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Unterschicht-TV ... Bericht

Erstellt von DeeTee, 18.04.2005, 22:40 Uhr · 80 Antworten · 5.683 Aufrufe

  1. #31
    Benutzerbild von DeeTee

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    @sonny:
    Ich würde einen anderen Aspekt betonen:

    Welchen Anspruch hast Du an Dein Informiertsein?

    Die von Dir genannten Nachrichtenmagazine geben nur den Mainstream wieder, wobei besonders n-tv und Spiegel.de häufig auch Falschmeldungen bzw. Halbwahrheiten wiedergeben und zur Tendenzberichterstattung neigen.

    Einfach mal zum Vergleichen:
    Novo-Magazin (Durch Klick auf die rote Zahl vor dem Artikel kannst Du ihn lesen.)
    Nachdenkseiten

    Und das waren jetzt nur zwei Beispiele ...
    Was meinst Du, was noch alles NICHT oder FALSCH in Spiegel oder n-tv auftaucht?

    Grüße!
    DeeTee

  2.  
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  3. #32
    Benutzerbild von SonnyB.

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    DeeTee postete
    .......

    Die von Dir genannten Nachrichtenmagazine geben nur den Mainstream wieder, wobei besonders n-tv und Spiegel.de häufig auch Falschmeldungen bzw. Halbwahrheiten wiedergeben und zur Tendenzberichterstattung neigen.

    .........

    Was meinst Du, was noch alles NICHT oder FALSCH in Spiegel oder n-tv auftaucht?
    Das haben doch so ziehmlich alle gemeinsam, oder ?

    Aber danke für den Link ... da werde ich mich mal durchlesen

  4. #33
    Benutzerbild von F.G.T.H.

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    ich glaube das passt ganz gut hier rein, man beachte das Jahr

    An das Publikum

    O hochverehrtes Publikum, sag mal:
    bist Du wirklich so dumm,
    wie uns das an allen Tagen
    alle Unternehmer sagen ?

    Jeder Direktor mit dickem Popo
    Spricht: "Das Publikum will es so!"
    Jeder Filmfritze sagt: "Was soll ich machen?
    Das Publikum wünscht diese zuckrigen Sachen!"

    Jeder Verleger zuckt die Achseln und spricht:
    "Gute Bücher gehen eben nicht!"

    Sag mal verehrtes Publikum:
    Bist du wirklich so dumm?
    So dumm, daß in der Zeitung, früh und spät,
    immer weniger zu lesen steht?

    Aus lauter Furcht, du könntest verletzt sein;
    Aus lauter Angst, es sollte niemand verhetzt sein;
    Aus lauter Besorgnis, Müller und Cohn
    könnten mit Abbestellung drohn?
    Aus Bangigkeit, es käme am Ende
    einer der zahllosen Reichsverbände
    und protestierte und denunzierte
    und demonstrierte und prozessierte......

    Sag mal verehrtes Publikum:
    Bist Du wirklich so dumm?

    Ja, dann...............
    Es lastet auf dieser Zeit
    Der Fluch der Mittelmäßigkeit.
    Hast du einen so schwachen Magen?
    Kannst du die Wahrheit nicht vertragen?

    Bist also nur ein Grießbreifresser-!

    Ja, dann........

    Ja, dann...verdienst du es nicht besser.


    Theobald Tiger in der Weltbühne vom 7. Juli 1931

  5. #34
    Benutzerbild von DeeTee

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    Tucholsky war ein kluger Mann, zweifellos - und ein unglücklicher dazu.

    Und zu seiner Zeit, 1931, gab es noch kaum Kino und schon gar kein Fernseher. Nur die wenigsten hatten Radio.

    Ich wage nicht zu denken, was Tucholsky heute schreiben würde.

    Vielleicht das gleiche wie Karl Kraus:
    "Ich und meine Öffentlichkeit verstehen uns sehr gut: sie hört nicht, was ich sage, und ich sage nicht, was sie hören möchte."

