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Überwachungsstaat.

Erstellt von Mumie, 17.11.2009, 08:57 Uhr · 102 Antworten · 12.114 Aufrufe

  1. #31
    Benutzerbild von Lutz

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    AW: Überwachungsstaat.

    Zitat Zitat von Die Luftgitarre Beitrag anzeigen
    Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Hauptintention bei HartzIV nicht die unmittelbare Geldersparnis durch Leistungssenkung war, sondern eben die, die betreffenden Leute in einen Niedrigstohnsektor hineinzuzwingen und damit indirekt das gesamte Lohngefüge herabzusenken. Auf den neuen Dumpinglöhnen basiert ja im wesentlich der Exportmeister-Titel, auf den die Deutschen so stolz sind.

    Bei jüngeren Arbeitnehmern kommt noch hinzu, dass es unter ihnen als gaaanz abgeklärt und reif gilt, "die Dinge so zu nehmen wie sind". Warum sie so sind, diese Frage kommt ihnen nicht. Keine Generation in Deutschland vor ihnen hat den Kapitalismus so konsequent als quasi naturgesetzliche Notwendigkeit verinnerlicht. Deshalb lassen sie sich noch nicht einmal nicht durch die Streiks und Unruhen in anderen EU-Ländern in ihrer ruinösen Überanpassung beirren.
    Ich fürchte es ist so wie Du es beschreibst.

    Lutz

  2.  
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  3. #32
    Benutzerbild von PostMortem

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    AW: Überwachungsstaat.

    War ja klar:

    Internet-Überwachung: Die Denkfehler der Scharfmacher - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Netzwelt

    Die Antwort des norwegischen Ministerpräsidenten auf den Massenmord: Noch mehr Offenheit, noch mehr Demokratie. In Deutschland dagegen verlangen Politiker und Polizeifunktionäre mehr Überwachung. Sie wollen die Bürger unter Generalverdacht stellen - weil sie Angst vor dem Internet haben

  4. #33
    Benutzerbild von Lutz

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    AW: Überwachungsstaat.

    "Fällt jemand im Internet "in Blogs und Foren" mit "kruden Gedanken" auf, soll er in einer Datei erfasst werden."

    Uiuiui - 1984!

    Gilt das auch für GdP-Chef Bernhard Witthaut selbst, von dem obiges stammt?

    Lutz

  5. #34
    Benutzerbild von Lutz

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    AW: Überwachungsstaat.

    Zitat Zitat von Die Luftgitarre Beitrag anzeigen
    Bei jüngeren Arbeitnehmern kommt noch hinzu, dass es unter ihnen als gaaanz abgeklärt und reif gilt, "die Dinge so zu nehmen wie sind". Warum sie so sind, diese Frage kommt ihnen nicht. Keine Generation in Deutschland vor ihnen hat den Kapitalismus so konsequent als quasi naturgesetzliche Notwendigkeit verinnerlicht. Deshalb lassen sie sich noch nicht einmal nicht durch die Streiks und Unruhen in anderen EU-Ländern in ihrer ruinösen Überanpassung beirren.
    Zu dem Thema unbedingt die Doku "Das Hermes-Prinzip" reinziehen - was da gezeigt wird ist erschütternd und IMO exemplarisch für die Richtung die .de momentan einschlägt...

    DasErste.de - Reportage & Dokumentation - ARD-exclusiv: Das Hermes-Prinzip (03.08.2011)

    Wiederholung - 08.08.2011 22:02 - Eins Extra


    Lutz

  6. #35
    Benutzerbild von PostMortem

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    AW: Überwachungsstaat.

