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Und.... was wählen wir dieses Mal?

Erstellt von PostMortem, 10.08.2013, 17:56 Uhr · 108 Antworten · 6.446 Aufrufe

  1. #51
    Benutzerbild von PostMortem

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    AW: Und.... was wählen wir dieses Mal?

    Ich bin auch wirklich nicht traurig, dass der Automatismus, dass die Prozente die die SPD verliert zeitweise blind zu 2/3 bei den Grünen landeten, endlich gebrochen ist. Die Grünen sind keine "Volkspartei" und sozialdemokratisch sind sie auch nicht. Sie haben die Agenda 2010 ausserdem genauso zu verantworten und deshalb ist es schon die ganze Zeit Blödsinn gewesen, wenn Agenda-enttäuschte SPD-Wähler ausgerechnet zu den Grünen und Herrn Trittin rennen. Ihre Kern-Klientel ist bei den grünen Themen und der Ideologie des grünen Personals (siehe u. a. Zitate bei Sonny oben). eher begrenzt. Und es kann ja nicht vor jeder Wahl ein Atomunglück Wahlkampfhilfe leisten.

    Was die Grünen uns allen da auftischen wollen, ist ein Armutsrisiko hoch zehn. Wer rechnet, kann sich das nicht leisten und manche Ideologie will man sich auch nicht leisten. Da es für Rot-Grün niemals reicht und auch Rot-Rot-Grüne Experimente kaum eintreten werden, weiss ich jetzt jedenfalls endlich was ich wählen soll. An der Merkel kommen wir dieses Mal nicht vorbei. Aber dann lieber wieder mit einer möglichst starken SPD, als mit den geleckten FDP-Bürschchen. Auch wenn es mir ein bisschen Sorge macht was passiert, wenn Steinbrück dann tatsächlich nicht als Minister/Vizekanzler zur Verfügung steht. Fällt alle Macht an Gabriel, kann es wieder genauso peinlich werden wie zu Beginn von Schwarz-Gelb..... Hoffentlich gibt es noch Leute in der SPD, die das zu verhindern wissen.

  2.  
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  3. #52
    Benutzerbild von Die Luftgitarre

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    AW: Und.... was wählen wir dieses Mal?

    Trittin: Deutschland verschwindet jeden Tag immer mehr, und das finde ich einfach großartig.Noch nie habe ich die deutsche Nationalhymne mitgesungen und ich werde es als Minister auch nicht tun.
    Dass "Deutschland verschwindet" (gemeingt ist wohl: im ethnisch-kulturellen Sinne) ist an sich noch kein Fortschritt . Ich habe auf der Arbeit Leute mit Migrationshintergrund kennengelernt, die spießiger sind als viele Deutsche.

    Özdemir: In zwanzig Jahren haben wir eine Grüne Bundeskanzlerin und ich berate die türkische Regierung bei der Frage, wie sie ihre Probleme mit der deutschen Minderheit an der Mittelmeerküste in den Griff bekommt. „Was unsere Urväter vor den Toren Wiens nicht geschafft haben, werden wir mit unserem Verstand schaffen!

    Roth: „Die Türken haben Deutschland nach dem Krieg wieder aufgebaut.Deutsche sind Nichtmigranten, mehr nicht! Türkei ist zweite Heimat für mich, ich mach seit 20 Jahren Türkeipolitik.“
    An diesen Äußerungen kann ich nichts verwerfliches erkennen. Dass Arbeiterfamilien aus der Türkei und anderen Ländern Deutschland nach dem Krieg mitaufgebaut haben, ist eine Tatsache. Das wird man doch noch sagen dürfen!

  4. #53
    Benutzerbild von PostMortem

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    AW: Und.... was wählen wir dieses Mal?

