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US-Wahl

Erstellt von musicola, 23.10.2004, 22:45 Uhr · 89 Antworten · 4.794 Aufrufe

  1. #21
    Benutzerbild von falkenberg

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    McFly postete
    Stimmt nicht. Es ist zwar richtig, dass ein endgültiges richtiges ergebnis nicht mehr nachvollziehbar ist, jedoch kann man nicht behaupten, dass Bush die Wahl verloren hat und trotzdem Präsident wurde.
    Stimmt offensichtlich doch. Es hat ja schließlich noch eine unabhängige (formal aber bedeutungslose) Nachprüfung gegeben, deren Ergebnisse nie veröffentlicht wurden, um die patriotische Gesinnung während der "Bekämpfung des internationalen Terrorismus" nicht zu gefährden. Wenn die Ergebnisse zugunsten Bushs ausgefallen wären, hätte man sie in dieser Situation sicher nicht zurückgehalten. Vielleicht kommen die Befunde nach dieser Wahl doch noch ans Licht. Auch die äußerst merkwürdige und kurzfristige Anordnung der örtlichen republikanisch geprägten Justiz zum Abbruch der Nachzählung sagt wohl alles darüber aus, wer legitimer Wahlsieger war.

    Formal nicht zu beanstanden ist dagegen das Mehrheitswahlrecht. Bush ist nicht der erste Präsident der USA, der nur von einer Minderheit gewählt wurde. Die Verhältnisse in den USA sind aber immerhin trotz Mehrheitswahlrecht und offensichtlichem Wahlbetrug noch so demokratisch, dass sich die Bevölkerung dagegen wehren könnte. Sie will es aber anscheinend mehrheitlich nicht. Insofern ist Torstens Argument zutreffend, während es auf echte Diktaturen nicht anwendbar ist (obwohl auch dies schon versucht wurde).

  2.  
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  3. #22
    Benutzerbild von compagnies

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    Torsten postete
    Eine Bevölkerung, die nicht die solidarische Energie aufbringt, um bestimmte Zustände zu ändern ..., darf sich über "die da oben" nicht beschweren. Sie sorgt durch falsches oder nicht vorhandenes Handeln höchst selbst für die Krise, die sie beklagt.
    Diese Einschätzung teile ich; den herausgelassenen Mittelteil (Deine persönliche Konsequenz) eher nicht. Hinzuzufügen wären sicher einige Gedanken über das (Er-)Fassungsvermögen der Gestalten, was gerade im Hinblick auf die US-Wähler sehr interessant wäre. Das sprengt aber den Rahmen, den ich mir für Online-Foren wünsche.

    Ich finde bloß die Gesamthaltung etwas „nihilistisch“, weil sie zum einen soziale und natürliche Rahmenbedingungen ausklammert, als sonst auch die, die Widerstand (in welcher Form auch immer) „bewusst“ leisten!

    Und heuer, wo Faschisten offensichtlich das demokratische System unterminieren, wie es parademäßig um achtzig Jahre zurück versetzt lief, da finde ich nur Trauer, wenn halbwegs intelligent scheinende Menschen einen so hoffnungslosen Abstrakt ablassen.

    Die „Politik treibende Kaste“, die erreichst Du nicht mit Wahlenthaltung, sie ist davon nicht betroffen!
    Die Politik, bzw. deren öffentlich gewählte „Gestalter“, sind halt getrieben von der Kaste (wenn man es denn so nennen will) derer, die Kapital verschieben, weltweit!

    Deiner Forderung nach einer gerechteren Verteilung stimme ich ebenso zu, wie der Prognose, die übersättigten Eurasier müssen erst an der weltweiten Armut teilhaben, bis es zu einer Revolution kommt. Das war übrigens auch Lenins Gedanke, ehe ihm unverhofft eine Agrarrevolution in den Schoß plumpste!

