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TV Duell Schröder-Merkel

Erstellt von musicola, 04.09.2005, 20:40 Uhr · 56 Antworten · 3.622 Aufrufe

  1. #31
    Benutzerbild von Torsten

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    bubu postete
    Image-Berater haben sie heutzutage alle. Aber wo nichts ist, kann man auch nichts formen. So ist das nun mal.
    Und die Sache mit dem abgekupferten Schlussplädoyer war erst der Anfang. Ich möchte gar nicht wissen, wie oft ich mich in Zukunft für die bieder-spröde Charismalosigkeit dieser Frau fremdschämen werde.

  2.  
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  3. #32
    Benutzerbild von PostMortem

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    brandbrief postete
    *zustimm* Den Gedanken der Kontinuität hatte ich auch schon. Was nützt es, wenn alle 4 Jahre eine neue Regierung das bisher geschaffene wieder umkrempelt. Dadurch treten wir erst recht auf der Stelle und kommen nicht vorwärts. Vielleicht hat Schröder recht, wenn er sagt, die Reformen brauchen ihre Zeit bis sie wirken.
    Gerade jene, die sauer wegen der sozialen Einschnitte sind, dürften sich jedenfalls sicher sein, dass sie die bittersten Pillen schon bekommen haben. Mit Merkel & Co dürfen sich erstmal wieder neue Köpfe mit ihren Ideen austoben und treten dabei u. U. tatsächlich die - wäre es anders gelaufen / würde es anders laufen - von Schröder angekündigten Wirkungen zum Preis weiterer Belastungen platt.

    Natürlich muss man bei Politikern besonders skeptisch sein und im Zweifelsfall glaubt man ihnen kein Wort. Aber für mich persönlich steht fest, dass Leute wie Schröder und Müntefering im Zweifelsfall den sozialen Kahlschlag nicht so bis zum Anschlag treiben wie andere dies tun würden. Egal was andere in den letzten Monaten über ihn gesagt haben.... für mich ist Münte bis heute ein echter Sozialdemokrat (für mich nach seinem Lebenslauf der Prototyp unter den noch lebenden SPD-Vorbildern) geblieben und m. E. tun sich diese Leute sehr wohl schwer schmerzhafte Einschnitte zu beschließen, während Kaliber wie Kirchhoff alles nur akademisch betrachten und politische Leichtmatrosen wie Westerwelle solche Dinge - beim Gedanken an den eigenen Wohlstand und Vorteil - noch frech grinsend als reine Wohltat verkaufen.

    Man kann ansonsten auch über Lafontaine denken was man will. Aber ihm seinen Lebensstandard vorzuwerfen und zu erklären, dass passe nicht zu einer sozialen Politik, spricht da für mich eher gegen die Leute, die sowas von sich geben. Die leisten sich nämlich den gleichen Lebensstandard wie er.... wenn das nach ihrem Weltbild nicht zu einer sozialen Politik passt, dann haben sie sich damit selbst für die Wahl disqualifiziert. Das ein Ex-Bürgermeister, Ex-Ministerpräsident und Ex-Bundesfinanzminister nun allen weltlichen Besitztümern entsagt, um nochmal soziale Politik zu machen, ist doch eine weltfremde Vorstellung.

    Mein Weltbild sieht so aus, dass sich gerade diejenigen die es besser erwischt haben Gedanken ums soziale machen können und sollen. Lass den Lafontaine doch jeden Tag Schampus zum Frühstück saufen und in der gepanzerten S-Klasse rumfahren, wenn er darüber die Sorgen und Nöte der kleinen Leute nicht vergisst, ist das doch in Ordnung (wenn ich das in der Sache auch kritisch sehe, weil seine Rentenpläne für die heute einzahlende, junge Generation ein GAU wäre). Die Vorstellung, dass nur arme Schlucker soziale Politik fordern dürfen, ist doch der fromme Wunsch Konservativer, es politisch nur noch mit leicht zu plättendem Kanonenfutter zu tun zu bekommen.

    Ob wir nun eine Kanzlerin Merkel oder einen Kanzler Schröder bekommen... ich möchte auf jeden Fall schwarz-gelb verhindert sehen. Meine Briefwahlunterlagen sind unterwegs und im Zweifelsfall wähle ich, wie sonst auch im Leben, lieber "das Original".

    PM

  4. #33
    Benutzerbild von bubu

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    Ich schließe mich PM vorbehaltlos an. Ich frage mich, wann es die Leute endlich mal begreifen, dass eine diffuse Protestwahl nicht immer alles besser macht, sondern manchmal nur noch schlimmer.

