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US-Wahl

Erstellt von musicola, 23.10.2004, 22:45 Uhr · 89 Antworten · 4.803 Aufrufe

  1. #31
    Benutzerbild von bubu

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    So, nun habe ich mir mal die Mühe gemacht, alle US-Präsidenten seit 1900 zu checken.

    Ergebnis: von 18 amtierenden Präsidenten der letzten 100 Jahre waren sechs friedlich (mit Jimmy Carter).

    Möge nun jeder für sich seine ganz persönlichen Schlüsse daraus ziehen.


    1901-1909 - Theodore Roosevelt
    1902/03 intervenierte er im Venezuelakonflikt, und 1903 unterstützte er eine Revolution für die Unabhängigkeit in Panamá, um dann unter günstigen Bedingungen die Panamákanalzone für die USA zu sichern; und im Roosevelt-Zusatz zur Monroedoktrin (1904) beanspruchte er für die USA die „Polizeigewalt” über Lateinamerika.
    (vor seiner Präsidentschaft führte er im Spanisch-Amerikanischen-Krieg das von ihm aufgestellte und geführte Freiwilligenregiment, die so genannten Rough Riders, unternahmen 1898 auf Kuba erfolgreiche Angriffe gegen die Spanier)



    1909-1913 - William Howard Taft
    Friedlich
    Taft war als Präsident wenig Erfolg beschieden. Er setzte Anti-Trust-Gesetze durch, richtete die Bundesjugendbehörde ein und betrieb eine zurückhaltende Außenpolitik, die jedoch immer auf die Wahrung der amerikanischen Interessen, vor allem im mittelamerikanischen und asiatischen Raum, ausgerichtet war.


    1913-1921 - Woodrow Wilson
    1913 eskalierte die Mexikanische Revolution zum Bürgerkrieg. Im Bestreben, Einfluss auf die Entwicklung im Nachbarland zu nehmen, ließ Wilson 1914 Veracruz besetzen und 1916 einen Feldzug gegen den mexikanischen Revolutionsführer Francisco Villa unternehmen.
    Dann Eingreifen im Ersten Weltkrieg


    1921-1923 - Warren Gamaliel Harding
    korrupt, aber friedlich


    1923-1929 - Calvin Coolidge
    friedlich
    Nach außen verfolgte Coolidge eine Politik des gemäßigten Isolationismus: Er billigte zögernd die Beteiligung der USA am Internationalen Gerichtshof und beschränkte entgegen der Politik seiner Vorgänger (siehe Monroedoktrin) den Einfluss der USA in Lateinamerika


    1929-1933 - Herbert Hoover
    sehr sehr friedlich und zu sehr mit der Wirtschaftskrise beschäftigt
    Hoovers Außenpolitik basierte ebenfalls auf seinem Konzept der freiwilligen Zusammenarbeit. Mit seiner Lateinamerikapolitik wandte er sich von dem traditionellen amerikanischen Imperialismus ab und leitete die „Politik der guten Nachbarschaft” ein, die dann Franklin D. Roosevelt und dessen Außenminister Cordell Hull weiter verfolgten. Hoover trat gegen Vergeltungsmaßnahmen gegen Japan nach dem Überfall auf die Mandschurei ein (1931) und widersprach damit der Auffassung, die USA sei als Polizeitruppe für die ganze Welt verantwortlich.


    1933-1945 - Franklin Delano Roosevelt
    Musste im Zweiten Weltkrieg eingreifen.


    1945-1953 - Harry S. Truman
    Schmiss zwei Atombomben auf Japan


    1953-1961 - Dwight D. Eisenhower
    hochdekorierter General im 2. Weltkrieg
    Korea-Krieg 1953


    1961-1963 - John Fitzgerald Kennedy
    seit 1961 hatte Kennedy etwa 17 000 US-Soldaten nach Südvietnam entsandt, um die Diktatur Ngo Dinh Diems gegen den Vietcong zu unterstützen, und so die USA in den Vietnamkrieg geführt
    Kuba (Invasion in der Schweinebucht)
    fast atomarer Krieg mit der Sowjetunion wegen Stationierung von sowjetischen atomaren Sprengköpfen auf Kuba


    1963-1969 - Lyndon B. Johnson
    Vietnam-Krieg
    Im April 1965 entsandte Johnson 22 000 US-Soldaten in die Dominikanische Republik – angeblich zum Schutz der dort lebenden amerikanischen Staatsbürger, tatsächlich aber um die Rückkehr der demokratisch gewählten, linksgerichteten Regierung zu verhindern.