    Daher bin ich auch nicht sicher, ich würde die nicht mehr erleben, so lange es genügend Idioten gibt, die sich nicht für die Erlangung eines Chauffeur politisch engagieren, sondern aus Idealismus.

    Zumindest haben wir in Mitteleuropa bereits so viel Solidarität erreicht, das hier keiner mehr auf seinen französischen Kollegen schiessen wird. An der Ostgrenze könnte das schon wieder ganz anders aus sehen! Noch viel weiter weg als Polen von Deutschland ist allerdings der Irak von den USA und deswegen wird der George W. auch wiedergewählt werden.

    Wird es der Kerry, dann ist das auch kein Unterschied. Ein paar Steuernuancen verändert, aber systematisch wird sich da nichts tun – höchstens semantisch …

  4. #23
    Benutzerbild von
    Ich glaube nicht, dass Bush wiedergewählt wird. Die üblichen Telefonumfragemethoden in den USA, werden rein methodenbedingt eher mit Bushs konservativer Anhängerschaft erfolgreich durchgeführt. Kerrys treueste Zielgruppe sind u. a. junge Studenten, die über Festnetz schlecht erreichbar sind. Das Kopf- an Kopfrennen, ist deshalb m. E. herbeigeschrieben und ist nicht wirklich repräsentativ.

    Wichtige US-Zeitschriften geben ungekannt klare Wahlempfehlungen für Kerry aus. So eine starke Stimmungsmache gegen einen amtierenden Präsidenten, hat es selten gegeben - und sie fällt auf furchtbaren Boden. Schon lange nicht mehr, ging es so vielen Amerikanern so schlecht. Bushs Anti-Terror-Propaganda interessiert niemanden, der sich mit seinen drei bis fünf Bad Jobs nur noch mehr schlecht als recht über Wasser halten kann - und das werden immer mehr Menschen und immer mehr Menschen haben Angst davor abzurutschen.

    Es müsste unter diesen Umständen schon mit dem Teufel zugehen, wenn Bush wirklich noch eine Amtszeit weitermachen dürfte. Schließlich sind auch die US-Amerikaner nicht so dumm, dass sie nicht wüssten, dass jede Stimme die zwar nicht an Bush, aber auch nicht an Kerry geht, am Ende doch wieder eine Stimme für Bush ist.

    Die Frage ist allerdings, warum uns Deutsche und uns Europäer, das alles immer wieder mehr interessiert, als unser eigenes politisches Geschehen. Warum machen wir das? Der US-Präsident ist ein wichtiges Staatsoberhaupt. Für sich genommen ist er meinetwegen der "mächtigste Mann der Welt". Am Beispiel Bushs kann man auch sehen, wieviel Blödsinn so ein mächtiges Staatsoberhaupt in der Welt anstellen kann. Doch es stünde Europa und uns Europäern doch eigentlich gut zu Gesicht, nicht immer so ein Bohei um den Kram zu veranstalten, der weit weg dort überm Teich stattfindet. Der Rummel der zu uns rüberschwappt entspricht bei weitem nicht den real zu erwartenden Auswirkungen auf uns Europäer. Die wirklich wichtigen Weichen werden, unter weitaus weniger Rummel, hier gestellt. Aber vermutlich schlummert in uns allen der Gedanke, vor dem man uns von Kindes Beinen an gewarnt hat, bloß nicht "wir sind wieder wer" denken. Das ist verboten! Also sind wir fasziniert von den großen mächtigen Männern in den USA und verneigen uns in Demut, weil unsere deutschen Staatsoberhäupter irgendwie immer nach Kleinbürgertum miefen und diese Eurokraten irgendwo in Brüssel uns immer noch suspekt und fremd sind. Irgendwie aber blöd, dass wir den selbsterhobenen Vormachtsanspruch der USA so immer weiter mit zementieren.