    Zitat Zitat von Die Luftgitarre Beitrag anzeigen
    Dass "Deutschland verschwindet" (gemeingt ist wohl: im ethnisch-kulturellen Sinne) ist an sich noch kein Fortschritt . Ich habe auf der Arbeit Leute mit Migrationshintergrund kennengelernt, die spießiger sind als viele Deutsche.
    Weshalb die CxU ja auch glaubt sich berechtigte Hoffnungen auf dieses konservative Wählerpotenzial machen zu dürfen und deshalb genauso wie die Grünen die Augen vor Integrationsproblemen verschließt. Wenn es sich dabei aber um Muslime handelt, wird diese Partei wohl noch verstehen müssen, dass das mit dem "C" auch für konservativste Muslime einfach mehrheitlich ein Hinderungsgrund bleiben wird. Ich finde das sehr bedauerlich, denn wir waren in unserem Land schon weiter. Ich mags wie wir uns hin zu weniger Prüderie und weniger Kirche im Staat entwickelt haben. Nun steht das alles immer mehr auf dem Spiel und deutsche Gerichte sind regelmäßig mit den Extrawürsten irgendwelcher streng religiöser Menschen beschäftigt, die dieses und jenes nicht tun oder lassen wollen. Die Politik lässt es geschehen und Trittin findet es auch noch gut... Finde ich unmöglich! Es ist vor allem unmöglich, dass man da keine Differenzierung mehr macht. Nur ein paar verblendete braune Idioten haben generelle Probleme mit Migranten. Aber Ur-Deutsche und Migranten haben Probleme mit ganz bestimmten anderen Migranten. Das muss man endlich mal zur Kenntnis nehmen und handeln.

    An diesen Äußerungen kann ich nichts verwerfliches erkennen. Dass Arbeiterfamilien aus der Türkei und anderen Ländern Deutschland nach dem Krieg mitaufgebaut haben, ist eine Tatsache. Das wird man doch noch sagen dürfen!
    Die Frage für mich ist, ob das mit dem "Ich mache seit 20 Jahren Türkeipolitik" Roths gesamtes(!) politisches Engagement beschreiben soll und die schlichte Abkanzlung Deutscher als "Nichtmigranten" vergrößert in meinen Augen das Integrationsproblem. Denn die Anpassung sollte immer noch an die Gesetze und die Kultur der Mehrheitsgesellschaft der Nichtmigranten erfolgen. Roths kaltschnäuzige Aussage geht da etwas abwertend drüber hinweg, so als müsse man als Migrant nichts auf Gesetze und Kultur der "nur Nichtmigranten" geben. Das brauchen wir sicherlich in Deutschland nicht, denn das ist für viele der problematischeren Migranten, die die letzten deutschen Ur-Einwohner und nicht-muslimischen Mit-Migranten in manchen Straßenzügen als Schweinefresser, ......... (weil kein Kopftuch etc.) usw. diskriminieren, ja schon der gelebte Alltag.

    Was Ödzemir angeht, finde ich das mit den Großvätern vor Wien und dem Geschwafel von Problemen mit einer deutschen Minderheit in der Türkei schon etwas befremdlich. Das klingt nicht nach einem Politiker der deutsche Interessen vertritt und Schaden vom deutschen Volke abwenden möchte. Politisch vor allem ziemlich unglücklich für einen Politker ausgerechnet türkischer Herkunft. Normalerweise versucht man solche Eindrücke dann besonders zu vermeiden.

    Ich meine, man muss sich mal vorstellen, dass man heute darüber diskutiert, ob ein deutscher Kanzlerkandidat ein Stinkefingerfoto machen darf (was niemandem schadet) und die grünen Spitzenleute hauen sowas raus? Für mich sind die mittlerweile unwählbar. Dabei fand ich die erste rot-grüne Regierung bis 2002 sehr befreiend und gut für unser Land.

  5. #54
    Benutzerbild von Lutz

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    AW: Und.... was wählen wir dieses Mal?

    Zitat Zitat von PostMortem Beitrag anzeigen
    und die grünen Spitzenleute hauen sowas raus? Für mich sind die mittlerweile unwählbar. Dabei fand ich die erste rot-grüne Regierung bis 2002 sehr befreiend und gut für unser Land.
    ...die IMO mit grüner und sozialer Politik ja kaum noch was zu tun hatten, und diesen Auswüchsen den Weg ebneten. Hätte auch ein "C"DU Programm sein können.

  6. #55
    Benutzerbild von PostMortem

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    AW: Und.... was wählen wir dieses Mal?