    1969-1974 - Richard Milhouse Nixon
    Vietnam-Krieg
    1970 ordnete Nixon – ohne Rücksprache mit dem Kongress – den Einmarsch in das neutrale Kambodscha an und die Bombardierung Nordvietnams sowie 1972 die Verminung des Hafens von Haiphong
    1973 Mit Unterstützung der CIA unternahm das Militär unter Führung von General Augusto Pinochet am 11. September 1973 einen Putsch, bei dem Allende in seinem Präsidentenpalast ums Leben kam. Die nun folgende Diktatur Pinochets war von permanenten Menschenrechtsverletzungen geprägt: Zehntausende Chilenen wurden verhaftet und Tausende verschleppt und gefoltert


    1974-1977 - Gerald R. Ford
    friedlich


    1977-1981 - Jimmy Carter
    sehr sehr friedlich
    Höchstens: Sein Versuch scheiterte, die 1979 in der amerikanischen Botschaft in Teheran (Iran) als Geiseln festgehaltenen Amerikaner zu befreien.


    1981-1989 - Ronald Reagan
    Einmischung in Nicaragua
    Iran-Contra-Affäre
    Einmischung in Afghanistan
    Invasion in Grenada
    Bombardierung Tripolis' (Libyen)
    SDI-Programm

    1989-1993 - George H.W. Bush
    Einmarsch in Panama
    1. Golfkrieg im Irak
    Truppenstationierung in Saudi-Arabien


    1993-2001 - Bill Clinton
    Truppenstationierung in Haiti, Sturz der Militärdiktatur
    Somalia, misslungener Sturz Aidids
    Unterstützung des NATO-Einsatzes in Bosnien-Herzegowina
    Luftangriffe auf Irak
    Führende Rolle im Kosovo-Krieg
    Raketenangriffe auf Afghanistan und Sudan als Vergeltung für Bombenattentat auf US-Botschaften in Kenia und Tansania
    Pläne zur Einrichtung eines Nationalen Raketenabwehrsystems


    2001-2004 (?) - George W. Bush
    Afghanistan-Krieg
    2. Golfkrieg im Irak
    Pläne für Raketenabwehrsystem
    Höchster Etat für die Verteidigung in der Geschichte der USA

  2.  
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  3. #32
    Benutzerbild von ihkawimsns

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    McFly postete
    ...Außenpolitik, die nahezu allen größeren Staaten der westlichen Welt die Geíßel des Terrors beschert hat, ....
    So, hat sie das? Ist der derzeit herrschende Terrorismus nicht vielmehr auf Wahnvorstellungen einiger (nicht zu unterschätzender) reicher Scheichssöhne zurückzuführen, die unter dem Deckmantel agieren, die "westlichen Mächte" wären quasi selber schuld?! Sicher, die USA (und bestimmt auch einige andere westliche Staaten) haben mit ihrer in den vergangenen Jahren/Jahrzehnten/Jahrhunderten betriebenen Außenpolitik dem einen und anderen ein Dorn ins Auge getrieben. Das will ich auch gar nicht bestreiten. Aber keine betriebene Außenpolitik rechtfertigt das hinterhältige Töten Unschuldiger, asl reaktion auf diese Politik! Soviel sollte doch wohl klar sein. Deswegen gilt hier die alte "Schulhofregel": Nicht der, der einen (angeblich) zu einer Tat treibt, ist der haupttäter, sondern immernoch derjenige, der sie ausführt!
    So einfach ist das leider nicht. Erst in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts wurde der nahe Osten für die Westmächte, allen voran die USA, wirtschaftlich interessant: genau zu diesem Zeitpunkt nämlich, als die Ölfunde getätigt wurden. Um an dieses Öl möglichst billig heranzukommen, hat man sich die Regierungen hörig gemacht (jeder hat seinen Preis...).

