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Wart Ihr wählen?

Erstellt von Dazzle, 22.09.2002, 17:56 Uhr · 121 Antworten · 6.867 Aufrufe

  1. #21
    Engel_07
    Benutzerbild von Engel_07
    Da fällt mir doch noch ein Sponti-Spruch aus den 80ern ein: "Wer seine Stimme abgibt, hat sie verloren!"

  2.  
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  3. #22
    Benutzerbild von Dazzle

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    Das mit der Mülltonne is mir im Fernsehen gar nicht so aufgefallen...
    Das ist schon irgendwie peinlich, wer hat das denn in des Kanzlers Wahllokal organisiert???

    Bei ner Wahlniederlage von Schröders Regierung hätte das Bild ja absoluten Symbol-Charakter gehabt - Bild des Jahres? - aber auch ohne dem ist es einfach grotesk, aba lutzig!!!

    PS: Selbst die fast völlig technologisierten Japsen gehen noch persönlich an die Wahlurne!

  4. #23
    Benutzerbild von imperium22

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    Die PDS hätte ruhig drei Direktmandate bekommen können. Dann fehlt nämlich die Partei aus dem Linken Lager für die Demokratie.

    Den CDU Wähler muß auf jeden Fall klar gewesen wenn die gewonnen hätten und Krieg vor hatten dann währen die Öl Preise noch schlimmer geworden.

    Denn das kennt man als Nachfolge jedes Krieges egal wo. Noch ein Grund ich werde wohl keinen Wessi wie Stoiber wählen der vor gibt zu wissen wie es im Osten ist und das er da viel ändern kann.

    Der hat gar keine Ahnung wie es im Osten ist und ändern kann er das auch nicht. Denn eins ist ja wohl klar nicht der Staat hat die Macht sondern die großen Unternehmen und Banken.

    Deshalb ist es ja erstaunlich wieviele Leute denken das sich was ändert bei den ganzen Partein.

    Die haben schon lange nix mehr in den Griff.

    Macht das Kapitals halt. Aber wie gesagt ich war froh das die SPD dann noch wieder gewählt wurde denn so schlimm war die ja doch nicht. Aber wie gesagt meine Stimme war eindeutig....

    Na ihr wert euch das schon denken.
    Aber so falsch kann das ja nicht gewesen sein da im Osten viele die Partei wählen und das Sie da immer dritt stärkste Partei ist. Nur im Westen ist die nicht so gut! Aber ist ja auch eine Partei des Ostens.

    Also sagt mal wenn Ihr gewählt habt. Das interessiert mich einfach mal.
    Und ich denke das ist ein friedlicher Chat und wir streiten uns ja nicht.


  5. #24
    Benutzerbild von Stefan Rammler

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    imperium22 postete
    Den CDU Wähler muß auf jeden Fall klar gewesen wenn die gewonnen hätten und Krieg vor hatten dann währen die Öl Preise noch schlimmer geworden.
    Na dann warte einmal ab, welchen Benzinpreis uns die guten
    Grünen auftischen werden. Und wenn es hart auf hart kommt
    wird der Schauspieler Schöder schon klein beigeben um das
    Verhältnis zu den Amis zu retten.

  6. #25
    Benutzerbild von Torsten

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    Also die Diskussion um die Wahllokale und das Wahlverfahren finde ich ja sehr kurios ...

    Ehrlich gesagt: Was interessiert mich das Ambiente, in dem ich mich maximal fünf Minuten aufhalte (und das ist schon viel!)? Reingehen, Kreuzchen machen, rausgehen – fertig!

    Okay, über den miesen Zustand der Schulen kann man durchaus diskutieren, aber dafür wäre ein eigener Thread (an dem ich mich auch beteiligen würde) wesentlich besser geeignet.

    Und das Wahlverfahren? Wenn ich zu der obigen Diskussion Stellung beziehen müsste, würde ich mich wahrscheinlich für die altbackenen Kreuzchen auf Papier entscheiden, die dann mühsam per Hand ausgezählt werden müssen.

    Und zwar nicht aus irgendwelchen technischen oder rechtlichen Gründen, sondern einzig allein deshalb, weil der "Veranstaltung" durch ein rein elektronisches Prozedere einfach der gewisse Charme genommen würde, das sie derzeit noch hat.

