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Überschwemmungen

Erstellt von Heiko, 20.08.2002, 19:35 Uhr · 9 Antworten · 948 Aufrufe

  1. #1
    Benutzerbild von Heiko

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    . ich habe mir lange überlegt, hier in diesem Forum einen Hilfs-/Spendenaufruf zu starten, erstrecht wenn ich mir die Lösungsvorschläge unserer Regierung anhöre, wie eine solche Katastrophe zu finanzieren wäre (aber dies soll hier nicht ausgeschlachtet werden).

    Ich nehme an, jeder hat durch die Medien erfahren wie es in verschiedenen Teilen Deutschlands aussieht. Man benötigt nicht wahnsinnig viel Fantasie, sich vorzustellen, wie es vielen Menschen nun geht, wenn man vor dem Nichts steht oder eventuell noch Kredite "Aufbau-Ost" laufen hat und nun alles kaputt ist. ich denke, ihr könnt auch das selbst ausmalen!



    Zur Verdeutlichung; wenn die Elbe im Moment ca. 15 Meter pro Sekunde zurücklegt, wirkt bei der derzeitigen Breite der Elebe eine Kraft von ca. 40 Tonnen auf alles was sich in die Quere stellt (das entspricht etwa 10 Jumbo-Jets).

    Folg. link führt zu einer Liste aller seriösen Verbänden, welche mit den Spendengeldern versuchen in den betroffenen Gebieten entsprechende Hilfe zu leisten, die dort dringend benötigt wird.



    LISTE VON SPENDENORGANISATIONEN



    BEST OF 80s hat gespendet



    .

  2.  
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  3. #2
    Benutzerbild von SonnyB.

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    Um`s kurz zu machen:

    Ich auch;
    Kleinvieh macht auch Mist, denke ich. Können ja auch Sachspenden wie Baumaterial sein. Ist manchen bestimmt auch mit geholfen.

  4. #3
    Benutzerbild von
    Hallo Heiko,

    wie wärs mit einem Spendenaufruf auf der Startseite? Wenn man als Webmaster einer gut laufenden HP die Möglichkeit hat, kostenlos zu helfen, indem man möglichst viele Besucher zum Spenden animiert, kann man das auch zur Hilfe nutzen. Das könnte fast mehr bringen, als selbst ein paar Euro zu spenden.

    Was unsere Regierung angeht, bin ich allerdings anderer Meinung. Unsere Regierung macht keine Lösungsvorschläge, unsere Regierung hat gehandelt. Was da irgendwo in irgendwelchen Blättchen an Gerüchten kursiert, sind Fürze im Kopf irgendwelcher Bundestags-Hinterbänkler (vonwegen Zwangs-Soli, MwSt-Erhöhung, .......) und haben mit den Maßnahmen der Regierung nichts zu tun. Und ich halte es für eine gute Lösung die zweite Stufe der Steuerreform zu verschieben (immerhin bringt man uns damit "nur" um eine Ersparnis und belastet uns nicht zusätzlich!). Besser als irgendwelche Sonderabgaben oder Wischiwaschi-Oppositions-Vorschläge zu Einsparungen (wenns was zu sparen gebe, hätten wir es doch längst getan, wir suchen doch nicht zum ersten Mal Geld im deutschen Haushalt, Stichwort "blauer Brief aus Brüssel"!). Das nur mal dazu, weil man es in vielen Foren zu diesem Thema immer wieder liest...

    Aber davon ab, zu einem kann man gar nicht oft genug aufrufen: Spenden, Spenden, Spenden! Und am Besten mal an die Organisationen, die auf solchen Spendenlisten komischerweise immer unten stehen (z. B. die Johanniter, die im Gegensatz zu manch anderen immer wieder genannten Organisationen nicht dafür bekannt sind ständig Spendengelder zu verplempern und zu veruntreuen)

    QBert

  5. #4
    Engel_07
    Benutzerbild von Engel_07
    Es ist schon traurig, dass wir jetzt dafür spenden müssen, dass vorher Steuergelder für irgendwelche Flussbegradigungen ausgegeben wurden!
    Den Verantwortlichen wird wahrscheinlich mal wieder nichts passieren, wie so oft in Deutschland!