    Die Situation, die noch heute vorliegt, ist die folgende: Eine kleine Kaste im Dunstkreis der Regierenden lebt in enormem Reichtum, der Rest der Bevölkerung in diesen Staaten ist so arm wie eh und je. Diese Leute sehen das wirtschaftliche Potenzial, welches in den Ölvorkommen steckt und die Möglichkeit, das alle davon profitieren könnten. Mit friedlichen Mitteln lässt sich dieser Standpunkt nicht gegen die eigenen Machthaber und schon gar nicht gegen die USA durchsetzen. So entsteht der Terrorismus in diesen Regionen, der sich sowohl gegen die eigene Regierung als auch gegen Ausländer richtet.

    Das Phänomen des Terrorismus will ich damit nicht gutheißen, aber ich glaube, dass ich seine Ursachen verstehe. Die genannten "reichen Scheichssöhne" mögen leitende Rollen in diesem Konflikt übernommen haben, doch ohne die Basis der von der westlichen Einflussnahme Enttäuschten wären sie machtlos. Das bittere daran ist nur, dass Terroranschläge nur allzu selten diejenigen treffen, die für diese Zustände verantwortlich sind, sondern fast nur Unschuldige. Und das ist das eigentliche Dillema des Terrors. Das "Warum" ist nachvollziehbar, nicht aber das "Wie".

  4. #33
    Benutzerbild von
    McFly postete
    Ich frage mich wann dieser Der-Ami-macht-nur-Krieg-Scheiß mal aufhört?
    Tatsache ist, dass die USA in der Zeit nach dem 2. WK im Gegensatz zu anderen westlichen Ländern eine nennenswerte Zahl militärischer Konflikte austrug (darunter immerhin der Vietnam-Krieg), wobei die amerikanische Vorgehensweise und die Motive relativ häufig sehr fragwürdig waren. Darüber hinaus, hat die USA in eine noch größere Zahl von militärischen Konflikten indirekt eingegriffen.

    Gerade von Letzterem, "ernten" wir heute ja noch die "Früchte". Sie heißen u. a. Osama bin Laden. Es ist ja nunmal nicht so, dass diese terrorbereiten Wahnsinnigen vom Himmel gefallen sind. Sie waren schon lange da. Nur standen sie früher auf der "richtigen" Seite und wurden von den USA gegen den "bösen Russen" unterstützt. So galten die gleichen Leute damals als Freiheitskämpfer, die wir heute als größte Gefahr für den Weltfrieden ansehen. Hier streut also eine gehörige Portion Geschichtsfälschung ein. Übertroffen wird sie nur noch vom siegermachtsgeschriebenen Dogma, dass die Amerikaner gefälligst unsere Freunde sind und jede kritische Äußerung sofort als Anti-Amerikanismus zu brandmarken ist. Dieser Reflex wurde uns ja schon in der Grundschule eingetrichtert. Gleiches gilt ja sowieso und in noch höherem Maße für Israel.

    Nein, "die Amerikaner" sind nicht meine Freunde. Ich würde ja auch nicht auf die Idee kommen zu sagen, dass "die Deutschen" meine Freunde sind. Immerhin gehts dabei um 80 Millionen Menschen und mir fallen auf der Stelle ein, zwei Hand voll ein, die garantiert nicht meine Freunde sind. "Die Amerikaner" sind aber auch nicht meine Feinde. Ich habe noch nichtmal irgendein Michael Moore Machwerk konsumiert. Trotzdem kann man eben nicht dran vorbei, dass auch der Irak erst durch die US-verursachte Destabilisierung zum Terror-"Paradies" verkam. So eine kurzsichtige Politik zu kritisieren, hat sicher nichts mit Hetze zu tun.

    Worauf ich hinaus will, ist, dass ganz offensichtlich es ein regelrechter Volkssport geworden ist, Hetze gegen Amerikaner zu betreiben (siehe Zitat). Zu diesem Sport tragen (wie schon an anderer Stelle erwähnt) Spinner wie Michael Moore bei.
    Vielleicht kommts den Leuten nach all den Jahren der Speichelleckerei unter Kohl langsam auch einfach nur mal hoch - weil sie merken, dass es mittlerweile erlaubt ist. Die Emanzipierung Deutschlands unter Schröder (da kann man drüber denken wie man will und auch trefflich drüber streiten, aber es ist nunmal ein Abrücken von unserer bisherhigen Position, wo alles was aus den USA kam mitgetragen wurde) lässt sich nicht mehr zurückdrehen. Das wird sich auch wieder normalisieren. Nur Rumsfelds und Bushs, die uns monatelang kleinreden wollten, uns als "altes Europa" abkanzelten und sich noch einige andere Aktionen vom "hohen Ross" leisteten, brauchen sich nicht zu wundern, dass ihnen wenig Wohlwollen entgegenschlägt. Und in gewisser Weise, schließt man aus der Ferne eben doch vom gewählten Repräsentanten eines Volkes auf das Volk - wen wunderts?