    DeeTee

  6. #35
    Benutzerbild von Muggi

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    Zum Thema BILD weise ich immer wieder gern auf www.bildblog.de hin, gerade die aktuelle Sportmeldung ist wieder ein echter Bretterknaller.

  7. #36
    Benutzerbild von Torsten

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    Unterhaltung und Information sind weithin zu gewöhnlichen Produkten geworden, die es in erster Linie zu vermarkten gilt. Und solange es genügend Publikum für das "Unterschichtenfernsehen" gibt, wären die Macher aus ihrer Sicht ja schön blöd, wenn sie mehr investieren würden, als sie müssten.

    Insofern trifft der Schluss von Tucholskys Zitat völlig ins Schwarze:
    Bist also nur ein Grießbreifresser-!

    Ja, dann........

    Ja, dann...verdienst du es nicht besser.
    Den Aspekt des "gesendeten Nichts", das ordentlich die Kasse klingeln lässt, sprach auch Oliver Kalkofe kürzlich in der "NDR Talkshow" an. Wer sich seine amüsanten wie bitterwahren Worte aus dieser Sendung mal anhören will, gibt "www.toko71.de/kalkofe" + die übliche Datei-Endung in die Adresszeile seines Browsers ein (13,4 MB).

    Es ist eine Tatsache, dass wir in einer nahezu komplett durchökonomisierten Gesellschaft leben, in der fast nur noch Dinge zählen, die in irgendeiner Form finanzielle bzw. materielle Vorteile bringen. Werte wie Anstand, Gewissen und gesunder Menschenverstand geraten zunehmend aufs Abstellgleis. Denn was nichts einbringt, kann schließlich auch nichts wert sein.

    Bleibt abzuwarten, ob die Menschen von solchen Verhältnissen irgendwann die Schnauze voll haben und merken, dass falsch verstandener Liberalismus auf diese Weise zu Geistesarmut und fataler Bequemlichkeit führt. Klafft die viel zitierte Schere zwischen Arm und Reich allerdings immer weiter auseinander, ist zu befürchten, dass sich die Abwärtsspirale noch eine Weile weiterdreht - schließlich lassen sich die Betroffenen mit derlei Fast-Food-TV nach dem Brot-und-Spiele-Prinzip offensichtlich besonders gut ruhig stellen...

  8. #37
    Benutzerbild von DeeTee

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    Torsten postete
    Es ist eine Tatsache, dass wir in einer nahezu komplett durchökonomisierten Gesellschaft leben, in der fast nur noch Dinge zählen, die in irgendeiner Form finanzielle bzw. materielle Vorteile bringen. Werte wie Anstand, Gewissen und gesunder Menschenverstand geraten zunehmend aufs Abstellgleis. Denn was nichts einbringt, kann schließlich auch nichts wert sein.
    Leider scheint das die Wahrheit zu sein. Die McKinseyanisierung aller Lebensbereiche. Und sie schreitet voran. Vielfach beklagt:
    "L'horreur économique" von Viviane Forrester
    "Unser effizientes Leben" von Dirk Kurbjuweit
    "McKinsey kommt" von Rolf Hochhuth
    Vorwiegend wirkungslos.
    Die allgegenwärtige Ökonomisierung aller Lebensbereiche bekommt in meinen Augen zunehmend etwas Kafkaeskes, obgleich ich selbst nicht unmittelbar bedroht bin.

    dass falsch verstandener Liberalismus
    Der sog. Wirtschaftsliberalismus ist in meinen Augen nichts anderes als ein ökonomisch verbrämter Machiavellismus. Und das hier diskutierte Fernsehprogramm gibt genau diesen Trend wieder.

    "Fernsehen ist nichts für Idioten. Es erzeugt sie."
    Neil Postman 1980 (!)