    Doch die Frage ob Bush oder Kerry Präsident wird/ist, hat letztendlich weitaus weniger Einfluss auf unser kleines Leben, als die Medienmaschine glauben macht. Vom Irak bis zum Kyoto-Protokoll, sind von Kerry keine Kehrtwenden zu erwarten. Die USA werden genauso noch jahrelang im Irak aktiv sein und so lange die größten Umweltverschmutzer der Welt bleiben (bis China und Indien sie überholt haben), wie der Otto-Normal-Amerikaner sich weiterhin einen Dreck dafür interessieren wird, was ausserhalb von "God's own country" so kreucht und fleucht. Warum auch? Wenn ich in den USA leben würde, wäre es mir vermutlich auch egal. Umso erstaunlicher, dass die Interessen bei uns oft genau andersrum gelagert zu sein scheinen?!

    Uns Deutschen muss letztendlich sowieso alles Recht sein, solange wir so exportabhängig sind, wir wir es sind, und die USA in ihrem unstillbaren Ressourcenverbrauch weitaus mehr importieren, als sie selbst herstellen.

    Dave

  5. #24
    Benutzerbild von bubu

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    Ich denke auch, dass Kerry das Rennen machen wird. Wie er sich dann als Präsident machen und welchen Kurs er verfolgen wird, ist für meine Begriffe völlig unabsehbar. Erfahrungsgemäß hat all das, was ein Kandidat vor der Wahl verkündet, nur sehr wenig mit dem zu tun, was er dann als Präsident tut. Auch Clinton ist recht idealistisch an die Sache herangegangen. Viel ist davon letztlich nicht geblieben. Im übrigen unterscheiden sich die Demokraten von den Republikanern ungefähr soviel wie die CDU von der CSU.

    Klar, so ziemlich jeder wäre als Präsident besser als George W. (mit Ausnahme allerdings von Cheney, Rumsfeld und Wolfowitz). Kerry ist in meinen Augen nur das kleinere Übel - das jedoch wesentlich kleinere. Aber was ist das Übel? Ich denke, es liegt in der Natur der Sache: eine Weltmacht, die ihre Macht erhalten will - und welche Weltmacht würde das denn nicht wollen??? - wird immer eine aggressive Politik verfolgen. Man kann höchstens froh sein, dass die zur Zeit einzige Weltmacht noch eine mehr oder weniger intakte Demokratie ist und keine Diktatur, Monarchie oder Oligarchie (China). Ein Präsident Kerry wird die Politik der USA vielleicht auf Samtpfoten statt auf Krallen verwirklich, aber ein Tiger bleibt letztlich ein Tiger. Auch Clinton war, wenn es um die Interessen der USA ging, knallhart in der Sache. Dass er das mit wesentlich mehr Charme als der tölpelhafte Cowboy Bush tat, steht außer Frage, lenkte aber letztlich nur von den Ergebnissen ab.

    Unter Kerry wird es keinen so schnellen Truppenabzug im Irak geben. Ja, ich würde ihm sogar einen Einmarsch in den Iran zutrauen (oder zumindest ein paar Luft- oder Raketenangriffe), falls die ihr Atomprogramm weiterhin so offensiv verfolgen. Ganz einfach, weil er nicht anders kann!. So pervers das für uns klingen mag, aber für einen US-amerikanischen Präsidenten gehört es nämlich ganz einfach dazu, den Tiger auch mal die Krallen ausfahren zu lassen. Und wenn man halt nicht einen Krieg führen kann (am besten auf irgendeinem geopolitisch unwichtigen Nebenschauplatz, sodass man sich nicht wirklich die Finger verbrennen kann, z.B. Panama, Nicaragua oder auf irgendeiner Insel, Haiti vielleicht), so doch wenigstens mal das Militär an der langen Leine lassen.

    Wer nennt mir einen US-amerikanischen Präsidenten in den letzten hundert Jahren, der keinen Krieg oder nicht mindestens eine einzige kriegerische Aktion befohlen hat?

    Da fällt mir eigentlich nur Jimmy Carter ein, obwohl der strenggenommen auch auf die Geiselnahme in Teheran militärisch reagierte (was ja bekanntlich in die Hose ging). Aber drum gilt Jimmy Carter bei den Amerikanern ja auch als "Pussy-Präsident".

