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US-Wahl

Erstellt von musicola, 23.10.2004, 22:45 Uhr · 89 Antworten · 4.815 Aufrufe

  1. #61
    Benutzerbild von Torsten

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    Habe gerade bei "Hart aber fair" reingeschaltet, wo's auch um die US-Wahl geht. Scheint ganz interessant zu sein; deshalb hier der Hinweis, dass die Sendung morgen Vormittag von 09.30 - 11.00 Uhr wiederholt wird (Showview 123-433).

  2.  
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  3. #62
    Benutzerbild von Tropical1

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    Heute morgen haben wir mal nachgeschaut, wer denn die Wahl gewinnt. Da stand das Ergebnis natürlich noch nicht fest, obwohl Bush vor Kerry lag, und das nicht ganz weit entfernt.
    Mir persönlich ist es egal, wer gewinnt, denn mir gefällt weder Bush noch Kerry.
    Und es stimmt, die Leute hier drüben müssen mit Werbung und "coolen Sprüchen" zum Wählen motiviert werden, weil viele keine Lust haben, ihre Zeit beim Wählen zu vergeuden. Es lässt den Normalbürger wirklich kalt. Man hat wichtigere Dinge zu tun. Und bei den Leuten, die zur Wahl stehen, ist es ja kein Wunder, wenn keiner wählen will *g* Zum Glück bin ich nicht wahlberechtigt, da ich nur 'ne green card habe.
    Und zum Thema Staat und Kirche kann ich nur sagen, dass ich es idiotisch finde, wie sehr die Kirche in den Schulen vertreten ist. Die Kinder können nicht mehr in die Schule zum Lernen gehen, denn anscheinend ist es wichtiger, dort über Jesus und die Bibel zu reden (ausserhalb des Unterrichts). Und wenn dann rauskommt, das man nicht jeden Sonntag und zweimal in der Woche in die Kirche rennt, wird man wie ein Aussätziger behandelt. Letztes Schuljahr hatte sich meine Tochter beim Chor in der Schule angemeldet und alles, was gesungen wurde, waren Kirchenlieder. Ich finde, das geht einfach zu weit. Aber was soll man dazu sagen. Ist halt Amerika.

  4. #63
    raabi2000
    Benutzerbild von raabi2000
    Zum einen muss ich Tropical zustimmen, was diese religiöse "Gesinnung" angeht, zum anderen aber auch den hier so zahlreich vertretenen, "besserwissenden", Europäern wiedersprechen.

    Abgesehen vom Irak-Krieg, der allerdings auch in den amerikanischen Medien sehr verzerrt dargestellt wird, hat unsere europäische Regierung in Brüssel, die ja auch alle Jahre - von uns allen - wieder gewählt wird, mit zunehmender Macht auch immer mehr Gesetze hervorgebracht, die einzelnen Mitgliedsstaaten keineswegs gepasst haben.

    Und man stelle sich mal vor, die EU gewinnt immer mehr Kontrolle, und nationale Entscheidungen werden von ihr geduldet oder abgewiesen.

    Auch wir befinden uns auf dem Weg, den die USA schon seit langer Zeit begehen. Und auch die Pressefreiheit wird in Europa langsam beschnitten. Das Persönlichkeitsrecht im "Privat"-Leben der Promis sei als Beispiel genannt.

    Die Ausmaße dieses Staates USA kann sich hier wohl kaum jemand vorstellen. Es ist nur vergleichbar mit einem Land, dass in Süditalien anfängt, und an der Nordspitze Norwegens endet. Und dies würde auch bedeuten, dass die Italiener, die ja bekanntlich einen Bush ähnlichen Regierungschef haben, mit entscheiden würden über unser aller europäisches Staatsoberhaupt.

    Weiter darf man wie oben schon erwähnt nicht vergessen, wie sehr die amerikanischen Medien zensieren und regierungshörig sind. Zumindest, was wirtschaftliche, politische und damit auch militärische Themen angeht. Moralische, christliche und verwerfliche Themen, wie eben die Clinton Affäre, werden dagegen ausgeschlachtet. Ich weiß nicht, ob dies in einem geeinten Europa anders aussehen würde, ich persönlich glaube dies nicht.

