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Wer ist eigentlich ein Besserverdiener?

Erstellt von PostMortem, 12.07.2005, 15:52 Uhr · 34 Antworten · 5.239 Aufrufe

  1. #1
    Benutzerbild von PostMortem

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    Hallo zusammen,

    ich diskutiere in den letzten Tagen, wie sicherlich einige, im Hinblick auf die kommenden Wahlen und die Vielzahl der in den Wahlprogrammen und Äußerungen vorkomnmenden Abgabenaspekte, die Vorzüge gewisser politischer Angebote bzw. eigener Ideen.

    Dabei stelle ich immer wieder fest, dass es doch ein ziemlich undurchsichtiges Gehaltsgefüge in Deutschland gibt. Dementsprechend gibt es auch sehr unterschiedliche Vorstellungen davon, was eigentlich ein Besserverdiener ist. Es kommt wohl auch sehr darauf an, wieviel man selbst verdient und für wie gut man dieses Gehalt empfindet. Für manche ist einer einfach ein Besserverdiener, wenn er besser verdient als man selbst. Die Leute selbst haben dazu aber meistens eine ganz andere Meinung und zeigen weiter nach oben.....

    Also, was (wer) ist Eurer Meinung nach ein Besserverdiener?

    PM

  2.  
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  3. #2
    Kinderfresser
    Benutzerbild von Kinderfresser
    Was ein Besserverdiener ist? M.M. nach leider keine deiner obigen Definitionen. Allerdings kommt die vorletzte meiner am nächsten. Ich würde es etwas anders formulieren und zwar nicht "wer mehr als das deutsche Durchschn.-Einkommen verdient" sondern vielmehr "wer mehr als 150% des deutschen Durchschn.-Einkommens verdient".

    Wobei ich jetzt keine Ahnung vom deutschen Durchschn.-Einkommen habe. Deswegen kann man über die 150% streiten, aber ungefähr würde ich's definieren.

  4. #3
    Benutzerbild von DeeTee

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    Hi!
    Du stellst hier zweifelsohne eine interessante Frage.

    Der Durchschnittsverdienst eines Arbeiters lag in 2004 bei 2507,- Euro/Monat und eines Angestellten bei 3384,- Euro/Monat. Das bezieht sich imho auf die Tariflöhne. Außertarifliche Löhne von höheren Angestellten sind statistisch da nicht berücksichtigt.
    Q: http://www.destatis.de/indicators/d/lrverueb.htm

    Was man in Deutschland so verdient, hat gerade die SZ aufbereitet:
    Link: http://www.sueddeutsche.de/jobkarrie...l/126/44082/1/

    Zur Frage direkt: Was ein Besserverdiener ist, hängt imho auch von der Anzahl derjenigen ab, die von dem Gehalt leben müssen. 60.000 Euro sind für eine vierköpfige Familie in München nicht unbedingt viel, während 60.000,- Euro für ein kinderloses Paar in Rostock ziemlich viel ist.

    Pauschal und auf Einzelpersonen bezogen (ohne Ansicht der Personenzahl im Haushalt) ist ein Besserverdiener derjenige, dessen monatliches Gehalt im Schnitt doppelt so hoch liegt wie das Durchschnittsgehalt aller (Tarif-)Arbeiter und Angestellten. Das wären dann etwa 70.000,- Euro pro Jahr. Das scheint mir zunächst ein sinnvoller Wert zu sein. Ob man diese Gehaltsgruppe allerdings steuerlich stärker belasten sollte, bedarf der Diskussion.

    Grüße!
    DeeTee

  5. #4
    Benutzerbild von frasier

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    Die Beitragsbemessungsgrenze der Krankenversicherung (46.800 € p.a. bzw. 3.900 € monatlich für 2005) ist eine gute Orientierungsmarke.

  6. #5
    justmusic
    Benutzerbild von justmusic
    DeeTee postete
    Hi!
    Du stellst hier zweifelsohne eine interessante Frage.

    Der Durchschnittsverdienst eines Arbeiters lag in 2004 bei 2507,- Euro/Monat und eines Angestellten bei 3384,- Euro/Monat. Das bezieht sich imho auf die Tariflöhne. Außertarifliche Löhne von höheren Angestellten sind statistisch da nicht berücksichtigt.
    Q: http://www.destatis.de/indicators/d/lrverueb.htm


    Grüße!
    DeeTee
    Da frag ich mich doch glatt, wer sich jeden Monat meine fehlenden 2000€ einsteckt!

