufrufe

  1. #11
    Benutzerbild von frasier

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    musicola postete
    Wundert mich, dass man im Land der unbegrenzten Absurditäten noch nicht komplett drauf gekommen ist, dass die Abschreckungswirkung "Todesstrafe" praktisch bei Null ist.
    Wenn es überhaupt um Abschreckung geht. Eher schon um Gerechtigkeit, also Auge um Auge.

    Würde jedenfalls zu der fundamentalistischen Prägung in den USA passen.

  2.  
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  3. #12
    Kinderfresser
    Benutzerbild von Kinderfresser
    Nur gut, daß in Deutschland das Strafrecht vom Bund geregelt ist und nicht wie in den USA von den einzelnen Bundesstaaten (bzw. Bundesländern). Sonst hätten wir nämlich auch noch die Todesstrafe. Wer's nicht glaubt, kann ja mal 'nen Blick in § 21 der Hessischen Verfassung werfen....

  4. #13
    Benutzerbild von Torsten

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    Die gesamte bisher übliche Rechtssprechung wird spätestens dann völlig zu überdenken sein, wenn Gen- und Hirnforscher irgendwann belegen können, dass es so etwas wie einen "freien Willen" letztlich nicht gibt, da die Handlungen jedes Individuums ein Produkt rein physiologischer Prozesse sind.

    Wann das sein und welche Folgen dies haben wird, ist noch nicht abzusehen. Die ersten diesbezüglichen Erkenntnisse werden aber bereits heute diskutiert.

  5. #14
    Benutzerbild von sturzflug69

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    Zitieren möchte ich hier nun gar niemanden.
    Ich bete zu wem auch immer,daß ich NIE unter den Betroffenden sein werde.UND DAS SOLLTET IHR AUCH!
    Ab und zu sollte man sich seine politische Korrektheit auch mal rektal einführen.Den Smiley spar ich mir jetzt...

  6. #15
    Benutzerbild von Closelobster

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    Ich glaube nicht daß diese Diskussion irgendwas mit Political Correctness zu tun hat. Hier geht es um, jedenfalls seitens sturzflug69, persönliche Empfindsamkeiten. Und in einem Punkt muß ich ihm Recht geben: sollte meine Familie Opfer einer, wie auch immer gearteten, Gewalttat werden, und der oder die Täter eindeutig überführt sein (und mittlererweile gibt es Mittel und Wege, um das feststellen zu können) - dann schwinge ich mit Freuden die Axt (okay ist jetzt etwas archaisch, aber ich denke mein Standpunkt kommt rüber). Ich danke allen Göttern, daß es bislang weder in meiner Familie noch im weiten Freundes- und Bekanntenkreis dazu gekommen ist.

    Und ich muß zugeben, daß mir bei Gewalttaten gegen Kinder grundsätzlich die Galle hochkommt (siehe - persönliche Empfindsamkeit). Ich selber glaube auch nicht an die Therapierbarkeit von Kinderschändern/Vergewaltigern. Wegsperren ohne die Chance auf Freilassung (oder auch nur Freigang) wäre da die Option... wobei ja bekannt ist, was in Gefängnissen mit Kinderschändern passiert... die Hölle auf Erden wäre ja wohl noch harmlos ausgedrückt. Und daß ich da eine gewisse Genugtuung empfinde... nun ja, nobody`s perfect. Aber, wie schon gesagt - das ist die persönliche Wahrnehmung und das persönliche Empfinden.

    Bin ich also nun für oder gegen die Todesstrafe ? Wenn ich sämtliche persönlichen Motive/Empfindungen ausschalte, sage ich, ganz klar, NEIN. Justizirrtümer können nicht "korrigiert" werden. Und daß die Todesstrafe als Abschreckung nichts nützt, sieht man ja am Beispiel USA. Wenn ich persönlich betroffen wäre - da bin ich mir nicht so sicher.