  6. #5
    Benutzerbild von Gosef

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    Engel_07 postete
    Es ist schon traurig, dass wir jetzt dafür spenden müssen, dass vorher Steuergelder für irgendwelche Flussbegradigungen ausgegeben wurden!
    Den Verantwortlichen wird wahrscheinlich mal wieder nichts passieren, wie so oft in Deutschland!
    ...zumal diese Flußbegradigungen zwischen 20 und 50 Jahre alt sind. Das wären also der selige Erich H. und der selige Walter U. Die zur Verantwortung zu ziehen, würde schwer fallen...
    Immerhin kann sich der Wessi freuen, dass es nicht seine Steuergelder waren, die für speziell diese Flussbegradigungen ausgegeben wurden.
    Gruß
    Gosef

  7. #6
    Benutzerbild von MaxiMan

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    839
    @ all
    Da sich das Forum auch zur Hilfe entschlossen hat, möchte ich versuchen, einiges an Informationen beizusteuern.
    Ursprünglich stamme ich selbst aus einem der Gebiete, die es jetzt erwischt hat (Kreis Döbeln), wohne aber schon lange nicht mehr da. Am Wochenende haben meine Frau und ich dann mit angepackt und versucht zu helfen. Erschreckend sind ja nicht nur die Bilder, sondern das menschliche Leid, das sich dahinter verbirgt. So haben wir einer Frau geholfen, die weder materiell, physisch noch psychisch in der Lage gewesen wäre, ihre völlig abgesoffene Wohnung / Mobiliar zu sichten / zu bergen / zu entsorgen.

    Ein Freund von mir, der im Nachbarort half, schickte mir folgende Mail, die ich auszugsweise hier wiedergeben möchte:

    "Habe am Sonntag ganztägig bei einem Schulkamerad Schlamm geschippt. Der ... hatte 2,5 m Wasserhöhe. Das Erdgeschoss seines Hause ist komplett hinüber. Der Vorgarten gleicht einer Mondlandschaft. Aber er hat Galgenhumor - am Abend wurde gegrillt!

    2. Beispiel: .. Strasse .. gehört der Fam. XX. Die haben ihre gesamte
    Wohnung verloren. Nur ein paar Habseeligkeiten konnten wegen der nicht
    vorhandenen Vorwarnzeit noch ins Dachgeschoss gerettet werden. Aber Möbel
    nebst Räumen sind komplett in der gesamten Wohnung hinüber. Es wird Wochen
    dauern, bis dort ein Elektriker oder Trockenbauer wieder arbeiten kann.
    Beide habe ich abends noch besucht. So fertig habe ich Leute selten gesehen. Auf meine Frage, wieso nicht mehr gerettet werden konnte, kam folgende Story: Der Nachbar rief an und fragte nach einer Pumpe, da der Keller voll sein. Nach einem kurzen Schwätzchen ist man wieder ins eigene Hause über die Strasse zurückgekehrt. Da wunderte man sich, dass man schon im Nassen zu laufen hatte. Der Blick aus dem Fenster versprach nichts Gutes: In Wellen wie an der Ostsee kam immer mehr Wasser und blieb stehen und wuchs und wuchs. Innerhalb von Minuten stand man bis zum Bauch im Wasser - in der Wohnstube!

    Mein Kumpel erzählte, wie er das Ende von 2 angepflockten Schafen mit
    anhöhen musste. Sie blökten eine ganze Weile, bis plötzlich Ruhe eintrat...

    Solidarität ist sehr groß: Johanniter verteilen kostenlos Getränke und Eis,
    Leute bringen pausenlos Salate, Würstchen, Kuchen - sagenhaft! Ein
    Obsthändler hinterließ eine ganze Stiege mit Bananen bei meinem Kumpel. Ein
    Typ aus Luckenwalde (!) half ebenfalls beim Schippen. Es meinte, eh' er
    jetzt am Computer zu Hause sitzen würde, hilft er hier lieber mit.