    Von daher ist der Amerikaner an sich nicht weniger oder mehr politisch Interessiert als der Europäer. Wer von euch interessiert sich den mehr für EU Belange als für nationale Belange. Und was die politische Meinungsbildung im jeweiligen Bundesstaat angeht, da sieht es bei den Amerikanern ähnlich aus wie in den einzelnen europäischen Staaten.

    Ich erlaube mir nicht, über das amerikanische Volk zu urteilen, dafür haben wir viel zu viel Müll vor der eigenen, europäischen, Haustür zu kehren.

  5. #64
    Benutzerbild von Tropical1

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    @raabi2000 - ich muss sagen, du hast wirklich eine gesunde Einstellung zu diesem Thema und ich kann mich deiner Meinung nur anschliessen

  6. #65
    Benutzerbild von
    @ raabi 2000

    Weiter darf man wie oben schon erwähnt nicht vergessen, wie sehr die amerikanischen Medien zensieren und regierungshörig sind. Zumindest, was wirtschaftliche, politische und damit auch militärische Themen angeht. Moralische, christliche und verwerfliche Themen, wie eben die Clinton Affäre, werden dagegen ausgeschlachtet. Ich weiß nicht, ob dies in einem geeinten Europa anders aussehen würde, ich persönlich glaube dies nicht.
    Das glaube ich aber sehr wohl. Mal abgesehen davon, dass uns diese alles beeinflussende und überziehende Super-Religiösität total abgeht (nichtmal in die EU-Verfassung, hat es ein Bezug zum Christentum in Europa geschafft, dass heisst schon was!), ist dieses Ausmaß von Gleichschaltung der Politik, der Kirche und der in der Hand schwerreicher Unternehmer-Dynastien liegenden Industrie- und Medienunternehmen hierzulande in diesem Ausmaß unvorstellbar - auch hier ist Berlusconi die ganz große europäische Ausnahme und hat außerhalb Italiens dafür genug Kritik und Ächtung geerntet.

    Europa tickt ganz offensichtlich völlig anders als Amerika - bei allen Unterschieden zwischen den europäischen Staaten. Deshalb stoßen die Dinge hier ja auch auf so viel Unverständnis. Das wir uns deshalb in diese Richtung entwickeln, halte ich für sehr unwahrscheinlich. Ob irgendwelche Promis nun weiterhin in peinlichen Situationen fotografiert werden dürfen oder nicht, hat damit m. E. nicht so viel zu tun. Letztendlich hat zu gewissen anderen Gesetzesverschärfungen, auf der ganzen Welt, in den Nachwehen des "9/11", die Politik eines gewissen GW Bush ja auch nicht unerheblich beigetragen.

    Wer von euch interessiert sich den mehr für EU Belange als für nationale Belange. Und was die politische Meinungsbildung im jeweiligen Bundesstaat angeht, da sieht es bei den Amerikanern ähnlich aus wie in den einzelnen europäischen Staaten.
    Ich glaube nicht, dass das so vergleichbar ist. Wir wählen keinen europäischen Präsidenten und alles was wir auf EU-Ebene wählen hat immer noch vergleichsweise wenig Einfluss auf den Lauf der Dinge in Europa und der Welt. In letzter Konsequenz entscheiden nach wie vor die Staatsoberhäupter der einzelnen Länder, müssen die nationalen Parlamente zustimmen oder auch ganze Völker per Abstimmung. Da hat es selbst auf die Entwicklungen in der EU weitaus mehr Auswirkung, welchen Kanzler und welche Regierung wir national wählen. Beim sog. "Mächtigsten Mann der Welt", verhält es sich da etwas anders.