    Die weitverbreitete Hoffnung, dass Kerry die Wahl gewinnt, kommt ja nicht von ungefähr - und zeigt, dass es einen generellen deutschen Amerika-Hass nicht gibt, sonst wärs egal

    Dave

  5. #34
    Benutzerbild von DeeTee

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    @McFly:

    Nimm's nicht persönlich, aber kann es sein, dass ein Teil Deiner Kommentare zu diesem Thema eine Folge unreflektierten staatsbürgerlichen Unterrichts aus Deiner jüngst beendeten Bundeswehrzeit ist?
    Die BW neigt leider in ihrem diesbezüglichen Bildungsangebot zu einigen sachlich problematischen Verkürzungen bezüglich dem militärischen Teil der amerikanischen Außenpolitik. (Augenfällig wird das, wenn man sich heute BW-Schulungsunterlagen aus der Zeit des Vietnamkriegs anschaut ).
    Selbstverständlich wird auch heute der mächtige NATO-Partner in der Beurteilung geschont. Aus pragmatischen Gründen heraus mag das ja auch durchaus sinnvoll sein ...

    Dein Vorwurf an Michael Moore ist mir zu platt. Natürlich polemisiert er, polarisiert er, spitzt er zu. Das macht ihn aber nicht zu einem Spinner. Der gleiche Vorwurf würde nämlich ebenso Karl Kraus, Kurt Tucholsky oder Elfriede Jelinek treffen (auch wenn jene literarisch viel hochwertiger sind). Und das kannst Du nicht ernsthaft wollen!

    Um Missverständnissen vorzubeugen: Ich bin eindeutig gegen platten Antiamerikanismus, weil's gerade schick ist. Berechtigte und fundiert begründete Amerikakritik ist derzeit jedoch notwendig.

    "We all have to play with the same rules." Jimmy Carter

    Grüße!
    DeeTee

  6. #35
    Benutzerbild von J.B.

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    Interessante Diskussion!

    Hier ein paar Gedanken von mir.

    Von einem Land, dass eine Verfügung erläßt, dass es ihm gestattet seine Truppen nach Europa einmarschieren zu lassen, sollte jemals ein Amerikaner in Den Haag angeklagt und vor Gericht gestellt werden, weil es den internationalen Strafgerichtshof ablehnt, halte ich nicht viel.

    Es könnte ja ein US-Soldat dort angeklagt werden, weil er Unrecht begangen hat, aber das geht natürlich nicht und kann auch nicht sein, denn Amerikaner würden so etwas nie tun. Ich habe hier bewußt die Verallgemeinerung gewählt, da dies eine der vorherrschenden Meinungen in den USA waren, als dieser Beschluss entstand.

    Was mich zusätzlich erschreckt sind zwei weitere sogenannte Grundsätze, die immer noch für einen nicht wirklich kleinen Teil der Amerikaner zu gelten scheinen:

    1. In God We Trust

    Klar kann man alles mit Gott erklären und begründen. Leider eben auch politische Entscheidungen, Krieg und Unterdrückung. Fundamentalismus ist auch in den USA sehr verbreitet.

    2. Der Präsident hat immer Recht und würde nie lügen!

    Hört sich völlig naiv an, aber trotz zahlloser offensichtlicher Gegenbeispiele durch die letzten 100 Jahre hinweg ist der Glaube an diesen Satz immer noch nahezu unerschüttert und weit verbreitet. Wie soll da etwas kritisch von Wählern hinterfragt werden?

    Man sollte nie vergessen, dass ,auch wegen der beiden oben genannten Grundsätze, die Interessen der USA Vorrang vor allem anderen in der Welt haben.

    Es wäre naiv zu glauben man ist nur im Irak einmarschiert um Saddam zu fassen, Massenvernichtungswaffen zu finden und den armen geknechteten Menschen dort die göttliche Gabe der Demokratie zu bringen.