    Ich bin neuen und erleichternden Techniken gegenüber durchaus aufgeschlossen, halte aber überhaupt nix von absoluter Technikgläubigkeit und dem Bestreben, zukünftig jeden kleinsten Furz per Knopfdruck erledigen zu können oder gar müssen. Diese Entwicklung ähnelt einer sich ständig aufplusternden Blase, die irgendwann mal ganz heftig platzen wird.

    Im Fernsehen waren ja auch hin und wieder kurze Reportagen zu sehen, wo über diese stellenweise erstmals eingesetzten Wahlautomaten berichtet wurde (einige wurden z. B. in Köln oder Dortmund aufgestellt). Was dabei rauskam, war klar: Ältere Mitbürger, die mit aktueller Technik nicht vertraut sind, hatten auch nach mehrmaligen Erklärungsversuchen seitens der Wahlhelfer ihre Probleme (so sehr, dass einige dieser Wahlhelfer mit den Nerven schon ziemlich runter waren). Also wenn ich in solchen Momenten dort als Wartender gestanden hätte und Minuten hätte warten müssen, weil’s aufgrund der Technik nicht voran geht, hätte ich auch einen dicken Hals bekommen ...

    QBert verweist darauf, dass mit einem elektronischen Verfahren die Ergebnisse wesentlich schneller feststehen würden. Da hat er unbestreitbar Recht, und genau das würde dem Wahlabend aber doch seinen eigentlichen Reiz nehmen!

    Meine Güte: Da ist einmal in vier Jahren Bundestagswahl, nur alle Jubeljahre zudem so spannend wie dieses Mal – und dann soll das Resultat schon um 20.00 Uhr feststehen? Nee, nee, nee – da gehört dann auch ein stundenlanger Nervenkitzel dazu. War doch allein wunderbar zu beobachten, wie sich der überhebliche Eddy Stoiber schon am frühen Abend als Sieger fühlte, um dann hinterher ganz derbe auf die Schnauze zu fallen – ich hab mich jedenfalls köstlich amüsiert!

    Bei einem solchen Kopf-an-Kopf-Rennen wie dieses Mal wäre ein kurzfristig feststehendes Wahlergebnis für mich so gewesen, als würde man ein mit Spannung erwartetes Fußballspiel direkt per Elfmeterschießen entscheiden!

    Naja, letztlich gibt’s natürlich für beide Meinungen gute Gründe – in diesem Falle plädiere ich für die altmodische Methode!

    Kommen wir aber zum Wichtigsten: Der Politik an sich! Um zunächst auf’s Eröffnungsposting von Dazzle zu antworten: Auch ich war wählen. Konkret: Erststimme SPD, Zweitstimme für die Grünen.

    Klassische Koalitionswahl von mir also. Denn wie hieß es im Vorfeld so schön: Zweitstimme ist Joschka-Stimme! Und einen solch kompetenten und charismatischen Außenminister gilt es schließlich zu erhalten!

    Abgesehen von den politischen Schwerpunkten sind mir auch die Persönlichkeiten der rot-grünen Koalition wesentlich sympathischer als ein Großteil von Stoibers Schattenkabinett. Zwar sollte man sich ja immer anhand der Partei-Programme entscheiden, aber ich kann nicht bestreiten, dass ich zumindest unterbewusst sicherlich auch augrund persönlicher Präferenzen meine Meinung bilde (ach, wär das schön, wenn Gregor Gysi in der SPD wäre ... )

    Und zu QBerts Bemerkung über die "Meckerköppe über 65" möchte ich noch Folgendes sagen:

    Wahrscheinlich bezog sich die Bemerkung allgemein auf die heutige Generation, nicht speziell auf die Politiker unserer Tage. Abgesehen davon, dass ich eine derartige Verallgemeinerung nicht nachvollziehen kann, muss ich diesem Spruch aber zumindest in Teilbereichen zustimmen (und ich bin gerade mal 31!). Dies soll aber eventuell mal an anderer Stelle diskutiert werden; einen Thread, der thematisch ungefähr in diese Richtung geht, wollte ich sowieso mal irgendwann posten ...