    Meine Briefwahlunterlagen sind schon unterwegs. Ich saß noch nie so lange vor dem Wahlzettel und noch nie fiel mir die Entscheidung so schwer.

    Ich habe das allererste Mal in meinem Leben mein Kreuzchen bei der ältesten Partei Deutschlands gemacht - sonst hatte ich immer die jüngste gewählt. Meine momentane Wunschkonstellation wäre eine große Koalition unter einem Kanzler Schröder - für mich die einzig denkbare Konstellation, um all die dringenden und schwierigen Reformen ohne dieses lähmende Ping-Pong zwischen Bundestag und Bundesrat durchzuziehen.

    Ich habe mich sehr oft in diesen sieben Jahren über die SPD und im Speziellen Schröder geärgert, und noch viel öfter über die Grünen und Joschka Fischer (für mich ist er übrigens mittlerweile einer der Hauptgründe die Grünen nicht mehr zu wählen).

    Aber mir wurde nach all den Dokumentationen und Debatten über das Rentensystem, Gesundheitssystem, die WIrtschafts- und Arbeitsmarktentwicklung eines klar: in der 60-jährigen bundesrepublikanischen Geschichte haben sich die Regierungen - schwarze wie rote, ganz egal - immer und immer wieder von Legislaturperiode zu Legislaturperiode gehangelt und die sich abzeichnenden Probleme (Demografischer Wandel vs. Renten- und Gesundheitssystem, steigende Arbeitslosigkeit vs. Gewerkschaftsforderungen, etc, etc) vor sich her geschoben. Möge es doch irgendwann einen anderen erwischen - hauptsache wir bleiben an der Macht. Und immer und immer wieder haben sie sich ihre Wahlsiege durch Staatsgeschenke entweder an Lobbys oder an Bürger "erkauft". Erkauft auf Pump, denn das Resultat kennen wir: eine schwindelerregende Staatsverschuldung. Ob Adenauer mit gewagten Rentenversprechen, die sein Wirtschaftsminister schon für zukünftig problematisch hielt, bis hin zu Schmidts Einknicken den Gewerkschaften gegenüber, die 10+x forderten in Zeiten tiefster Wirtschaftskrise, bis hin zu Kohl, der dem Osten die "blühenden Landschaften" versprach, um ihn für sich zu gewinnen.

    Schröder ist nun der erste Kanzler, den's "erwischt" hat. Das Fass ist übergelaufen, die "Drecksarbeit" muss gemacht werden. Und er hat versucht, sie zu machen. Er hat nicht versucht, davonzulaufen. Natürlich hat das den Zorn des Volkes heraufbeschworen. Aber er hat durchgehalten. Vor diesem Hintergrund sehe ich heute auch seine Entscheidung zu einem Misstrauensvotum und Neuwahlen anders. Diese hatte ich zuerst kritisiert und war der Meinung: wenn ein Kanzler nicht mehr glaubt, regierungsfähig zu sein und das Vertrauen zu haben, muss er zurücktreten. Aber ich verstehe Schröder irgendwo auch, dass er sein Reformwerk, das er gerade mal ernsthaft begonnen hat - und zugegeben: jahrelang sträflich hat schleifen lassen - nun auch durchziehen und nicht eventuelle Lorbeeren einem anderen überlassen will. Und ich glaube auch, dass eine Kanzlerin Merkel nichts anderes tun wird, als Schröders Reformen weiter zu verfolgen - nur viel viel härter und ungerechter. Alleine schon, weil die CDU keine besseren Ideen zu bieten hat. Aber was will man schon von einer Partei erwarten, die sich noch nicht mal ein eigenes Schlussplädoyer für ein TV-Duell einfallen lassen kann.

    Ich drück ihm die Daumen. Jedenfalls lach ich mich scheckig, wenn's "Acker" doch noch mal reißen sollte - so wie 2002.

  5. #34
    Kinderfresser
    Benutzerbild von Kinderfresser
    bubu postete
    Ich schließe mich PM vorbehaltlos an. Ich frage mich, wann es die Leute endlich mal begreifen, dass eine diffuse Protestwahl nicht immer alles besser macht, sondern manchmal nur noch schlimmer.
    Da stimm ich Dir zu. Ich werde das wählen was ich bislang immer gewählt habe....


    bubu postete
    sonst hatte ich immer die jüngste gewählt.
    APPD? MLPD? Tierschutzpartei? PBC? oder vielleicht doch die Grünen?

