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Wart Ihr wählen?

Erstellt von Dazzle, 22.09.2002, 17:56 Uhr · 121 Antworten · 6.863 Aufrufe

  1. #91
    Benutzerbild von Feenwelt

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    Jenseits aller Unsachlichkeiten und Arroganzvorwürfe hat McFly auch Argumente angebracht.
    Nicht zur Wahl zu gehen mit (zumindest einer) Begründung, man sei nicht ausreichend informiert, halte ich ebenfalls für suspekt. Was ist schon ausreichend? Reicht es, wenn ich den hier oft verlinkten Wahl-O-Mat anschaue und mir dort die Ziele der einzelnen Parteien durchlese? (Was dem Normalbürger ausreichen sollte, um wenigstens eine schnelle Meinung zu fassen.)
    Reicht es, wenn ich die dort zitierten Meinungen in den Original-Parteiprogrammen studiere? (Was besser, aber natürlich zeitraubender ist.)
    Oder sollte ich mich aktiv in einer Partei engagieren, um möglichst nahe am Geschehen zu sein? (Was immer noch tendenziös bleiben wird.)
    Ich schätze, daß ein Großteil der deutschen Wähler demzufolge uninformiert sind. Trotzdem haben knapp die Hälfte gewählt.
    Mit Sicherheit ist heutige Politik opportunistisch - das war sie im Übrigen schon immer. Auch die Nationalsozialisten sind durch Opportunismus an die Macht gekommen. Ändern kann man das wohl nur, wenn man trotz allem seiner Linie treu bleibt - dazu allerdings muß man wählen gehen.

  2.  
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  3. #92
    Benutzerbild von ICHBINZACHI

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    Kurz und bündig > Endlich merkt die SPD, daß es so nicht weitergehen kann und die deprimierten Gesichter bei der "Wahlparty" sind nur gerecht, so sieht die Mimik des Volkes schon lange aus

  4. #93
    Benutzerbild von compagnies

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    Das ist vielleicht ein sehr reduzierter Votum!

    1. Kann es nur in diese Richtung weitergehen (zumindest unter Beibehaltung dieses Systems).

    2. Ist die Mimik des deutschen Volkes (ich nehme an, das meinst Du) gezeichnet von einem Wohlstandsgrinsen.

    3. Haben die (ehemals) Roten auch einen Koalitionspartner, der aus dieser Wahl gestärkt heraus ging ...

  5. #94
    Benutzerbild von Raccoon

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    Eigentlich wollte ich erst gar nichts zum Thema sagen - die Meinungen gehen arg auseinander, Politik ist eben keine leichte Kost.

    Am Ende war ich gar nicht wählen. Ich war erst etwas zerknirscht: Ich gehöre zu denen, die der Ansicht sind, wenn man meckert, soll man auch Kreuzchen machen gehen, um es "denen zu zeigen, über die man zu meckern hat". Aus verschiedenen Gründen, wirklich ohne Absicht, kam ich nicht dazu.

    Als ich die ersten (mich nicht überraschenden) Ergebnisse hörte, grübelte ich: Wen verdammt nochmal hätte ich bloß gewählt?

    Da mein Vertrauen in die heutige Politik und in die Parteien extrem gesunken ist, hätte ich wohl in der Kabinie gesessen und am Ende was Klitzekleines oder ungültig gewählt. Offenbar dachten sehr viele so: Die Zahl der Ungültig-Wähler ist ja in Deutschland fast um das Doppelte angestiegen.

    Es wunderte mich nicht einmal, daß die SPD am Abend im TV so lange Gesichter machte. Ich halte einige Leute da teilweise für abgehoben, weltfremd, absolut überhaupt nicht mehr bürgernah. Die schlafen anscheinend, wenn es um Stimmungsumfragen in Deutschland geht.

    Die Leute haben ihrer Stimmung nun auf diese Weise Luft verschafft. Mich wundert's nicht.

    Beste Grüße, Raccoon

  6. #95
    Benutzerbild von French80

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    Also... ich war wählen... Nicht unbedingt, weil ich mich für eine bestimmte Partei 100%ig einsetzen möchte, sondern, um etwas zu verhindern.... nämlich folgendes:

    Präsidentenwahl 2002 in Frankreich:

    Ergebnisse 1. Runde:

    Wähler im Verzeichnis: 41 194 689
    Wähler, die gewählt haben: 29 495 733
    Gültige Stimmen: 28 498 471
    Nicht-Wähler: 11 698 956 (ca. 28%)

    Ergebnisse:

    M. CHIRAC Jacques 19,88% (rechts)
    M. LE PEN Jean-Marie 16,86% (rechtsradikal)
    M. JOSPIN Lionel 16,18% (links)

    Folge: in der zweiten Runde gab es einen Duell zwischen einer rechten Partei und einer rechtsradikalen Partei... (Was ist hier bitte schön zwischen rechts und links ausgewogen?)


