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Was wäre euch jetzt am liebsten?

Erstellt von waschbaer, 19.09.2005, 15:38 Uhr · 39 Antworten · 2.480 Aufrufe

  1. #1
    Benutzerbild von waschbaer

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    Nach dem derzeitigen Wahlergebnis und allen möglichen Gedankenspielen, die jetzt durchdiskutiert werden, was wäre euch jetzt am liebsten?

    Ich habe das mal bis zur Nachwahl in Dresden freigeschalten. Zur Anordnung der Reihenfolge (z.B. SPD - FDP - Grüne) habe ich einfach die erreichten Prozentzahlen der Zweitstimmen als Reihenfolge genommen. Um nicht jedesmal CDU/CSU tippen zu müssen, habe ich hierbei einfach Union geschrieben.

    Ach so: Auf die Farbe der Balken habe ich keinen Einfluss.

  2.  
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  3. #2
    Benutzerbild von Die Luftgitarre

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    Realistisch halte ich eine Große Koalition unter einem Kanzler Schröder im Augenblick für die beste Lösung. (Ich wäre natürlich auch für eine rot-rot-grüne Koalition, aber nur unter der Bedingung, daß die SPD ihren Kurs in wesentlichen Punkten korrigiert, und damit ist ja zumindest kurzfristig nicht zu rechnen.)

    Eine Große Koalition wäre die ehrlichste Lösung, denn so weit liegen SPD und CDU ja nun nicht auseinander und eine solche Koalition haben wir im Vermittlungsausschuß ja sowieso schon. Und ein Kanzler Schröder an der Spitze wäre immerhin eine schöne symbolische Niederlage des Medienkartells, welches seit Monaten versucht hat, eine "Wechselstimmung" in Deutschland herbeizuschreiben/-reden/-senden. *g*

  4. #3
    Benutzerbild von Torsten

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    Ich habe mich für eine Große Koalition unter einem anderen SPD-Kanzler entschieden. Das entspricht zwar nicht meinem Wunsch nach einer klaren politischen Richtung, aber angesichts der Verhältnisse im Bundesrat wäre eine Minderheitsregierung von rot-grün wohl fatal - sie hätte nicht das Druckmittel einer erneuten Legitimation durch die Mehrheit der Bevölkerung.

    Zudem hoffte ich darauf, dass ein solches Bündnis für Reformen mit humanem Gesicht stände. Das ist zwar ein Experiment, aber ich vermisse in der Politik ohnehin seit längerem eine gewisse Risikofreudigkeit. Nach dem Motto "schlimmer geht's eh kaum" bin ich der Meinung, dass man durchaus mal ausprobieren sollte, was uns eine solche Regierung bescheren würde (vorhersehen können das ohnehin selbst die klügsten Leute nicht).

    Ein anderer SPD-Kanzler deshalb, weil ich Schröders gestrigen Auftritt in der Elefantenrunde zwar amüsant und durchaus wahrhaftig fand, mir aber denn doch etwas Besseres an der Spitze vorstellen könnte als einen Mann, der nicht erst gestern wie ein mondäner Mafia-Boss wirkte.

  5. #4
    Benutzerbild von PostMortem

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    Auch wenn Schröder ihren Häuptling gestern fast zum Ausrasten gebracht hat und man übermütig einen Landtagsbeschluss gefasst hat, der eine Ampel ausschließt, halte ich eine Ampel für stabil, in der Westerwelle auf ein Ministerium der zweiten Reihe verschoben werden kann (mehr hätte die CxU ihm doch auch nicht zugestanden, Justiz etc.) und in der Grüne oder FDP zu einem Verzicht auf das Außenministeramt gebracht werden können. M. E. wird Schröder für eine Ampel aber auf seinen Weggefährten Joschka im Außenministerium nicht verzichten. Gerhard müsste also mit einem anderen schönen Amt zufriedengestellt werden und dürfte dann zum Trost sicher auch Vizekanzler sein, da die FDP so gut abgeschnitten hat. Solms kann dann von mir aus sogar Finanzminister werden, denn Eichel ist eh verbrannt und viel falsch machen kann man bei dem bisschen Gestaltungsfreiheit angesichts drückender Schulden eh nicht. Die Grünen dürfen dafür Schily beerben. Da liegen FDP und Grüne nach offiziellem Bekunden doch am ehesten auf einer Linie und die FDP dürfte die geringsten Bauchschmerzen haben, den Grünen die Verteidigung der Bürgerrechte zu überlassen. Nach den berauschenden Siegesfeiern wird die FDP-Basis sich das sicher nochmal überlegen.... und die hohen Herren in der FDP, die gerne noch ein Amt vorm Sterbebett einschieben möchten, werden auch ihre ablaufende Uhr zu spüren bekommen. Da kann sich in den nächsten Wochen noch viel tun. Bevor die Grünen schwarz und gelb auf einmal schlucken, werden die schon für eine rote Ampel zur Verfügung stehen.

