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Wo bleibt Euer Aufschrei?

Erstellt von DeeTee, 11.11.2004, 16:59 Uhr · 23 Antworten · 2.003 Aufrufe

  1. #11
    raabi2000
    Benutzerbild von raabi2000
    frasier postete
    ...
    Das was zur Zeit global passiert ist einfach nur die Angleichung der Lebensstandarts. Und das bei einer wachsenden Weltwirtschaft insgesamt.

    Und diese Angleichung ist auch notwendig! Denn die Armut in der restlichen Welt ist doch die Ursache für den Terrorismus und wie ich vermute auch Fundamentalimus. Und das sind die eigentlichen Herausforderungen unserer Zeit.

    Die Frage ist nur, ob wir während dieser Angleichunsphase unseren Standart halten können, oder ob wir etwas davon hergeben müssen.

    Da wir aber noch über genügend Potential zur Verbesserung unserer Wettbewerbsfähigkeit verfügen, bin ich da nicht so pessimistisch.

    Ich meine, was soll an einer globalisierten Welt falsch sein, in der es allen wirtschaftlich gut geht? Warum soll es nur den westlichen Ländern gut gehen?

    Zum Schluss will ich noch mit dem Irrtum aufräumen, der Kapitalismus wäre neuerdings nur noch auf kurzsichtige Gewinne ausgerichtet.

    Das war schon immer so! Grund dafür ist die dem Menschen eigene Gier. Und diese gab es schon vor 10.000 Jahren, gibt es heute und wird auch in Zukunft geben.

    Diese Gier ist der Kern des Kapitalismus, der aber nicht zu seinem Untergang führt, sondern im Gegenteil eine Garantie für dessen Weiterbestehen ist.

    Diese Gier spürt gnadenlos Ineffizienzen auf, treibt Wirtschaft und Wissenschaft voran und hat uns einen Lebensstandart gebracht, um den uns die allermeisten Länder beneiden.
    Eine Angleichung der Lebensverhältnisse? Die Armut in Deutschland betrug laut Armutsreport der Bundesregierung im Jahr 2000 ca. 9.1 % aller Bundesbürger. In den USA sind es laut Finanznachrichten 12.5 %. In allen anderen EU Staaten liegt die Armut ebenso bei ca. 10 %. Was dabei allerdings alarmierend ist, diese Zahlen steigen Jährlich an. Es ist also ganz klar zu erkennen, dass wir uns nach unten orientieren müssen.

    Wenn auf der anderen Seite die armen Länder dieser Welt einen steigenden Wert an "Normal"-Verdienern bieten könnten, würde man sich in der Mitte treffen. Dies ist aber nicht der Fall.

    Der Fundamentalismus grassiert ebenso in reichen Ländern, die USA sollten da als Beispiel genügen.

    Du hast natürlich recht, eine kleine Anzahl von Menschen wird immer reicher, und genau ihr nützt der sich hier erst langsam, in den USA schon voll verbreitete Turbokapitalismus. Das momentane treiben der Unternehmen wird zur Folge haben, dass die Beschäftigten im Extremfall auch für 5 Euro Brutto die Stunde arbeiten gehen. Bei einer 40 Stunden Woche erhalten wir dann nach Abzug von sagen wir 30 % (Steuern, Arbeitslosen- und Rentenversicherung) ca. 560 Euro netto. In den USA sind 5.50 $ Mindestlohn heute schon die Regel in vielen Wirtschaftsbereichen, daher verzichten die Menschen lieber auf eine Krankenversicherung als auf etwas zu essen.

    Ich hoffe, dass du dir diese Zukunft, wie sie zweifelsohne eintreten kann, sehr wohl überlegt hast.

  2.  
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  3. #12
    Benutzerbild von Pallas

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    raabi2000 posteteWas dabei allerdings alarmierend ist, diese Zahlen steigen Jährlich an. Es ist also ganz klar zu erkennen, dass wir uns nach unten orientieren müssen.

    Wenn auf der anderen Seite die armen Länder dieser Welt einen steigenden Wert an "Normal"-Verdienern bieten könnten, würde man sich in der Mitte treffen. Dies ist aber nicht der Fall.

    Der Fundamentalismus grassiert ebenso in reichen Ländern, die USA sollten da als Beispiel genügen.

    Du hast natürlich recht, eine kleine Anzahl von Menschen wird immer reicher, und genau ihr nützt der sich hier erst langsam, in den USA schon voll verbreitete Turbokapitalismus. Das momentane treiben der Unternehmen wird zur Folge haben, dass die Beschäftigten im Extremfall auch für 5 Euro Brutto die Stunde arbeiten gehen. Bei einer 40 Stunden Woche erhalten wir dann nach Abzug von sagen wir 30 % (Steuern, Arbeitslosen- und Rentenversicherung) ca. 560 Euro netto. In den USA sind 5.50 $ Mindestlohn heute schon die Regel in vielen Wirtschaftsbereichen, daher verzichten die Menschen lieber auf eine Krankenversicherung als auf etwas zu essen.

