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Überwachungsstaat.

Erstellt von Mumie, 17.11.2009, 08:57 Uhr · 102 Antworten · 12.118 Aufrufe

  1. #11
    Benutzerbild von Lutz

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    AW: Überwachungsstaat.

    Zitat Zitat von PostMortem Beitrag anzeigen
    Naja, nur weil nicht jeder Claudia Roth um den Bauch gebunden bekommen möchte, ist man ja nicht gleich rechtsradikal....
    BTW: Hab nur ich das Gefühl, dass die Grünen mit denen von daaamals (TM) kaum noch etwas zu tun haben? Was viele gar nicht wissen: Die Grünen haben sowas wie Hartz IV mit auf den Weg gebracht - und für die Atomlobby sehr großzügige Laufzeiten abgenickt, taugen IMO als das altbekannte Feindbild also kaum noch.
    Wer heute was gegen Lohndumbing wie z.B. bei den unsäglichen BilligBillig-Läden hat, dürfte sich bei den Linken besser aufgehoben fühlen...

    Irgendwie wird das jetzt aber etwas OT *g*

    Lutz

  2.  
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  3. #12
    Benutzerbild von PostMortem

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    AW: Überwachungsstaat.

    Zitat Zitat von Lutz Beitrag anzeigen
    BTW: Hab nur ich das Gefühl, dass die Grünen mit denen von daaamals (TM) kaum noch etwas zu tun haben? Was viele gar nicht wissen: Die Grünen haben sowas wie Hartz IV mit auf den Weg gebracht - und für die Atomlobby sehr großzügige Laufzeiten abgenickt, taugen IMO als das altbekannte Feindbild also kaum noch.
    Deshalb ist es für mich auch verwunderlich, dass die Grünen überhaupt noch links gesehen werden, sogar linker als die SPD. Klar sind die Grünen die einzige Partei, die "Multikulti" noch als Zauberwort vor sich herträgt. Aber was ist mit den meisten anderen Themen? Der schwarz-gelbe Atomausstieg (ich will sie ja nicht loben, aber Fakten kann man nicht leugnen) geht weiter als der rot-grüne - sagen selbst grüne Spitzenpolitiker und konnten damit die Basis am Ende überzeugen. Das kann also kein Indikator fürs "Links-sein" mehr sein. Die meisten anderen politischen Positionen der Grünen entstammen doch einer eher konservativen Gut-Verdiener-Schicht und nicht mehr den strickenden Sozialarbeiter_Innen.

    Kann man so noch links sein? Der erste grüne Ministerpräsident ist ein Konservativer, in einer Landeshauptstadt mit den höchsten Industrie-Durchschnittslöhnen Deutschlands. Hier sind doch wohl viel mehr die Grünen nach rechts gerutscht und nicht die Baden-Württemberger nach links. Es waren zudem grüne Minister, die u. a. atomare Endlager und Braunkohletagebaue genehmigt haben. Für mich sind die Grünen mittlerweile eine Partei der oberen MITTElschicht aufwärts - einer Mittelschicht, die sich gern ein gutes Öko-Gewissen kauft und auch kaufen kann. Mal sehen, wann die alte grüne Basis endlich realisiert, dass manche grüne Galionsfigur und manche Fundamentalposition in der Opposition nur noch Folklore ist, um den alten grünen Kult noch ein wenig in die Gegenwart zu retten und von diesem Image bei alten Weggefährten und jungen Leuten zu profitieren.

    Irgendwie wird das jetzt aber etwas OT *g*

    Lutz
    Wen interessierts? So viel ist hier ja auch nicht los.....

  4. #13
    Benutzerbild von Lutz

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    AW: Überwachungsstaat.

    Zitat Zitat von PostMortem Beitrag anzeigen
    Wen interessierts? So viel ist hier ja auch nicht los.....
    Stimmt - und ein Bot moderiert ja auch nicht ;->

    Back Ontopic OT

    Genau die Grünen werden jetzt tendenziell von Leuten gewählt die finanziell eher nicht sooo die Sorgen haben - Ökos mit Asche *g*

    Was kann man noch wählen? Die Partei natürlich!