    Der einzige Unterschied zwischen einem republikanischen und demokratischen Präsidenten in Militärfragen ist vielleicht der, dass demokratische Präsidenten eher kleinere Brötchen backen und sich nicht auf richtige Kriege einlassen, es dann aber meistens auch noch versauen. Clinton feuerte erst nur ein paar Raketen auf den Sudan, weil er sonst als Feigling dagestanden wäre. Außerdem war er gerade wegen seiner Praktikanten-Affäre angekratzt und brauchte Ablenkung. Und in Mogadischu hat er's richtig versaut, obwohl das eigentlich ein prima Schauplatz gewesen wäre. Mal eben einen kleinen afrikanischen Bösewicht gefangen (Aidid) und als der Held dastehen - ohne Gefahr zu laufen, sich im großen Stil die Finger verbrennen zu können. Außerdem wollte er sein langes unentschlossenes Zögern im Kosovo wettmachen.

    Zurück zu Bush. Neulich kam eine sehr interessante Doku über die "Bushs, eine amerikanische Dynastie". Ich denke, auch wenn John Kerry Präsident werden wird, und selbst für zwei Amtszeiten - von den Bushs werden wir leider noch lange hören. Denn da ist immer noch Jeb, der sich tierisch darüber ärgert, dass W. schneller war als er. Und Jeb hat auch noch einen jungen Sohn, der optisch ziemlich viel hermacht....

    So schnell sind wir die Bushs nicht los, fürchte ich

  6. #25
    Benutzerbild von McFly

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    bubu postete
    Wer nennt mir einen US-amerikanischen Präsidenten in den letzten hundert Jahren, der keinen Krieg oder nicht mindestens eine einzige kriegerische Aktion befohlen hat?
    Ich frage mich wann dieser Der-Ami-macht-nur-Krieg-Scheiß mal aufhört? Um deine Frage zu beantworten: Wie wäre es mit

    Wiliam H. Taft
    Calvin Coolidge

    Bei denen sind mir keine "kriegerischen Aktionen" bekannt. (Irrtum nicht ausgeschlossen)
    Weiterhin: Bitte definiere eine kriegerische Aktion. Und nachdem du das getan hast nenn mir bitte einen russischen Präsidenten, der in den letzten 200 Jahren keine "kriegerische Aktion" durchführte! Oder einen kubanischen. Oder einen chilenischen.

    Worauf ich hinaus will, ist, dass ganz offensichtlich es ein regelrechter Volkssport geworden ist, Hetze gegen Amerikaner zu betreiben (siehe Zitat). Zu diesem Sport tragen (wie schon an anderer Stelle erwähnt) Spinner wie Michael Moore bei.

    McFly

  7. #26
    Benutzerbild von bubu

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    Hallo McFly,
    ich betreibe keine "Hetze". Bitte unterlasse solche plumpen Schubladenvorwürfe. Sollten deine Beiträge auf diesem Niveau bleiben, wird das hier meine letzte Reaktion darauf gewesen sein.

    Dass Michael Moore deiner Meinung nach ein Spinner ist - ok. Bitte wiederhole es doch noch ein paarmal, damit es auch wirklich jeder mitbekommt.
    Ist natürlich einfach, alles und jedes, was jemand zu sagen hat, mit einem Wort ("Hetze", "Spinner") abzukanzeln. Kritische und sachliche Auseinandersetzung ist von dir offenbar zuviel verlangt.

    In diesem Sinne
    bubu

    P.S.: Bravo! Von 17 US-Präsidenten sind dir zwei eingefallen, die keine kriegerischen Aktionen geführt haben.