    Zitat Zitat von Lutz Beitrag anzeigen
    ...die IMO mit grüner und sozialer Politik ja kaum noch was zu tun hatten, und diesen Auswüchsen den Weg ebneten. Hätte auch ein "C"DU Programm sein können.
    Richtig... umso unverständlicher ist es für mich, dass bis heute allein die SPD dafür abgestraft wird, obwohl damals Grüne und CDU ebenfalls am Werk waren. Die Grünen haben entschieden mitgestaltet und die CDU hat zugestimmt, aber auch kompensierende Maßnahmen verhindert (z. B. Mindestlohn). Trotzdem schwebt die Kanzlerin mit ihrer Partei über 40% und die Grünen erleb(t)en Höhenflüge zur Volkspartei.

    Die SPD und die Grünen haben damals nichtsdestotrotz eine Republik übernommen, die dringend Schulden abbauen und Kosten senken musste. Sie wählten den Weg von Hartz IV & Co. Das war hart für viele und ist es immer noch. Meine Freundin war ja selbst in Hartz IV geraten und ich habe die Behandlung in den "Joop"-Centern erlebt. Nichtsdestotrotz hat die damalige Regierung tendenziell etwas richtiges getan und einige verkrustete Strukturen aufgebrochen und die Arbeitsnebenkosten gesenkt. Wie es anderen Staaten ergangen ist, die einfach nichts unternommen haben, sehen wir ja heute. Ich bin deshalb rückblickend zwiegespalten, habe jedoch mittlerweile das Gefühl, dass "Gas-Gerd" zumindest teilweise bei der Bewertung seiner Regierungszeit auch etwas Unrecht getan wird. Das Wirtschaftswunder ist eben vorbei und Wohltaten gab es eigentlich schon zu Kohls Zeiten nicht mehr zu verteilen - was diese Regierung zum Zwecke der Wiederwahl nicht davon abgehalten hat.

    Gerade in der ersten Legislaturperiode von Schröder und Fischer, also vor Hartz IV, empfand ich die Art und Weise wir Schröder und Fischer Politik betrieben, Dinge in die Hand nahmen und Deutschland wieder etwas von den USA emanzipierten, recht angenehm. Natürlich kam dann Hartz IV und auch eine gewisse Arroganz auf (besonders bei Fischer). Trotzdem war m. E. nicht die gesamte Agenda 2010 falsch. Merkel würde sowas selbstverständlich nicht angehen, obwohl z. B. auch unsere Sozialsysteme dringend modernisiert werden müssen. Sie hat bei Kohl gelernt, dass man alles aussitzen kann. Irgendwann kommen dann wieder ein paar Jahre die Sozen dran und dürfen sich dabei unbeliebt machen unangenehme, längst fällige Reformen anzugehen.

    Leider funktioniert das nach 16 Jahren Kohl aktuell schonwieder. Die schwarz-gelben Jahre waren m. E. komplett verlorene Jahre. Es gab nicht eine tiefgreifende Reform. Weder im Steuerrecht, noch bei Gesundheit und Pflege oder Rente. Dabei steuern wir z. B. bei der Gesundheit auf den absoluten Kollaps zu. Es gibt nach aktueller Gesetzeslage Unmengen Leute die staatlich gezwungen in riesige Schulden bei ihren Krankenkassen laufen, trotz Pflicht keine Krankenkasse haben oder in der privaten Versicherung auf die Altersarmut zusteuern. Das wird eine Menge Leute die Existenz kosten. Aber unser Gesundheitsminister findet fast gar nicht mehr statt und Merkels CDU findet das fast kaum der Rede wert. Bei der Rente ist es ähnlich und das wir eine echte Steuerreform brauchen, ist ja schon vor der Bierdeckel-Steuererklärung des Friedrich Merz klar gewesen. Warum passiert nichts und warum wird sowas wiedergewählt? Weil die Leute bequem sind, nicht langfristig denken und lieber weiter die SPD dafür verteufeln, dass mal eine Regierung angefangen hatte etwas zu unternehmen, zu sparen und Schulden abzubauen.

  7. #56
    Benutzerbild von freddieflopp

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    AW: Und.... was wählen wir dieses Mal?