    Wenn man die Bemerkung aber auf einen Großteil der heutigen Politiker anwendet, kann ich dem nur beipflichten! Ist ja schließlich kein Geheimnis, dass es früher noch eine Großzahl echter Persönlichkeiten gab und nicht so einen Haufen weichgekochter, nichtssagender Langweiler. Man denke nur an die derben Auseinandersetzungen zwischen Wehner und Strauss, gegen die sich die heutigen Bundestagsdebatten ausnehmen wie Kaffeekränzchen!

    Wenn im Bundestag Fischer oder Gysi sprechen, sind das schon echte Highlights, auf die man heutzutage warten muss. Reden, die echten Klartext mit Verve und Unterhaltungswert bieten, sind doch mittlerweile so rar wie alte Robin-Gibb-CDs ...

    Klasse-Leute wie Norbert Blüm oder Heiner Geissler sind ja nun leider in politischer Rente; wenn ich dann an solch substanzlose Vorzeige-Kotzbrocken wie Friedrich Merz (man achte mal auf seine ekelhafte Mimik) oder Laurenz Meyer denke (absolute Prototypen des klassischen Unsympathen), wird mir schlecht. Auch außerhalb der CDU (damit nicht der Eindruck entsteht, ich wäre hier parteiisch) gibt es natürlich Leute, die man eigentlich nicht mehr sehen mag: Franz Müntefering, Rezzo Schlauch (allein dieser Name ...aaarrrgh!) oder Jürgen Tritt-Ihn haben in Talk-Runden ebenfalls einen extrem hohen Nerv-Faktor.

    Irgendwann letzte Woche lief im Vorfeld der Bundestagswahl nachts auf WDR ein wunderbares Zeitzeugnis: Eine Talkrunde von 1980 mit den führenden Köpfen der großen Volksparteien, drei Tage vor der damaligen Entscheidung, ob Strauss oder Schmidt Bundeskanzler wird. Anwesende: Franz-Josef Strauss, Helmut Kohl, Helmut Schmidt und Hans-Dietrich Genscher.

    Das Ganze dauerte zweieinhalb oder drei Stunden und war hochinteressant zu beobachten. Bemerkenswert war vor allem der gepflegte Gesprächsstil: Da konnten bis auf ganz wenige Ausnahmen (bei sehr harten Vorwürfen) die jeweils gerade Sprechenden auch konsequent ausreden, auch wenn die Ausführungen mal etwas Zeit in Anspruch nahmen. Der politische Gegner notierte sich derweil seine diversen Einwände kurz auf einem Notizzettel, um anschließend genauso ausführlich darauf eingehen zu können. Mein Gott, war das eine Wohltat im Gegensatz zu heutigen Debatten! Wer nur einmal "Sabine Christiansen" gesehen hat – die ich im Gegensatz zu Maybrit Illner übrigens für unfähig halte, eine solche Gesprächsrunde zu leiten – weiß, wovon ich spreche ...

    Die damalige Runde war zehntausendmal interessanter als die beiden Pseudo-Duelle, die in den letzten Wochen für eine völlig überzogene journalistische Hysterie gesorgt haben. Da ging’s stellenweise knüppelhart zur Sache; vor allem die Tiraden des Cholerikers Strauss und die darauf folgenden intellektuell-belehrenden Entgegnungen von Helmut Schmidt waren absolute Highlights! Kohl war schon damals so unsympathisch wie während seiner Regierungszeit, Genscher war der sachlich-ruhige, bedächtige Pol, der sich kaum provozieren ließ. Also eine wunderbare Mischung aus echten Typen, die sich gegenseitig hart, aber fair die Meinung geigten – Wahlkampf at it’s best!

    Am geilsten war, dass Helmut Schmidt während dieser Debatte etliche Zigaretten qualmte und sich zwischendurch sogar Schnupftabak reinzog. Das stelle man sich mal in heutigen Sendungen vor!

    Zumindest in dieser Hinsicht kann man also tatsächlich das altbekannte Klischee bemühen: Früher war alles besser!