    Mal Spaß beiseite, ich denke diese Zahlen sind definitiv zu hoch!

  7. #6
    Benutzerbild von PostMortem

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    just music postete
    DeeTee postete
    Hi!
    Du stellst hier zweifelsohne eine interessante Frage.

    Der Durchschnittsverdienst eines Arbeiters lag in 2004 bei 2507,- Euro/Monat und eines Angestellten bei 3384,- Euro/Monat. Das bezieht sich imho auf die Tariflöhne. Außertarifliche Löhne von höheren Angestellten sind statistisch da nicht berücksichtigt.
    Q: http://www.destatis.de/indicators/d/lrverueb.htm


    Grüße!
    DeeTee
    Da frag ich mich doch glatt, wer sich jeden Monat meine fehlenden 2000€ einsteckt!

    Mal Spaß beiseite, ich denke diese Zahlen sind definitiv zu hoch!
    Das sind ja Bruttoverdienste... Warum vermutest Du, dass sie zu hoch angesetzt sind? Weil Du weniger verdienst oder weil Du noch mehr Vergleichswerte ansetzt die auf ein niedrigeres Gefüge schließen lassen?

    PM

  8. #7
    Benutzerbild von PostMortem

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    DeeTee postete
    Zur Frage direkt: Was ein Besserverdiener ist, hängt imho auch von der Anzahl derjenigen ab, die von dem Gehalt leben müssen. 60.000 Euro sind für eine vierköpfige Familie in München nicht unbedingt viel, während 60.000,- Euro für ein kinderloses Paar in Rostock ziemlich viel ist.

    Pauschal und auf Einzelpersonen bezogen (ohne Ansicht der Personenzahl im Haushalt) ist ein Besserverdiener derjenige, dessen monatliches Gehalt im Schnitt doppelt so hoch liegt wie das Durchschnittsgehalt aller (Tarif-)Arbeiter und Angestellten. Das wären dann etwa 70.000,- Euro pro Jahr. Das scheint mir zunächst ein sinnvoller Wert zu sein. Ob man diese Gehaltsgruppe allerdings steuerlich stärker belasten sollte, bedarf der Diskussion.

    Grüße!
    DeeTee
    Ich glaube mal, dass es insgesamt kaum möglich ist, irgendeinen Index oder eine Rechenformel hinzubekommen, die es ermöglich Besserverdiener nach Berücksichtigung der Kopfanzahl ihres Haushalts zu messen.... Letztendlich sind zum Ausgleich der Nettoverdienste ja dann auch die Steuerklassen da.

    Aber die regionalen Unterschiede sollte man im Grunde genommen berücksichtigen. Genauso wie ich es am unteren Ende nicht verstehen kann, warum und wie jemand in München mit den gleichen Hartz IV Leistungen existieren soll wie jemand in einem ostfriesischen Kaff, lässt sich mit 50.000 Euro Jahresverdienst in Hamburg nicht der gleiche Lebensstandard finanzieren, wie das beispielsweise in Bottrop der Fall wäre.

    Auch deshalb habe ich manchmal das Gefühl, dass vornehmlich in ländlicheren oder auch größeren aber strukturschwachen / schrumpfenden Regionen solche Verdienste bereits als "Besserverdienst" angesehen werden. Persönlich betrachte ich die Schallmauer von 50.000 durchaus als "Gutverdiener"-Verdienst. Aber "Besserverdiener" ist m. E. jemand der wirklich in der Lage ist ein Haus zu bauen und dabei trotzdem mindestens einen 3er BMW / Audi A4 / C-Klasse zu fahren (ohne sich dafür wirklich zusätzlich zu verschulden) und eine Frau und zwei oder mehr Kinder zu ernähren ohne sich deshalb wirklich den Gürtel enger zu schnallen. Dafür müssens m. E. schon an die 80.000 sein, also eine Position als fachliche Spitzenkraft, Abteilungsleiter ("Außertarifliche" eben), Top-Consultant oder Selbstständige mit ordentlich laufenden Geschäften.