    Das ist Schwachsinn! Demokratie hat sich, vor allem hier in Europa, langsam aus anderen Staatsformen heraus entwickelt. Nur weil es hier mehr oder weniger gut funktioniert heißt das doch nicht, dass man nun alle Länder der Welt sofort dann damit bekehren muss, wenn man dort einen Diktator gestürzt hat! Es liegen kulturelle, soziale und religiöse Welten zwischen der Demokratie und der Geschichte und Entwicklung dieser Länder. Und viele dieser Länder entstanden auch erst aus dem Kolonialismus heraus.

    Das so etwas also schief gehen muss, wissen wir doch seit dem Scheitern der Missionierung der Welt und der von mir schon genannten Kolonialisierung.

    Dennoch betreiben gerade die USA heute nichts anderes als modernen Kolonialismus. Eigentlich ist das ganz einfach. Man macht ein armes Land, dass große Rohstoffvorkommen hat durch wirtschaftliche und technische Hilfe voll von sich abhängig und treibt es in den Status eines Schuldners. Damit lassen sich dann die Preise drücken und eigenen Firmen problemlos ins entsprechende Land bringen. Ein paar wenige der dortigen Regierung und Behörden bekommen ihre Anteile und der Rest kann sehen wo er bleibt. Als Alibi werden dann ein paar Hilfsprojekte gesponsort, Schulen und Brunnen gebaut, damit man vor der Welt als Ritter in der strahlenden Rüstung dasteht. Und wenn dann ein paar meinen Aufmucken zu müssen, wird mal eben militärisch eingegriffen. Offiziell zum Schutz der Bevölkerung und der Demokratie, inoffiziell zu Wahrung und Sicherung der eigenen wirtschaftlichen Interesssen.

    Ist eine Regierung nicht daran interessiert, so unterstützt man eben die Rebellen (die es in solchen Fällen ja immer zu geben scheint) in deren "Freiheitskampf" in dem man sie ausbildet und ihnen Technik, Logistik und Waffen liefert. Man schafft sich also seine späteren Feinde selbst. Dass es über kurz oder lang Feinde werden ist eigentlich relativ logisch, denn auch hier läuft immer das gleiche Schema ab.

    Die Rebellen/Gruppierungen nehmen die Hilfe gerne an, denn sie dient ja dem erreichen ihres eigenen Zieles. Man macht gewisse Zugeständnisse an die Zulieferer. Ist das Zeil, also die politische, religiöse oder militärische Macht erreicht wendet man sich mit den besiegten dem neuen gemeinsamen Feind aus dem Westen zu, der ja erst das ganze Unheil über das Land und seine Menschen brachte. Unlogisch? Nein! Denn bei all der Unterstützung verletzen die "Helfer" respeklos alle religiösen, kulturellen und oftmals auch sozialen Gesetzmäßigkeiten des Fremden Landes, dessen Religion und Kultur, sowie die seiner Einwohner. Hier geht es um die Wahrung der eigenen Interessen und da sind solche Dinge völlig fehl am Platz.

    Und exakt mit so einem Verhalten macht man sich erst richtig unbeliebt, sowohl bei denen die man bekämpfen läßt, als auch bei denen, die man unterstützt (=erpresst). Und genau dies ist es, was die einst verfehdeten Gruppen im Land wieder eint und zusammenschweißt gegen einen gemeinsamen Feind!

    Diese Fahne können sich eigentlich fast alle großen Industrienationen ans Revers heften, aber in der heutigen Zeit vor allem die USA, denn kaum ein Land sonst kann, offiziell, oder wie meistens, inoffiziell, so viele Waffen liefern.

    Öl und strategisch wichtige Punkte auf der Welkugel über alles!


    Zur Verdeutlichung:

    Ich habe nichts gegen die USA oder die Amerikaner an sich, sondern gegen ein paar handvoll Menschen die die politischen Geschicke der USA in Händen halten. Und da ist für mich GWB noch eines der kleinsten Lichter!

    Ich glaube so viele geheime Geheimdienste und Überbachungsspezialeinheiten, die sich alle gegenseitig beobachten, wie in den USA gibt es nirgends anders. Ich würde sogar so weit gehen, zu behaupten, dass nicht mal der Präsident von allen diesen Institutionen weiß.

