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Wer ist eigentlich ein Besserverdiener?

Erstellt von PostMortem, 12.07.2005, 15:52 Uhr · 34 Antworten · 5.236 Aufrufe

  1. #11
    Benutzerbild von MarioN

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    DeeTee postete
    Der Durchschnittsverdienst eines Arbeiters lag in 2004 bei 2507,- Euro/Monat und eines Angestellten bei 3384,- Euro/Monat. Das bezieht sich imho auf die Tariflöhne. Außertarifliche Löhne von höheren Angestellten sind statistisch da nicht berücksichtigt.
    Q: http://www.destatis.de/indicators/d/lrverueb.htm

    Was man in Deutschland so verdient, hat gerade die SZ aufbereitet:
    Link: http://www.sueddeutsche.de/jobkarrie...l/126/44082/1/
    Solche Statistiken sorgen ja immer wieder für viel Gesprächsstoff. Mich würde ja mal interssieren, wie diese zustandekommen. Und dazu gleich die Frage: wer wird "im Osten" eigentlich nach Tarif bezahlt? In meinem Bekanntenkreis wirken diese Zahlen jedenfalls immer wieder utopisch hoch. Da muß ich schon einige Monate arbeiten gehen (43 Std.-Woche), um an diesen Durchschnittsverdienst ranzukommen Und, ja, ich meine Brutto.

  2.  
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  3. #12
    Benutzerbild von PostMortem

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    just music postete
    Nun ich bin irgendwo noch Berufsanfänger, und wenn ich mein Gehalt mit denen meiner ehemaligen Mitschüler vergleiche, dann hab ich recht viel! Wenn ich in andere Berufsgruppen gucke, auch bei Freunden, die schon einige Jahre im Berufsleben stehen, dann hab ich ungefähr genauso viel.

    Folglich müssen doch etliche andere weitaus mehr verdienen als der Durchschnitt angibt, was ich mir aber nicht vorstellen kann in unserer wirtschaftlichen Situation. Oder die Durchschnittswerte sind einfach zu hoch!
    2.507 - 2000 = 507,
    3.384 - 2000 = 1.384....

    wir reden also von einem Verdienst zwischen 507 und 1.384 Euro brutto. Letzteres habe ich in etwa 1994 (also vor 11 Jahren!) nach meiner Ausbildung verdient, also auch als Berufsanfänger..... Da sich diese Tarif-Gehälter allein aufgrund der Tariferhöhungen mittlerweile ziemlich nach oben bewegt haben, sehe ich solche Einkommen heute ehrlich gesagt schon als Geringverdienst an und frage mich, wie man davon eine Familie ernähren können sollte.

    Die von DeeTee aus den Übersichten des Bundesamts für Statistik gezogenen Zahlen passen für mich eigentlich ganz gut ins Bild das ich gewonnen habe.
    Teilweise lassen sich große Gehaltsunterschiede gut begründen (kein Job soll abgewertet oder beleidigt werden, aber die Verantwortung und das KnowHow eines Anästhesisten oder eines Anwendungsentwicklers ist im Endeffekt höher zu bewerten, als die eines Herrenausstatters oder eines Friseurs - die Damen mögen an die männlichen Begriffe die "Innen" anhängen usw.), teilweise ist es schon schockierend was für Unterschiede entstehen, nur weil man in der "falschen" Branche arbeitet. So verdient ein Einkäufer oder Netzwerk-Administrator in einem metallverarbeitenden Betrieb locker mal das 1 1/2fache des Kollegen aus der Textilbranche - bei kürzerer Arbeitszeit und besseren Sozialleistungen.

    PM

  4. #13
    Benutzerbild von DeeTee

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    @all: Ich denke schon, dass die Durchschnittswerte stimmen, auch wenn manche (jüngere) Boardteilnehmer das als zu hoch empfinden.

    Hier gibt es den (noch) aktuellen Bundesangestelltentarifvertrag:
    Link: http://vkm-baden.de/verguetung/verguet.htm (Bei der Berechnung bitte den Ortszuschlag und die allgemeine Zulage nicht vergessen.)

