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Wie lang halten Datenträger?

Erstellt von Lutz, 11.09.2004, 14:20 Uhr · 42 Antworten · 4.162 Aufrufe

  1. #11
    Benutzerbild von vg8010

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    Hi!

    Bei Disketten habe ich sehr stark den Eindruck, dass sie in den letzten zehn Jahren deutlich schlechter sind als in den zehn Jahren davor: Bei den neueren Disketten (und ich würde die Grenze irgendwo in den frühen 90-er-Jahren ansetzen) ist es mir schon sehr oft passiert, dass sie nach wenigen Jahren nicht mehr verwendbar oder zumindest nicht mehr lesbar sind (und erst nach einer Neuformatierung ein Weilchen weiter funktionieren).

    Bei den Disketten aus meiner frühen EDV-Zeit (also ca. 1985 bis in die frühen 90-er-Jahre) ist mir das in menschlicher Zeit (sagen wir: zehn Jahre) niemals passiert. Ich erinnere mich an keine einzige Diskette, auf der ich in dieser Zeit Daten verloren hätte.

    Ich würde aber sagen, dass das kein überraschendes Phänomen ist: Zum einen haben Disketten einen gewaltigen Preiseinbruch erlebt. Meine erste Diskette hat 100 (hundert) Schilling gekostet, das sind ca. 7,30 Euro. Um diesen Preis kann man einfach bessere Qualität bieten als zu den heutigen Preisen. ;-)

    Zum anderen aber -und das darf man auch nicht vergessen- ist die Packungsdichte im betroffenen Zeitraum gestiegen. 5,25 Zoll-Disketten sind sowieso größer, aber auch die MSX- und Atari-ST-Disketten hatten gerade einmal 360 bzw. 720 KB. Bei 3,5 Zoll-HD-Disketten ist auf einer viel kleineren Fläche ein Vielfaches an Daten untergebracht.

    Eventuell kommt aber noch eines hinzu: Die Preise für Diskettenlaufwerke verfallen ja auch. Ich nehme an, dass damit auch eine Verringerung zumindest an mechanischer Qualität und Positionsgenauigkeit einhergeht. Das würde zusätzlich erklären, warum es immer schwieriger wird, Disketten bleibend zu beschreiben und alte Disketten wieder auszulesen.


    Bei Audio-Datenträgern sind meine längsten Breitenerfahrungen die mit CDs - ich habe mir 1990 meinen ersten CD-Spieler gekauft (mit gutem Kopfhörer, weil Verstärker und Lautsprecher finanziell nicht drin waren). Auch meine CDs aus der Frühzeit funktionieren ausnahmslos perfekt. Natürlich sind vierzehn Jahre noch keine allzu lange Zeit, aber echte Gedanken über die Haltbarkeit mache ich mir erst, wenn es den ersten Ausfall gibt.

    Von meinen Eltern und vom Gebrauchtmarkt habe ich zudem etliche Schallplatten, die zwar erst kurz in meinem Besitz, dafür aber umso älter an Jahren sind - einige stammen aus den 60-er- und 70-er-Jahren. Je nachdem, wie sorgfältig sie vom Vorbesitzer behandelt bzw. wie intensiv sie genutzt wurden, klingen sie perfekt bis brauchbar. Ich halte es für gut möglich, dass Schallplatten der haltbarste Datenträger sind - sie sind das aber um den Preis, dass die Qualität linear abnimmt. Die Geschwindigkeit und das Ausmaß dieser Abnahme ist bei guter Behandlung aber kleiner, als ich das erwartet hätte.

    Alte Audiokassetten habe ich selber keine, aber die meiner Eltern aus den 80-er- und 70-er-Jahren klingen durchaus noch brauchbar. Weder waren es allerdings High-End-Aufnahmen, noch klingen sie auch nur annähernd vergleichbar gut wie die alten Schallplatten.

    Nicht unbedankt lassen möchte ich auch Spulentonbänder, die erst ein Vorposter erwähnt hat. Mein Vater besitzt noch etliche aus den 50-er-Jahren, und ich bin geneigt zu sagen, dass sie gar nicht so viel schlechter klingen als zum Zeitpunkt ihrer Aufnahme.