    Unser spätabendlicher Spaziergang dann durch Döbelns Innenstadt sprang
    natürlich alle Vorstellungskraft. Kein Bild in der Zeitung und keine
    Fernsehreportage kann das ausdrücken! In Döbeln existiert kein einziges
    Geschäft mehr in der Innenstadt. Neues Stadtbad, fast alle Brücken, Kneipen, Kino, Theater, Kirche - alles ist kurz und klein - einrichtungsmäßig wenigstens.

    Auch folgendes war zu beobachten: während in der Innenstadt die Leute
    schwimmend gegen die Fluten schwammen, um ihr Leben zu retten, kamen
    regelrechte Jugendgangs auf Schlauchbooten gefahren (an den Hilfesuchenden
    vorbei!), um aus Geschäften Videokameras und die neueste Addidaskollektion
    zu plündern..."

    Wer mehr an Bildinfos aus dem Lk Döbeln sehen möchte, der kann sich u.a. umsehen bei: www.wenn-dann-doebeln.de

    All den Spendern empfehle ich, folgende Seite zu besuchen: www.helft-sachsen.de.vu

    Hier findet man Konten, die konkret von den betroffenen Ortschaften eingerichtet worden sind. M.E. sind Gelder im Moment hier wirkungsvoller aufgehoben, denn sie werden schneller und zielsicherer verteilt.

  8. #7
    Benutzerbild von Christoph

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    Der "Wessi" hat seine Flüsse auch begradigt, und es ist diesmal nur eine Laune der Natur gewesen, dass es Sachsen so heftig getroffen hat. Die gleichen Wassermassen könnten auch an jedem anderen Fleck der Republik niedergehen.
    Schlimm ist nur, dass immernoch über Flussbegradigungen geredet wird, ich denke an die neue Landesregierung in Sachsen-Anhalt, die nach einem uralten Konzept die Elbe "verbessern" will. Man sollte endlich aus den nur zu oft gemachten Fehlern lernen und die Dinge einfach so lassen, wie die Natur sie geformt hat! Und das auch über die nächsten Wochen hinaus: oft ist es so, dass zunächst alle tief betroffen sind, aber dann können wir ja schon recht bald wieder zur Tagesordnung übergehen...
    Es sollte jeder dort spenden, wo er es für richtig hält, eine Extraaktion unserer Site würde ich nicht unterstützen.
    Trockene Grüße
    Christoph

  9. #8
    Benutzerbild von
    Ich will ja jetzt nicht übermäßig politisieren, aber.... ähm, wie bei so vielen Themen kann ich mich auch hier nur wieder einmal darüber wundern, dass eigentlich alle gegen Flussbegradigungen und Vernachlässigung des Umweltschutzes sind. Und trotzdem rasen wir seit Monaten auf eine Regierung Stoiber zu. Und auch bei diesem Thema kann man dazu nur sagen: Stoiber konnte die Donau noch nie gerade genug sein und was die FDP von naturbelassenen Flüssen hält, lässt sich aus der Vergangenheit leicht in Erfahrung bringen. Zwar treibt unser jetziger SPD-Minister Bodewig selbst Flussbegradigungen voran, wird aber durch Teile der eigenen Partei und vor allem dem grünen Koaltionspartner gegängelt.

    Letztendlich muss man aber auch sagen: Ohne Flussbegradigungen, hätte es uns auch getroffen. Das Wasser kam nunmal von oben. Allerdings wären die Schäden wahrscheinlich geringer ausgefallen.

    QBert

  10. #9
    Benutzerbild von Torsten

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    Zunächst einmal: Zu Punkten wie Flussbegradigungen und Ähnlichem halte ich mich lieber zurück – solche Themen sind wirtschaftlich und ökologisch einfach zu komplex, um sie mit kurzen Statements abzuhandeln. Da halte ich mich dann lieber an Dieter Nuhrs Lieblingsgrundsatz ...