  7. #26
    Benutzerbild von Imaginary Boy

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    @QBert
    O wei, auch noch ne Tonne in Signalfarbe!! Ich glaube, ICH war fixiert darauf, KEINE Mülltonne zu sehen...naja, was solls?!

    Jo, was ich gewählt habe: FDP, die angebliche Spaßpartei, die einzige, nicht zu radikale Alternative zu den grünen Ökoköppen (wenn ich diese alternativen Hampelmänner in ihren Strampelanzügen mit den Hella-gefärbten "Frisuren" in der Fußgängerzone sehe, wechsel ich direkt die Straßenseite, aus Angst davor, daß doch ein paar Läuse und Flöhe überspringen könnten) und den beiden Zentrumsparteien ist, die sich ja in nix unterscheiden. Hab gute Kontakte zu nem "hohen" Tier bei der SPD, der in unserem Wahlkreis u.a. bei Landtagswahlen zur Wahl stand, und selbst er meint, Unterschiede gibt es nur noch minimale, z.b. in der Formulierung, und wenn sich CDU und SPD in einem Punkt mal gar nicht einig sind, dann ist er so unbedeutend, daß es Otto Normalverbraucher einen leisen Furz interessiert.

    Hauptgrund für meine Wahl war die Abschaffung der Ökosteuer und der Stop des Kernenergieausstiegs.
    Ökosteuerabschaffung deswegen, weil so ein kleiner Endspurt in Sachen Umweltschutz, wie die ÖS einer ist, ein Tropfen Wasser auf nen heißen Stein ist. Es ist nicht mehr lang hin, bis die Erdölreserven erschöpft sind und dann muß man sich ja zwangsläufig umstellen. Die paar Tonnen CO2 Emission, die verhindert werden, machen den Unterschied in den verbleibenden rund 70-80 Jahren mit Erdöl auch nicht. Und eigentlich wird die Emission auch gar nicht verhindert, der Autofahrer zahlt einfach zähneknirschend seine Mack mehr, und es ist gut! Deshalb fährt er lange noch nicht weniger, wenn er auf seinen mobilen Untersatz angewiesen ist.
    (Vorübergehender!) Stop des Ausstiegs deshalb, weil noch kein befriedigender (umweltschonender) Ersatz für Kernenergie da ist. Die Methoden gibt es zwar schon, aber noch nicht zur Genüge, um die verlorenene Energie zu kompensieren. Statt dessen wieder vermehrt auf fossile Wärmekraftwerke umzusteigen ist das Gegenteil eines Fortschritts, ehrlich gesacht ne Sauerei, denn diese Mengen an CO2-Ausstoß haben wirklich verherende Auswirkungen auf die Umwelt, die nicht meht toleriert werden dürfen!
    Die Eskapaden von Möllemann waren mir eigentlich ziemlich JAcke, d.h. sie haben mich nicht davon abgehalten, meine Stimme den Gelben zu geben. Nur weil sich einer querstellt, darf nicht die ganze Partei mit in den Dreck gezogen werden. Wer das trotzdem tut, dem fehlt irgendwie ein bißchen der Weitblick für sochen Angelegenheiten. Vielleicht stellt sich der Gute ja in Zukunft bei den Braunen zur Wahl, bei der FDP wird er wohl kaum noch unterkommen.

    Gruß Irvine

  8. #27
    Benutzerbild von midnight_angel

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    na logo war ich wählen...wie schon einer meiner Vorposter gesagt hat: wer nicht -obwohl er die Möglichkeit hatte- gewählt hat, der hat auch kein Recht zu meckern.

    Ich finde es erschreckend, wie gleichgültig manche Leute gegenüber dem politischen Geschehen sind. Sie wollen alle komfortabel und sicher leben, aber erwarten, das dies von alleine geschieht, sozusagen wie Manna vom Himmel fällt. Das kanns doch nicht sein......