    Was ist das neue Feindbild? Die Linken? Oder muss man auch mal überdenken, ob das noch die pösen pösen Kommunisten sind, so wie sie z.B. im bürgerlichen Hamburger Abendblatt regelmäßig dargestellt werden?

    BTW: Bei den Linken sind übrigens nicht zufällig viele von den Grünen gelandet, die z.B. nicht damit einverstanden sind wie mit den Ärmsten in unserer Gesellschaft umgesprungen wird.

    Lutz

  5. #14
    Benutzerbild von PostMortem

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    AW: Überwachungsstaat.

    Zitat Zitat von Lutz Beitrag anzeigen
    Stimmt - und ein Bot moderiert ja auch nicht ;->

    Back Ontopic OT
    Genau, auf in die Netz-Anarchie!

    Aber so OT sind wir ja gar nicht, immerhin gehts um die Frage wie die Partei zu sehen ist, die den im OP genannten Vorschlag gemacht hat. Ist es noch links seine Bevölkerung per GPS zu überwachen, nur weil sie Auto und nicht wie politisch von ihr gewünscht Bahn fährt? Warum nicht Bahnkunden auch einen Sender umhängen und per Funk abrechnen? Hier sieht man doch, wohin Ideologie führen kann. Früher wars der Benzinpreis von 5 Euro, heute die Total-Überwachung der Autofahrer. Es fällt mir schwer, das nicht immer mal wieder als Öko-Faschismus zu sehen.


    Genau die Grünen werden jetzt tendenziell von Leuten gewählt die finanziell eher nicht sooo die Sorgen haben - Ökos mit Asche *g*

    Was kann man noch wählen? Die Partei natürlich!
    Während in meinen Augen die Mehrheit der Frustrierten sich nun offenbar als Wechselwähler betätigt und dabei in seiner Perspektivlosigkeit nun die kleineren Parteien, mangels vollständiger Kenntnis ihrer Parteiprogramme, zu Volksparteien aufpumpen, ist es sicherlich eine Möglichkeit das ganze vollen Ernstes nicht mehr Ernst zu nehmen. Die Partei ist da die Alternative schlechthin!

    Was ist das neue Feindbild? Die Linken? Oder muss man auch mal überdenken, ob das noch die pösen pösen Kommunisten sind, so wie sie z.B. im bürgerlichen Hamburger Abendblatt regelmäßig dargestellt werden?

    BTW: Bei den Linken sind übrigens nicht zufällig viele von den Grünen gelandet, die z.B. nicht damit einverstanden sind wie mit den Ärmsten in unserer Gesellschaft umgesprungen wird.
    Leider sind gerade im Westen die Linken zu einem Sammelbecken nicht wirklich unbedenklicher Pesönlichkeiten des linken Spektrums geworden. Dabei braucht es eine wirklich linke demokratische Kraft. Unsere Parteienlandschaft ist eigentlich völlig krank (wenn man mal mit dem "Rest" Europas vergleicht). Alles konkurriert um die Mitte, jeder verspricht allen Wohltaten und am Ende machen doch nur Reiche, Banken und Konzerne ihren Schnitt - neuerdings noch Hoteliers. Insofern hat die Linkspartei im Bund schon ihren Zweck erfüllt, sie hat den politisch Handelnden Druck von links gemacht. Besser wärs eine linke Partei zu haben, die man sich auch in einer Bundesregierung vorstellen kann. Eine Partei die einen Mindestlohn durchsetzen, aber nicht an der Demokratie und auch nicht an der Marktwirtschaft als solche rütteln will. Ich fand die Piraten ja mal ganz spannend. Aber wie sich zeigt, sind die auch nicht unproblematisch in ihrem Geschäftsgebaren und werden es wohl auch nicht packen sich als ernstzunehmende Partei zu etablieren.

  6. #15
    Benutzerbild von waschbaer

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    AW: Überwachungsstaat.

