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Überwachungsstaat.

Erstellt von Mumie, 17.11.2009, 08:57 Uhr · 102 Antworten · 12.108 Aufrufe

  1. #81
    Benutzerbild von Castor Troy

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    AW: Überwachungsstaat.

    Zitat Zitat von PostMortem Beitrag anzeigen
    Ohne Worte

    Jeden zweiten Samstag gibt es ein „interkulturelles Damenschwimmen“

    Ab 24. September dürfen jeden zweiten Samstag von 15 bis 18 Uhr nur Frauen und Mädchen sowie Jungs bis sieben Jahre ins Alsbachbad. Mit dem Angebot soll Musliminnen der Gang ins Bad erleichtert werden.
    So ist es auch hier bei uns in der Stadt.Männer durfen nicht mal im Cafeteria sitzen.(ich glaube am Sonntag Morgen)

    Schweinefleish ist im Kindergarten und der Schule verboten.Das darf man nicht mehr essen.

    Und Nein,ich habe nichts gegen Moslems(habe Freunde die das sind***) aber das ist einfach zu viel !




    ***Gruss an Elmas und Ghazal

  2.  
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  3. #82
    Benutzerbild von Die Luftgitarre

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    AW: Überwachungsstaat.

    Zitat Zitat von Torsten Beitrag anzeigen
    Wohlfeiler Relativismus à la "böse Menschen gibt's überall" verwässert aber die Diskussion und sorgt deshalb bei immer mehr Leuten für Verärgerung.
    Nein, er versachlicht die Diskussion und sorgt nur bei jenen Leuten für Verärgerung, die unbedingt eine öffentliche Debatte über "den Moslem als solchen" haben möchten.

    Denn es ist eine Tatsache, dass es häusliche Gewalt z. B. auch im christlichen Kulturkreis nicht nur gab und gibt, sondern dass sie sich auch dort auf die religiöse Vorstellung "das Weib sei dem Manne Untertan" berufen konnte und dass sie bis weit ins 20te Jahrhundert hinein als ab und zu nötige Züchtigung des Weibes "zur Kultur gehörte", also in aller Regel von Familienangehörigen gedeckt und von Pfarrern und Richtern ignoriert oder ggf. gerechtfertigt/bagatellisiert wurde.

    Ebenso ist es eine Tatsache, dass Homo5exuelle im christliche Abendland bis in die 70er Jahre hinein bei Verfolgung durch irgendwelche Schläger nicht auf die Hilfe der Polizei bauen konnten, dass sie vielmehr aufpassen mussten, nicht selber strafrechtlich belangt zu werden (Homo5exualität war ja eine Sünde und v. a. auch eine Straftat!). Die ersten Zeitungen, die den entsprechenden §§175 in den 1960ern zu kritisieren wagten, bekamen es ebenfalls mit den Gerichten und den Jugendschützern zu tun (Auflagen beschlagnahmt usw.).

    Die Liberalität, die wir uns heute zugute halten und die wir "dem Moslem als solchen" quasi kulturkreisbedingt auf Lebenszeit absprechen, ist also auch im Westen nur eine sehr junge Errungenschaft, die v. a. erst gegen die christlichen Kirchen, gegen Tradition und Rechtssprechung, gegen die damals vorherrschende wissenschaftliche Lehrmeinung und gegen das 'gesunde Volksempfinden' erkämpft werden musste. Es ist gerade nicht unsere traditionelle Kultur, die uns in Sachen Gleichberechtigung/Toleranz von der islamischen Welt unterscheidet, sondern vielmehr der Bruch mit diesen Traditionen, v. a. seit 1968!