    Zu selbst gebrannten CDs kann ich noch keine Aussagen machen. Ich verwende sie zu (EDV-) Backupzwecken, allerdings erst seit vier Jahren, und ich musste seither noch auf kein altes Backup zurückgreifen. Schon auf Grund der Medienberichte und aus allgemeiner Vorsicht traue ich den CDR(W)s aber nicht übermäßig und erschlage das Problem durch Masse - auch statische Daten, die bereits vor längerer Zeit gesichert wurden, werden immer wieder mitgebrannt. So bin ich zuversichtlich, dass im Ernstfall irgendeine halbwegs junge Sicherungsgeneration auch wirklich lesbar sein wird.

    Viele Grüße,
    Christian

  2.  
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  3. #12
    Otto
    Benutzerbild von Otto
    Die Erfahrung habe ich auch schon öfter gemacht, dass manche alte Datenträger besser waren als neue.

    Vor allem bei den Audiokassetten fiel mir das auf, da habe ich über 25 Jahre Erfahrung. Während die aus den 70ern noch nicht besonders haltbar waren, gab es meines Erachtens die besten Kassetten zwischen 1980 und 1985. Vor allem von Maxell war ich begeistert. Speziell die alten UDXL II, XL II und UD II waren mechanisch unverwüstlich, gleiches galt für das Bandmaterial (Verwendung in gutem HiFi-Deck und ordnungsgemäße Lagerung vorausgesetzt). Aufgenommen mit einem Spitzen-Kassettendeck aus derselben Zeit (!) konnte ich auch keine klanglichen Verluste feststellen.
    Mit TDK machte ich vor allem in Sachen Mechanik ähnliche Erfahrungen, während die BASF aus der Zeit alles andere als haltbar waren (leider).
    Die späteren Kassetten (auch Maxell, TDK, EMTEC) wurden immer leichter und "klappriger". Allerdings habe ich ab Mitte der 90er keine neuen Kassetten mehr gekauft.

    Bei den CD-Rohlingen habe ich ähnliche Vermutungen. Ich habe ein etwas problematischeres CD-Laufwerk im Auto (von Ende der 90er), das nimmt die meisten aktuellen Rohlinge nicht an (obwohl nur 4x gebrannt). Die alten dagegen (ca. 1999-2002) laufen ohne Probleme. Ich konnte neulich auch noch ältere "Traxdata Black" aus Restbeständen bekommen, die laufen noch am besten in diesem Gerät. Auch die alten Kodak sind/waren sehr gut. Oder die im Audio-Brenner gebrannten TDK CDR-XG. Die ältesten sind 6 Jahre alt, alle noch in super Zustand (abgesehen von ein paar Bestmedia und Princo).

    Zu Disketten kann ich nicht mehr all zu viel sagen, da ich nur noch ganz wenige habe und eigentlich seit 6 Jahren nicht mehr verwende. Die Schlüsseldiskette für mein Onlinebanking-Programm (seit 4 Jahren genutzt) ging bisher zweimal kaputt (gut, dass ich ein Backup habe). Das sind bzw. waren Disketten aus den späten 90ern. Von meinen 90er-Jahre-Disketten waren wiederum BASF am anfälligsten. Gut waren TDK, SONY, FUJI, besonders gut waren mahagonifarbene NASHUA. Die ließen sich nach 10 bis 12 Jahren noch fehlerfrei bespielen!

  4. #13
    Benutzerbild von Chaparral

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    Ich habe auch große Probleme mit einigen meiner 3,5" Disketten für den PC. Eine Packung Billigdisketten habe ich mittlerweile fast komplett aussortiert und weggeworfen - viel zu hohe Fehlerrate. Habe in den 80ern bei einem Freund schon mal auf einem Amiga (?) gespielt, kann mich an keine einzige defekte 5,25" Diskette aus dieser Zeit erinnern.
    Bei Fabrik-CDs habe ich bisher nur eine CD, die demnächst wahrscheinlich Probleme bereitet: ausgerechnet eine Best-of-Sparks-CD wird vom Rand her und vom Loch innen aus braun. Sieht eigentlich gut aus, ist aber sicher nicht im Sinne der Haltbarkeit. Die CD ist von 1990 und hat diese Färbung schon seit längerem, wird aber halt im Laufe der Zeit immer stärker (ist zumindest mein Eindruck). War übrigens eine Mid- oder Nice-price Pressung, vielleicht sind die qualitativ z.T. schlechter.