    Zitat Zitat von PostMortem Beitrag anzeigen
    Naja, nur weil nicht jeder Claudia Roth um den Bauch gebunden bekommen möchte, ist man ja nicht gleich rechtsradikal.... Das Du gegenüber einem anderen Forenmitglied so weit gehst (und dieser Vorwurf wiegt in unserem Lande schwerer als in anderen), finde ich durch nichts gerechtfertigt, zumal insbesondere die Kritik an den "Bilderbergern" deutlich darauf hinweist, es hier nicht gerade mit einem astreinen Rechten zu tun zu haben.

    Was mir immer wieder auffällt, ist dass seeeeehr Linke, Antifa & Co, von allen Strömungen andere Meinungen oft am wenigsten tolerieren, sondern eben die Rechten-Keule rausholen oder sie als Dreck herabsetzen. Das ist insofern bemerkenswert, als dass kaum eine andere politische Richtung so viel Toleranz und Gleichheit für sich selbst beansprucht. Ausserdem werden Menschen nach Schlagworten in Schubladen gesteckt. Dabei gibt es heute immer mehr Menschen die zu verschiedensten Themen mal mehr links und mal mehr rechts blinken: Es ist nicht mehr so einfach!

    Dieses Abkanzeln für Super-Linke nicht genehmer Meinungen finde ich regelmäßig überheblich.
    @PM

    Vielen Dank für diesesy Posting. Du sprichst mir sehr aus dem Herzen. Ich finde es echt bedenklich, wenn ein relativ neuer Forumsuser hier andere der Rechtradikalität bezichtet.

    Und dass vor allem linke Gruppierungen, alles (oder zumindest vieles), was Ihnen nicht passt gleich als "rechtsradikal", "faschistisch" oder "reaktionär" bezeichnen, da stimme ich dir voll zu. In diesem Zusammenhang verweise ich auf eines der bemerkenswertesten Bücher, welches ich in der letzten Zeit gelesen habe.



    Und ehe mich ein Neumitglied jetzt hier auch abkanzelt. Ja, ich mag solche Gutmenschen auch nicht unbedingt und Claudia Roth geht mir - schon allein wegen ihrer medialen Überpräsenz - oft gehörig auf den Wecker (und schließlich kommt sie aus der gleichen Stadt wie ich).

  7. #16
    Benutzerbild von BigDaddy0297

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    AW: Überwachungsstaat.

    Solange ich hart arbeite, meine Familie ernähren kann und fleißig meine Steuern zahle, stehe ich über dem Fußvolk....Harz IV Empfänger oder andere Sozial-Schmarotzer.

    Aber wehe dem, es erwischt mich selbst oder einen aus der eigenen Familie...dann hoffe ich, dass mich das ehemalige Fußvolk als Freund ansieht, mich tröstet und nicht aus der Gesellschaft ausschließt.

    Ich kann nur hoffen, dass ich den Beitrag weiter oben von Yadgar falsch verstanden habe.
    Falls nicht...
    Meine Güte, was für ein peinlicher Eintrag hat dort meine Äuglein getrübt. Wie kann man auf der Suche nach Foren sein, in denen über die Unter- oder Mittelschicht hergezogen wird? Ist das so geil, als Erwachsener über Menschen herzuziehen, denen es echt beschi**** geht und die für ihre Situation überhaupt nichts können?
    Man muss sich ja mächtig groß und stark fühlen, wenn man von oben auf andere herabsieht.

    Ich habe beruflich jeden Tag mit Harz IV Empfängern zu tun, und viele von Ihnen tuen wirklich ihr Bestes, um aus der Situation herauszukommen. Auf der einen Seite die ARGEN im Nacken, auf der anderen Seite das pöbelnde Arbeitervolk...und dennoch lassen sie sich nicht unterkriegen, nehmen jeden noch so widerlichen Job an, verzichten auf alles, nur damit die Kinder zu Weihnachten oder zum Geburtstag wenigstens eine Kleinigkeit auf dem Tisch haben.

    Harz IV Empfänger ist nicht gleich Harz IV Empfänger...und diese blöden Sprüche in Richtung "Wer wirklich arbeiten will, der findet auch Arbeit", können sich die Leute mit Job und gutem Verdienst in die Haare schmieren.

    BigDaddy

    PS.: Falls ich weiter oben doch was falsch verstanden habe, betrachtet meinen "kleinen Ausbruch" als gegenstandslos.