    Natürlich ist hier nicht alles Gold was glänzt, aber die Leute die so über Herrn Schröder und die derzeitige Bundesregierung schimpfen, sollten sich doch mal folgende Tatsachen klar machen:

    NIEMAND wäre in der Lage gewesen, das auszubügeln, was Herr Dr. Kohl in 16 verbockt hat...auch wenn es unklug war, irgendwelche Versprechen (Halbierung der Arbeitslosigkeit usw.) zu machen. Der Schröder versucht wenigstens, was zu verbessern....und er steht hinter dem, was er sagt, auch wenn er dann Gefahr läuft sich mit den "Freunden" in der USA zu verkrachen. Der Stoiber ist nichts anderes wie machtgeil. In den Duellen (auch wenn die absolut nicht aussagekräftig waren, gebe ich zu) hat er nichts anderes gemacht, wie ins Wort zu fallen, schwerwiegende Fehler zu unterstellen und auf Fragen nicht zu antworten. In den Antworten des Herrn Stoiber war nur heiße Luft...*pffft*....wie ich finde. Ich weiß schon, warum viele Leute den Stoiber wählen wollten: er ist der Prototyp des netten grauhaarigen Großvaters mit intakter Familie und einem immerwährenden (Gott, wie ich dieses Dauergrinsen hasse) Lächeln, ohne irgendwelche Scheidungen oder "Skandälchen". Leider zählen bei vielen Wählern irgendwelche Äußerlichkeiten...ist schon erschreckend, oder??

    Außerdem geht es uns hier immer noch um einiges besser wie in den meißten anderen Ländern. Dafür sorgt unser gutes soziales System (in Relation gesehen!!). Wusstet ihr zum Beispiel, das es in Spanien sowas wie eine Rentenversicherung nicht gibt?? Wenn da ein alter Mensch keine Familie mehr hat oder jemand anderen, der ihn unterstützt, dann...ja dann...ist er echt "im Pech" um mich mal vornehm auszudrücken. Wieso wissen viele die Vorteile in Deutschland eigentlich nicht zu schätzen, sondern hacken immer noch auf den -natürlich vorhandenen- Nachteilen rum?? Man sollte dem Herrn Schröder die Chance geben, seine Ideen umzusetzen.....und dann kann man immer noch urteilen, ob er seine Sache gut oder schlecht gemacht hat.

    Das ist meine Meinung. Eigentlich wollte ich nur schreiben, das ich wählen war....aber ohne das ich wusste, wie mir geschah, stand hier der laaaange Text :-))

    Viele Grüße, Antje

  9. #28
    Benutzerbild von
    @ Irivine

    Zum Thema Möllemann und "Nur weil sich einer querstellt, darf nicht die ganze Partei mit in den Dreck gezogen werden. Wer das trotzdem tut, dem fehlt irgendwie ein bißchen der Weitblick für sochen Angelegenheiten", kann ich Dir nur widersprechen. Das Beispiel Möllemann hat mir nur klar gemacht, dass die FDP handlungsschwach ist. Man ist nichtmal in der Regierung und hat es relativ leicht personelle Konsequenzen zu ziehen. Trotzdem hat man (Westerwelle) Möllemann im Sommer gewähren lassen und das hatte nun wirklich verherende Konsequenzen bis zum israelischen Staatschef, Westerwelle's Spießrutenlaufen in Israel ist nicht vergessen. Nur weil das so gut wie ungesühnt blieb, konnte es überhaupt zu einem erneuten Ausraster kommen. Anderen vorwerfen, dass sie X Minister verschlissen haben, ist leicht, wenn man selbst nichtmal in solchen Fällen (und zudem nur interne) Konsequenzen zieht.

    Deshalb und weil die jünglich-schnoddrigen Straßen-Wahlkämpfer, die mir vorkamen wie eine schlechte "Jo ey, komm auch zu Beach-Party Alda, hier hast Du Zettel"-Kopie, mit der "wahren" FDP nichts zu tun haben (schau Dir die tatsächlichen FDP-Köppe doch mal an, das ist nach wie vor eine Wirtschaftspartei, die sich überlegt hat, wie sie im Wahlkampf mal an ein paar Stimmen mehr kommt).

    Wie man sich jetzt nach der Wahlniederlage gegenseitig runtermacht, schreit laut raus in die Welt: Gut das ihr uns nicht gewählt habt, wir sind auch noch gar nicht wieder bereit dafür!