    Und wenn wir in die islamische Welt schauen, stellen wir fest, dass dort ähnliche Konflikte und Umbrüche stattfinden - nur haben diese Entwicklungen eben etwas später als bei uns eingesetzt und sind noch mitten im Gange. Auch in der Türkei gibt es mittlerweile Frauenhäuser, auch in der Türkei sind für Ehrenmorde bereits Leute mit Höchststrafe ins Gefängnis gewandert (und auch Angehörige wegen Beihilfe verurteilt worden), auch in der türkischen Presse ist häusliche Gewalt ein Thema usw. Und wenn es dann heißt, die bekannten türkischen/muslischen Kulturvereine und "Dachverbände" in Deutschland würden sich davon nicht deutlich genug distanzieren: Schon mal daran gedacht, dass nur eine kleine Minderheit der 3 Millionen türkischstämmigen (bzw. 4 Millionen Islam als Religion angebenden) Leute hierzulande überhaupt Mitglied dieser Vereine ist?

    Was schließlich die vermeintliche Verharmlosung durch Grüne und linke Multikultianhänger angeht: Wann und wo hat irgendein bekannter Grüner oder Linker geäußert, man solle bei Moslems in Sachen häusliche Gewalt ein Auge zudrücken? Oder wann hat ein bekannter Grüner oder Linker geäußert, Einwanderer seien automatisch bessere Menschen? Das einzige, wogegen die berüchtigten Gutmenschen sich tatsächlich stets - und ganz zurecht! - gewandt haben, ist: Leute allein aufgrund ihrer bloßen "Kulturkreis"herkunft als Gesamtheit zum Gegenstand öffentlicher Debatten ("die Muslime in Deutschland") zu machen und dabei dann in die Nähe von Verbrechen zu rücken. Das Zurückweisen solcher Stereotypisierungen und das Beharren darauf, dass für einen Mord eben nur der Täter bestraft werden kann und für eine Äußerung eben nur der jeweilige Redner, bzw. Verein kritisiert werden kann - dieser "wohlfeile Relativismus" ist die Grundlage rationaler Diskussionen.

  4. #83
    Benutzerbild von PostMortem

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    AW: Überwachungsstaat.

    Zitat Zitat von Die Luftgitarre Beitrag anzeigen
    Nein, er versachlicht die Diskussion und sorgt nur bei jenen Leuten für Verärgerung, die unbedingt eine öffentliche Debatte über "den Moslem als solchen" haben möchten.
    Für mich klingt das so, als wenn Du glaubst, dass eines morgens Leute in Deutschland aufgewacht sind und sich aus heiterem Himmel "den Moslem als solchen" zum Feindbild auserkoren haben. Dem ist aber nicht so und es geht auch nicht um "den Moslem als solchen". Wenn man will, kann man sich das so zurechtbiegen. Aber letztendlich geht es - wie eigentlich bei fast allen Themen von links bis rechts und oben bis unten - um die auffallend große Menge von Zugehörigen einer Gruppe, die sich nicht benehmen kann. Sicherlich wird das zu wenig dazu gesagt und geschrieben, aber auch da unterscheidet sich dieses Thema nicht von allen anderen bei dem es Kritik hagelt. Es ist auch nicht die ganze Deutsche Bahn schlecht, es ist auch nicht ganz Griechenland Pleite und es war auch nicht der ganze Sommer 2011 verregnet. Trotzdem wird es immer wieder darauf hinauslaufen, dass Kritik zuspitzt und Feinheiten vermissen lässt. Es wird Menschen geben, die "den Moslem / den Juden / den Christen" als solchen ablehnen, aber das ist nun wirklich die absoluteste Minderheit aller Menschen in Deutschland 2011.