    Verdienste um 50 oder 60 Tausend empfinde ich persönlich als Gutverdienst über den man sich kaum beklagen kann, da viele kleine Angestellte oft nur die Hälfte verdienen - das allerdings auch nur brutto. Netto wird der Abstand nicht klein aber relativer - dafür gibts ja die Steuerprogession. Oft sind diese Gehaltsunterschiede ja auch nicht unbegründet. Für eine qualifizierte Tätigkeit gutes Geld zu bekommen, empfinde ich deshalb noch nicht sofort als Besserverdienst, nur weil viele Menschen weniger verdienen. Es gibt eben einfacherere und qualifiziertere Tätigkeiten für die es einen gewissen "Marktwert" gibt der dafür gezahlt wird. Da muss es schon eine gewisse Spanne nach oben geben, ohne das man direkt zu den Bonzen gezählt wird. Schlimm wirds nur wenn zwei das gleiche machen und dort horrende Gehaltsunterschiede bestehen. Da sind wir in Deutschland aber m. E. auch teilweise selbst Schuld, machen wir doch ein Riesengeheimnis aus unserem Gehalt. Würde jeder am Monatsende seinen Gehaltszettel aufhängen, würde sowas vermutlich nicht passieren...

    PM

  9. #8
    Benutzerbild von waschbaer

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    @PM

    Zustimmung in Bezug auf Gutverdienst und Besserverdienst. Genauso Zustimmung mit den Steuerklassen. Als Single zahle ich da eh wesentlich mehr als ein Verheirateter oder als ein Familienvater.

    Trotzdem ist es mittlerweile so weit bei uns, dass man als unverheirateter und kinderloser Mann schon fast als asozial und als Sozialschmartotzer angesehen wird. In irgendeinem anderen Thread wurde ja hierauf schon mehrfach eingegangen.

  10. #9
    Benutzerbild von Feenwelt

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    Ich finde die Frage besonders dann schwierig, wenn man es auf den Stundenlohn rechnet. Ich arbeite beispielsweise für ein Grundgehalt, das in diesem Rahmen hier wohl als das eines "kleineren Angestellten" eingestuft würde. Allerdings mache ich pro Woche etwa 10 Überstunden und komme so (nicht ganz) auf das Durchschnittsgehalt eines Angestellten.
    Wenn ich das mal auf "Besserverdiener" übersetze, z.B. auf den Chef meines Chefs, dann weiß ich, daß der - gemessen an seinen Stunden - nicht das Dreifache verdient, sondern "nur" etwa das Doppelte. Ist er deshalb ein "Besserverdiener"?

  11. #10
    justmusic
    Benutzerbild von justmusic
    PostMortem postete
    just music postete
    DeeTee postete
    Hi!
    Du stellst hier zweifelsohne eine interessante Frage.

    Der Durchschnittsverdienst eines Arbeiters lag in 2004 bei 2507,- Euro/Monat und eines Angestellten bei 3384,- Euro/Monat. Das bezieht sich imho auf die Tariflöhne. Außertarifliche Löhne von höheren Angestellten sind statistisch da nicht berücksichtigt.
    Q: http://www.destatis.de/indicators/d/lrverueb.htm


    Grüße!
    DeeTee
    Da frag ich mich doch glatt, wer sich jeden Monat meine fehlenden 2000€ einsteckt!

    Mal Spaß beiseite, ich denke diese Zahlen sind definitiv zu hoch!
    Das sind ja Bruttoverdienste... Warum vermutest Du, dass sie zu hoch angesetzt sind? Weil Du weniger verdienst oder weil Du noch mehr Vergleichswerte ansetzt die auf ein niedrigeres Gefüge schließen lassen?

    PM
    Ich red auch von Brutto!

    Nun ich bin irgendwo noch Berufsanfänger, und wenn ich mein Gehalt mit denen meiner ehemaligen Mitschüler vergleiche, dann hab ich recht viel! Wenn ich in andere Berufsgruppen gucke, auch bei Freunden, die schon einige Jahre im Berufsleben stehen, dann hab ich ungefähr genauso viel.

    Folglich müssen doch etliche andere weitaus mehr verdienen als der Durchschnitt angibt, was ich mir aber nicht vorstellen kann in unserer wirtschaftlichen Situation. Oder die Durchschnittswerte sind einfach zu hoch!

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