  8. #17
    Benutzerbild von Lutz

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    AW: Überwachungsstaat.

    Zitat Zitat von BigDaddy0297 Beitrag anzeigen
    Auf der einen Seite die ARGEN im Nacken, auf der anderen Seite das pöbelnde Arbeitervolk...und dennoch lassen sie sich nicht unterkriegen, nehmen jeden noch so widerlichen Job an, verzichten auf alles, nur damit die Kinder zu Weihnachten oder zum Geburtstag wenigstens eine Kleinigkeit auf dem Tisch haben.
    Und die BLÖD-Zeitung nicht vergessen, die nichts auslässt um auf den Schwächsten rumzuhacken...


    Zitat Zitat von PostMortem Beitrag anzeigen
    Leider sind gerade im Westen die Linken zu einem Sammelbecken nicht wirklich unbedenklicher Pesönlichkeiten des linken Spektrums geworden. Dabei braucht es eine wirklich linke demokratische Kraft. Unsere Parteienlandschaft ist eigentlich völlig krank (wenn man mal mit dem "Rest" Europas vergleicht). Alles konkurriert um die Mitte, jeder verspricht allen Wohltaten und am Ende machen doch nur Reiche, Banken und Konzerne ihren Schnitt - neuerdings noch Hoteliers. Insofern hat die Linkspartei im Bund schon ihren Zweck erfüllt, sie hat den politisch Handelnden Druck von links gemacht. Besser wärs eine linke Partei zu haben, die man sich auch in einer Bundesregierung vorstellen kann. Eine Partei die einen Mindestlohn durchsetzen, aber nicht an der Demokratie und auch nicht an der Marktwirtschaft als solche rütteln will.
    Hast Du Belege für die letzten beiden Statements?

    Ich halte die Linken für wichtig in unserer jetzigen Gesellschaft, die immer mehr von Neoliberalismus geprägt wird.



    Zitat Zitat von waschbaer Beitrag anzeigen
    Und dass vor allem linke Gruppierungen, alles (oder zumindest vieles), was Ihnen nicht passt gleich als "rechtsradikal", "faschistisch" oder "reaktionär" bezeichnen, da stimme ich dir voll zu. In diesem Zusammenhang verweise ich auf eines der bemerkenswertesten Bücher, welches ich in der letzten Zeit gelesen habe.


    Ich weiß nicht ob es das Buch ist was im "Neuen Deutschland" (!) vorgestellt wurde, aber es könnte in die Richtung gehen. Das was ich meine beschreibt wie sich jemand bei den Linken gefühlt hat, und auch wie ihm Verrat vorgeworfen wurde, als er sich entschloss nur auf Zeit dabei zu sein.


    Ja, es stimmt diese linken Spießer gehen mir auch auf den Senkel. Nur was kann man noch wählen? Die SPD? Die überholen ja schon die CDU auf der rechten Seite. Die Grünen (siehe Thread)... FDP (hahahahaha), also?

    Ok, wie gesagt natürlich die Partei.


    Lutz

  9. #18
    Benutzerbild von PostMortem

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    AW: Überwachungsstaat.

    Zitat Zitat von waschbaer Beitrag anzeigen
    In diesem Zusammenhang verweise ich auf eines der bemerkenswertesten Bücher, welches ich in der letzten Zeit gelesen habe.

    Das Buch kannte ich noch gar nicht. Habe mir gerade mal die Rezensionen bei einem großen Online-Buchhändler durchgelesen und wollte direkt bestellen. Als ich gesehen habe, dass es auch ein Hörbuch gibt, bin ich auch bei Napster fündig geworden und habs mir gerade runtergeladen. Dann lasse ich mir das mal vorlesen

    Grundsätzlich kann ich mir die Erfahrungen des Autors schon gut vorstellen. Ich ordne mich selbst auch eher links-liberal ein. Allerdings gehe ich immer vom realistisch machbaren aus und beurteile Themen gerne nach den verschiedensten Facetten und berücksichtige Seiteneffekte. Da kommt man Ruckzuck ins Straucheln, wenn man darüber mit ideologisch eingenordeten Menschen diskutiert. Sag etwas relativierendes zum an sich gewünschten Atomausstieg und Du bist der Feind. Da haben diese linken Ideologen was mit George W. Bush gemeinsam: Wer nicht für sie ist, ist gegen sie! Mir fehlt die Ausgewogenheit bei den Grünen, aber auch bei der Linkspartei. Wenn es um ihre angestammten Themen geht, blenden sie alle anderen Faktoren aus und bekommen einen Tunnelblick. Als kleine Partei geht das noch in Ordnung, aber insbesondere die Grünen sind ja momentan Volkspartei und sollten dementsprechend ausgewogene Politik vertreten.