    Warum bin ich dafür? Weil ich eine FDP nur im Bunde mit der CDU für den Teufel halte und eben nicht für ein Korrektiv. Sozialliberal geht schon.... UND weil ich überall lese, dass die Schnittmenge zwischen FDP und Grünen ja auf einmal doch ganz schön groß sein soll. Und wenn SPD und Grüne natürliche Partner sind, muss mit der FDP in der Ampel ja eine stabile Regierung möglich sein, wenn da so riesige Schnittmengen brach liegen. In Rheinland-Pfalz zeigt sich ja auch, dass SPD und FDP gut können. CDU und Grüne haben das auf Landesebene noch nie hinbekommen, SPD und FDP sogar schon auf Bundesebene. Die Ampel wäre eben mal was zum dran gewöhnen. Aber das schaffen die schon...

    PM

  6. #5
    Benutzerbild von Torsten

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    Macht es Sinn, auf etwas zu setzen, das von Westerwelle und anderen Partei-Obrigen kategorisch ausgeschlossen wird? Offensichtlich scheinen die Differenzen ja doch so groß zu sein, dass den Gelben diese Option völlig unmöglich erscheint.

    Und ob sich die schwarzen Bundesratler von dieser Ampel beeindrucken ließen, ist auch noch die Frage.

  7. #6
    Benutzerbild von synth66

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    1. Eine Ampel-Koalition mit Union, FDP und Grünen ist schon tot, bevor sie ihre Arbeit aufgenommen hat.

    2. Eine Ampel-Koalition mit SPD, FDP und Grünen wird es nicht geben, da ich Guido Westerwelle - vor allen Dingen seit gestern abend - abnehme, dass er sich nicht zum Kanzlermacher für einen zweitklassigen Schauspieler machen lässt.

    3. Eine große Koalition kann nur funktionieren, wenn die aktuell handelnden Köpfe weg vom Fenster sind. Die Wähler haben klar entschieden, dass sie weder Schröder noch Merkel als Kanzler wollen.

    Ich halte eine große Koalition unter Führung von Christian Wulff am wahrscheinlichsten. Voraussetzung für das Funktionieren ist aber, dass sämtliche Betonköpfe (und zwar auf beiden Seiten) abgesägt werden. Das heißt das sowohl Stoiber bleiben soll, wo er ist, als auch, dass der unerträgliche Müntefering sowie die finanzpolitische Büroklammer Eichel in den vorzeitigen Ruhestand entlassen werden. Über alles andere kann man reden.

    Viele Grüße.

    synth66.

  8. #7
    Benutzerbild von PostMortem

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    Torsten postete
    Macht es Sinn, auf etwas zu setzen, das von Westerwelle und anderen Partei-Obrigen kategorisch ausgeschlossen wird? Offensichtlich scheinen die Differenzen ja doch so groß zu sein, dass den Gelben diese Option völlig unmöglich erscheint.
    Macht es Sinn auf eine große Koalition ohne Schröder zu setzen, obwohl die SPD heute in ihren Gremien beschlossen hat, dass die SPD ohne Schröder nicht regieren wird?

    Gleiches gilt ja auch für die "Jamaika"-Ampel, denn Westerwelle & Co. haben jegliche "Ampeleien" ausgeschlossen. Deine Frage richtet sich also auch an die hier offenbar zahlreichen Fans dieser Variante. Ich glaube eben nicht daran, dass man solche kategorischen Haltungen bei der zu erwartenden Dynamik der nächsten Wochen so kategorisch durchhalten kann. Westerwelle wird in ein paar Tagen, wenn die "Schwampel" bei der CxU nicht mehr zum Träumen taugt und die SPD bei ihrem Führungsanspruch bleibt, Druck von der Basis, von den Medien und von seiner eigenen politischen Hauptklientel, den Unternehmern, bekommen. Dann wird man sehen, wie kategorisch kategorisch bei den Liberalen ist, wo ja nichtmal liberal wirklich liberal ist (denn das ist mehr als freier Markt und ab und an ein bisschen für Bürgerrechte mosern).