    Leider funktioniert das nach 16 Jahren Kohl aktuell schonwieder. Die schwarz-gelben Jahre waren m. E. komplett verlorene Jahre. Es gab nicht eine tiefgreifende Reform. Weder im Steuerrecht, noch bei Gesundheit und Pflege oder Rente. Dabei steuern wir z. B. bei der Gesundheit auf den absoluten Kollaps zu. Es gibt nach aktueller Gesetzeslage Unmengen Leute die staatlich gezwungen in riesige Schulden bei ihren Krankenkassen laufen, trotz Pflicht keine Krankenkasse haben oder in der privaten Versicherung auf die Altersarmut zusteuern. Das wird eine Menge Leute die Existenz kosten. Aber unser Gesundheitsminister findet fast gar nicht mehr statt und Merkels CDU findet das fast kaum der Rede wert. Bei der Rente ist es ähnlich und das wir eine echte Steuerreform brauchen, ist ja schon vor der Bierdeckel-Steuererklärung des Friedrich Merz klar gewesen. Warum passiert nichts und warum wird sowas wiedergewählt? Weil die Leute bequem sind, nicht langfristig denken und lieber weiter die SPD dafür verteufeln, dass mal eine Regierung angefangen hatte etwas zu unternehmen, zu sparen und Schulden abzubauen.
    Dem kann ich leider nur zustimmen. Auch ich sehe die letzten Jahre unserer Regierung als absolut verloren an. Ich kann mich nur darüber wundern woher die tollen Werte für Frau Merkel kommen.

    Sie steht für mich als das personifizierte "Nichts" Ich weiss nicht für was Sie steht geschweige denn wo Sie hin will. Von richtungsweisenden Visionen will ich mal gar nicht reden.
    Dabei gibt es ja genügend Baustellen, die dringlichst bearbeitet bzw. in die richtige Richtung gelenkt werden sollten.

    Für mich z.B. sind die Gebiete Energie und Rentensystem sehr wichtig.

    So wie das sich jetzt momentan abzeichnet werden wohl bzgl. Energiewende die Bürger wieder die Dummen sein, und die 4 großen Konzerne das Volk weiter abzocken.
    Dabei hätte man jetzt die große Chance einen kompletten Systemwechsel hin zu regionalen Versorgungssystemen einzuleiten.
    Wer sich ein bisschen mit der Materie befasst wird sehr schnell erkennen können, das die Wende hin zu regenerativen Energien sehr schnell möglich wäre. Das wäre für mich u.a. ein Beitrag für die Demokratie und den einzelnen Bürger an sich.

    Aber das gehen ja die Klientelparteien CDU und FDP überhaupt nicht an bzw. spielen nur den Konzernen in die Hände.

    Auch das Rentensystem ist eine absolutes Trauerspiel. Nur die abhängig Beschäftigten ohne Wahlfreiheit halten das System an Leben.
    Nutznießer aber sind allerdings viele Andere ohne Beitragspflicht. Das ist so grotten ungerecht und auch nicht mehr lange so zu halten. Von der kommenden Altersarmut mal ganz abgesehen.

    Ich werde nächste Woche wohl SPD wählen gleichwohl mir vieles bei den auch nicht gefällt, man aber halt Wohl oder Übel einige Kröten schlucken muss.

  8. #57
    Benutzerbild von PostMortem

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    AW: Und.... was wählen wir dieses Mal?

    Zitat Zitat von freddieflopp Beitrag anzeigen
    So wie das sich jetzt momentan abzeichnet werden wohl bzgl. Energiewende die Bürger wieder die Dummen sein, und die 4 großen Konzerne das Volk weiter abzocken.
    Dabei hätte man jetzt die große Chance einen kompletten Systemwechsel hin zu regionalen Versorgungssystemen einzuleiten.
    Wer sich ein bisschen mit der Materie befasst wird sehr schnell erkennen können, das die Wende hin zu regenerativen Energien sehr schnell möglich wäre. Das wäre für mich u.a. ein Beitrag für die Demokratie und den einzelnen Bürger an sich.
    Ich bin gerade beim Thema der dezentralen Energieerzeugung und der Energiewende sehr zwiegespalten und verstehe teilweise nicht, warum z. B. Linke und SPD die selbe Position wie die Grünen einnehmen (zumindest im Wahlkampf, in Regierungsverantwortung genehmigen Grüne dann Braunkohletagebaue). Denn die fünf größten Energieversorger im Land, beschäftigen immerhin rund 1/4 Million Menschen und das sind meistens gutbezahlte Arbeitsplätze, die ein würdiges Leben und auch mal eine Rente ermöglichen. Nimmt man dann noch die von diesen Unternehmen abhängigen Arbeitsplätze dazu, stehen ganz schnell 1 Mio Arbeitsplätze auf dem Spiel. Nun kann man einwenden, dass ja bei den regenerativen Energien auch Arbeitsplätze entstehen, aber die sind nach meiner Beobachtung ja jetzt schon nicht von Dauer. Die China-Solaranlage auf dem Dach gibt hierzulande eigentlich nur dem Monteur mal kurzzeitig so richtig Arbeit. Den Rest macht Papa im Keller. Die Produktion wird längst ins Ausland (China etc.) verlagert. Die einst als Konjunkturmotor gefeierten deutschen Unternehmen der Branche machen dicht und vernichten das Kapital ihrer Aktionäre.