    Lutz schrob: Hast Du Belege für die letzten beiden Statements?

    Ich halte die Linken für wichtig in unserer jetzigen Gesellschaft, die immer mehr von Neoliberalismus geprägt wird.
    Ich sage ja auch, dass wir eine etablierte linke Kraft haben sollten und es ja auch in Europa ungewöhnlich wäre keine zu haben (aber eigentlich auch genauso wie rechts keine zu haben. Eine übermotivierte, die Meinungsfreiheit und -vielfalt einschränkende deutsche Spezialität).

    Aber DIESE Linkspartei leistet sich zu viele Kniefälle vor ihrer eigenen SED-Vergangenheit. Ich stoße mich weniger daran, dass z. B. sieben von elf Abgeordneten im NRW-Landtag Mitglieder extremistischer Organisationen sein sollen, denn das zu werden geht schnell und jeder unbescholtene Bürger kann ruckzuck ins Blickfeld des Staatsschutzes geraten, wenn er sich nicht so stromlinienförmig verhält. Doch die Abgeordneten der Linken in NRW haben kein Problem die DDR politisch gutzuheissen, lassen sich gerne das DDR-Unrecht relativierend in den Medien zitieren usw. usf. Allgemein ist die Linke natürlich clever genug ihre Parteiprogramme sorgfältig zu formulieren. Dort steht nicht, dass man Marktwirtschaft und Demokratie abschaffen will. Dort ist die Rede von einer "anderen, demokratischen Wirtschaftsordnung". Auch das Volkseigentum will man wieder einführen, weite Teile der Wirtschaft verstaatlichen. Nun, mir reicht schon eine staatliche Commerzbank und das Theater im NRW-Haushalt um die WestLB. Ich brauche das alles nicht und für Mitarbeiterbeteiligung gibt es Aktien, wovon viele Unternehmen ja auch Gebrauch machen. Ich halte auch Aktien meines Arbeitgebers. Ich vermisse da das Moderne, einen Schnitt und ein Eingehen der Linken auf das 21. Jahrhundert. Keiner sehnt sich danach, dass der eigene Arbeitgeber doch bloß staatlich wäre und jeder weiss mittlerweile, dass der Staat insgesamt ein furchtbarer Unternehmer ist. Auch mit der Demokratie wie sie eigentlich heute ist, sind wir doch ganz zufrieden. Nur das viele Politiker sich über sie stellen und zur persönlichen Vorteilsnahme nutzen, das ist es was uns stört.

    Es wäre schön, wenn Bahn, Post und Strom noch staatlich wären. Aber nun ist das Ding durch und man sollte das Thema Staatswirtschaft begraben. Eine Linkspartei sollte sich um Arbeitsbedingungen kümmern, Mindestlöhne durchsetzen, die Globalisierung und den demografischen Wandel vernünftig gestalten etc. Das reicht mir. Und die Demokratie sollte unangetastet so bleiben wie es im Grundgesetz steht. Wer mehr Bürgerbeteiligung einführen will, kann das auch jederzeit im bestehenden Rahmen tun. Allerdings habe ich zur direkten Demokratie mittlerweile ein sehr zwiespältiges Verhältnis. Wenn ich sehe wie hysterisch die deutsche Bevölkerung bei vielen Themen reagiert, wird mir in Sachen direkter Bürgerbeteiligung bei politischen Weichenstellungen Angst und Bange.

  10. #19
    Benutzerbild von Lutz

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    AW: Überwachungsstaat.