    EDIT: Ich muss mich korrigieren! Der ehrliche und zu all seinen Aussagen stehende Herr Westerwelle ist schon ein bisschen umgefallen. Auf SPON ist seit eben zu lesen ""Wenn jemand behilflich sein will, dass Schwarz-Gelb ins Amt kommt, bitte sehr", sagte Westerwelle mit Blick auf die Grünen." Naja.... soviel zu kategorischen Aussagen zu "Ampeleien".

    Und ob sich die schwarzen Bundesratler von dieser Ampel beeindrucken ließen, ist auch noch die Frage.
    Die schwarzen Bundesratler hängen auch z. T. von schwarz-gelben Bündnissen ab. Die Blockade wird also schwieriger. Wenn man das mal zu Ende denkt, wäre die Lage diesbezüglich dann in Wahrheit doch sogar besser als unter einer reinen Rot-Grünen Regierung. Unter dem Eindruck, dass man gegen den Bundesrat sowieso als SPD-geführte Regierung nichts mehr durchbekommt, hätte die SPD nach der Vertrausensfrage gar nicht mehr antreten brauchen, um sich ein neues Mandat zu verschaffen.

    PM

  9. #8
    Benutzerbild von synth66

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    PostMortem postete
    Unter dem Eindruck, dass man gegen den Bundesrat sowieso als SPD-geführte Regierung nichts mehr durchbekommt, hätte die SPD nach der Vertrausensfrage gar nicht mehr antreten brauchen, um sich ein neues Mandat zu verschaffen.
    Ich habe ehrlich gesagt auch noch nicht ganz intellektuell durchdrungen, warum man Neuwahlen verlangt, weil einem der politische Rückhalt in der eigenen Fraktion nicht mehr sicher ist, nun aber sich plötzlich für fähig und berufen hält, eine stabile Regierung bilden und führen zu wollen.

    Viele Grüße.

    synth66.

  10. #9
    Benutzerbild von PostMortem

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    synth66 postete
    PostMortem postete
    Unter dem Eindruck, dass man gegen den Bundesrat sowieso als SPD-geführte Regierung nichts mehr durchbekommt, hätte die SPD nach der Vertrausensfrage gar nicht mehr antreten brauchen, um sich ein neues Mandat zu verschaffen.
    Ich habe ehrlich gesagt auch noch nicht ganz intellektuell durchdrungen, warum man Neuwahlen verlangt, weil einem der politische Rückhalt in der eigenen Fraktion nicht mehr sicher ist, nun aber sich plötzlich für fähig und berufen hält, eine stabile Regierung bilden und führen zu wollen.

    Viele Grüße.

    synth66.
    Schröder hat doch offenbar schon 2002 auf eine große Koalition unter seiner Führung spekuliert.... das hat er wohl dieses Mal wieder getan, allen Lippenbekenntnissen zu Rot/Grün zum Trotz. Bis zum 17.9. hätte man ihn dafür wohl für völlig bescheuert gehalten. Seit gestern wissen wir, dass dazu nur haarscharfe 3-4 Bundestagssitze fehlen.

    Mit der CDU im Boot kann man als SPD-Kanzler locker mit dem Bundesrat auskommen...

    PM

  11. #10
    Benutzerbild von Die Luftgitarre

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    Torsten postete
    (...) mir aber denn doch etwas Besseres an der Spitze vorstellen könnte als einen Mann, der nicht erst gestern wie ein mondäner Mafia-Boss wirkte.
    Vielleicht macht er der CDU ja ein Angebot, das sie nicht ablehnen kann ...

    Aber im Ernst: Ich fand seinen Auftritt super (siehe Kommentar im anderen Wahlthread); er mußte genau so auftreten, um keinen Zweifel an seinem Machtwillen und Kanzleranspruch aufkommen zu lassen! Wenn er nur höflich angemerkt hätte, daß er auch gerne Kanzler einer Großen Koalition wäre und das dies verfassungsrechtlich möglich wäre, wäre das nur als theoretischer Einwand und als das übliche Zögern vor dem Rücktritt wahrgenommen worden und die Zeitungen hätten heute auf Seite 1 Merkel als kommende Kanzlerin präsentiert und damit machtpsychologisch vollendete Tatsachen geschaffen. Aber so bleibt alles offen.

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