    Ich erlaube mir nicht, über das amerikanische Volk zu urteilen, dafür haben wir viel zu viel Müll vor der eigenen, europäischen, Haustür zu kehren.
    Das klingt zunächst sehr nobel. Es kann aber nicht der Sinn der Sache sein. Wenn es danach geht, dürfte keiner mehr niemanden kritisieren in der Welt. Kein Land, kein Volk, kein Mensch ist ohne Fehler. Solange die Klappe zu halten, bis man alle seine eigenen Fehler abgestellt hat, würde bedeuten sein ganzes Leben in Stummheit zu verbringen - relativ sinnlos und eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit bei Verantwortlichen, die den Tod von hunderten, tausenden und Millionen befehlen können oder den Klimaschutz mit weltweiten Konsequenzen torpedieren. D. h. wie lange kann man vor der eigenen Tür kehren, wenn vom großen Nachbarn ständig neuer Dreck vor die eigene Haustür und die Haustüren anderer fliegt?

    Es ist die Frage, ob die Freisprüche der ebenfalls zahlreich in diesem Land vertretenen "Amerika-Besserversteher" viel Sinn machen. Bush wurde nachweislich gewählt, OBWOHL die Menschen mit wenigem einverstanden sind, was er bisher getan hat. Und das war alles nicht zum Besten. Nicht für Amerika und auch nicht für die Welt. Vielleicht ist es deshalb doch besser, darauf hinzuweisen (es zu kritisieren), statt es nur zu erklären oder gar zu verteidigen. Ändern wird sich dadurch nämlich nichts. Kerry mag die Wahl nicht gewonnen haben. Aber wenn GW Bush nicht so n' einfaches Gemüt ist wie man ihm nachsagt, wird er verstanden haben, dass er in Zukunft ein paar Dinge ändern muss - darunter fällt der Umgang mit den (ehemaligen?) Partnern und die Wirtschaftspolitik. Daran, dass er seine religiöse Verblendung ablegt, glaube ich nicht. Aber er sollte sich abgewöhnen die wissenschaftliche Arbeit zu behindern und angebliche Forschungsergebnisse für Regierungsgutachten fälschen zu lassen, um seine turbo-christliche Weltsicht wissenschaftlich "legitimiert" in Gesetzen unterbringen zu können.

    Dave

  7. #66
    Engel_07
    Benutzerbild von Engel_07
    raabi2000 postete
    Ich erlaube mir nicht, über das amerikanische Volk zu urteilen, dafür haben wir viel zu viel Müll vor der eigenen, europäischen, Haustür zu kehren.
    Wenn demnächst wieder irgendwelche Vollidioten Flugzeuge in amerikanische Hochhäuser fliegen, muss sich der einzelne US-Bürger dann aber auch nicht mehr fragen: "Was haben wir denn nur falsch gemacht, dass man uns so sehr hasst?", wie eine Frau in N.Y., die man nach den Anschlägen vom 09.11.01 regelmäßig im T.V. zu sehen bekam.

  8. #67
    Benutzerbild von Torsten

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    raabi2000 schrieb
    Auch wir befinden uns auf dem Weg, den die USA schon seit langer Zeit begehen. Und auch die Pressefreiheit wird in Europa langsam beschnitten. Das Persönlichkeitsrecht im "Privat"-Leben der Promis sei als Beispiel genannt.
    Die verlogene Larmoyanz der Medien hinsichtlich dieser Entscheidung ist schlicht unerträglich - den Paparazzi & Co. hätte schon viel früher juristisch das Maul gestopft werden sollen. Der Begriff der Pressefreiheit ist für einen nicht unerheblichen Teil der Medienlandschaft nichts anderes als ein Freibrief für Revolverjournalismus der übelsten Sorte, der sich anmaßt, mit den Schicksalen anderer Existenzen russisches Roulette zu spielen.

    Die von dir erwähnte Erweiterung des Persönlichkeitsrechts als fatalen Beginn zur Beschneidung der Pressefreiheit anzusehen, halte ich für übertrieben. Im Gegenteil, es war ein äußerst notwendiger Schritt, der meinen ganzen Applaus erntet - selbst, wenn er bisweilen problematische "Komplikationen" mit sich bringt.

    raabi2000 schrieb
    Weiter darf man wie oben schon erwähnt nicht vergessen, wie sehr die amerikanischen Medien zensieren und regierungshörig sind. Zumindest, was wirtschaftliche, politische und damit auch militärische Themen angeht. Moralische, christliche und verwerfliche Themen, wie eben die Clinton Affäre, werden dagegen ausgeschlachtet.
    Allein das ist ja schon ein Armutszeugnis, schließlich sind auch die Medien ein Teil der amerikanischen Bevölkerung.