    Ein Akademiker bekommt nach BAT in aller Regel die Gehaltsstufe IIa, ältere Akademiker (> etwa 50 Jahre) vor allem in Einrichtungen des Bundes haben zumeist BAT Ib (Untere Verwaltungsleiter, Lehrkräfte usw.), jüngste Akademiker (< 35 Jahre) bekommen z. T. nur BAT III, bei den Ländern und Kommunen im Osten nur BAT IV).

    Eine gelernte Erzieherin bekommt als Gruppenleiterin im Kindergarten und einem Alter von > 40 Jahren durchaus BAT Vb, in Leitungsfunktion bis IVb)


    Der gefühlt zu hohe Durchschnitt der Einkommen hat auch was mit der Altersstruktur der Angestellten zu tun. Die Entlohnung steigt - leistungsunabhängig - mit dem Alter. (Das wird mit dem neuen "BAT" - heißt jetzt "TVÖD" - anders werden.)

    Grüße!
    DeeTee

  5. #14
    Benutzerbild von ihkawimsns

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    Abgesehen davon muss man auch bedenken, dass ein Mittelwert allein nur bedingt aussagekräftig ist, da z.B. schon wenige Menschen, die deutlich mehr als im Mittel verdienen, eben dieses Mittel kräftig nach oben reißen können. Bei Arbeitern wird dieser Effekt weniger gravierend sein, aber bei Angestellten kann ich mir schon beträchtliche Unterschiede vorstellen.

  6. #15
    justmusic
    Benutzerbild von justmusic
    Dann bitte ich mal, einen Blick in aktuelle Stellenausschreibungen zu werfen!

    Meine Mutter bekommt zur Zeit Jobs angeboten (Vollzeit), bei denen der Verdienst (brutto) bei 1200€ liegt!

    Und meine Mutter hat studiert, der Abschluss ist heute gleichwertig mit Dipl.-Ing. (FH), und sie ist bestimmt kein Berufsanfänger mehr!

    Ne Freundin (knapp 30) ist Fremdsprachensekretärin, arbeitet seit Lehrabschluss in der Firma und bekommt 1700€ brutto!

    Ich selbst bin Technischer Zeichner (HKS). Wer sich mal ein Bild machen will, was ein Technischer Zeichner heute alles können muß, dem empfehle ich, mal einen Blick in eine aktuelle Abschlussprüfung zu werfen! Technischer Zeichner ist weitaus mehr als paar Striche am Rechner machen (dafür brauch ich nicht 3 1/2 Jahre lernen).
    Die Ingenieurkammer Baden-Würtemberg sieht für diese Berufsgruppe (technischer Angestellter zur Ausführung von Zeichnungen nach Vorgabe sowie Durchführung von Berechnungen (als Kurzfassung der Berufsbeschreibung, wobei die Berechnungen hier Grundlagenberechnungen sind, ohne die der Ingenieur nicht panen kann)) im 1. Jahr der Betriebszugehörigkeit 1500€ brutto vor. Als Tarifempfehlung. Für den Osten Deutschlands davon noch 80%. Was da dann hintenraus noch übrig bleibt, kann sich jeder selbst ausrechnen!
    Ich bekomme laut Tarifempfehlung sage und schreibe 1300€ brutto bei 40 Wochenstunden ohne Pausen plus unbezahlte Überstunden!

    Und das gilt dann nicht nur für mich als Berufsanfänger, sondern auch für den 40-jährigen Zeichner, der sich ne neue Stelle sucht.
    Gilt noch zu klären, wie lange ist man Berufsanfänger? Wieviele Jahre Berufserfahrung muß man haben, damit man nicht mehr als Anfänger gilt?

    Die Verantwortung im Beruf spielt schon eine Rolle, aber warum verdient mein Freund gleich das Doppelte als Operator (Bedienung und Überwachung von Maschinen, körperlich anspruchsvoll) bei 40 Wochenstunden inklusive Pausen plus Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie leistungsabhängige Prämie! Wo ist denn seine Arbeit verantwortungsvoller als meine?

    Und warum bekommt ein Cad-Technician (reine Zeichentätigkeit) in England beispielsweise etwa 20.000 Pfund im Jahr (etwa 32.500€), während die Berufsgruppe hierzulande offenbar zu den Geringverdienern gehört?