    - "Russische Präsidenten" gab es vor 200 Jahren noch nicht
    - Chilenische Präsidenten dito
    - Kubanische Präsidenten dito

    Krieg (mittelhochdeutsch kriec; althochdeutsch chrçg: Hartnäckigkeit), mit Waffengewalt geführte Auseinandersetzung zwischen Staaten oder Völkern bzw. zwischen Bevölkerungsgruppen innerhalb eines Staates (Bürgerkrieg).
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    Ak·ti'on
    die; -,-en
    1. Handlung, Unternehmung, Tat, Ereignis
    2. gemeinsame Handlung, organisierte Unternehmung
    3. geplante Maßnahme, Regelung
    4. (phys.) Kraftwirkung auf Körper
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    Militär, Bezeichnung für die Streitkräfte eines Staates, im engeren Sinn Bezeichnung für deren Angehörige (Soldaten).
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    Im Übrigen sprach ich von der US-Regierung und der Politik von Großmächten und nicht von "dem Ami". Lies doch einfach nochmal - ganz entspannt - mein Posting

  8. #27
    Benutzerbild von McFly

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    Hallo bubu,

    Ich habe dir persönlich keine Hetze in dem Sinne unterstellen wollen. Ich wollte lediglich deinen Beitrag als Aufhänger benutzen. Wenn du dich jetzt angegriffen fühlst, entschuldige ich mich dafür.

    Meine Beiträge sind meiner Meinung nach auf einem akzeptablem Niveau, ich finde es Schade, dass du es nicht so siehst.

    Ich finde es aber auch nicht schlimm ein zweites Mal erwähnt zu haben, wie ich Micheal Moore sehe. Und dass du sagst, ich kanzle etwas ab "mit einem Wort", dann hat das schlicht damit zu tun, dass ich zum Zeitpunkt des Posts leicht in Eile war und einen längeren und vor allem beründenden Post nicht verfassen konnte. Gern bin ich bereit später meine obige Argumentation zu begründen, es sei denn, du bist weiterhin der meinung, dass sachliche und kritische Auseinandersetzung zu viel von mir verlangt ist.

    Ich möchte dich bitten, noch auf meine Reaktion deines Zitates zu reagieren.

    EDIT ZUM LETZTEN SATZ:

    Hat sich erledigt. Danke.

    Beste Grüße
    McFly

  9. #28
    Benutzerbild von Torsten

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    bubu schrieb
    Wer nennt mir einen US-amerikanischen Präsidenten in den letzten hundert Jahren, der keinen Krieg oder nicht mindestens eine einzige kriegerische Aktion befohlen hat?
    Krieg war, ist und bleibt ein immenser Wirtschaftsfaktor, und die Macht der amerikanischen Rüstungsindustrie dürfte weitreichender sein, als allgemein bekannt ist.

    McFly postete
    Worauf ich hinaus will, ist, dass ganz offensichtlich es ein regelrechter Volkssport geworden ist, Hetze gegen Amerikaner zu betreiben (siehe Zitat). Zu diesem Sport tragen (wie schon an anderer Stelle erwähnt) Spinner wie Michael Moore bei.

    McFly
    Mit dem Begriff "Hetze" sollte man doch ein wenig vorsichtiger umgehen. Und was du so lapidar als "Volkssport" bezeichnest, ist in vielen Fällen nichts anderes als berechtigte Kritik an einer Außenpolitik, die nahezu allen größeren Staaten der westlichen Welt die Geíßel des Terrors beschert hat, mir der wir uns wahrscheinlich noch die nächsten Jahrzehnte herumschlagen dürfen. Wer sich allen Ernstes einbildet, Demokratie sei für alle kulturellen und religiösen Gruppen der Erde der ultimative Heilsbringer (und genau das ist die hochnotpeinliche Denke von Bush und Konsorten), ist zum Präsidenten ungefähr so geeignet wie ich zum Atomphysiker.

    Zudem ist mir ein polemisierender und bisweilen übertreibender "Spinner" à la Michael Moore immer noch lieber als der Typus von Amerikaner, der nicht in der Lage ist, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen. Man kann ja ein gewisses Verständnis für die Handlungszwänge und Mentalität einer Supermacht aufbringen, aber die ständig heraushängende "We are the greatest"-Attitüde provoziert ein solches Ausmaß an Kritik ja regelrecht.

