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Was wäre euch jetzt am liebsten?

Erstellt von waschbaer, 19.09.2005, 15:38 Uhr · 39 Antworten · 2.476 Aufrufe

  1. #31
    Benutzerbild von sturzflug69

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    SPD/FDP unter Tolerierung der Linkspartei

  2.  
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  3. #32
    Benutzerbild von bubu

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    PostMortem postete
    Ich bin der Meinung, dass die Leute schon immer größtenteils auf Basis einzelner Aspekte gewählt haben. Und dieser "Aspekt" ist meistens die eigene Brieftasche. Das hat auch dieses Mal den Trend gekippt. Die um Schichtzulagen bangenden Schichtarbeiter haben z. B. allein deshalb schon sicherlich SPD gewählt. Das war aber früher kaum anders. Familien mit Kindern werden 1998 auch nicht gerade selten Schröder gewählt haben, weil die Zahnbehandlung ihrer Kinder sie nicht in die Armut treiben sollte... Die wenigsten Leute werden die Parteiprogramme der Partei die sie wählen jemals überblickt haben und sich immer mit zwei, drei Brocken begnügt haben. Das ist m. E. nicht neu.

    PM
    Was ich vor allem meinte: Der Stammwähler ist eine zunehmend aussterbende Spezies. Früher gab es das mal sehr ausgeprägt. Es guckt tatsächlich jeder nur noch auf sich. Ich behaupte aber, das hat zugenommen - natürlich wegen der zunehmend schwierigen wirtschaftlichen Lage. Früher haben die Leute nach meinem Gefühl noch mehr auf das Land im Allgemeinen geguckt, ideologische Gründe spielten noch eine größere Rolle. Und das Dritte: es gibt immer mehr Last-Minute-Wähler, die sich von einzelnen Aspekten einer Partei oder Personen viel stärker beeinflussen lassen als früher.

  4. #33
    Benutzerbild von PostMortem

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    bubu postete
    PostMortem postete
    bubu postete

    Es gibt das Bedürfnis nach Arbeitsplätzen -> mehr CDU, FDP, weniger SPD
    Also haben die Arbeiter die zum Großteil SPD wählen kein Bedürfnis mehr nach ihrem Arbeitsplatz? Sehr gewagt...

    PM
    Wenn mich nicht alles täuscht, gibt es Belege, dass die Schröder-SPD nicht mehr die klassische Arbeiterpartei ist. Wie es auch kein Automatismus mehr ist, dass sie die Gewerkschaften auf ihrer Seite hat.
    Das liegt aber nur daran, dass die Arbeiter in diesem Land durch Rationalisierung und Strukturwandel weniger geworden sind. Diejenigen die noch da sind, wählen sehr wohl immer noch größtenteils SPD. Allerdings werden die klassischen Arbeiter ja auch immer mehr von den Inhabern anderer Jobs niedrigerer Gehaltsklassen (aus dem einst gelobten Dienstleistungsbereich) ersetzt.

    Früher haben die 12.000 Arbeiter der Oberhausener Gutehoffnungshütte SPD gewählt, heute wählen eben die 8.000 Verkäuferinnen, Putzkräfte, Küchenhilfen und Teilzeitkräfte des auf diesem Gelände erbauten Einkaufspalasts "Centro" die SPD. Die CDU hat ja auch deutlich gemacht, dass sie mit dieser Klientel nichts anfangen kann, deswegen wanderte sie zurück zur SPD und zur Linkspartei (schöne Analyse dazu: http://www.spiegel.de/politik/debatt...375769,00.html).

    Die "neue" Erkenntnis, dass heute nicht mehr traditionell in der Familie von der Geburt bis zum Tod das gleiche gewählt wird, ist deshalb m. E. schonwieder überholt. Die CxU hat die Chance nicht genutzt die frisch gebackenen Wechselwähler für sich zu gewinnen, diese Enttäuschung wird nach diesem neoliberal geführten Wahlkampf noch nachwirken.