    Ebenso ist es eine Tatsache, dass Homo5exuelle im christliche Abendland bis in die 70er Jahre hinein bei Verfolgung durch irgendwelche Schläger nicht auf die Hilfe der Polizei bauen konnten, dass sie vielmehr aufpassen mussten, nicht selber strafrechtlich belangt zu werden (Homo5exualität war ja eine Sünde und v. a. auch eine Straftat!). Die ersten Zeitungen, die den entsprechenden §§175 in den 1960ern zu kritisieren wagten, bekamen es ebenfalls mit den Gerichten und den Jugendschützern zu tun (Auflagen beschlagnahmt usw.).[...]Die Liberalität, die wir uns heute zugute halten und die wir "dem Moslem als solchen" quasi kulturkreisbedingt auf Lebenszeit absprechen, ist also auch im Westen nur eine sehr junge Errungenschaft
    Das ist bekannt und eine Errungenschaft die es zu verteidigen gilt und die nicht zur Relativierung taugt. Wie lange willst Du denn eine Schonfrist einlegen und mit zweierlei Maß messen?

    erst gegen die christlichen Kirchen, gegen Tradition und Rechtssprechung, gegen die damals vorherrschende wissenschaftliche Lehrmeinung und gegen das 'gesunde Volksempfinden' erkämpft werden musste. Es ist gerade nicht unsere traditionelle Kultur, die uns in Sachen Gleichberechtigung/Toleranz von der islamischen Welt unterscheidet, sondern vielmehr der Bruch mit diesen Traditionen, v. a. seit 1968!
    Nicht weniger als diesen Bruch mit traditioneller in moderne Kultur erwarte ich von allen Menschen die 43 Jahre nach 1968 in dieser zu Recht in die heutige Zeit transformierten Kultur mit uns leben wollen. Ich sehe es nicht ein, dass wir uns zurückentwickelt und rückwärtsgewandtes tolerieren oder uns dem auch noch anpassen. Wo hin soll das denn führen?

    Was schließlich die vermeintliche Verharmlosung durch Grüne und linke Multikultianhänger angeht: Wann und wo hat irgendein bekannter Grüner oder Linker geäußert, man solle bei Moslems in Sachen häusliche Gewalt ein Auge zudrücken? Oder wann hat ein bekannter Grüner oder Linker geäußert, Einwanderer seien automatisch bessere Menschen?
    Klar, da sind die Multikulti-Anhänger cleverer. Wo haben sie sich denn klar gegen die negativen Seiten nicht integrationswilliger Migranten geäußert? Wo haben sie ihren gewünschten Maßnahmenkatalog niedergelegt? In der Öffentlichkeit überzeichnen sie doch stets einfach das Positive und wollen über das Negative weder reden, noch bieten sie Lösungen dafür an. Wer davon auch nur anfängt ist ein Mießmacher und im Zweifelsfall ein Nazi. Da kommen genau die Unterstellungen, die ich hier nun auch lese, man habe ja sowieso ganz allgemein was gegen Moslems und gebe ihnen keine Chance. Ja klar, wir haben ja auch alle das Anti-Moslem-Gen mit der Muttermilch aufgenommen. Zudem bin ich konfessionslos, für mich ist es nichtmal ein Kampf der Religionen. Ich will mich einfach nicht einschränkenden Kulturen unterwerfen. Da man darüber aber nicht reden kann und lediglich Multikulti in den höchsten Tönen über alle Missstände hinweg gelobt wird, ist es leider ja kein Zufall, dass die Rechten sich diese Floskel "kultureller Bereicherung" unter den Nagel gerissen haben und sich darüber lustig machen wo es nur geht. Das wäre vielleicht gar nicht möglich gewesen, wenn Märchentanten wie Claudia R. und ihre Kolleg_Innen sich mal einer richtig kritischen Debatte um den Umgang mit nicht Integrationswilligen stellen würden, statt dann immer reflexhaft die Positivbeispiele runterzubeten. Das löst die Probleme nämlich nicht. Auch die Positivbeispiele selbst lösen sie oft nicht. Im Gegenteil, sie flüchten sich ins mit beleidigt sein, statt ihren weniger gut bis gar nicht Integrationswilligen Mitbürgern mal zu erklären, dass sie sich für sie schämen und es leid sind wegen ihnen in Verruf zu geraten. Dabei ist es so einfach und würde viel Unzufriedenheit lindern. Als ich gesehen habe wie Hamed Abdel-Samad in der "Deutschland Safari" den überhaupt nicht gesprächsbereiten Herren in Maxloh noch "viel Spaß bei der Integration!" hinterher ätzte habe ich echt nur gedacht: "Wow, hoffentlich passiert sowas öfter, dass die sich mal gegenseitig die Meinung sagen. Denn die dürfen das ungestraft!".