  7. #16
    Benutzerbild von DeeTee

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    Torsten postete
    Die gesamte bisher übliche Rechtssprechung wird spätestens dann völlig zu überdenken sein, wenn Gen- und Hirnforscher irgendwann belegen können, dass es so etwas wie einen "freien Willen" letztlich nicht gibt, da die Handlungen jedes Individuums ein Produkt rein physiologischer Prozesse sind.

    Wann das sein und welche Folgen dies haben wird, ist noch nicht abzusehen. Die ersten diesbezüglichen Erkenntnisse werden aber bereits heute diskutiert.
    Hierzu ein Fernsehtip erster Güte:

    Der Sitz des Bösen
    ARD digital: 1extra - Freitag, 15.10-16.00 Uhr. (Wdh. vom Juli)

    Ich habe die Sendung bereits im Juli gesehen. Sie fasst den aktuellen Forschungsstand sehr gut zusammen. Empfehlung!

    DeeTee

  8. #17
    Benutzerbild von Torsten

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    DeeTee postete
    Hierzu ein Fernsehtip erster Güte:

    Der Sitz des Bösen
    ARD digital: 1extra - Freitag, 15.10-16.00 Uhr. (Wdh. vom Juli)
    Tja, danke - leider empfange ich kein 1extra...

  9. #18
    Benutzerbild von PostMortem

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    Torsten postete
    Die gesamte bisher übliche Rechtssprechung wird spätestens dann völlig zu überdenken sein, wenn Gen- und Hirnforscher irgendwann belegen können, dass es so etwas wie einen "freien Willen" letztlich nicht gibt, da die Handlungen jedes Individuums ein Produkt rein physiologischer Prozesse sind.

    Wann das sein und welche Folgen dies haben wird, ist noch nicht abzusehen. Die ersten diesbezüglichen Erkenntnisse werden aber bereits heute diskutiert.
    Die ersten diesbezüglichen Erkenntnisse? Wenn ich mich nicht irre, geht diese ganze Diskussion und gehen auch neuere Versuche im Ursprung immer wieder auf ein von einem Benjamin Libet 1983 durchgeführtes Experiment zurück - immerhin 22 Jahre her, eine ganze Menge Holz in der modernen Medizin und Forschung, damals ist man noch massenhaft an heute heilbaren Krankheiten gestorben.

    Dort wurden Probanden angewiesen in regelmäßigen Abständen eine Hand zu bewegen. Gleichzeitig wurden die Hirnströme gemessen. Damals stellte sich heraus, dass die Hirnaktivität etwa eine halbe Sekunde früher einsetzte, als der bewusst geäußerte Entschluss des Probanden jetzt seine Hand zu bewegen. Dieser "Trick" wird seitdem ständig wiederholt und als Beleg für das Nicht-Vorhandensein des freien Willens dargestellt. Dabei ist das ganze über die 22 Jahre alte Entdeckung hinaus eigentlich lediglich reichlich plakativ, denn was da in dieser halben Sekunde im Geist abläuft, bleibt bis heute hoch spekulativ und liegt in seiner Deutungsmöglichkeit eigentlich gleichauf verschiedenster theoretischer Erdentstehungs- und Paralleluniversen-Theorien renommierter Kosmologen.

    Ich bin natürlich weder Mediziner, noch wissenschaftlich diesbezüglich besonders kompetent. Aber bei bloßer Betrachtung dieser Versuchsanordnung und einer Portion gesundem Nachdenken, finde ich es schon reichlich verblüffend, dass mit Hinweis auf dieses Experiment immer wieder der freie Wille in Frage gestellt und sein eventuelles Nicht-Vorhandensein untersucht wird. Es wird jawohl nun keiner glauben, dass der o. g. Proband die Hand auch ohne diese Versuchsanordnung in regelmäßigen Abständen bewegt hätte. Von daher hat der Proband unbestreitbar auf eine vorgegebene Aufgabe reagiert. Der Auftrag kam von außerhalb des Körpers, die Reaktion von innerhalb. Letztendlich stellt sich aufgrund der verzögerten Hirnströme also eigentlich doch eher die Frage an welcher Stelle ein BEWUSSTER Wille im UNTERBEWUSSTSEIN umgesetzt wird und nicht die Frage nach der Nicht-Existenz eines freien Willens. Aber es ist hier wohl wie immer in der Forschung: Sensationen vom Nichtvorhandensein von bisher selbstverständlich geglaubten Dingen, verschaffen mehr Aufmerksamkeit und letztendlich Budget und Reputation, als irgendwelche eher langweiligen und theoretischen Analysen, wie denn nun was im Kopf eigentlich geschaltet ist.