    Ergebnisse 2. Runde:

    Nicht-Wähler: 20,3 %

    Ergebnisse:

    Chirac: 82,2 %
    Le Pen: 17,8 %

    Da hat Frankreich sozusagen Glück gehabt… (nur sozusagen... Chirac war wohl das kleinste Übel bei dieser Auswahl...)

    Durch die hohe Stimmenthaltung in der ersten Runde hat die rechtsradikale Partei einen Riesenvorteil gehabt... und das ist das, was oft passiert, wenn man nicht wählen geht: man unterstützt solche Parteien.... Und DARAN sollte man denken, wenn man der Meinung ist, man geht nicht wählen...

    Eine positive Auswirkung hatte es: es gab in der 2. Runde mehr Wähler...

    Außerdem: es gibt viele Völker, die kein Wahlrecht haben... Und allein aus Respekt sollte man wählen gehen... Die aktuelle politische Ideologien mögen vielleicht nicht die Besten sein... und ich kann das verstehen, dass man enttäuscht ist, und vielleicht kein Vertrauen mehr in der Politik hat... aber allein, um dieses Recht zu behalten, sollte man wählen gehen...

    Die Nicht-Wähler unterstützen oft (wenn auch unfreiwillig und vor allem UNBEWUSST) solche extremistische Parteien...

  7. #96
    Benutzerbild von DeeTee

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    @Torsten:
    Deine Antwort auf McFly in Post 84 finde ich auch etwas daneben. So bitte nicht!

    @Thema:
    Der von Torsten genannte Essay, den Bubu ursprünglich gepostet hat, ist zwar sehr interessant, aber er ist nur eine Interpretation unserer wirtschaftlichen Wirklichkeit und dass macht ihn keineswegs zwingend richtig. In der TP und in der FR sind seid Jahren ähnliche Artikel zu finden, die genau die gleichen Aspekte unter verschiedenen Gesichtspunkten beleuchten. Politik und v. a. Wirtschaftspolitik ist ein dickes Brett, dass sich nicht mal eben mit einem mäßig eloquenten Essay erschlagen lässt. Selbst Leute mit nachgewiesenem Fachverstand kommen in vielen Fragen zu gegensätzlichen Ergebnissen. Richtig ist aber, dass die Handlungsoptionen insbesondere der Politiker, aber auch der Wirtschaftsoberen zunehmend geringer werden. Wir wirtschaften nicht mehr (aktiv), sondern die wirtschaftlichen Ereignisse passieren uns (passiv). Ich wage zu bezweifeln, dass sich dieses System noch kontrollieren lässt.

    Der Vorwurf an die Politiker, den Torsten formuliert, letztlich dass sie zu kurzfristig und visionslos denken und agieren, ist imho richtig (und u. a. einen Folge der Mediengesellschaft), er trifft aber für die von den Börsenkursen gehetzten Unternehmen mitsamt den Managern ebenso.

    Letzteres sieht man am besten am Beispiel der 16jährigen Kohl-Regierung. Keine andere Regierung hat es so offenkundig zugelassen, dass die Wirtschaft (v. a. große und mittelständische Unternehmen) den Staat so offenkundig ausgeplündert haben. Alles unter dem Deckmantel der Wirtschaftsförderung, der Standortsicherung, der Subventionsgerechtigkeit usw. Das dahinter stehende Prinzip ist schon über 200 Jahre bekannt: Die Gewinne privatisieren, die Kosten auf die Öffentlichkeit abwälzen (d. h. den Staat => d. h. den Steuerzahler). Mein Vorwurf an die SPD ist, dass sie dieses Spiel zu 110 % übernommen hat. Die wenigen SPD-Politiker, die dass wirklich durchschaut haben, konnten/können sich nicht durchsetzen (Engholm, Lafontaine, Matthäus-Maier als Beispiel).

    Ich gehe trotzdem wählen, um zu verhindern, dass das relative Übergewicht der imho falschen Parteien nicht noch größer wird.

    Grüße
    DeeTee

  8. #97
    Benutzerbild von Heiko

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    ... jede nicht gewählte Stimme, ist eine Stimme für die falsche Partei ...

  9. #98
    Benutzerbild von Torsten

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    DeeTee postete
    Deine Antwort auf McFly in Post 84 finde ich auch etwas daneben. So bitte nicht!
    Doch, genau so! Wo bitteschön sind wir hier eigentlich, dass man sich für eine harmlose Meinungsbekundung dermaßen ans Bein pinkeln lassen muss?

    Ich werde mich zukünftig auch nicht mehr auf Debatten einlassen, in denen ich ersma diverse Unterstellungen anderer korrigieren muss; hatte eigentlich gedacht, dass diese Zeiten hier überwunden seien. Bevor man derlei Vorwürfe in den Raum stellt, könnte man ja auch erst einmal nachfragen.