    DeeTee

  9. #38
    Benutzerbild von Torsten

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    DeeTee postete

    "Fernsehen ist nichts für Idioten. Es erzeugt sie."
    Neil Postman 1980 (!)
    Hast du Bücher von Postman gelesen und könntest da was empfehlen? Interessant erscheint mir auf den ersten Blick der Titel "Wir amüsieren uns zu Tode"; allerdings stimmt mich eine Kunden-Rezension auf "amazon.de" eher nachdenklich:
    Die abstumpfende Wirkung des Fernsehens und seinen enormer Einfluss auf das Meinungsbild des Menschen kann heutzutage nicht mehr abgestritten werden. Medienkritik, in egal welcher Form, ist ein beliebtes Thema und hat auch meine eigene Unterstützung ; um eine grösstmögliche Glaubwürdigkeit zu erlangen, sollte sich der Verfasser eines medienkritischen Buches bemühen sich weniger an die Erscheinungen seiner jeweiligen Epoche zu binden und einen etwas objektiveren Ton anschlagen, wenn er es nicht anderweitig ausgleichen kann. Neil Postman ist in seinen Beschreibungen so stark auf die Amerika-interne Bildungsgesellschaft fixiert, dass es für den Normal-Europäer unmöglich ist einen klaren Durchblick zu bewahren, und da er keinen stichhaltigen Beleg für seine Befürchtungen und Anschuldigungen vorweisen kann, geht das Buch am Kern seines Problems vorbei.
    Es ist mir unerklärlich wie dieses Buch zur Mutter aller Medienkritik aufsteigen konnte- in den achtziger Jahren als das Buch erschien war es vielleicht noch sinnvoll, aber mittlerweile wurde „Wir amüsieren uns zu Tode" in seiner sozialen Anti-Utopie bereits so oft von der Realität eingeholt, dass man es als einfach nicht mehr aktuell bezeichnen kann.
    Anhand der Vorlage der Gesellschaft aus Huxleys „Brave New World" in der alle Menschen in einem Zustand nie endender kindischer Seeligkeit leben, zeigt Neil Postman wie sich die Unterhaltungsindustrie von Heute negativ auf den Menschen von Morgen auswirken wird. Der Homo Americanus sei bereits „heute" schon so an kurze informationsprägnante Bilderreihen gewöhnt, dass es ihm unmöglich sei, sich auf längere geistige Prozesse, die Kooperation erfordern, wie lesen, oder einer Ansprache zuhören, zu konzentrieren.
    Aber damit ist für Postman noch nicht Schluss- sein medienkritischer Ansatz verwandelt sich sehr schnell in eine erzkonservative Litanei, ob dem Verbleib der guten alten Zeit. Nicht nur das Fernsehen ist Zielscheibe seiner Kritik- jede Innovation auf dem Gebiet der Telekommunikation und jedes Massenmedium stellt für Postman einen potentiellen Zerstörer von althergebrachten Werten wie Religion, Ehe und Familie dar.
    Seiner Ansicht nach wurde der erste Schritt in Richtung Bequemlichkeitsgesellschaft bereits im 12. Jahrhundert getan- mit der Erfindung der Brille, die der Verfasser mit moderner Genforschung gleichsetzt.
    Mit der Erfindung der Augengläser mussten Menschen sich nicht mehr mit ihrem „gottgegebenen" Schicksal abfinden; Designerbabies seien das direkte Resultat.
    Die Erfindung des Telegrafenapperats, anfang des 19. Jahrunderts, ist in Postmans Augen eine besonders scheussliche Angelegenheit, da durch eine derartige Massen-fernkommunikation, der Grundstein für modernes Massendruckmittel gelegt wurden; und auch die schändliche Wirkung der beiden Worte „Und Jetzt" mit der Nachrichtensprecher einen Wechsel ankündigen bietet für ihn ausreichend Diskussionsstoff (man muss es gelesen haben um es zu glauben).
    Als Beispiele, dass früher aber doch alles besser war, zieht Postman die Kandidatur von Abraham Lincoln und seines Gegenkandidaten die oftmals lange Reden hielten. Aber zur Zeit, da es noch kein Fernsehen gab waren die Amerikaner wohl mühelos immstande eine derartige Ansprache zu verfolgen. Allerdings ist es wohl mehr als umstritten ob jemals Politiker über Sieben Stunden redeten, und auch dass Lincoln seine Zuhörer bat, sie mögen vor beginn seiner Rede nach Hause gehen, eine Mahlzeit zu sich nehmen und sich etwas ausruhen und dann zurückkommen (was sie laut Postman auch taten) halte ich für strittig.