    Aber um zum Punkt des Strafrechts zurück zu kommen: Hier setzt dann doch eigentlich wieder die Belanglosigkeit ein. Letztendlich ist es nur ein finanzieller Unterschied, ob jemand als unheilbar für immer in die Psychatrie oder in ein Gefängnis eingeschlossen wird. Natürlich könnte man dann fragen, ob jemand noch vorsätzlich gemordert haben kann, wenn er mangels freiem Willen gar keinen Vorsatz fassen kann. Letztendlich bleibt es aber dabei, dass er eine Gefahr für andere darstellt und deshalb weggeschlossen werden muss - ob mit oder ohne freiem Willen.

    Untersuchungen an Mördern in den USA sollen allerdings ergeben haben, dass ihre Hirnstrukturen oft von "Nicht-Mördern" abweichen. Es wird in diesem Zusammenhang immer wieder über kleinere Frontallappen gesprochen als üblich. Diese Auffälligkeiten des Hirns schmeisst man in den Diskussionen um unbewusst ausgelöste Verbechen aus irgend einem Grund immer wieder mit Experimenten o. g. Typs zusammen und mixt daraus teilweise reichlich gewagte Aussagen, z. B. das uns ein freier Wille vom Hirn nur vorgegaukelt wird - am Ende leben wir alle noch in der Matrix.....

    Ich gehe aber davon aus, dass Mörder auch weiterhin mit freiem Willen weggesperrt werden (natürlich bis auf die psychisch kranken, die werden als psychisch Kranke weggesperrt), denn sonst wären ja auch unsere Postings zu diesem Thema lediglich Produkte rein physiologischer Prozesse, schon der Aufruf dieses Forums wäre das gewesen. Und das rein physiologische Prozesse mich dazu bringen Websites aufzurufen und willenlos gezielt Technik zu bedienen, die es zur Zeit der Entstehung meiner physischen Fähigkeiten noch gar nicht gab, halte ich für nahezu unmöglich... das der passende Hirnstrom zwischen Tastenanschlagsgedanken und Tastenanschlag evtl. eine halbe Sekunde zu spät gemessen werden könnte, besagt für mich nur, dass zwischen Finger und Hirn irgendwas hängen muss, das die bewusst begonnene Aktivität schneller auszuführen HILFT als das Hirn selbst. Das mein Hirn mich hier vor den Rechner geschoben hat, um es als Willensmaschine hochzujubeln, bedeutet das für mich eher nicht.

    Letztendlich ist das alles auch ein alter Hut: Frauen wissen es ja schon relativ lange, dass wir Männer angeblich nicht mit dem Kopf denken und von anderen Körperteilen gesteuert werden

    PM

  10. #19
    Benutzerbild von waschbaer

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    Kinderfresser postete
    Nur gut, daß in Deutschland das Strafrecht vom Bund geregelt ist und nicht wie in den USA von den einzelnen Bundesstaaten (bzw. Bundesländern). Sonst hätten wir nämlich auch noch die Todesstrafe. Wer's nicht glaubt, kann ja mal 'nen Blick in § 21 der Hessischen Verfassung werfen....
    Hierzu ist noch anzumerken:


    Ein hässisches Relikt - Die Todesstrafe

    Ganz Deutschland hat die Todesstrafe abgeschafft. Ganz Deutschland? Nein! Ein großes Land im Herzen Deutschlands widersetzt sich tapfer dem Bund und hat die Guillotine noch nicht recycelt.

