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Volkszählung 87 oder Datenschutz damals und heute

Erstellt von Robbie Yen, 17.03.2004, 09:49 Uhr · 2 Antworten · 1.271 Aufrufe

  1. #1
    Benutzerbild von Robbie Yen

    Registriert seit
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    Hallo zusammen,

    erinnert sich noch jemand an die Volkszählung von 1987 und das riesen Gedöhns drumherum? Ich hab den Aufstand, der damals um die paar lächerlichen Fragen gemacht wurde ehrlich gesagt nicht verstanden. Ich oute mich hiermit sogar als „Hilfs-Volkszähler“ (naja, ich war jung und brauchte das Geld...).

    Im krassen Gegesatz dazu steht das aktuelle „Um-sich-Werfen“ auch ziemlich persönlicher Informationen im Internet. Der „Laserdream-Ausschluß-Thread“ hat mir wieder mal deutlich gemacht, wie gläsern man –quasi so nebenbei – im Netz wird. Wenn ich heutzutage Irgendjemanden kennenlerne, der halbwegs aktiv im Internet ist (und nach dem dritten Bier auch noch leichtsinnigerweise seinen Nick ausplaudert), kann ich mir ohne Experte zu sein und ohne großen Zeitaufwand ein Bild von diesem Jemand zusammenpuzzeln. In kurzer Zeit weiß ich viele Dinge, von denen Derjenige bestimmt nicht will, daß sie allgemein bekannt sind. Von kriminellem Mißbrauch solcher Informationen mal ganz abgesehen...

    Ist das den meisten Usern bloß nicht klar, oder hat sich das Bewußtsein in punkto Datenschutz in den letzten 20 Jahren so verändert? Was meint Ihr?

  2.  
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  3. #2
    Benutzerbild von Bounty

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    ich denke, das jeder der sich im inet bewegt sich drüber klar ist bzw sein sollte, das er dort auch spuren hinterläßt. somit sollte man halt immer gut überlegen, was man alles so preisgibt. vor allem, man tut es freiwillig im gegensatz zu der zählung damals.

    ich erinner mich noch an die zählung...versteh auch, das man nach zig jahren, die statistiken mal aktuallieseren wollte. die zählung war annonym. kein name oder adresse. wer heute eine private HP hat, gibt mehr und vor allem persönlicheres über sich preis als bei der zählung damals.

    ich weiß noch, das ich damals dachte, das mein fragebogen ansich im nächsten monat schon wieder überholt ist, weil zum zeitpunkt der zählung war ich noch schülerin, einen monat später azubi mit einkommen...
    sicher gabs noch ne menge leute, die kurze zeit nach der zählung vllt a-los wurden, in rente gingen ect.
    somit fand ich damals, das die zählung ja auch schon wieder nicht mehr wirklich stimmt, wenn sie nach monaten/jahren ausgewertet wurde.

    und ich glaube jeder wird mit der zeit auch im inet vorsichtiger bei dem was er anklickt oder ausfüllt. wer vlt anfangs noch lustig diese fragebögen 'welche intressen haben sie? musik, filme, urlaub ect' ausgefüllt hat und anschliessend mit spammails, werbebriefen oder regelrechtem telefonterror von umfrageheinis genervt wurde, hat sich schnell eines besseren besonnen und übergeht sowas jetzt.

  4. #3
    Benutzerbild von Die Luftgitarre

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    Die Einstellung zu dem Thema hat sich in den 90ern radikal verändert, bzw. das Thema ist völlig "verschwunden"!

    Das hing damals ja aber auch mit einem völlig anderen politischen Klima zusammen. Die Kampagne gegen die Volkszählung war ja sehr linksliberal eingefärbt und speiste sich aus der Angst vor dem "1984"-Staat, d. h. es ging den Initiatoren des Boykotts nicht um ein paar nervige Werbebriefe, sondern sie sahen in der Volkszählung einen Schritt zur Aushebelung der Bürgerrechte und oder zur Ausschaltung politischer Opposition (womit sie wohl ihre eigene Bedeutung und Gefährlichkeit "etwas" überschätzt haben! *g*) Im Grunde war das immer noch ein Nachklingen des "68er-"Zeitgeistes: Die Kampagne gegen die Volkszählung 1987 folgte der gleichen Logik und entsprang einem ähnlichen Milieu wie die Kampagne gegen die Notstandsgesetze 1966 - 68.

    Daß das Thema in den 90ern quasi "verschwunden" ist, liegt daran, daß

    - die entsprechenden linksliberalen "Bedenkenträger" heute, in der TV-Quoten- und "Spaßgesellschaft" keinen Zugang mehr zu den Medien haben.

    - und daran, daß das ganze heute nicht mehr als Grrroooße Böööse Staatsaktion daherkommt, sondern so ganz alltäglich über lustige kleine Internet-Firmen.

    ---

    Ich kann mich übrigens noch erinnern, wie ich 1987 im Kino saß, auf den Film wartete und zwischen den Werbespots aufeinmal auch ein Aufruf zur Volkszählung kam ... der dann auch gleich mit Pfiffen und Buh-Rufen aus einigen Ecken des Kino-Saal quittiert wurde.

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