    Ansonsten geschehen noch Zeichen und Wunder: Bin – zumindest zum Teil – tatsächlich mal einer Meinung mit QBert. Der Regierung kann man zumindest derzeit keine Vorwürfe machen; der Vorschlag mit der Verschiebung der zweiten Steuerreform-Stufe ist gar nicht so übel ...
    Allerdings: Warum denn nicht noch zusätzliche Maßnahmen einleiten? Die Summen, die für den Wiederaufbau der betroffenen Gebiete und Existenzen nötig sein werden, erfordern es einfach, dass man sämtliche Möglichkeiten ausschöpft und das Geld aus allen Ecken zusammenkratzt. Von daher hätte ich z. B. noch nicht mal etwas gegen einen Zwangs-Soli einzuwenden; wenn ich mich in meinem privaten Umfeld so umsehe, für welch völlig unnötigen Krempel die Menschen teilweise ihre Kohle zum Fenster rauswerfen, halte ich das Geld hier für wesentlich besser investiert ...

    Im Übrigen kann man die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung bundesweit nur loben. Allerdings: Spendenfreudig waren die Deutschen eigentlich schon immer, das ist ja Gott sei Dank nix Neues. Wenn ich die Zahl noch richtig im Kopf habe, kamen z. B. 80% der weltweiten(!) Spenden für die Opfer der Hungersnöte in Russland Anfang der 90er aus Deutschland ...

    Außerdem bin ich der Meinung: In Momenten wie diesen kann eine Nation mal zeigen, was sie wirklich draufhat. Und so schlimm die Lage für die Betroffenen auch ist, muss man ganz klar sagen: Wir können immer wieder froh sein, in einem Land zu leben, dass sich in solchen Situationen selbst aus dem Schlamassel ziehen kann – auch wenn’s ein echter Kraftakt wird. Sicher, es kommt auch so einige Hilfe aus unseren Nachbarländern, aber wenn’s hart auf hart käme, würde Deutschland das sicher auch irgendwie alleine geregelt bekommen. Für dieses Glück sollte man stets dankbar sein – wenn man manchmal sieht, wie dreckig es anderen Ländern in solchen Momenten geht ...

    In diesem Zusammenhang auch mal ein Dankeschön an MaxiMan, der sehr anschaulich seine Eindrücke geschildert hat. Und natürlich ein Lob dafür, dass er selber mit angepackt hat!

    Tja, als Krefelder mit dem Rhein „im Nacken“ kann ich nur hoffen, dass es uns hier in Zukunft nicht auch so heftig treffen wird. Auszuschließen ist angesichts der Fernsehbilder und der nicht gerade optimisch stimmenden Zukunfts-Szenarien vieler Klimaforscher ja nichts mehr. Auf jeden Fall ist nun ein weiteres Kriterium für meine nächste Wohnung hinzugekommen: Mindestens erster Stock! Besser noch zweite oder dritte Etage ...

    Was die Spenden angeht: Da bin ich Christophs Meinung. Eine extra Aktion dieser 80er-Seite halte ich für überflüssig – abgesehen von einigen wertvollen Hinweisen zu seriösen Spendenkonten, wie sie MaxiMan am Ende seines Postings genannt hat ...

    Die bisher gespendeten Summen, die man in den Nachrichten häufiger hört, sind wirklich gewaltig. Aber wenn man bedenkt, dass der Wiederaufbau mehrere Milliarden Euro kosten wird, wirken selbst solche hohen Millionenbeträge wie ein Tropfen auf dem heißen Stein ... Deshalb bin ich wirklich mal gespannt, wie das Problem in den nächsten Monaten und Jahren angegangen wird ...

    Und wenn man dann noch hört, dass uns solche Katastrophen in Zukunft häufiger „beglücken“ werden ... oh Mann, darf man eigentlich gar nicht drüber nachdenken! Da hilft wohl nur noch beten ...

    Zum Schluss noch eine Bemerkung zu QBert:

    Wo du am 22. September dein Kreuzchen machen wirst, dürfte jetzt jedem klar sein ...
    Kann ich allerdings nur unterstützen, denn wenn ich daran denke, dass die bajuwarische Peinlichkeit „uns“ in den nächsten Jahren im Ausland repräsentieren soll, wird mir schlecht – ganz abgesehen von seinen innenpolitischen „Konzepten“ ...