    Dem trägt ja auch Rechnung, dass die CxU eben nur auf ihre konservativen südlichen Hochburgen bauen kann und die "restlichen" 12 Bundesländer alle verloren hat. Die Leute wählen also immer noch stark geprägt entsprechend ihrer Wertevorstellungen (so wählen die stockkatholischen Cloppenburger ja auch immer noch mit >60% CDU, während das Ruhrgebiet und die Saar wieder dunkelrot sind). Da ist m. E. kein Raum für "Patchwork" (ein grässliches Wort, dass nicht Schnelllebigkeit umschreibt sondern selbst repräsentiert.... ;-).

    Das Ende der Lagerwahlkämpfe gilt m. E. deshalb heute hauptsächlich für die Konservativen. Niemanden in Deutschland, außer den südlichen Mitbürgern katholischer Herkunft, zieht es noch groß nach züchtigen konservativen Werten. Nach linker Politik war hingegen selten so viel Sehnsucht wie heute. Die relative Schwäche der SPD verdankt sie lediglich dem Spagat "sozial", aber gleichzeitig Reformpartei sein zu wollen.

    PM

  5. #34
    Benutzerbild von waschbaer

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    Die sog. Jamaika-Koalition scheint hier auch ihre Befürworter zu haben. Angeblich sei bei einer Emnid-Umfrage für den Nachrichtensender N24 heute auch herauskommen, dass der größte Teil der Befragten (allerdings nicht über 50%) diese Koalition erst einmal gerne sehen würden.

    Hier übrigens ein Link über die neue Wortschöpfung Jamaika-Koalition:

    http://www.tagesschau.de/aktuell/mel...F1_BAB,00.html

  6. #35
    Benutzerbild von Elek.-maxe

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    bubu postete
    Überhaupt noch ein paar Worte zur Linkspartei: Wir haben bei dieser Wahl etwas ähnliches erlebt, wie zu Anfang der 80er mit dem entstehen der Grünen. Eine neue Protestpartei hat sich gebildet (z.T. aus der SPD abgespalten). - damals aus ökologischen Motiven, heute aus sozialen. Auch damals wurden die Grünen auf das unsäglichste verunglimpft, keiner wollte mit ihnen zu tun haben, keiner gemeinsame Sache - es lief eine regelrechte Kampagne gegen sie. Selbiges ist vor dieser Wahl passiert und läuft auch jetzt noch. (...)
    Die PDS/Linkspartei hat sich nicht als Protestpartei gebildet. Das mögen die jetzt gern so darstellen, darum auch wieder eine Namensänderung. Vor der letzten Namensänderung hieß die PDS noch SED und hat Jahrzehntelang ein Land regiert und herunterwirtschaften lassen. (Übrigens im Antiimperialistischen Block mit den Parteien CDU (Ost) und den "Liberalen", die später zur FDP wurden und sich wie die Blockpartei-CDU ohne Probleme in die Westparteien eingliederten.)
    DAS ist das, was man der Linkspartei nachträgt. Man sollte seine eigene Geschichte nicht vergessen.

  7. #36
    Benutzerbild von PostMortem

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    Vor der letzten Namensänderung hieß die PDS noch SED und hat Jahrzehntelang ein Land regiert und herunterwirtschaften lassen. (Übrigens im Antiimperialistischen Block mit den Parteien CDU (Ost) und den "Liberalen", die später zur FDP wurden und sich wie die Blockpartei-CDU ohne Probleme in die Westparteien eingliederten.)
    DAS ist das, was man der Linkspartei nachträgt. Man sollte seine eigene Geschichte nicht vergessen.
    Da hast Du Recht! Allerdings kann man nicht im Land mit der PDS regieren und im Bund so tun, als wäre diese Partei eigentlich verbotswürdig. Auch da gilt m. E.: Sprechen müsste man, ausschließen dürfte man eigentlich deshalb vorher nichts und sagen, dass es im Bund nicht für eine gemeinsame Politik reicht dürfte man dann erst nach Verhandlungen. Auf jeden Fall sollte sich eine Ablehung der Linkspartei auf Inhalte begründen. Die heutigen knappen Sprachregelungen "Wir reden mit allen außer der Linkspartei" werden allerdings absolut unkritisch hingenommen. Die Medien und die Politik sind hier besorgniserregend gleichgeschaltet.