    Kann die Haltbarkeit von CDr´s von der Brenngeschwindigkeit abhängig sein ? Wäre da sehr an einer Antwort interessiert. Lieber brenn ich was langsamer und hab dann aber länger von der CD !

    Winni

  5. #14
    Benutzerbild von bubu

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    Chaparral postete
    Kann die Haltbarkeit von CDr´s von der Brenngeschwindigkeit abhängig sein ? Wäre da sehr an einer Antwort interessiert. Lieber brenn ich was langsamer und hab dann aber länger von der CD !

    Winni
    Ja. Je schneller du brennst, desto ungenauer werden die Pits vom Laser eingebrannt. Also, lieber langsam brennen, wenn du auf Nummer sicher gehen willst.

  6. #15
    Benutzerbild von DeeTee

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    @fireandice:

    Natürlich hast Du bezüglich meines Beitrags recht. Es lag schlicht ein Schreibfehler vor (wie aus dem fortlaufenden Text erkennbar ist). Ich meinte nicht AudioCDs, sondern Audio-Bänder (CompactCassetten).

    Grüße!
    DeeTee

  7. #16
    Benutzerbild von Chaparral

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    @bubu:
    danke für den Tip, den werde ich in Zukunft beherzigen - brenne sowieso recht selten CDs !

    Winni

  8. #17
    raabi2000
    Benutzerbild von raabi2000
    Habe gerade einen Artikel bei NT-V gelesen und musste an dieses Thema denken.

    Aber lest selbst:

    Nasa-Daten weg - Probleme mit digitalen Archiven

    Archivare denken mit Grauen daran: Die US-Weltraumbehörde NASA hat Aufzeichnungen ihrer Sondenflüge der siebziger Jahre verloren, weil ihre Datenträger unbrauchbar wurden. Die wertvollen Informationen auf Magnetbändern fielen magnetischen Strömungen zum Opfer.

    Sie waren wegen unsachgemäßer Lagerung nicht mehr lesbar.

    ... Bericht lesen

  9. #18
    Benutzerbild von Torsten

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    raabi2000 postete
    Habe gerade einen Artikel bei NT-V gelesen und musste an dieses Thema denken.
    Danke für den Hinweis; besonders interessant ist diese Passage:
    Der zunehmende Kostendruck von Herstellern führe zu einer immer schlechteren Qualität und Haltbarkeit von Speichermedien wie CDs und DVDs. Und viele Lese- und Abspielgeräte verschwänden bald wieder vom Markt.
    Ich gäbe gerne etwas mehr Geld für qualitativ hochwertige Rohlinge aus, auf die man sich lange Zeit verlassen kann - wenn ich denn wüsste, welches Fabrikat in dieser Hinsicht ein Volltreffer ist. Weiß da jemand Näheres?

    Für meine CD-Kopien benutze ich zumeist die TEVION-Rohlinge von ALDI. Dabei handelt es sich aber nach meinem Wissen um Silberlinge aus dem Hause EMTEC (ehemals BASF-Datenträger), die sich bisher sehr gut bewährt und kaum Probleme gemacht haben.

  10. #19
    Benutzerbild von DeeTee

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    Ich kann Torstens Urteil über die CD-Rohlinge von ALDI bestätigen. Keinerlei Probleme damit.

    Zur Qualität von DVDs hat sich unter anderem natürlich auch die C'T ausführlicher geäußert: C'T Nr. 22 aus 2003, S. 134-139. Im Fazit steht, dass die Verwendung von Marken-DVDs empfohlen wird. Positiv erwähnt werden Ricoh, Taiyo Yuden und Verbatim. Letztere habe ich seit kurzem im Einsatz. Bisher problemlos.

    Grüße!
    DeeTee

  11. #20
    raabi2000
    Benutzerbild von raabi2000
    Ich hole auch immer die "Aldi"-Rohlinge. Damit hatte ich noch nie Probleme.

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