  5. #84
    Benutzerbild von Torsten

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    AW: Überwachungsstaat.

    Zitat Zitat von Die Luftgitarre Beitrag anzeigen
    Nein, er versachlicht die Diskussion und sorgt nur bei jenen Leuten für Verärgerung, die unbedingt eine öffentliche Debatte über "den Moslem als solchen" haben möchten.
    Den "Moslem als solchen" gibt es nicht, wie jeder vernunftbegabte Zeitgenosse wissen wird. Wohl aber bestimmte Zustände und Vorfälle, die mehrheitlich aus diesem Umfeld stammen. Dies nicht zu trennen, halte ich nicht für eine "Versachlichung".

    Zitat Zitat von Die Luftgitarre Beitrag anzeigen
    Die Liberalität, die wir uns heute zugute halten und die wir "dem Moslem als solchen" quasi kulturkreisbedingt auf Lebenszeit absprechen, ist also auch im Westen nur eine sehr junge Errungenschaft, die v. a. erst gegen die christlichen Kirchen, gegen Tradition und Rechtssprechung, gegen die damals vorherrschende wissenschaftliche Lehrmeinung und gegen das 'gesunde Volksempfinden' erkämpft werden musste.
    Das ist in öffentlichen Debatten alles schon x-fach durchgekaut worden. Problem: In der Welt der Globalisierung, Massenkommunikation und des rasenden technischen Fortschritts wird man leider kaum Jahrzehnte oder Jahrhunderte darauf warten können, bis der Islam in punkto Toleranz aufgeholt hat - das mag zwar ungerecht sein, ist aber leider notwendig. In einer Welt, wie sie noch vor 200 Jahren bestand, waren die Differenzen noch nicht so relevant, aber die globalen Zusammenhänge der jüngeren Geschichte lassen die kulturellen Unterschiede quasi im Zeitraffer aufeinanderprallen. Wie heißt es immer so schön: Dann müssen eben beide Seiten aufeinander zugehen. Der Konflikt und die wachsende Unmut gegenüber einem Teil des islamischen Kulturkreises erwächst nach meiner Beobachtung in erster Linie daraus, dass man zunehmend den Eindruck einer einseitigen Bemühung hat. Und es erzeugt noch mehr Verdruß, denjenigen den Stempel des selbstgerechten Sündenbocksuchers oder gar Rassisten aufzupappen, die dieses Missverhältnis zum Thema machen. Und damit meine ich nicht durchgeknallte Provokateure wie Sarrazin.

    Oder um es mal anders auszudrücken: Wenn jemand Kritik an mir übt, muss ich mir das noch nicht unbedingt besonders zu Herzen nehmen, weil es eine Einzelmeinung ist. Wenn ich aber dieselbe Kritik immer wieder von unterschiedlichen Stellen höre, sollte ich irgendwann anfangen, über die Sache nachzudenken.