    Todesstrafe in einer Deutschen Verfassung? Kaum vorstellbar, aber wahr. Im noch heute zu findenden Artikel 21 der Hessischen Verfassung vom 1. Dezember 1946 steht:

    (1) Ist jemand einer strafbaren Handlung für schuldig befunden worden, so können ihm auf Grund der Strafgesetze durch richterliches Urteil die Freiheit und die bürgerlichen Ehrenrechte entzogen oder beschränkt werden. Bei besonders schweren Verbrechen kann er zum Tode verurteilt werden.
    (2) Die Strafe richtet sich nach der Schwere der Tat.
    (3) Alle Gefangenen sind menschlich zu behandeln.

    Außer Hessen hatte bis vor einigen Jahren auch Bayern die Todesstrafe in seiner Verfassung stehen. Durch eine Volksabstimmung wurde diese am 8.2.1998 abgeschafft.

    Aber keine Angst, Sie müssen ihre Spessartreise doch nicht absagen um Amnesty International zu unterstützen. So ein heißes Pflaster ist Hessen auch nicht, denn im Grundgesetz heißt es in Artikel 102:

    "Die Todesstrafe ist abgeschafft."

    Des Weiteren steht in Art. 31 GG:

    "Bundesrecht bricht Landesrecht."

    Zu erklären ist das Relikt n der hessichen Verfassung geschichtlich: Die hessische Verfassung ist älter als das Grundgesetz. Und damals war die Todesstrafe kein ungewöhnliches Strafmaß.
    Gefunden auf: http://www.123recht.net/article.asp?...ist_hessen&p=1

  11. #20
    Benutzerbild von musicola

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    Nach der 1000. Hinrichtung in den USA seit 30 Jahren hat Präsident George W. Bush bekräftigt, dass er die Todesstrafe nach wie vor "stark unterstützt". Der Präsident sei der Überzeugung, dass diese Form der Höchststrafe dabei helfe, "unschuldige Menschenleben zu retten", sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Scott McClellan. Wenn die Todesstrafe "fair und rasch" vollstreckt werde, könne sie zur Abschreckung beitragen. Der Sprecher hob allerdings auch hervor, dass sich der Präsident für die Ausweitung von DNA-Analysen ausgesprochen habe, um die Verurteilung unschuldiger Menschen zu verhindern.

    Zuvor war in den USA die 1000. Hinrichtung seit Wiedereinführung der Todesstrafe vor rund 30 Jahren vollstreckt worden. Dem 57-jährigen Kenneth Lee Boyd wurde um 2.00 Uhr Ortszeit (8.00 Uhr MEZ) in Raleigh im Staat North Carolina eine Giftspritze gesetzt worden, weil er seine Frau und seinen Schwiegervater 1988 vor den Augen zweier seiner Kinder ermordet hatte. Boyds Anwälte hatten geltend gemacht, dass die Kriegserlebnisse ihres Mandanten in Vietnam eine mentale Instabilität ausgelöst hätten. Kurz vor der Hinrichtung durften Familienangehörige Boyd noch einmal besuchen.

    Vor dem Gefängnis in Raleigh hatten sich in der Nacht etwa 200 Demonstranten versammelt. Die Polizei nahm 16 von ihnen fest, nachdem sie auf eine Straße zumarschiert waren, die für die Kundgebung nicht zugelassen war. Insgesamt sei der Protest friedlich geblieben, sagte ein Polizeisprecher. Die Demonstranten verlasen die Namen aller Menschen, die in den USA seit der Wiedereinführung der Todesstrafe im Jahr 1976 hingerichtet wurden.

    Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International gab es 2004 nur in China, Vietnam und im Iran mehr Hinrichtungen als in den Vereinigten Staaten. Derzeit warten noch mehr als 3000 Häftlinge in US-Gefängnissen auf ihre Hinrichtung.
    http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID5009516_REF1,00.html

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