    Die Geschichte der "Blockflötenparteien" wurde im Gegenteil leider sehr schnell unter den Teppich gekehrt. Das die ruckzuck vereinigte CDU da mit so einer sauberen Weste da steht, während die Medien sich gleichzeitig mit einem SPD-Kanzler vor Gericht drum zanken, ob er sich seine Haare färbt, finde ich eigentlich ein Unding.

    Wenn man es ganz genau nimmt, wäre heute eigentlich selbst eine Angela Merkel für viele wegen ihrer FDJ-Vergangenheit unwählbar. Allerdings scheinen das viele Menschen gar nicht so recht zu wissen und meinen, sie wäre auch nur mal ganz harmlos im Blauhemd im Fackelzug mitgelaufen - so wie eben (fast) alle. Ich weiss nicht, warum die Linkspartei, die einen ehem. SPD-Ministerpräsidenten zum Spitzenkandidaten hat, so furchtbar pfui ist und von allen geschnitten wird, während die Position der "FDJ-Sekretärin für Agitation und Propaganda", die Merkel bis 1984 bekleidete und die somit ganz aktiv die SED-kompatible Gehirnwäsche der Jugend der DDR organisierte, eigentlich völlig ausgeblendet ist und von niemandem thematisiert wird.

    PM

  8. #37
    Benutzerbild von bubu

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    Hallo - die Linkspartei ist eine Fusion - oder wird bald eine sein - von PDS und WASG. Man sollte seine Geschichte kennen. Außerdem: auch in der PDS findet langsam aber sicher ein Generationenwechsel statt. Da reifen Personen heran, die historisch unbelastet sind. Wie lange will man diese Partei denn noch stigmatisieren? Seit der Einheit ist sie eine der stärksten Kräfte im Osten unseres Landes. Sie hat nicht vor, unsere Demokratie abzuschaffen. Sie bekennt sich zum Grundgesetz. Also, was ist das Problem? Ist es nicht eine unsägliche Arroganz, dies selbst 15 Jahre später immer noch zu ignorieren?

    Im Übrigen darf ich daran erinnern, dass nach dem Zweiten Weltkrieg jede Menge Nazis in die CDU/CSU und die FDP abgetaucht sind. Hat da mal jemand gesagt - mit denen reden wir nicht???

  9. #38
    Benutzerbild von DeeTee

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    bubu postete
    Im Übrigen darf ich daran erinnern, dass nach dem Zweiten Weltkrieg jede Menge Nazis in die CDU/CSU und die FDP abgetaucht sind. Hat da mal jemand gesagt - mit denen reden wir nicht???
    Ja, die KPD, 1950, und Teile der SPD (als es um die Wiederbewaffnung, 1954/55, ging).

    DeeTee

  10. #39
    Benutzerbild von bubu

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    DeeTee postete
    bubu postete
    Im Übrigen darf ich daran erinnern, dass nach dem Zweiten Weltkrieg jede Menge Nazis in die CDU/CSU und die FDP abgetaucht sind. Hat da mal jemand gesagt - mit denen reden wir nicht???
    Ja, die KPD, 1950, und Teile der SPD (als es um die Wiederbewaffnung, 1954/55, ging).

    DeeTee
    Hat ja viel gebracht.

  11. #40
    Benutzerbild von DeeTee

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    Was hätte es bringen können? Die Regierung Adenauer hat auch gegen 75% der Bevölkerung (nach Umfrage seinerzeit) die Wiederbewaffnung durchgesetzt. Und die Wehrpflicht gegen den erbitterten Widerstand der SPD ebenfalls.

    DeeTee

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