  6. #35
    Benutzerbild von SportGoofy

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    Mmmmh

    Bingo Ingo

    Das was ich immer gedacht/befürchtet hatte, tritt wohl ein.
    Große Koalition.
    Da haben doch noch einige Muffensausen gekriegt.

    Man kann ja sagen was man will, aber da hat er es wohl doch wieder
    geschafft. (Schröder)

    Und was macht jetzt die Mutter aller Politiker: Guido Westerwelle
    Aber vielleicht sieht es nach dem nächsten "Duell" wieder anders aus.
    In welcher Richtung auch immer.

  7. #36
    Benutzerbild von Muggi

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    Auch wenn es nicht mein Wahlkreis ist - wir Sachsen werden wohl das Zünglein an der Waage sein...

  8. #37
    Benutzerbild von brandbrief

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    Muggi postete
    Auch wenn es nicht mein Wahlkreis ist - wir Sachsen werden wohl das Zünglein an der Waage sein...
    Tja, Herr Stoiber....das hat man davon, wenn man lauthals kundgibt: "Ich kann nicht akzeptieren, dass die Wahl wieder im Osten entschieden wird."

  9. #38
    Benutzerbild von Darkmere

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    Am lustigsten find ich aber immer noch...
    Schröder: "Ich habe nicht mehr das nötige Vertrauen, um meine Regierungsarbeit fortzusetzen"

    und wenig später im Wahlkampf... wir sind ne geschlossene SPD...blahblah... Die SPD-Abgeordneten sagen sie haben das volle Vertrauen in Schröder...usw..

    also verarschen kann ich mich auch selbst..

  10. #39
    Benutzerbild von PostMortem

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    Darkmere postete
    Am lustigsten find ich aber immer noch...
    Schröder: "Ich habe nicht mehr das nötige Vertrauen, um meine Regierungsarbeit fortzusetzen"

    und wenig später im Wahlkampf... wir sind ne geschlossene SPD...blahblah... Die SPD-Abgeordneten sagen sie haben das volle Vertrauen in Schröder...usw..

    also verarschen kann ich mich auch selbst..
    Tja... und ich frage mich, warum sich erst alle über ein fingiertes Misstrauensvotum aufgeregt haben, manche dagegen sogar mit wehenden Fahnen nach Karlsruhe gezogen sind und jetzt, wo die Neuwahlen perfekt sind, weil Schröder die Kiste wasserdicht geschaukelt hat, nehmen es auf einmal alle ganz selbstverständlich für bare Münte äh Münze ;-)

    Ich bin eher erstaunt, dass Schröder diesen Drahtseilakt tatsächlich politisch nicht nur überlebt hat, sondern heute wieder der beliebteste Politiker Deutschlands ist und der klare Kanzlerfavorit der Deutschen ist (hätten wir die Personenwahl). Vor wenigen Wochen hätte ich erwartet, dass die SPD unter 20% rutscht und sie den Kamikaze-Gerd vom "Acker" treten. Das Gegenteil ist der Fall. Die Leute beginnen zu begreifen, dass eine Wechselwahl allein um des Wechsels willen nichts bringt, wenn die Alternative mehr Mehrwerststeuer, weniger Schichtzulagen, höhere Kosten für Mobilität etc. bedeutet.

    Jetzt wollen die Leute ihren Schröder mal doch lieber behalten. Das ist wie früher in der Schule... so scheisse man Lehrer XY auch fand und meinte, es könne im nächsten Jahr beim Lehrerwechsel nicht mehr schlimmer kommen, keine 2 Wochen später sehnte man sich nach dem alten Meckerkopp zurück. Bei dieser Bundestagswahl merken das viele offenbar ein Glück mal vorher. Und wer einen Kanzler Schröder will, muss eben SPD wählen - ist doch logisch.

    PM

  11. #40
    Benutzerbild von Darkmere

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    Aber das ganze Zeit doch irgendwie auch ganz deutlich, in was für ner verlogenen Demokratie wir wohl leben müssen. Das Kreuzchen ist ja fast nur noch Makulatur.

    Am meisten genervt hat mich in dem Zusammenhang das Scheitern der Föderalismuskommision, dass endlich mal ein wenig mit dem Bundesrat-Geplänkel aufgehört hätte..
    Aber so bleibt alles beim alten und wo andre Länder einfach MACHEN wird bei uns wieder diskutiert, blockiert, zerredet...
    egal ob schwarz oder rot...

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