    Was mich manchmal sehr wütend macht, ist diese amerikanische Selbstverständlichkeit! Wo wir sind ist Amerika! Das fängt bei den Soldaten an und hört bei den Touristen auf! Völliges Ignorieren von nationalen Besonderheiten, wenig bis keinen Respekt vor anderer Kultur und Religion und absolute und unerschütterliche Naivität sind die Markenzeichen.

    Aber warum soll man auch über den Tellerrand hinausschauen, wo man doch von der Welt und ihrer Geschichte eh nie viel mitbekam und es auch nicht wirklich interessiert, denn die USA und ihre Geschichte sind ja groß genug.

    Für mich mag das Auftreten eben respektlos erscheinen, für viele Amerikaner ist es selbstverständlich, denn sie kennen es nicht anders.
    Respekt hat man vor dem Präsidenten, den Cops, usw. aber nicht vor dem Ausland. Nicht aus Absicht, sondern aus Unwissen und mit dem Gefühl, dass einen die Welt einfach lieben muss, weil man ja Amerikaner (= Heilsbringer, Weltpolizist und das Großartigste (<-- nicht negativ gemeint) überhaupt) ist.

    Dies gilt keinesfalls für alle Amerikaner und soll auch nicht als bloße und polemische Verallgemeinerung aufgefasst werden!

    Gruß

    J.B.

  7. #36
    Benutzerbild von bubu

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    Ganz kurzfristiger TV-Tipp zum Thema:

    ARTE,
    15.15 Uhr "Gebrauchsanleitung USA" (Showview 4322027)
    16.20 Uhr "US-Medien: Macht und Ohnmacht" (Showview 318398)


    Ist eine Wiederholung von gestern Abend. Beide Dokus sind ganz hervorragend!

    Für mich das härteste Zitat aus der ersten Doku: "Die Gründungsväter wollten eine ganz klare Trennung zwischen Staat und Kirche in der Verfassung der USA verankern. Aber keine zwischen Staat und Gott - In God We Trust"

    mit anderen Worten: die USA sind ein Gottesstaat.

    Letztere Doku: bitter den Medienvertretern dabei zuzusehen, wie sie sich vor Selbstvorwürfen wegen ihres Versagen im Krieg fast zerfleischen. Aber noch bitterer zu sehen, wie schnell selbst die vierte Macht im Staat hinters Licht geführt werden kann.

    ARTE bringt diese Woche noch einiges zum Thema USA,

    - heute Abend um 20.45 Uhr zum Beispiel eine Doku über die Ermordung von Martin Luther King

    - morgen Abend um 22.20 Uhr "Amerika, Amerika..." über Sozialhilfeempfägner, die sich für zwei Jahre verpflichtet haben, jede Arbeit anzunehmen und anschließend keinerlei Unterstützung mehr vom Staat erhalten (wird das Hartz V und VI ? )

    - Freitag Abend um 22.15 Uhr "Operation Hollywood: Der inszenierte Krieg"

    und gute Filme gibt's übrigens auch, heute "The King of Comedy" und morgen der herrliche "Dr. Seltsam oder wie ich lernte, die Bombe zu lieben"

  8. #37
    Benutzerbild von McFly

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    DeeTee postete
    @McFly:

    Nimm's nicht persönlich, aber kann es sein, dass ein Teil Deiner Kommentare zu diesem Thema eine Folge unreflektierten staatsbürgerlichen Unterrichts aus Deiner jüngst beendeten Bundeswehrzeit ist?
    Die BW neigt leider in ihrem diesbezüglichen Bildungsangebot zu einigen sachlich problematischen Verkürzungen bezüglich dem militärischen Teil der amerikanischen Außenpolitik.
    Doch, das nehm ich persönlich!
    Meine Dienstzeit bei der Bundeswehr hat nichts mit meiner Argumentation zu tun! Ich hatte meine Einstellung zu Amerika und seiner Politik schon, als es noch nicht Usus in der Welt war, dass Passagiermaschinen als Waffe verwendet werden.

    Dies soll mein letzter Beitrag zum Thema gewesen sein.