  11. #10
    Benutzerbild von
    Ich möchter hier nur nochmal was klarstellen:

    Falls es so rübergekommen ist, dass ich den Vorschlag einer eigenen Spendenaktion der 80er Jahre Seiten gemacht habe, dann muss ich dies korrigieren: Es ging mir lediglich darum, den Aufruf zum Spenden, nicht nur hier im Forum zu platzieren, sondern auf der Startseite. Ein solcher Aufruf hätte einfach nur auf eine solche Kontenliste verweisen können: http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/0,1872,2010473,00.html Leider muss ich aber mittlerweile aus eigener Erfahrung zugeben, dass es nicht viel bringt (oft wird nicht drauf geklickt). Immerhin kostet es aber auch nichts und tut m. E. niemandem weh. Und Kleinvieh macht eben bekanntlich auch Mist.

    Zum Thema Zwangs-Soli: Ich lehne ihn ab und bin froh, dass er nicht zum Instrument der Wahl von Hans Eichel wurde. Ich habe bereits größere Summen gespendet und würde mich bedanken, wenn ich für meine freiwillige Spende mit einer Zwangsabgabe "belohnt" würde, nur weil einige auf ihrem Geld sitzen (denn es ist ja eben gerade nicht so, dass die die eher wenig haben nicht spenden, sondern eher die, die eigentlich mehr als genug haben). Dies ist ein freies Land und wer sein Geld für Kinkerlitzchen und Luxus ausgeben mag, der soll dies selbstbestimmt tun. Letztendlich ist dies auch eine Frage des Geschmacks und der Lebenseinstellung. Ein Land, dass sich "frei" nennt, sollte niemanden zwingen sein Geld für etwas zu verwenden, wofür er es nicht einsetzen will (so ehrbar und gemeinnützig der Zweck auch wäre, Freiheit ist auch ein hohes Gut) und denke auch immer dran: Selbst hinter dem letzten Schrott stecken noch Arbeitsplätze und höchstwahrscheinlich gerade dort die der sog. "kleinen Leute", die ruckzuck auf der Straße sitzen. Darüber hinaus zahlen wir doch wirklich genug Steuern und haben heute schon zu viele Zwangsabgaben, durch die die Menschen in der Gestaltung ihres Lebens bevormundet werden. Dafür das unser Staat leider Pleite ist und das Steueraufkommen allein nicht mehr reicht, um solche Staatsaufgaben aus Rücklagen zu decken, kann der einzelne Bürger nichts (wir können uns eher bei unseren Eltern dafür bedanken, dass sie über ihre Verhältnisse gelebt haben und leider nicht bemerkten, dass das Wirtschaftswunder schon ein bisschen länger vorbei ist). Und andererseits finde ich es ganz gut, dass der Staat zwar umfangreiche Mittel zur Verfügung stellt, aber nicht, ohne die endgültig notwendige Summe zu kennen, die Menschen mit evtl. unnötigen weiteren Einschnitten überbelastet. Die Stimmung ist in Deutschland heute schon schlechter als die tatsächliche Lage. Die Leute machen die Geldbeutel dicht und sparen im Schnitt jeden 10. Euro (international weit überdurchschnittlich). Damit muss man sensibel umgehen, denn viele Anschaffungen werden heute schon verschoben (d. h., diese Leute hätten das Geld, um z. B. das neue Auto zu kaufen oder die neue Einbauküche, aber sie zögern aus Angst um ihren Wohlstand) und ein Arbeitsplatz nach dem anderen fällt deshalb im produzierenden Gewerbe und dem Handel erstmal weg. Deshalb ist es m. E. schon in Ordnung erstmal eine große, grundsätzlich einen riesigen Batzen abdeckende Maßnahme zu treffen (Verschiebung der Steuerreform) und damit, dass diese Maßnahme absehbar noch nicht den kompletten Betrag abdeckt, auch den Druck auf die Bevölkerung zur Solidarität zu erhalten. Nichts wäre jetzt schlimmer, als der Eindruck, dass der Staat mit Geld nur so um sich schmeisst und jeder sich bequem zurücklehnt und sagt: Ach, ist doch genug Geld da, warum soll ich da noch spenden?

    QBert