    Daher: Anti-Amerikanismus nein, kritische Distanz aber sehr wohl.

  10. #29
    Benutzerbild von McFly

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    @ bubu

    Du meintest offenbar, dass es nicht möglich sei einen Präsidenten zu finden, der keine Kriege oder derartige Aktionen anordnete/durchführen ließ. Und ich nannte dir zwei Präsidenten, die mir spontan aus dem FF einfielen. Ich bin sich, wenn ich das Geschichtsbuch aufschlage und dann mit einer Liste der Präsidenten der USA abgleiche, werde ich noch einige mehr finden.

    Und warum eigentlich nur der letzten "100 Jahre"? Etwa weil Gefahr bestünde vor dem Zeitraum 1904 noch viel mehr Präsidenten zu finden, die keine kriegerischen Aktionen durchführten? Nein, ich will dir jetzt nichts unterstellen, sondern nur klarmachen, dass wenn man schon eine verallgemeinernde Kritik an US-amerikanischen Präsidenten übt, sollten es doch alle sein, meinst du nicht?

    Weiterhin wolle ich mit meinem Beispielen Chile, Russland, Kuba nur verdeutlichen, dass es mehr als genug andere Staaten gibt, die mindestens genausoviel Blut an iherer Flagge kleben haben wie die USA (natürlich in Relation gesetzt zu Bevölkerung, Größe usw.). dass es vor 200 Jahren keine russischen Präsidenten gab, weiß ich. Und dass es in Chile und Kuba genauso aussieht, weiß ich natürlich auch. Ich denke jedoch, du weißt genau worauf ich hinauswollte.

    @ Torsten

    Ich geb mich geschlagen, was den Begriff "Hetze" angeht. Aber ich denke, dass man in vielen Fällen der deutschen von Anti-Amerikanismus sprechen kann. Ist nur eine persönliche Erfahrung, die ich in den letzten Monaten gemacht habe. Egal, ob man sich mit Verwanten, Bekannten, Freunden oder Kunpels aus der Kneipe unterhält, immer wieder hört man das Gleiche: "Bei denen müssten mal viel mehr Wolkenkratzer wackeln" u. ä. a. Und das, Torsten ist dann keine <<berechtigte Kritik an einer Außenpolitik>>! Das ist dann reines Rudelverhalten. Aber natürlich hast du auch recht, dass es genug Leute gibt, die sich damit intensiver auseinandersetzen. Und diese haben dann meist auch eine kritische Haltung, ohne in Anti-amerikanische Parolen abzuschweifen. Soweit stimmen wir überein.

    Jedoch teile ich folgende Aussage von dir nicht:

    ...Außenpolitik, die nahezu allen größeren Staaten der westlichen Welt die Geíßel des Terrors beschert hat, ....
    So, hat sie das? Ist der derzeit herrschende Terrorismus nicht vielmehr auf Wahnvorstellungen einiger (nicht zu unterschätzender) reicher Scheichssöhne zurückzuführen, die unter dem Deckmantel agieren, die "westlichen Mächte" wären quasi selber schuld?! Sicher, die USA (und bestimmt auch einige andere westliche Staaten) haben mit ihrer in den vergangenen Jahren/Jahrzehnten/Jahrhunderten betriebenen Außenpolitik dem einen und anderen ein Dorn ins Auge getrieben. Das will ich auch gar nicht bestreiten. Aber keine betriebene Außenpolitik rechtfertigt das hinterhältige Töten Unschuldiger, asl reaktion auf diese Politik! Soviel sollte doch wohl klar sein. Deswegen gilt hier die alte "Schulhofregel": Nicht der, der einen (angeblich) zu einer Tat treibt, ist der haupttäter, sondern immernoch derjenige, der sie ausführt!