    Zitat Zitat von Die Luftgitarre Beitrag anzeigen
    Und wenn wir in die islamische Welt schauen, stellen wir fest, dass dort ähnliche Konflikte und Umbrüche stattfinden - nur haben diese Entwicklungen eben etwas später als bei uns eingesetzt und sind noch mitten im Gange.
    Ich bin da nicht ganz so optimistisch wie du. Kürzlich noch eine Reportage über die aktuellen Zustände in Ägypten gesehen, in der eine Reihe von befragten Einheimischen - übrigens auch hier wieder vor allem Frauen - die Besorgnis äußerten, dass nach dem Sturz Mubaraks die islamistischen Kräfte die Oberhand gewinnen und das Land am Ende rückständiger dasteht als vorher. Muss man zwar erst mal abwarten (selbst Fachleute tun sich schwer, die Entwicklungen in diesen Regionen vorherzusagen), aber ich breche wegen der Revolutionsbilder noch längst nicht in Erleichterung aus. Wenn sich in einzelnen Ländern wie der Türkei Dinge zum Besseren wenden, ist das erfreulich, ändert aber nichts an fragwürdigen Zuständen in anderen Zusammenhängen oder Regionen.

    Zitat Zitat von Die Luftgitarre Beitrag anzeigen
    Und wenn es dann heißt, die bekannten türkischen/muslischen Kulturvereine und "Dachverbände" in Deutschland würden sich davon nicht deutlich genug distanzieren: Schon mal daran gedacht, dass nur eine kleine Minderheit der 3 Millionen türkischstämmigen (bzw. 4 Millionen Islam als Religion angebenden) Leute hierzulande überhaupt Mitglied dieser Vereine ist?
    Muss man in einem Verein organisiert sein, um Widerstand aufzubringen? Nochmals: Diese - vornehm ausgedrückt - Zurückhaltung wird stellenweise auch aus den eigenen Reihen kritisiert. Ich weiß, das z. B. eine Frau wie Necla Kelek zwar nicht unumstritten ist - finde aber schon, dass sie einige Missstände zurecht benennt, wie hier mal im "Philosophischen Quartett":

    Klick mich!

    Oder Seyran Ates nach der Brandkatastrophe von Ludwigshafen:

    Klick mich!

    Zitat Zitat von Die Luftgitarre Beitrag anzeigen
    Oder wann hat ein bekannter Grüner oder Linker geäußert, Einwanderer seien automatisch bessere Menschen? Das einzige, wogegen die berüchtigten Gutmenschen sich tatsächlich stets - und ganz zurecht! - gewandt haben, ist: Leute allein aufgrund ihrer bloßen "Kulturkreis"herkunft als Gesamtheit zum Gegenstand öffentlicher Debatten ("die Muslime in Deutschland") zu machen und dabei dann in die Nähe von Verbrechen zu rücken.
    Für mich gibt's eine Menge (Diskussions-)Raum zwischen Pauschalisierung ("die Muslime in Deutschland") und überzogenem Relativismus, darum geht es mir. Ist ungefähr so wie bei der Debatte um "Killerspiele": Da kann ich mit den reflexartig hervorgekramten Zusammenhängen genauso wenig anfangen wie mit chronisch beleidigten Verteidigern gewaltverherrlichender Medienprodukte, die deren Einfluss auf das Verhalten mancher Zeitgenossen marginalisieren oder gar abstreiten. Irgendwo dazwischen sollte Platz für Klartext sein, ohne ständig erklären zu müssen, dass man nicht alles über einen Kamm schert.

  6. #85
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    AW: Überwachungsstaat.

    Zitat Zitat von PostMortem Beitrag anzeigen
    Das ist bekannt und eine Errungenschaft die es zu verteidigen gilt und die nicht zur Relativierung taugt. Wie lange willst Du denn eine Schonfrist einlegen und mit zweierlei Maß messen? (...) Nicht weniger als diesen Bruch mit traditioneller in moderne Kultur erwarte ich von allen Menschen die 43 Jahre nach 1968 in dieser zu Recht in die heutige Zeit transformierten Kultur mit uns leben wollen. Ich sehe es nicht ein, dass wir uns zurückentwickelt und rückwärtsgewandtes tolerieren oder uns dem auch noch anpassen.
    Volle Zustimmung. Um jetzt nicht missverstanden zu werden:
    - Ich bin eindeutig dagegen, bei Zwangsehen, häuslicher Gewalt oder gar Morddelikten den kulturellen Hintergrund als strafmildernden Umstand gelten zu lassen.
    - Und ich bin ebenso dagegen, muslimische Mädchen beim Thema 5exualaufklärung vom Bio-Unterricht zu befreien.