    Die riesigen Windparks drehen ohne Personal ihre Runden, die Solaranlagen stehen einfach in der Gegend rum. Diese Technik kann ich anders als ein Großkraftwerk auch locker von Indien aus überwachen lassen. Ab und an kommt dann mal ein Techniker vorbeigefahren und der Rest ist Verwaltung, die in den jungen, kleinen Unternehmen aber längst nicht so gut bezahlt wird wie nach den Tarifen von eON, RWE & Co. Da finde ich die Rufe nach Abschaffung der qualifizierten, gutbezahlten Großkonzern-Arbeitsplätze (teilweise ja auch mit guten Privilegien wie Betriebsrenten etc.) für sog. Arbeiterparteien schon bemerkenswert. Denn gleichzeitig beschwert man sich ja, dass immer weniger Menschen noch ein vernünftiges Einkommen haben und sie nicht mehr davon leben können. Und man preist gerade jetzt in der Krise, dass Deutschland ja vor allem wegen seiner Industrie (die Großbritannien zerstört hat, die Griechenland nie hatte etc.) wirtschaftlich so gut durch die Krise kommt. Und da soll man die Energie-Industrie abschaffen? Das beisst sich...

    Weitere kritische Gedanken:


    • Die getriebelosen Windkraftanlagen produzieren Atommüll, der in China einfach so offen in der Landschaft liegt. Das wird von allen Umweltschutzorganisationen und den Grünen komplett unter dem Teppich gehalten. Keiner will das thematisieren. Aber ist das noch ein Atomausstieg?



    • Die Ideen den energieintensiven Industrien ihre Privilegien in Sachen EEG zu nehmen, würde schlicht das Aus von Aluminium-Hütten, Elektrostahlwerken etc. bedeuten. Auch diese Arbeitsplätze gehen dann ins Ausland, wo die Produktion umweltbelastender und ohne den hier geltenden Arbeitsschutzstandard geschieht. Ist das ein Gewinn für die Umwelt, nur weil man es hier nicht mehr sieht?
    • Die Verzahnstocherung der Landschaft ist in manchen Regionen tatsächlich jetzt schon so hoch, dass einem die Tränen kommen, wenn man den Ausblick von früher kennt.


    • Wie soll der komplette Systemwechsel gelingen, wenn bei mir vor der Haustür Grüne(!) gegen Stromtrassen und Konverterstationen zur Durchleitung des Stroms aus regenerativen Energien demonstrieren?
    • Wie schafft man es regenerative Energien zu fördern, ohne dass deshalb der Strompreis noch weiter steigt (und der ist bereits zu hoch)?


    Deshalb sehe ich dieses Thema kritisch und hoffe, dass sich jemand seiner Gesaltung annimmt, der alle Aspekte abwägen kann und nicht nur stur öko-ideologisch handelt, koste es was es wolle. Der SPD ohne Grüne kann ich das noch am ehesten zutrauen, weil sie das Feigenblatt "Arbeiterpartei" ja durchaus noch vor sich her trägt. Sind die Grünen dabei, werden sie dieses Thema zur Einlösung ihrer Wahlkampfversprechen komplett besetzen und die SPD auch zu Dingen zwingen die sie gar nicht will. Glücklicherweise ist das nahezu ausgeschlossen, jedenfalls solange niemand Steinbrück demontiert und in einem noch nie dagewesenen Königsmord eine Rot-Rot-Grüne Koalition bildet, sollte diese nach dem nächsten Wochenende möglich sein.