    Ich hoffe, dass du dir diese Zukunft, wie sie zweifelsohne eintreten kann, sehr wohl überlegt hast.
    Sehr schön, dem habe ich nichts mehr hinzuzufügen!
    Warum eigentlich soll sich alles nach unten orientieren??
    Für ein paar Leute, die meinen, die reichsten Leute auf dem Friedhof zu werden?

  4. #13
    Benutzerbild von Raccoon

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    raabi2000 postete
    ...dass die Beschäftigten im Extremfall auch für 5 Euro Brutto die Stunde arbeiten gehen. Bei einer 40 Stunden Woche erhalten wir dann nach Abzug von sagen wir 30 % (Steuern, Arbeitslosen- und Rentenversicherung) ca. 560 Euro netto. In den USA sind 5.50 $ Mindestlohn heute schon die Regel in vielen Wirtschaftsbereichen, daher verzichten die Menschen lieber auf eine Krankenversicherung als auf etwas zu essen.
    Und hier sollte den Managern und Wirtschaftbossen mal klar sein, daß man sich ins eigene Fleisch schneidet. Seit einigen Wochen schon schimmert es durch, daß die Deutschen zu wenig konsumieren, viel zu viel sparen und man weniger im eigenen Land Ware absetzt.

    Ach! Welch eine Überraschung!

    1-Euro-Jobs, Hartz IV, Massenentlassungen und Auswanderung der Industrie ins billige Ausland werden ganz gewiß nicht dazu beitragen, daß wir mehr Produkte kaufen. Statt dessen häufen sich Offenbarungseide und persönliche Insolvenzen. Aber anscheinend rafft das da oben keiner.

    Gruß, Raccoon

  5. #14
    Benutzerbild von
    Raccoon postete
    1-Euro-Jobs, Hartz IV, Massenentlassungen und Auswanderung der Industrie ins billige Ausland werden ganz gewiß nicht dazu beitragen, daß wir mehr Produkte kaufen. Statt dessen häufen sich Offenbarungseide und persönliche Insolvenzen. Aber anscheinend rafft das da oben keiner.
    Gruß, Raccoon
    Es ist das gleiche Problemen, wie bei Konsumenten, die immer nur auf den Preis schauen statt auf Qualität - jeder wurschtelt sich mit seinem Geiz so für sich durch. Da braucht man gar nicht nur auf die da oben schimpfen. Der Konsument schneidet kräftig mit ins eigene Fleisch: Mir doch egal, dass in Europa kein DVD-Player für 49 Euro hergestellt werden kann, ich kaufe jetzt trotzdem den China-Player bei ALDI!

    So machen es die Manager bei Betriebsverlagerungen auch: Mir doch egal, dass ich hier mein Werk zu mache und meine Leute auf der Straße landen. Den anderen Leuten verkaufe ich jetzt meinen billig produzierten Kram aus Polen für teuer Geld!

    Das gesamte Wirtschaftssystem hat dabei keiner im Blick. Die Konsumenten kaufen nur noch billig (was im Hochlohnland nicht hergestellt werden kann) und die Hersteller wollen nur noch billig produzieren.

    Da braucht also m. E. keiner auf den anderen zu zeigen und die Frage wer diesen Kreislauf in Gang gesetzt hat, ist so sinnvoll wie die Henne-Ei-Diskussion.

    Meine Antwort nach wie vor: Immer genau überlegen, obs denn wirklich der Billig-Mist sein muss und ob es einem selbst so viel nützt, gegenüber einem etwas hochwertigeren Produkt, das über Jahre genutzt werden wird, 30 Euro gespart zu haben. Und auf der anderen Seite sollte es a) Strafzölle für Produkte aus Ländern geben, die die Umwelt über Gebühr verpesten und Mitarbeiter im Schnitt unter einem zivilisierten Niveau bezahlen und b) stärker verfolgt werden, ob China-No-Name-Produkte nicht u. U. Patentrechte verletzten bzw. sich Hersteller um Lizenzgebühren gedrückt haben - oft ist dies nämlich der Fall und wird jahrelang nicht verfolgt. Die Hälfte des Geheimnisses des niedrigen Preises sind dann oft die gesparten Entwicklungskosten. Von Leuten aus einem F&E-Land wie Deutschland, ist es nicht gerade schlau, solche Produkte zu kaufen...