    Ich sehe dergleichen nur nicht so isoliert als spezifisches Integrations- und Islamproblem.

  7. #86
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    AW: Überwachungsstaat.

    Zitat Zitat von Torsten Beitrag anzeigen
    Zitat von Die Luftgitarre

    Und wenn es dann heißt, die bekannten türkischen/muslischen Kulturvereine und "Dachverbände" in Deutschland würden sich davon nicht deutlich genug distanzieren: Schon mal daran gedacht, dass nur eine kleine Minderheit der 3 Millionen türkischstämmigen (bzw. 4 Millionen Islam als Religion angebenden) Leute hierzulande überhaupt Mitglied dieser Vereine ist?





    Muss man in einem Verein organisiert sein, um Widerstand aufzubringen? Nochmals: Diese - vornehm ausgedrückt - Zurückhaltung
    Als Kind war ich mal 2 Jahre in England. Da wurde ich oft von gleichaltrigen Engländern gefragt "Do You like Hitler?" oder "Are You a nazi?" Das fand ich schon damals bescheuert, da nur ein sehr kleiner Bruchteil der heutigen Deutschen Hitler mag, die entsprechende Annahme, ich könnte - weil ja deutsch! - ein Hitler-Fan sein, fand ich schon ziemlich daneben.

    Sollten wir nicht im gleichen Maße auch für die 3 Millionen unbescholtenen Leute mit muslimischen Einwanderungshintergrund jene Unschuldsvermutung in Sachen Islamismus/Frauenunterdrückung gelten lassen, wie wir als Deutsche sie ja auch beim Nazi-Thema einfordern?

  8. #87
    Benutzerbild von PostMortem

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    AW: Überwachungsstaat.

    Zitat Zitat von Die Luftgitarre Beitrag anzeigen
    Als Kind war ich mal 2 Jahre in England. Da wurde ich oft von gleichaltrigen Engländern gefragt "Do You like Hitler?" oder "Are You a nazi?" Das fand ich schon damals bescheuert, da nur ein sehr kleiner Bruchteil der heutigen Deutschen Hitler mag, die entsprechende Annahme, ich könnte - weil ja deutsch! - ein Hitler-Fan sein, fand ich schon ziemlich daneben.

    Sollten wir nicht im gleichen Maße auch für die 3 Millionen unbescholtenen Leute mit muslimischen Einwanderungshintergrund jene Unschuldsvermutung in Sachen Islamismus/Frauenunterdrückung gelten lassen, wie wir als Deutsche sie ja auch beim Nazi-Thema einfordern?
    Ich finde das eine sehr interessante Frage! Sie führt mich persönlich zu einer weiteren. Was haben wir Deutschen zwischen 1945 und heute getan, um nicht mehr als Nazis wahrgenommen zu werden? Ist es nicht so, dass wir Deutschen heutzutage selbst unser größtes Naz-o-Meter sind? Wieviele Demutsgesten, Reparationen und staatstragende Aussöhnungsrituale hat es nach 1945 gegeben? Organisiert sich nicht innerhalb der deutschen Bevölkerung von selbst genügend Widerstand, um Neonazis regelmäßig die rote Karte zu zeigen?

    Sicher, wir hatten sogar Ex-Nazis in Regierungen und manches ist fragwürdig gelaufen. Aber "der Deutsche an sich" ist doch überaus allergisch gegen rechts, bombardiert sich in Communities gern mit "Gegen Nazis!"-Buttons und Anti-Nazi-Demos sind prächtig besucht. Es ist verpöhnt rechts zu sein. Deutsche haben also viel dafür getan als "entnazifiziert" angesehen zu werden.