  7. #16
    Benutzerbild von ihkawimsns

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    Als Ex-Thüringer weiß ich, dass die Gehälter dort so ziemlich die niedrigsten in ganz Deutschland sind. Im "einfachen" Dienstleistungsgewerbe (Putzen, Wachdienste etc.) gibt es oft nur 3-4 Euro pro Stunde. Auch die Tarifabschlüsse liegen kräftig unterm durchschnittlichen Westniveau. Ich hab' mal eine Statistik gesehen, wonach ein Lehrling in Erfurt zum Teil nur die Hälfte des Verdienstes seines Stuttgarter Kollegen hatte. Dabei können sich die meisten Unternehmen noch nicht mal Tariflöhne leisten und bezahlen weit darunter. Und mein Schulleiter meinte mal, dass er mit seinen diversen Tätigkeiten in Bayern das Dreifache bekommen würde...

  8. #17
    Benutzerbild von frasier

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    just music postete
    Dann bitte ich mal, einen Blick in aktuelle Stellenausschreibungen zu werfen!
    Richtig, das ist ein viel realistischerer Indikator als veraltete Tarifverträge.

  9. #18
    Benutzerbild von PostMortem

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    DeeTee postete
    @all: Ich denke schon, dass die Durchschnittswerte stimmen, auch wenn manche (jüngere) Boardteilnehmer das als zu hoch empfinden.

    Hier gibt es den (noch) aktuellen Bundesangestelltentarifvertrag:
    Link: http://vkm-baden.de/verguetung/verguet.htm (Bei der Berechnung bitte den Ortszuschlag und die allgemeine Zulage nicht vergessen.)
    Jupp, hier mal ein Auszug aus dem IG Metall-Tarif, ich beziehe mich hier auf die Tarifgruppe 3, das ist die Tarifgruppe in die ich damals nach der Ausbildung eingestiegen bin (und übrigens auch unsere Technischen Zeichner!). In der Metallindustrie fertig ausgebildete Kaufleute, Fachinformatiker usw. steigen also heute folgendermaßen ein (Ausnahme: Manche Betriebe stecken die frisch ausgelernten auch eine Gruppe tiefer in K2/T2, das sind je ca. 300 Euro weniger):

    Tarifgruppe K3 (kaufm.) T3 (techn)
    im 1. Beschäftigungsjahr 2.147,36 2.403,25
    im 2. Beschäftigungsjahr 2.261,61 2.511,33
    im 3. Beschäftigungsjahr 2.387,02 2.647,40
    im 4. Beschäftigungsjahr 2.514,68 2.808,65

    Dabei ist zu berücksichtigen, dass je nach Einsatz und Verhandlungsgeschick übertarifliche Zulagen aufs Grundgehalt oben drauf kommen, typischerweise aber natürlich erst so ab dem 3. Beschäftigungsjahr, wenns dann auch was vom Mitarbeiter vorzuweisen und zu verhandeln gibt.

    M. E. geht der Weg über die Tarifgruppen 4 und 5 in dieser Branche und entsprechend großen Betrieben relativ schnell wenn man sich drum kümmert (leider kenne ich auch viele Leute, die sich einfach nicht trauen, da sie Angst vor solchen Gesprächen mit dem Chef haben) und einen Job gefunden hat, in dem man sehr gute Leistungen zeigen kann. Man kann durch einen Wechsel zur rechten Zeit (ja, es gab bessere Zeiten für den Wechsel zu anderen Arbeitgebern, aber es geht nach wie vor und aus einer bestehenden Anstellung perverser Weise meistens weitaus leichter als aus der Arbeitslosigkeit heraus) und "gutes Verkaufen" der erbrachten Leistungen innerhalb von 10 Jahren nach Berufsbeginn sein Grundgehalt durch den Aufstieg bis zur TG5 auf 3.291,33 bzw. 3.557,30 steigern und entsprechende Zulagen aushandeln. In diesen Tarifgruppen gehts auch noch lange nicht um Führungspositionen sondern gemäß Tarifgruppenbeschreibung lediglich "nur" um selbstständiges Arbeiten mit entsprechender Berufserfahrung und Fachwissen. Es ist deshalb bei weitem keine Seltenheit, dass man im Geltungsbereich des Metalltarifs mit 30-35 Jahren in dieser Gehaltsstufe angekommen ist und das ohne Riesenkarriere. Öfters geht die Reise dann noch in die TG6 weiter oder führt gar irgendwann zur Aushandlung eines außertariflichen Vertrags. Den bekommen aber zugegebenermaßen nur leitende Angestellte oder Spezialisten an den Schlüsselstellen mit entsprechenden Expertenwissen - Leute also, die man unbedingt halten will und für nicht so leicht ersetzbar hält. Auf "Standardposten" (Rechnungserfassung, Disposition etc.) ist das nur selten erreichbar. Die besten Aussichten dafür bieten m. E. IT, Controlling, Einkauf und Vertrieb.