    Zitat Zitat von Die Luftgitarre Beitrag anzeigen
    Bei jüngeren Arbeitnehmern kommt noch hinzu, dass es unter ihnen als gaaanz abgeklärt und reif gilt, "die Dinge so zu nehmen wie sind". Warum sie so sind, diese Frage kommt ihnen nicht. Keine Generation in Deutschland vor ihnen hat den Kapitalismus so konsequent als quasi naturgesetzliche Notwendigkeit verinnerlicht. Deshalb lassen sie sich noch nicht einmal nicht durch die Streiks und Unruhen in anderen EU-Ländern in ihrer ruinösen Überanpassung beirren.
    Aber woher kommt das? Haben sie sich das selbst ausgedacht oder wird seit Jahren in Deutschland *jede* Kritik an Arbeitsbedingungen von Eltern und Großeltern mit "Sei doch froh, dass Du überhaupt Arbeit hast" abgebügelt? Auch die Medien schüren ja das Bild einer Generation, die eigentlich im Dauerpraktikum ist. Wer da Arbeit hat, hält wahrscheinlich wirklich lieber die Klappe und schiebt 60-Stunden-Wochen für einen Hungerlohn, der kaum zum Aufbau einer eigenen Existenz reicht = noch mehr günstige Darsteller für "Hotel Mama"-Reality-Dokus im TV. Ein Erfolg von H4!?

  7. #36
    Benutzerbild von lärmbär

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    AW: Überwachungsstaat.

    Zitat Zitat von PostMortem Beitrag anzeigen
    Ich ordne mich selbst auch eher links-liberal ein. Allerdings gehe ich immer vom realistisch machbaren aus und beurteile Themen gerne nach den verschiedensten Facetten und berücksichtige Seiteneffekte. Da kommt man Ruckzuck ins Straucheln, wenn man darüber mit ideologisch eingenordeten Menschen diskutiert. Sag etwas relativierendes zum an sich gewünschten Atomausstieg und Du bist der Feind. Da haben diese linken Ideologen was mit George W. Bush gemeinsam: Wer nicht für sie ist, ist gegen sie! Mir fehlt die Ausgewogenheit bei den Grünen, aber auch bei der Linkspartei. Wenn es um ihre angestammten Themen geht, blenden sie alle anderen Faktoren aus und bekommen einen Tunnelblick. Als kleine Partei geht das noch in Ordnung, aber insbesondere die Grünen sind ja momentan Volkspartei und sollten dementsprechend ausgewogene Politik vertreten.
    (Hervorhebung durch mich) Ist das nicht bei den anderen Parteien genauso? Blenden nicht gerade neoliberale Politker z.B. den Faktor "soziale Schere" aus usw? Für mich ist das kein Alleinstellungsmerkmal der Linken oder von Linken.

    Zitat Zitat von PostMortem Beitrag anzeigen
    ABER, ihre Positionen und ihr Aufstieg in verschiedenen politischen Systemen sehe ich mittlerweile relativ pragmatisch. An so vielen Positionen saßen in Westdeutschland nach 1945 Leute an Schaltstellen, die dort auch zwischen 1933 und 1945 das Sagen hatten. Industrielle, Kommunalpolitiker, Landespolitiker, spätere Bundespolitiker, Stadtplaner etc. etc. Manche Stadt wurde von ehem. Mitarbeitern Albert Speers neu gebaut. Damals teilweise ein großer Skandal, für viele sicherlich auch heute noch. Aber wen wundert es eigentlich und warum sollte man sich übermäßig darüber wundern? Die Talente sind rar und sie stellen sich in den Dienst des Regimes das gerade regiert. Wieso sollte es anders sein? Man kann auf die besten Köpfe nicht verzichten und ihnen zum Vorwurf machen, dass sie ihr Talent nicht verborgen und unterdrückt haben, nur weil spätere Sieger die Geschichte schreiben werden. Soll man aufhören ein Leben zu leben und 40 Jahre DDR abwarten, ohne zu wissen, dass das Ende dieser Republik überhaupt kommt? Ich glaube, ich hätte auch in jedem Regime versucht irgendwas zu werden. Vermutlich wäre mir weder 1933 (man war noch Monarchie gewohnt und sehnte sich teilweise zurück), noch in der DDR danach gewesen auf ein Leben oder einen gewissen beruflichen Aufstieg zu verzichten. Wer hätte das auch getan? Kaum jemand. Merkel hat es nicht. Ob sie das nun gerade dazu befähigt Kanzlerin zu werden, hatten andere zu entscheiden. Gewählt hat sie das Volk. Das Volk hat sich ja schon so manchen Kanzler gewählt. Aber gewählt ist eben gewählt.
    = Apparatschiks und Karrieristen ... fühlen sich in jedem System wohl.