    Ich hatte immer ein Faible für Sozial-Liberales Revival, aber nicht mehr seit sich die FDP so präsentiert, wie sie es seit 1-2 Jahren (noch?) tut. Eine echte liberale Partei, gibt es in Deutschland nicht. Und wenn überhaupt, dann kommen für mich persönlich ausgerechnet die Grünen mit ihren Vorstellungen dem ganzen noch am nächsten.

    Öko-Steuer find ich übrigens gut, man kann nicht alles immer nur egoistisch nach dem Geldbeutel und einem "ich will aber so weitermachen wie bisher"-Gefühl beurteilen. Selbst Töpfer gibt das zu und der ist bekanntlich aus der CDU. Deine Argumentation, dass sie nicht genug bringt, ist für mich irgendwie nicht nachvollziehbar. Wenn sie nicht genug bringen sollte, muss man eben noch was anderes machen, aber nicht anfangen einen Baustein wieder abzuschaffen, weil er allein noch nicht das große Ziel erreicht... Für mich eine komische Begründung Deinerseits, zumal es nicht stimmt, dass alle so weiterfahren wie bisher: Der Benzinverbrauch sank z. B. zwischen 2000 und 2002 um satte 12%. Langfristig wird er weiter sinken, denn das die Autos nun langsam aber sicher immer sparsamer werden, ist nicht zu übersehen. Ohne teures Benzin, gibt es keinen Grund sparsame Autos zu bauen, siehe USA.

    Was den Ausstieg aus der Kernenergie angeht, finde ich jede weitere Diskussion über eine Rücknahme müßig. Die Industrie WILL es doch gar NICHT, das sollte man endlich mal zur Kenntnis nehmen. Für wen will man das Gesetz dann zurücknehmen? Im übrigen braucht es nunmal Druck. Wenn Kennedy gesagt hätte, ich will zum Mond, wenns geht schnell, wäre man vielleicht 1985 dort gelandet. Das hat er nicht getan, er forderte etwas was eine große Herausforderung bedeutete und es hat geklappt. Innerhalb von 3 Jahrzehnten eine Energieversorgung hinzukriegen, die umweltfreundlich und leistungsfähig ist, ist nicht gerade unmöglich, es ist einfach nur eine Herausforderung. Wie viel sich in 30 Jahren verändert, sehen wir bei einem Blick zurück ins Jahr 1972. An unverbleite 3L Lupos war da nicht zu denken, an blauen Himmel über der Ruhr schon gar nicht. Von daher bin ich da sehr optimistisch und sehe auch keine Alternative. Jede Diskussion über eine Rücknahme des Atomausstiegs ist eine Diskussion die niemandem etwas nutzt, weil das niemand, aber auch wirklich niemand will.