    Momentan arbeiten rund 3,4 Mio. Menschen in der Metall- und Elektro-Industrie. Für eine Menge davon, gelten die o. g. Tarifgruppen. Das sind also eine ganze Menge Leute, für die diese Gehälter ganz selbstverständlich sind.

    PM

  10. #19
    justmusic
    Benutzerbild von justmusic
    Na denn Glück für die technischen Zeichner der Metallbranche!

    Ich arbeite aber nun mal im Ingenieurwesen (Technischer Zeichner für Heizung, Klima, Sanitär), und dafür gibts nun mal nur oben genannte Tarifempfehlung, die hier übrigens auch das Arbeitsamt zur Berechnung zu Grunde legt!

    In Sachsen, wo ich gelernt habe, liegen die Gehälter in der Branche noch darunter!

    Nur in Hamburg hat man mir 1800€ angeboten, was aber auch noch meilenweit vom (Metall-)Tarif entfernt ist!

    Ich denke mal, dass vorallem die Bertiebsgröße sich auf die Gehälter auswirkt, und gerade im Ingenieurwesen, wo viele sehr kleine Büros ums Überleben kämpfen, sind die Gehälter niedriger als in irgendwelchen großen Betrieben in der Metallbranche, wo der Lehrling den Chef nur vom Namen her kennt!

  11. #20
    Benutzerbild von PostMortem

    Registriert seit
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    just music postete
    Na denn Glück für die technischen Zeichner der Metallbranche!
    Ich arbeite aber nun mal im Ingenieurwesen (Technischer Zeichner für Heizung, Klima, Sanitär), und dafür gibts nun mal nur oben genannte Tarifempfehlung, die hier übrigens auch das Arbeitsamt zur Berechnung zu Grunde legt!
    In Sachsen, wo ich gelernt habe, liegen die Gehälter in der Branche noch darunter!
    Keine Sorge, Du musst Dich ja jetzt nicht rechtfertigen Ich wollte nur mal das Umfeld beschreiben, aus dem ich die Erkenntnis ziehe, dass die Durchschnittsverdienste so schon hinkommen werden.

    Nur in Hamburg hat man mir 1800€ angeboten, was aber auch noch meilenweit vom Tarif entfernt ist!
    Auf jeden Fall.... und von 1800€ in Hamburg lässt es sich sicherlich schlechter leben.

    Ich denke mal, dass vorallem die Bertiebsgröße sich auf die Gehälter auswirkt, und gerade im Ingenieurwesen, wo viele sehr kleine Büros ums Überleben kämpfen, sind die Gehälter niedriger als in irgendwelchen großen Betrieben in der Metallbranche, wo der Lehrling den Chef nur vom Namen her kennt!
    Ja, das ist sicherlich so! Auf der anderen Seite gibt in der IT-Branche aber auch sehr viele kleinere Beratungsunternehmen, wo die "Consultants" dann auch mal locker das Doppelte eines gar nicht so schlecht bezahlten Festangestellten der meistens schon nicht schlecht zahlenden Großunternehmen verdienen können Ist eben alles relativ und zudem sehr sehr branchenabhängig. Zudem Wohl dem, der Ende der 90er zu Zeiten der DotCom-Blase den Job wechseln (und bis heute behalten!) und ein horrendes Gehalt aushandeln konnte... Meistens haben die "Besserverdiener" entgegen der allgemeinen Meinung "wer billig ist wird behalten" ja dann auch noch den sichereren Job, da es teurer ist sie abzufinden.

    PM

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