    Zu guter letzt hat es ein Grossteil der Opfer von Postmans Kritik niemals auf den europäischen Unterhaltungsmarkt gebracht. Diverse Tele-evangelisten, und ihre einzelnen Shows über die sich Postman ausführlich auslässt, sind auf der anderen Seite des Teiches einfach nicht bekannt, ebenso wie die meisten Nachrichtensprecher oder Senatskandidaten von Oklahoma oder Arkansas.

    Da die Gesellschaft zweifelsohne noch weiter verflacht ist, wurden auch andere medienkritische Bücher geschrieben. Umfassendere, aktuellere und vor allem objektivere.
    Vielleicht sollte man sich langsam über ein Gesetz Gedanken machen, das ein Ausleseverfahren für literarisches Alteisen vorsieht, denn „Wir amüsieren uns zu Tode" kann nach gut 20 Jahren einfach nicht mehr überzeugen.
    Natürlich ist dies nur die Meinung eines einzelnen Lesers, aber nach dieser Beschreibung scheint "Wir amüsieren uns zu Tode" vor allem ein Pamphlet eines neophoben Innovationsfeindes zu sein...

  10. #39
    Benutzerbild von ihkawimsns

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    @ frasier

    Ich glaube, wir hatten uns missverstanden. Natürlich kann auch Intelligenz eine Voraussetzung für Bildung sein (im Endeffekt gibt es wohl gegenseitige Wechselbeziehungen), mir widerstrebt lediglich die Vorstellung, dass Bildung und Intelligenz gar nichts miteinander zu tun haben sollen, wie du zuvor geschrieben hast.

  11. #40
    Benutzerbild von frasier

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    bubu postete
    Also zunächst: Intelligenz kann man sehr wohl trainieren. Zwar ist das Gros deines IQs sehr wahrscheinlich genetisch bedingt, aber es gibt Studien, nach denen man einen Spielraum von +/- 15 IQ-Punkten selbst steuern kann, bzw. gesteuert werden.
    Das ist die effiziente Ausnutzung des vorhandenen Potentials. Darüber hinaus geht nichts.
    Den Umgang mit Medien und die Fähigkeit, dir Wissen anzueignen, müssen dir eigentlich deine Eltern und vor allem die Schule vermitteln.
    Ich glaube, das läuft viel autodidaktischer als du es beschrieben hast. Und es muss ja auch so sein, denn jeder verfügt über andere Voraussetzungen was Informationsverarbeitung betrifft (Auffassungsvermögen, Verarbeitung, Speicherung). Deshalb kann es gar kein Rezept geben, was die Eltern oder die Schule den Kindern geben. Jeder muss selbst lernen, mit neuen Informationen umzugehen.

    Wenn du ohnehin nicht besonders intelligent bist, könntest du dir dennoch mit Fleiß und Ehrgeiz etwas erarbeiten.
    Da hast du recht. Ich glaube sogar, dass man mit hohem Ehrgeiz und mittleren Fähigkeiten mehr erreichen kann als umgekehrt.

    Ich glaub', es gibt da ne negative Korrelation zwischen den beiden Faktoren (Stichwort faule Genies).


    @IHKA

    Intelligenz und Bildung sind von Natur aus zwei völlig verschiedene Sachen. Das eine ist die biologische Vorausetzungen, das andere, was man daraus macht.

    Höhere Intelligenz befähigt natürlich zu schnellerem und effizienterem Lernen, besserer Unterscheidung zwischen Wissen, Halbwissen und Falschinformationen.

    Trotzdem kannn man nicht sagen, dass jemand mit einem hohen Bildungsniveau automatisch über ne hohe Intelligenz verfügen muss.

    Mit viel Einsatz und Ehrgeiz mit mittleren Fähigkeiten kann man das selbe Bildungsniveau erreichen oder noch übertreffen.

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