  9. #58
    Benutzerbild von Castor Troy

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    AW: Und.... was wählen wir dieses Mal?

    Wählen kann ich ja nicht ,aber Merkel ist mir etwas zu EU Pro.

  10. #59
    Benutzerbild von Die Luftgitarre

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    AW: Und.... was wählen wir dieses Mal?

    Zitat Zitat von PostMortem Beitrag anzeigen
    Ich mags wie wir uns hin zu weniger Prüderie und weniger Kirche im Staat entwickelt haben. Nun steht das alles immer mehr auf dem Spiel und deutsche Gerichte sind regelmäßig mit den Extrawürsten irgendwelcher streng religiöser Menschen beschäftigt, die dieses und jenes nicht tun oder lassen wollen. Die Politik lässt es geschehen und Trittin findet es auch noch gut... Finde ich unmöglich!
    Kennst Du einen Fall, in dem die Grünen den Säkularismus im Schulwesen, die gemeinsame Unterrichtung von Jungen und Mädchen, die Gleichberechtigung der Frau und die Nichtdiskriminierung von Homo5exuellen der Integration muslimischer Einwanderer untergeordnet hätten? Soweit ich das überblicke, waren die Grünen zwar immer für großzügige Einwanderungs- und Einbürgerungsregelungen, aber nie für Ausnahmen vom Grundgesetz zugunsten scharia-ähnlicher Sonderregelungen unter den Neubürgern.

    die schlichte Abkanzlung Deutscher als "Nichtmigranten" vergrößert in meinen Augen das Integrationsproblem. Denn die Anpassung sollte immer noch an die Gesetze und die Kultur der Mehrheitsgesellschaft der Nichtmigranten erfolgen.
    Das unterstellt, dass die Mehrheitsgesellschaft und Einwanderer hinsichtlich ihrer Vorstellungen von Kultur und Gesetz jeweils einheitliche Blöcke darstellen.

    Und nebenbei steht diese Argumentation in einem gewissen Widerspruch zur staatsbürgerlichen Gleichheit, so als hätten manche Bürger auf Grund ihrer Familiengeschichte sich in bestimmten Debatten zurückzuhalten gegenüber anderen Bürgern, die sozusagen "hier die ältere Rechte haben". Genau hierauf zielte wohl auch die Roth ab: Sie stellt den gefühlten "älteren Rechten" abstammungsdeutscher Bürger und dem Denken in ethnischen Blöcken ganz klar die Vorstellung staatsbürgerlicher Gleichheit von Individuen gegenüber.

  11. #60
    Benutzerbild von PostMortem

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    AW: Und.... was wählen wir dieses Mal?

    Zitat Zitat von Die Luftgitarre Beitrag anzeigen
    Kennst Du einen Fall, in dem die Grünen den Säkularismus im Schulwesen, die gemeinsame Unterrichtung von Jungen und Mädchen, die Gleichberechtigung der Frau und die Nichtdiskriminierung von Homo5exuellen der Integration muslimischer Einwanderer untergeordnet hätten?
    Da sie glücklicherweise noch nirgends eine absolute Mehrheit stellen, können sie das gar nicht. Das erlaubt es den Grünen in einer Traumwelt zu verharren, in denen es zwischen diesen Dingen keine kaum zu vereinbarenden Gegensätze gibt. Solange das so ist, wird Frau Roth weiterhin glauben, dass ausgerechnet der Herr Bushido besonders nennenswert antisemitisch veranlagt wäre und ansonsten alle so lieb, offen und gleichberechtig leben wie der Cem.