    @Mortem de Post

    Was die Berührungsängste vieler mit den Linken angeht, möchte ich auf eine Politikerin hinweisen, die mal in der FDJ Kulturreferentin oder lt. anderer Quellen "Sekretärin für Agitation und Propaganda" war.
    Achja es ist Frau A.M. z.Z. Bundeskanzlerin.

    Zitat Zitat von PostMortem Beitrag anzeigen
    Es wäre schön, wenn Bahn, Post und Strom noch staatlich wären. Aber nun ist das Ding durch und man sollte das Thema Staatswirtschaft begraben. .
    In Hamburg nicht - da könnte es demnächst in puncto Strom eine Änderung geben...

    @Waschbär

    Nochmal zum Buch "Unter Linken". Wie es der Zufall so wollte, ist es mir gerade in die Hände gefallen. Die Bild-Zeitung jubelt einem gleich als erstes auf dem Klappentext entgegen: "Lesespaß pur". Ich hab es dann nur angelesen, und mir scheint dieser Geist mitzuschwingen der auch die "68er" in Frage stellt. Was Letzteres angeht möge man als Anschauungsunterricht nur *eine* Folge von Mad Men sehen, und man weiß was für ein *unerträglicher* Muff in den 1960s herrschte (ja auch hier), der förmlich nach einer Gegenbewegung schrie...

    Und ja, auch mir gehen Linke Spießer auf den Senkel. So musste ich heftig lachen als ich an der Uni-HH zum ersten Mal "MensaInnen" lass

    Zum Thema Linke, möchte ich noch ein anderes Buch empfehlen, der Titel fällt mir gerade nicht ein ?out of memory error

    Lutz

  11. #20
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    AW: Überwachungsstaat.

    Zitat Zitat von Lutz Beitrag anzeigen
    Zum Thema Linke, möchte ich noch ein anderes Buch empfehlen, der Titel fällt mir gerade nicht ein ?out of memory error
    Hier isses:



    Wie ich mal rot wurde: Mein Jahr in der Linkspartei: Amazon.de: Tobias Haberl: Bücher

    Dazu ein Review:

    -snip-

    Haberl hinterfragt die existierenden Klischees über die LINKE in seinem Buch kritisch, jedoch stets humorvoll. Dabei beleuchtet er das Innenleben einer Partei, die vor allem mit Lafontaine und der DDR verbunden wird, vom Standpunkt eines zwar neutralen, aber dennoch persönlich involvierten und in das Parteigeschehen eingebundenen Neu-Mitglieds. Denn Haberl tritt der LINKS-Partei selbst bei und beobachtet, sozusagen von der Basis aus, das Treiben seines Münchener Ortsverbands.

    Dabei wird er, selbst wenig politisch und gut situiert, konfrontiert mit sozialen Realitäten, die ihm bisher fremd waren. Der Autor ist sich nicht zu schade, auch vor Ort an Demonstrationen und Wahlkampfveranstaltungen, sozusagen im Nahkampf, teilzunehmen. Dabei landet er bei Mitgliederversammlungen in Vereinsheimen, die Leberknödel servieren, oder noch schlimmer, verbringt Stunden damit, Friedensbanner auf dem eisig kalten Münchener Marienplatz zu schwenken, eskortiert von Polizisten und peinlich berührt als eine Kollegin ihn bei seiner Undercover-Mission ertappt.

    Immer mehr wird Haberl klar, dass das politische Geschäft kein Zuckerschlecken ist und dass er durch die Konfrontationen mit sowohl faszinierenden als auch mit irritierenden Parteigenossen, in erster Linie einiges über sich selbst lernen kann.

    Haberls neugierige Suche nach der Wahrheit über eine Partei, die von der deutschen Medienlandschaft überwiegend nicht beachtet und ernst genommen wird, portraitiert Mitglieder und Ziele der LINKEN zeitgemäß und realistisch. Haberl führt uns die Absurdität der politischen und sozialen Verhältnisse vor Augen, und hat mich so nicht nur zum Nachdenken gebracht, sondern bei mir auf diese Art auch den einen oder anderen ehrlichen, manchmal aber auch kopfschüttelnden, Lacher produziert.

    -snap-

    Lutz

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