    Zitat Zitat von Die Luftgitarre Beitrag anzeigen
    Die Tabuisierung, gegen die Sarrazin und Co. anzurennen vorgeben, hat es m. A. n. so nur in bestimmten akademisch und alternativ geprägten Milieus gegeben - keinesfalls in der deutschen Gesellschaft insgesamt! Die BILD wie gesagt hat schon immer Klartext gehetzt, auch der sich progressiv dünkende SPIEGEL hat schon in den 90er Jahren solche Dinge geschrieben und ich habe selber Betriebskantinen erlebt, wo dass ausgiebige und regelmäßige Schimpfen auf "die Ausländer" völlig normal war.
    Stimmt. Die Asylantenheime und das Haus in Solingen brannten schließlich schon in den 90ern. Ganz ohne Tabu. Wie oft habe ich als Kind im familiären / Bekannten-Umfeld den Satz "Die (=die Türken) nehmen unsere Arbeitsplätze weg." Das war in den 80ern.

    Zum Thema Grüne: Gerade die deutschen Medien bemühen sich immer wieder, den Grünen das Etikett "links" zu verpassen. Für mich ein Zeichen völligen Realitätsverlustes.

  8. #37
    Benutzerbild von lärmbär

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    AW: Überwachungsstaat.

    Zitat Zitat von PostMortem Beitrag anzeigen
    Aber woher kommt das? Haben sie sich das selbst ausgedacht oder wird seit Jahren in Deutschland *jede* Kritik an Arbeitsbedingungen von Eltern und Großeltern mit "Sei doch froh, dass Du überhaupt Arbeit hast" abgebügelt? Auch die Medien schüren ja das Bild einer Generation, die eigentlich im Dauerpraktikum ist. Wer da Arbeit hat, hält wahrscheinlich wirklich lieber die Klappe und schiebt 60-Stunden-Wochen für einen Hungerlohn, der kaum zum Aufbau einer eigenen Existenz reicht = noch mehr günstige Darsteller für "Hotel Mama"-Reality-Dokus im TV. Ein Erfolg von H4!?
    Das und vielleicht haben auch Kampagnen wie "Du bist Deutschland" (man setze noch ein "Denn" davor und hat einen NSDAP-Slogan, aber das nur nebenbei) zur Entsolidarisierung beigetragen (denn es heißt ja nicht "Wir sind D."). Offensichtlicher natürlich auch BILD, RTL usw. Achja, und natürlich die nicht vorhandenen Schulfächer wie "Medienkompetenz" oder "Demokratie lernen". Ich bin immer wieder erschrocken darüber, wie uninformiert die Generation 1985ff. ist, dabei aber gleichzeitig meint, sie habe die Weisheit mit Löffeln gefressen. Die leben nach dem Motto "Glücklich ist, wer vergisst", vergessen dabei aber, daß man damit gezwungen ist, das Vergessene zu wiederholen ...

  9. #38
    Benutzerbild von PostMortem

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    AW: Überwachungsstaat.

    Zitat Zitat von lärmbär Beitrag anzeigen
    (Hervorhebung durch mich) Ist das nicht bei den anderen Parteien genauso? Blenden nicht gerade neoliberale Politker z.B. den Faktor "soziale Schere" aus usw? Für mich ist das kein Alleinstellungsmerkmal der Linken oder von Linken.
    Die Grünen sind momenten eben die Partei, die die Mehrheit der Frustrierten und Protestwähler aufnimmt. Das liegt an einem Image, das m. E. allein aufgrund der für sich reklamierten Themen besser ist, als das der anderen Parteien. Wer kann schon was gegen Menschen- und Friedensfreunde und Umweltschützer haben? Die muss man ja als nicht persönlichkeitsgestörter Mensch grundsätzlich erstmal besser finden als die Wirtschaftsfritzen. Aber das ist eben nur eine oberflächliche und romantisierende Sicht auf diese Partei. Es ist für mich völlig unverständlich, dass das bei den Grünen immer noch so gut funktioniert. Als Opposition verfolgen die Grünen eine sehr unrealistische Maximal-Politik. Nun könnte man sagen: Auch die anderen fordern mehr als sie umsetzen. Das ist normal. Aber um den mangelnden Realitätssinn grüner Oppositionsforderungen wirklich zu erreichen, müsste die FDP glaube ich schon die Abschaffung und nicht die Vereinfachung/Senkung von Steuern fordern. Als Minister und Koalitionäre haben Grüne für Kriege gestimmt, Braunkohletagebaue genehmigt usw. usf. In der Opposition demonstrieren sie dagegen. Für mich ist das zumindest eine besondere Doppelmoral in der Parteienlandschaft, die im Gegensatz zu anderen Parteien auch noch vom Wähler honoriert und nicht bestraft wird.