    QBert

  10. #29
    Benutzerbild von Imaginary Boy

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    Thema Möllemann
    Und ob manchen Leuten der Weitblick fehlt! Natürlich waren die ersten Äußerungen (wie die Aktion vor kurzem) von Möllemann dumm ohne Ende und er schadete der FDP damit auch ungemein. Ähnliche Ausrutscher gab es ja so manche in letzter Zeit (Friedrich -„Leitkultur“ - Merz, der kürzliche Däubler-Gmelin-Aussetzer, etc.), aber was mich mehr anekelt, ist die Art, wie das hochgeputscht wird. Ich verüble es dem Friedman nicht, dass er sich anfangs beleidigt fühlte, aber dass dieser arrogante Affe selbst nach mehrmaligen Entschuldigungen Möllemanns und selbst nach Wochen immer noch darauf bestand, dass Westerwelle mit diesem kurzen Prozess machen solle, war für mich der springende Punkt bei der Angelegenheit. Möllemann war ziemlich beliebt vor seiner ersten Eskapade und einer der Imageträger schlechthin (trotz seines etwas spießigen Erscheinungsbild...) und das Drängen Friedmans Wahlkampf hoch drei, um seine eigene Partei zu stärken, indem er der FDP Schaden zufügte. Letztendlich denke ich ging es ihm nur um diesen genannten Punkt; keiner kann mir erzählen, dass er den Rausschmiss Möllemanns nur aufgrund noch bestehender Ehrverletzung (nenn es, wie du willst) verlangte! Er hatte zu diesem Punkt einen Aufhänger gefunden, mit dem er der FDP einen mächtigen Imageverlust bringen konnte und den versuchte er rigoros zu nutzen, was ihm ja auch teilweise gelungen ist, wenn man sich die rückgängigen Prozentpunkte nach diesem Theater anguckt.
    Westerwelle hat für mich genau richtig reagiert und das ganze durchschaut und Möllemann den Rücken gestärkt. Ein Rauswurf hätte schlimmere Konsequenzen gehabt, da dann innerhalb der Partei die Fetzen geflogen wären und letzlich die öffentliche Meinung aufgekommen wäre, wonach bei der FDP auch nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen sei, wie es nach außen scheine.
    Heute sind wir natürlich schlauer, wir (und vor allem Westerwelle) wissen, dass das kein Ausrutscher von Möllemann, sondern seine Überzeugung war. Damals, wie gesagt, wusste es keiner und man hätte es nur vermuten können. Friedman tat letzteres ohne irgendwelche Beweise. (Merz hätte man ja auch ganz leicht als Nazi hinstellen können aufgrund seines unglücklich gewählten Ausdrucks, tat es aber nicht, sondern wies ihn nur zurecht, was schlimm genug für sein Image war). Es ist doch normal, dass sich (aus der damaligen Sicht) jemand mal bei so nem heiklen Thema verhaspelt, aber genau so normal und selbstverständlich muss es sein, die Entschuldigungen des „Übeltäters“ anzunehmen und Gras über die Sache wachsen zu lassen. Dass Friedman schließlich richtig lag, macht ihn mir kein bisschen sympathischer, bei seiner Sendung (läuft die überhaupt noch?) zappe zur Strafe ich grundsätzlich weg. Dass Westerwelle Möllemann dann aber vor ner Wochen radikal abgeschossen hat, macht mir den Guido um einiges mehr sympathisch, da er seine Entscheidung bei Vorliegen klarer Gründe trifft.

    Was das Erscheinungsbild der Gelben in den letzten Jahren betrifft...weiß nicht...mit dem trendy-andy-Wahlkämpfern kann ich selber nicht sehr viel anfange, bin eher von der Politikmacherei überzeugt. Aber was man denen im Vergleich zu den grünen Helferlein zugute kommen lassen muß: schnodderisch oder schmuddelisch sind die nicht (jedenfalls bei uns in Koblenz!)!!

    Zu dem anderen Punkten schreib ich hier die Woche vielleicht auch noch was, wenn sich Zeit findet!

    Gruß Irvine

  11. #30
    Benutzerbild von Michi

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    @QBert
    Möllemann hat seine Faltblatt-Aktion mit niemandem (auch nicht mit dem Landesverband NRW) abgesprochen. Von da aus kann von einer Handlungsschwäche nicht die Rede sein - man hat einfach nicht mehr rechtzeitig eingreifen können.

    Aber noch etwas: Trendy-Andy-Wahlkämpfer sind mir eigentlich bei der FDP nicht mehr oder minder aufgefallen, als bei den anderen Parteien auch.
    Die, von denen du sprichst, sind JungLiberale... So treten aber JuSos u.a. auch auf. Mit dem Unterschied, dass mir die hübsche JuSo-Dame eine Broschüre in die Hand drückt, auf dem geschrieben steht: "...mit weniger als 35 % Staatsquote ist ein Land nicht zu regieren..." - PENG! Dazu noch der obligatorische "Ich wähle Doris ihren Mann seine Partei"-Aufkleber - PENG!
    Als friedliebender Freier Demokrat werde ich natürlich nicht gewalttätig, sondern handle, wie ein zivilisierter Mensch. Zusammenknüllen und ab in den Müll. Lustig fand ich's aber trotzdem. So viel geballten Blödsinn auf ein Mal bekommt man schließlich nicht jeden Tag zu lesen

    Gut. Und nach der Wahl ist schließlich vor der Wahl. Das einzig erfreuliche an der neuen alten Regierung ist die Einberufung von Clement zum Superminister. Hat allerdings auch einen faden Beigeschmack: Unsere Niete von Landesfinanzminister übernimmt nunmehr den Vorsitz... PENG! Ich geb' mir echt noch die Kugel.

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