    Das unterstellt, dass die Mehrheitsgesellschaft und Einwanderer hinsichtlich ihrer Vorstellungen von Kultur und Gesetz jeweils einheitliche Blöcke darstellen.
    Nein, Ostfriesen, Bayern, Christen, Atheisten usw. haben schon unterschiedliche Vorstellungen vom Leben. Aber es hat sich eben so gefügt, dass gewisse Ethnien in einer gemeinsamen Geschichte sich bekämpft und zusammengefunden haben. Es braucht ja jetzt keine Geschichtsstunde um zu erklären, wie, warum, durch und mit wem Deutschland entstand. Viele halten das was so entstanden ist für eine Errungenschaft. Andere fabulieren von überholten Nationalstaaten und tun so, als könne in der Welt jeder problemlos mit jedem Tür an Tür leben. Schon der Blick in die Tagesschau belehrt einen jeden Tag eines besseren. In unserer Nachbarschaft haben wir auch in den 1990ern ein sehr schönes Beispiel vorgeführt bekommen, was für ein Pulverfass entstehen kann, wenn man Ethnien in einen Staat zusammen zwingt, die gar nicht zusammen leben wollen. Was deutsche Kultur und Werte ausmacht, ist jedenfalls ein ganz schöner Einheitsbrei, wenn man es mit der Kultur von Duisburg-Marxloh vergleicht. Das Wort "Kulturkreis" wurde ja auch nicht umsonst erfunden.

    Und nebenbei steht diese Argumentation in einem gewissen Widerspruch zur staatsbürgerlichen Gleichheit, so als hätten manche Bürger auf Grund ihrer Familiengeschichte sich in bestimmten Debatten zurückzuhalten gegenüber anderen Bürgern, die sozusagen "hier die ältere Rechte haben". Genau hierauf zielte wohl auch die Roth ab: Sie stellt den gefühlten "älteren Rechten" abstammungsdeutscher Bürger und dem Denken in ethnischen Blöcken ganz klar die Vorstellung staatsbürgerlicher Gleichheit von Individuen gegenüber.
    Was in Berlin-Neukölln, Duisburg-Marxloh & Co passiert, hat nichts damit zu tun, dass hier eine Mehrheitsgesellschaft auf ältere Rechte pocht. Die wären schon froh, wenn überhaupt noch Recht und Ordnung herrschen würden.

    Wer hat die Mehrheitsgesellschaft eigentlich gefragt, ob sie diese weitreichenden Veränderungen überhaupt möchte? Es ist ja bei uns eben nicht so, dass zu uns - wie etwa in die USA - mehrheitlich Migranten einwandern, die wir hier dringend brauchen und die einen wertvollen Beitrag leisten. Das wird zwar immer behauptet und mit dem demografischen Wandel angefangen. Aber die Realität ist doch, dass hier eben nicht die qualifizierten Fachkräfte einwandern. Das ist doch schon ein Fehler im System und niemand sollte sich wundern, dass kaum jemand zu mehrheitlich geringqualifizierten Einwanderern und Einwanderern in die Sozialsysteme aufschaut.

    Wenn man das Volk mal gefragt hätte, ob es statt eines vernünftigen Einwanderungsgesetzes nach kanadischem Vorbild lieber diese Einwanderung in Sozialsysteme und Aufstocker-Jobs möchte, würde ich auch sagen: Das Volk wollte es ja so. Aber da das nicht der Fall war, sondern von oben verordnet wird, lädt diese Argumentation geradezu zu Ausländerfeindlichkeit ein. Denn wenn es den "Ur-Einwohnern" untersagt werden soll ihre errungenen Werte und die Kultur zu schützen (und die ist kein Zufall, die Geschichte und das Zusammenfinden der Deutschen ist kein Zufall, auch wenn immer wieder versucht wird die deutsche Geschichte auf zwölf Jahre zu reduzieren und zu verteufeln), dann wollen sie vielleicht lieber gar kein Risiko mehr eingehen. Komischerweise waren die linken Kreise ja in den 1980ern noch groß im Kampf gegen den US-amerikanischen Kultur-Imperialismus. Wer gegen den heutigen Kultur-Imperialismus ist, der wird aber einfach nur als Rassist abgestempelt oder hat zumindest kein Recht dazu. M. E. braucht man sich bei solch akademischer Betrachtungsweise nicht wundern, wenn immer mehr Menschen sich von der Politik bei diesem Thema nicht verstanden und nicht vertreten fühlen.

    Eins zeigt auch ganz stark das bereits existierende Problem: In den meisten Ländern, wäre das was ich geschrieben habe ganz selbstverständlich. Hierzulande kommt man sich schon total braun vor und fasst sich heimlich über die Lippe, ob beim Schreiben vielleicht ein Bärtchen gewachsen ist.

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