    Mein eigentlicher Fehler war, überhaupt etwas zu diesem Thema geäußert zu haben. Mir fehlt momentan nämlich die Zeit (und auch ein wenig die Schreib-Lust), meine Sicht der Dinge näher auszuführen. Werde mich aus diversen Gründen aber sowieso weitestgehend aus dem Forum ausklinken (und manchen Usern hier damit sicher einen Gefallen erweisen )...

    Von daher betrachtet meinen Beitrag am besten als gegenstandslos. Sorry für den Disput, aber derlei Provokationen muss man auch nicht grundsätzlich hinnehmen.

  10. #99
    Benutzerbild von DeeTee

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    @Torsten:
    Ich meine, der herablassende Ton hätte nicht nötig getan und eskaliert solche Meinungsunterschiede hin zu Streitigkeiten. Muss nicht sein

    Werde mich aus diversen Gründen aber sowieso weitestgehend aus dem Forum ausklinken (und manchen Usern hier damit sicher einen Gefallen erweisen)
    Ersteres fände ich sehr schade und zweiteres trifft auf mich definitiv nicht zu. Man kann unterschiedlicher Meinung sein und sich trotzdem mögen. Auch wenn manche dazu scheinbar unfähig sind. Außerdem: Was schert es den Mond, wenn ihn die Hunde anheulen ...?

    Grüße!
    DeeTee

  11. #100
    Benutzerbild von waschbaer

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    @Torsten

    Ich fand jetzt auch nicht, dass McFly sich so sonderich im Ton vergriffen hat. Er hat lediglich versucht, auf seine Position aufmerksam zu machen.

    Ich selber kann es akzeptieren, wenn jemand von der derzeitigen Politik einfach die Schnauze voll hat. Ich habe mir auch lange hin- und herüberlegt, ob ich wählen gehen soll, jedoch empfand ich es als sinnvoller in die Wahlkabine zu gehen.

    Was mich wundert ist, dass die meisten Politiker sich dann nur wieder selbst gefeiert haben. In meiner örtlichen Zeitung standen auch ziemlich viele Interviews mit lokalen Politikgrößen und selbst diejenigen, deren Parteien deutlich verloren haben, haben dies noch versucht schön zu reden.

    Weshalb schaffen es wohl die heutigen Politiker nicht mehr, viele Leute an die Urnen zu bringen? Hierüber sollten sie sich mal Gedanken machen, als danach entweder in kollektiver Selbstdarstellung bzw. gegenseitigen oder kompensatorischen Schuldzuweisungen (die auch richtig abstrus sein können: -> die Leute waren nicht wählen, weil der Zeitpunkt für die Wahl durch die Fußball-EM einfach ungünstig liegt. Da will doch jeder nur die Spiele im Fernsehen anschauen) zu versinken.

    Es wäre wahrscheinlich wirklich mal interessant, die Nichtwähler anzuschreiben (deren Daten hat man ja, d.h. also nichts leichter als das) und sie zu bitten, ihre Gründe darzulegen. Sicherlich kommt man da auch auf einen großen Prozentsatz "Wahlfauler" (um McFly zu zitieren), die generell nie an einer Wahl teilnehmen, aber ich kann mir genausogut vorstellen, dass man Leute antrifft, die das (diesmalige) Nichtwählen aus bewusstem Protest (und wohl nichts anderes wollte Torsten mit seinem Posting ausdrucken) antrifft. Und gerade aus diesen Aussagen, sollten Politiker die richtigen Schlüsse ziehen können.

    Faktum ist für mich leider auch, dass es mittlerweile in der Politik (egal ob auf Landes-, Bundes-, oder Europaebene) nicht genug schillernde Persönlichkeiten gibt, die noch eine gewisse Ausstrahlung haben und auch ihre Visionen (die langfristig sein sollen) vermitteln können. Ich selber habe in den 80er Jahren mal als junger Spund (gut ich war 16) den damaligen Bundespräsident Richard von Weizsäcker kennengelernt. Ihm habe ich wirklich abgenommen, was er versucht hat zu vermitteln. So ein Carisma hat einfach keiner der aktuellen Politiker. Am ehesten vielleicht noch - und das obwohl ich seine Partei noch nie gewählt habe - Joschka Fischer. Und das aber auch nur mit deutlichen Abstrichen gegenüber Weizsäcker.

    Ansonsten Torsten fände ich es schade, wenn du dich zurückziehst, denn ich habe deine Beiträge (egal ob zu Musik oder was weiß ich was), sowohl sprachlich, als auch inhaltlich immer mit sehr großem Interesse gelesen. Also mir würdest du damit absolut keinen Gefallen damit tun. Ehrlich nicht.

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