    McFly

  9. #38
    Benutzerbild von DeeTee

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    McFly postete
    DeeTee postete
    @McFly:

    Nimm's nicht persönlich, aber kann es sein, dass ein Teil Deiner Kommentare zu diesem Thema eine Folge unreflektierten staatsbürgerlichen Unterrichts aus Deiner jüngst beendeten Bundeswehrzeit ist?
    Die BW neigt leider in ihrem diesbezüglichen Bildungsangebot zu einigen sachlich problematischen Verkürzungen bezüglich dem militärischen Teil der amerikanischen Außenpolitik.
    Doch, das nehm ich persönlich!
    Meine Dienstzeit bei der Bundeswehr hat nichts mit meiner Argumentation zu tun! Ich hatte meine Einstellung zu Amerika und seiner Politik schon, als es noch nicht Usus in der Welt war, dass Passagiermaschinen als Waffe verwendet werden.

    Dies soll mein letzter Beitrag zum Thema gewesen sein.

    McFly
    Ich habe es befürchtet und daher nur eine vorsichtige Vermutung in Frageform geäußert. Das Muster Deiner Argumentation entspricht dem des Politikunterrichts bei der Bundeswehr (zumindestens in weiten Zügen).
    Es lag und liegt mir fern, Dich kränken zu wollen. An der sachlichen Darstellung ändert dies jedoch nichts.

    Grüße!
    DeeTee

  10. #39
    Benutzerbild von
    J.B. postete

    Für mich mag das Auftreten eben respektlos erscheinen, für viele Amerikaner ist es selbstverständlich, denn sie kennen es nicht anders.
    Respekt hat man vor dem Präsidenten, den Cops, usw. aber nicht vor dem Ausland. Nicht aus Absicht, sondern aus Unwissen und mit dem Gefühl, dass einen die Welt einfach lieben muss, weil man ja Amerikaner (= Heilsbringer, Weltpolizist und das Großartigste (<-- nicht negativ gemeint) überhaupt) ist.

    Dies gilt keinesfalls für alle Amerikaner und soll auch nicht als bloße und polemische Verallgemeinerung aufgefasst werden!
    Genau so ist es!
    Eine Gruppe Amerikaner für die das nicht gilt, sind z. B. die Stars und Sternchen aus Hollywood. Die sind dermaßen in der Welt herumgekommen, dass sie die Chance haben ein gänzlich neues, wohl auch dem eines Otto-Normal-Europäers überlegenes, Weltbild zu erlangen und sich entsprechend politisch zu äußern und zu engagieren (IQ oberhalb von Brittney Spears natürlich vorausgesetzt).

    Da kann man am besten sehen, was passiert, wenn ein Amerikaner den "Rest der Welt" für sich entdeckt und beginnt sein Land von außen zu betrachten. Es bleibt in vielen Belangen nicht weniger großartig als vorher, in manchen aber eben auch nicht. Und es wird langsam klarer, dass der Starke nicht unbedingt immer Recht, aber eine größere Verantwortung hat. Und die liegt auch darin, auf die kleineren Länder Rücksicht zu nehmen. Davon kann heute leider selten eine Rede sein. Selbst die zweitweise allen anderen Ländern überlegene Export- und lange zweitstärkste Wirtschaftsnation der Welt (Deutschland!), wurde lange Jahre behandelt wie ein Appendix und wird auch als vereintes Deutschland, das seinen Nachkriegssonderstatus seit vielen Jahren verloren hat, heutzutage streckenweise immer noch ignoriert oder nicht Ernst genommen.

    Doch das Dumme ist..... (und um wieder zum Thema zurück zu kommen), Kerry wird daran bestenfalls kosmetisch etwas ändern. Er wird hier freundlicher und freundschaftlicher auftreten, seine Minister werden uns ggf. nicht öffentlich über die Medien der Welt demütigen und brandmarken. Aber im Endeffekt wird sich kaum etwas greifbares ändern.

    Dave

  11. #40
    Benutzerbild von Torsten

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    Dave Bowman postete
    Doch das Dumme ist..... (und um wieder zum Thema zurück zu kommen), Kerry wird daran bestenfalls kosmetisch etwas ändern. Er wird hier freundlicher und freundschaftlicher auftreten, seine Minister werden uns ggf. nicht öffentlich über die Medien der Welt demütigen und brandmarken. Aber im Endeffekt wird sich kaum etwas greifbares ändern.
    Gut möglich. Aber wen interessiert das schon in einer Kultur, in der die Verpackung mehr zählt als der Inhalt...?

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