    Persönlich versuche ich nur Produkte aus Ländern zu kaufen, die mit uns in etwa auf einer Ebene stehen. Das wird allerdings immer schwieriger, denn auch diese Länder haben die gleichen Probleme. Selbst Sony Produkte kommen also oft "made in korea" daher. Oft gibts mehrere Versionen. Ihr könnt das ruhig idiotisch finden, aber wenn ich mir eine hochwertige Digitalkamera kaufe und ich weiss, dass es eine Fertigung in Indonesion gibt und eine in Japan, dann lasse ich mir im Laden das Paket aufmachen und lasse den Verkäufer gucken, ob er die Kamera "made in Japan" da hat. Warum?
    Japan spielt auf unserer Ebene. D. h., dort hat man auch das Geld um unsere deutschen Produkte zu importieren (ich als Bürger einer Exportnation wäre ja bekloppt, wenn ich so engstirning wäre nur noch deutsch zu kaufen). Genauso wie man das in Frankreich hat, in England, in den USA etc. Deshalb bevorzuge ich a) Marken aus diesen Ländern und b) Produkte dieser Marken, die auch wirklich im Heimatland hergestellt wurden. Das ist mein kleiner bescheidener Beitrag um dieses Lohndumping- und Verlagerungsspiel zu untergraben. Wenn das jeder machen würde, würde das Spielchen nicht funktionieren!

    Genial wäre es natürlich, wenn die Unternehmer und Unternehmen in diesem Land mal ihre Hirne zusammen schalten und realisieren, dass sie ihre im Billiglohnland produzierten Produkte bald niemandem mehr verkaufen können, wenn in den kaufkräftigen Hochlohnländern die Kaufkraft zusammenbricht.

    Ungebremst, wird das in eine riesige Wirtschaftskrise führen. Denn am Ende stehen unausgelastete Überkapazitäten von China über Mexiko bis Polen und die Leute dort landen - neben uns - auch alle auf der Straße...

    Dave

  6. #15
    raabi2000
    Benutzerbild von raabi2000
    Dave Bowman postete
    Es ist das gleiche Problemen, wie bei Konsumenten, die immer nur auf den Preis schauen statt auf Qualität - jeder wurschtelt sich mit seinem Geiz so für sich durch. Da braucht man gar nicht nur auf die da oben schimpfen. Der Konsument schneidet kräftig mit ins eigene Fleisch: Mir doch egal, dass in Europa kein DVD-Player für 49 Euro hergestellt werden kann, ich kaufe jetzt trotzdem den China-Player bei ALDI!

    So machen es die Manager bei Betriebsverlagerungen auch: Mir doch egal, dass ich hier mein Werk zu mache und meine Leute auf der Straße landen. Den anderen Leuten verkaufe ich jetzt meinen billig produzierten Kram aus Polen für teuer Geld!

    Das gesamte Wirtschaftssystem hat dabei keiner im Blick. Die Konsumenten kaufen nur noch billig (was im Hochlohnland nicht hergestellt werden kann) und die Hersteller wollen nur noch billig produzieren.

    Da braucht also m. E. keiner auf den anderen zu zeigen und die Frage wer diesen Kreislauf in Gang gesetzt hat, ist so sinnvoll wie die Henne-Ei-Diskussion.

    Meine Antwort nach wie vor: Immer genau überlegen, obs denn wirklich der Billig-Mist sein muss und ob es einem selbst so viel nützt, gegenüber einem etwas hochwertigeren Produkt, das über Jahre genutzt werden wird, 30 Euro gespart zu haben. Und auf der anderen Seite sollte es a) Strafzölle für Produkte aus Ländern geben, die die Umwelt über Gebühr verpesten und Mitarbeiter im Schnitt unter einem zivilisierten Niveau bezahlen und b) stärker verfolgt werden, ob China-No-Name-Produkte nicht u. U. Patentrechte verletzten bzw. sich Hersteller um Lizenzgebühren gedrückt haben - oft ist dies nämlich der Fall und wird jahrelang nicht verfolgt. Die Hälfte des Geheimnisses des niedrigen Preises sind dann oft die gesparten Entwicklungskosten. Von Leuten aus einem F&E-Land wie Deutschland, ist es nicht gerade schlau, solche Produkte zu kaufen...