    Was tun nun Migranten türkischer Herkunft / islamischen Glaubens um zu zeigen, dass sie rückwärtsgewandte Auslegungen des Koran, Verstöße gegen Menschenrechte und Gleichberechtigung sowieso gegen deutsche Gesetze praktizierte Sitten und Gebräuche glaubhaft ablehnen, besser noch aktiv in "ihren Kreisen" unterbinden wollen? In den sog. Parallelgesellschaften bekommen wir nunmal oft gar nicht mit, was dort an der Tagesordnung ist. Aber - soviel dringt schon nach draussen - mit integriertem bundesdeutschem Leben hat das oft nicht viel zu tun. Reicht ein "Tag der offenen Moschee" schon aus? Reicht es in Talkshows dem wachsenden Unmut ein paar türkische UnternehmerInnen oder ManagerInnen mit Migrationshintergrund entgegenzusetzen, um Kritik als unbegründet abzutun? Mehr fällt mir eigentlich nicht auf, was von dieser Seite aktiv unternommen wird. Gute Beispiele erlebt man im Kleinen, unter Kollegen, mal beim Bäcker oder kennt sie von früher aus der Schule. "Der Mahmut ist aber anders, der ist total integriert, der ißt sogar Schweinefleisch", sagt man dann immer. Ansonsten erlebe ich immer weiter reichende Zugeständnisse "unsererseits". Gebetsräume für eine einzige Religion, Mortadella-Verbot im Kindergarten, keine Teilnahme am Sportunterricht, interkulturelles Damenschwimmen, Mecker in der firmeneigenen Kantine, dass es oft Schweinefleisch gibt und die Speisekarte wird geändert etc. etc. Gesprochen wird aber immer noch viel von Diskriminierung. Ist es Diskriminierung oder ist es wachsender Unmut gegen diese Extrawürste? Werden türkische Frauen ab und an nicht eingestellt weil sie türkische Frauen sind oder weil man Angst vor den Einschränkungen ihrer Ehemänner fürchtet (ich habe so einen Fall mitbekommen, die hervorragende Mitarbeiterin konnte nie auf auswärtige Fortbildungen geschickt werden, weil ihr Mann sie abends stets zu Hause erwartete und es keine Ausnahme gab). Was kommt von "der anderen Seite" wirklich an offenkundiger, eigener Integrations-Leistung um Kritik abzubauen? Wo ist die beruhigende Zukunfts-Perspektive, dass "die das unter sich ausmachen" und zwar in einem angemessenen Zeitrahmen?

  9. #88
    Benutzerbild von Soundchaser

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    AW: Überwachungsstaat.

    Is das hier ein Musikforum,oder ein Politikforum???man man

  10. #89
    Benutzerbild von Conny2808

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    AW: Überwachungsstaat.

    Zitat Zitat von Soundchaser Beitrag anzeigen
    Is das hier ein Musikforum,oder ein Politikforum???man man
    Bevor man solche Beiträge schreibt, sollte man sich vielleicht vorher mal informieren, in welchem Forum man sich anmeldet. Aber du bist ja auch kein Stammuser, so wie manch anderer hier. Falls es dir entgangen ist, wir sind hier in einem "best of 80s Forum", das heißt also, es geht vorwiegend rund um 80er Jahre, also nicht nur um Musik. Und man sollte auch richtig lesen, welche Rubriken es in einem Forum gibt. Der letzte Titel nennt sich "OT Laberforum/Small Talk", OT heißt nun mal "Off Topic", falls dir der Begriff etwas sagt, und da steht drunter, dass man auch über Politik, Sport, Promis, Wetter oder sonstiges, auch aus der heutigen Zeit, reden bzw. auch diskutieren kann. Das ist eigentlich in jedem Forum so.

  11. #90
    Benutzerbild von Soundchaser

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    AW: Überwachungsstaat.

    oki...hast Recht!!is mir dann erst aufgefallen,dass man hier auch über Politik reden kann!!oki

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