    Zugegebenermaßen ist dies allerdings ein Punkt, der nachdenklich stimmt. Ist der gemeine US-Wähler tatsächlich schlecht informiert bzw. durch einseitige Berichterstattung so beeinflusst, dass er der politischen Verfehlungen eines GWB nicht gewahr wird? Ist die europäische oder außeramerikanische Informationskultur um ein solches Vielfaches kritischer, dass man den Bush-Wählern letztlich gar nicht wirklich böse sein kann? Das wäre ja dann quasi nix anderes als beim fundamentalistisch verblendeten Terroristen-Nachwuchs, dem ein Leben lang eingebläut wird, dass Amerika bzw. sein Anführer das personifizierte Böse sei...

    raabi2000 schrieb
    Ich erlaube mir nicht, über das amerikanische Volk zu urteilen, dafür haben wir viel zu viel Müll vor der eigenen, europäischen, Haustür zu kehren.
    Um Dave zuzustimmen: Wenn's danach ginge, bräuchtest du dein ganzes Leben lang deinen Mund nicht mehr für eine einzige Meinungsbekundung öffnen. Denn jegliche Kritik könnte man ja mit der Antwort kontern, du solltest ersma vor deiner eigenen Haustüre kehren...

    Zudem impliziert geäußerte Kritik nicht zwangsläufig, dass man sich nicht auch um seine eigenen Belange sorgt. Oder hast du etwa den Eindruck, es hier mit Leuten zu tun zu haben, die die hiesigen Verhältnisse penetrant in den Himmel loben und sich als ein Teil einer ach so überlegenen Gesellschaft betrachten?

    Abschließend sei erwähnt: Eine Meinungsbekundung ist letztlich immer ein Urteil - egal, wie elegant oder wortgewandt verpackt...

  9. #68
    Benutzerbild von 80sgirl

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    Zu diesem Thema kann ich nur auf diese Signatur meines Vorredners verweisen auch wenn ich die Worte "alkoholfreies Bier" durch "Fast Food" ersetzen würde und darüber hinaus auch nicht weiß, wer Volker Pispers ist. Wahrscheinlich ist das eine Bildungslücke, aber die wird ja vielleicht geschlossen. Hoffe ich zumindest.

    [quote]Was erwarten Sie denn noch? Ein Volk, das sich alkoholfreies Bier aufschwatzen lässt, das greift auch zu einer kompetenzfreien Regierung. (Volker Pispers)[/b]

  10. #69
    Benutzerbild von Tropical1

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    ist fast food nicht auch in Deutschland weit verbreitet? Oder hab ich das jetzt falsch verstanden?

  11. #70
    Benutzerbild von Mikesch1

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    die Wahl hat doch auch Vorteile, bei George W. weiss man wenigstens woran man ist.

    Der Schröder kann ihm jegliche Gefolgschaft zum Irak verweigern ( was bei Kerry weit schwieriger gewesen wäre)
    weiss man, dass er sich sein nächstes Kriegsziel wahrscheinlich schon ausgesucht hat (Iran) und die sind ja wirklich dran, MVW in die Hände zu kriegen, wie er allerdings die 60Mio in Schach halten will, ist ne andere Sache
    kann man nun mindestens 65 Mio amerikanischer Wähler vorhalten, dass die Wahl 2000 nicht bloss ein Unfall war und sie nicht gewusst hätten, wen sie da wählen

    was uns unter einem Presidenten Kerry erwartet hätte, weiss niemand. Sein erstes Ziel wäre jedoch gewesen die Nato ( D, Fr.) in den Irak zu verpflichten und daraus eine NATO Sache zu machen, laut Sondierung der deutschen Aussenpolitik, während des Wahlkampfes, denen standen die Haare zu Berge denn damit wäre Schröders letzte Trumpfkarte zur nächsten Wahl auch futsch gewesen

    Der Mikesch1

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