    Zum Thema Grüne: Gerade die deutschen Medien bemühen sich immer wieder, den Grünen das Etikett "links" zu verpassen. Für mich ein Zeichen völligen Realitätsverlustes.
    Es ist auch für mich einfach nur eine Partei der Besserverdiener, die ihr ökologisches Gewissen entdecken und beruhigen wollen...... Für mich sind die Grünen eher eine grüne FDP als irgendwas anderes. Für die Probleme der kleinen Leute, aus ökonomischen Gründen linken und z. B. von innerstädtischer Luftverschmutzung oder Integrationsproblemen betroffenen, haben die Grünen eigentlich keine bezahlbaren, hilfreichen Lösungen. Vor allem bei letzterem ist man ja auch eher in der Rolle der Realitätsverweigerung zu Hause und relativiert und schönt sämtliche aufkommenden Probleme bzw. gibt sich mit Schuldzuweisungen an die Politik vor 40 Jahren zufrieden. Die Oppositions-Grünen haben Lösungen für die abstrakten Umwelt- und Integrationsprobleme von Menschen, die selbst in von Einfamilienhäusern, Spitzensteuersätzen, Premium-Kombis und Brio-Holzeisenbahnen geprägten Gegenden wohnen. Applaus bekommen sie aber von allen - bis die Rechnung oder die Realpolitik kommt.

  10. #39
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    AW: Überwachungsstaat.

    Achja, Image ist das Zauberwort.

    "Friedensfreunde" ... ob die Menschen im Kosovo das genauso sehen?

    "Menschenfreunde" ... gilt nicht für Hartz-4-Empfänger?

    "Umweltschützer" Ja, denn Atomkraft ist (für die großzügige rot-grüne Restlaufzeit) sauber, lol.

    Doppelmoral, Du sagst es!

    Man, die Menschheit ist echt zu blöd sich auch mal etwas zu merken. Immer diese dämliche Tagesaktualität. Daran gebe ich den Medien eine Mitschuld. Apropos Tagesaktualität ... was ist eigentlich aus EHEC geworden?

    "innerstädtische Luftverschmutzung": Da müßte doch mal jemand hergehen, und die Autohersteller verpflichten. Warum genau fahren unsere Autos seit 120 Jahren mit dem gleichen Motor? Das wäre doch schonmal ein Ansatz, den man auch europaweit fordern könnte.
    Beim Thema "Integrationsprobleme" sollte man zunächst mal aufhören, sie geradezu heraufzubeschwören. Damit wäre schonmal der erste Schritt getan. Ich denke wir haben kein Integrationsproblem, sondern ein Schichten- und Chancen-Problem. Das wäre doch ein linkes Thema für die Grünen (und war es sicher auch vor Urzeiten).

    Bezahlbar ist alles, es ist immer eine Sache des politischen Willens. Schließlich leistet sich die grün-rote Ba-Wü-Landesregierung eventuell einen Bahnhof für mehrere Milliarden. Achso, dann ist kein Geld mehr da für Schulen, Schwimmbäder, Büchereien, Jugendzentren, ÖPNV, Straßenschäden, Infrastruktur, sozial engagierte Vereine usw? Alles eine Frage des Wollens!

  11. #40
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    AW: Überwachungsstaat.

    Zitat Zitat von lärmbär Beitrag anzeigen
    Ich denke wir haben kein Integrationsproblem, sondern ein Schichten- und Chancen-Problem.
    Sehe ich genauso. Man müsste einfach mal die Kriminalitäts- und Bildungserfolgsstatistik mal nach Schichten und sozialer Herkunft erstellen (anstatt immer nur nach ethnischer Herkunft), dann würde der Zusammenhang schnell offensichtlich werden: Die soziale Schichtzugehörigkeit vererbt sich (und zwar heute wieder stärker als noch vor 20 Jahren!), egal bei angestammten Deutschen oder bei Eingewanderten.

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