    Zudem ist mir ein polemisierender und bisweilen übertreibender "Spinner" à la Michael Moore immer noch lieber als der Typus von Amerikaner, der nicht in der Lage ist, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen.
    Mir ehrlich gesagt nicht. Der Mann lebt nur von Sarkasmus, Ironie und Zynismus. Und ich persönlich finde das nervig und absolut unglaubwürdig. Ich habe sein Buch "Stupid white men" gelesen. Ich habe nie wieder ein derart verkrampftes Werk gesehen / gelesen. Und ich habe nie wieder soviel Geduld aufbringen müssen, ein Buch zuende zu lesen.

    ...aber die ständig heraushängende "We are the greatest"-Attitüde provoziert ein solches Ausmaß an Kritik ja regelrecht.
    Tut es das? Jedes Land steht doch mehr oder weniger hinter seiner Flagge, oder nicht? Zumal man klar zugeben muss, dass die USA sich diese Attitüde schlichtweg auch leisten können.

    Beste Grüße
    McFly

  11. #30
    Benutzerbild von bubu

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    McFly postete
    @ bubu

    Du meintest offenbar, dass es nicht möglich sei einen Präsidenten zu finden, der keine Kriege oder derartige Aktionen anordnete/durchführen ließ. Und ich nannte dir zwei Präsidenten, die mir spontan aus dem FF einfielen. Ich bin sich, wenn ich das Geschichtsbuch aufschlage und dann mit einer Liste der Präsidenten der USA abgleiche, werde ich noch einige mehr finden.
    Ich will dich nicht aufhalten.

    Und warum eigentlich nur der letzten "100 Jahre"?
    Ganz einfach: weil die USA sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts bereits anschickten, Weltmacht zu werden, aber erst nach Ende des Ersten Weltkrieges endgültig dazu aufstiegen.

    Etwa weil Gefahr bestünde vor dem Zeitraum 1904 noch viel mehr Präsidenten zu finden, die keine kriegerischen Aktionen durchführten?
    Mit Sicherheit nicht. Ich verweise nur auf den Unabhängigkeitskrieg, den Bürgerkrieg, den Genozid an den Ureinwohnern, den Krieg gegen Mexiko, Verschleppung und Versklavung von Afrikanern, etc. Schau einfach nochmal im Geschichtsbuch nach.

    Nein, ich will dir jetzt nichts unterstellen, sondern nur klarmachen, dass wenn man schon eine verallgemeinernde Kritik an US-amerikanischen Präsidenten übt, sollten es doch alle sein, meinst du nicht?
    Wenn du magst, gerne (s.o.). Mir ging es aber um Großmachtpolitik. Und die USA waren damals noch keine Großmacht.

    Weiterhin wolle ich mit meinem Beispielen Chile, Russland, Kuba nur verdeutlichen, dass es mehr als genug andere Staaten gibt, die mindestens genausoviel Blut an iherer Flagge kleben haben wie die USA (natürlich in Relation gesetzt zu Bevölkerung, Größe usw.). dass es vor 200 Jahren keine russischen Präsidenten gab, weiß ich. Und dass es in Chile und Kuba genauso aussieht, weiß ich natürlich auch. Ich denke jedoch, du weißt genau worauf ich hinauswollte.
    Nein, ich weiß nicht, worauf du hinauswillst. Ich verstehe diesen Vergleich nicht. Macht das nun die Politik der USA besser, dass andere Länder auch Dreck am Stecken haben? (das erinnert mich irgendwie ungut an eine andere, deutsche Debatte...)
    Im Übrigen vergleichst du Äpfel mit Birnen. Die USA sind seit ihrem über 200-jährigen Bestehen eine Demokratie. Chile seit 1989, Russland seit 1991 (?)(auf dem Papier zumindest). Kuba noch immer nicht. Wenn schon, dann müsstest du Frankreich heranziehen.

    Also, was willst du mir jetzt damit sagen?

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