    Persönlich versuche ich nur Produkte aus Ländern zu kaufen, die mit uns in etwa auf einer Ebene stehen. Das wird allerdings immer schwieriger, denn auch diese Länder haben die gleichen Probleme. Selbst Sony Produkte kommen also oft "made in korea" daher. Oft gibts mehrere Versionen. Ihr könnt das ruhig idiotisch finden, aber wenn ich mir eine hochwertige Digitalkamera kaufe und ich weiss, dass es eine Fertigung in Indonesion gibt und eine in Japan, dann lasse ich mir im Laden das Paket aufmachen und lasse den Verkäufer gucken, ob er die Kamera "made in Japan" da hat. Warum?
    Japan spielt auf unserer Ebene. D. h., dort hat man auch das Geld um unsere deutschen Produkte zu importieren (ich als Bürger einer Exportnation wäre ja bekloppt, wenn ich so engstirning wäre nur noch deutsch zu kaufen). Genauso wie man das in Frankreich hat, in England, in den USA etc. Deshalb bevorzuge ich a) Marken aus diesen Ländern und b) Produkte dieser Marken, die auch wirklich im Heimatland hergestellt wurden. Das ist mein kleiner bescheidener Beitrag um dieses Lohndumping- und Verlagerungsspiel zu untergraben. Wenn das jeder machen würde, würde das Spielchen nicht funktionieren!

    Genial wäre es natürlich, wenn die Unternehmer und Unternehmen in diesem Land mal ihre Hirne zusammen schalten und realisieren, dass sie ihre im Billiglohnland produzierten Produkte bald niemandem mehr verkaufen können, wenn in den kaufkräftigen Hochlohnländern die Kaufkraft zusammenbricht.

    Ungebremst, wird das in eine riesige Wirtschaftskrise führen. Denn am Ende stehen unausgelastete Überkapazitäten von China über Mexiko bis Polen und die Leute dort landen - neben uns - auch alle auf der Straße...

    Dave
    Ich hoffe doch, dass du immer auch den Nachweis verlangst, dass nicht nur eine Umverpackung und/oder Reinigung der Produkte in dem Land vorgenommen wird, worauf sich das "Made in" bezieht.

    Des weiteren stellt sich die Frage, was zivilisierte Löhne sind? Welchen Maßstab muss man da anlegen, welcher sollte angelegt werden und vor alle, welche Konsequenzen würde eine solche Angleichung für dieses Land bedeuten.

  7. #16
    Benutzerbild von Tropical1

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    @raabi2000 - es stimmt wirklich, dass die $5.50 -jobs immer mehr werden. Allerdings können sich so einen niedrigen Stundenlohn zumeist nur die Hispanics (Mexikaner) erlauben, denn da die meisten sowieso illegal hier leben, arbeiten sie unterm Tisch, d.h. ohne Steuern zu zahlen.
    Krankenversicherung habe ich auch nicht. Um mich privat zu versichern, fehlt mir das Geld. Und mein Arbeitgeber bietet keine Versicherung an. Diejenigen Arbeitgeber, die doch Krankenversicherung anbieten, verlangen irre grosse Beiträge und wenn man doch mal hin zum Arzt muss, bezahlt man sich dumm und dämlich.
    Ich fand es damals in Deutschland immer so toll, dass man zum Arzt gehen konnten und einfach Krankenscheine mitnehmen musste. Aber das scheint sich auch mehr und mehr zu ändern, da ja die Kassen leer sind. Ich mache mir insbesondere Gedanken um meine Mutter, die eine kleine Rente hat. Wo soll das bloss noch hinführen?

  8. #17
    Benutzerbild von Pallas

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    Dave Bowman postete
    Es ist das gleiche Problemen, wie bei Konsumenten, die immer nur auf den Preis schauen statt auf Qualität - jeder wurschtelt sich mit seinem Geiz so für sich durch. Da braucht man gar nicht nur auf die da oben schimpfen. Der Konsument schneidet kräftig mit ins eigene Fleisch: Mir doch egal, dass in Europa kein DVD-Player für 49 Euro hergestellt werden kann, ich kaufe jetzt trotzdem den China-Player bei ALDI!
    Dave Bowman posteteDas gesamte Wirtschaftssystem hat dabei keiner im Blick. Die Konsumenten kaufen nur noch billig (was im Hochlohnland nicht hergestellt werden kann) und die Hersteller wollen nur noch billig produzieren.
    Es liegt ja auch an dem gesellschaftlichen Druck.
    Sich diese Dinge leisten zu können und sie zu besitzen, bedeutet Status, und den will der Mensch regulär auf jeden Fall möglichst lange aufrechterhalten. "Mitmachen können" ist da die Devise - wenn alle Welt von DVD spricht und man als Arbeitsloser mit wenig Kohle irgendwie mithalten will, dann kann es eben nur ein Billiggerät sein (oder man wartet, bis man genug für ein hochwertigeres zusammen hat, und dann ist das oft auch aus Korea).
    Viele wollen sich das schicke neue angesagte Spiezlzeug für sein Kind leisten können - und sei es nur ein Fake. Viele wollen sich mal eine tolle Uhr von Armani leisten können - made in Taiwan, aber das ist ja egal, das sieht man ja nur auf den zweiten Blick.

    Das hatten wir doch schon vor Jahren mit den "Boss" und "Esprit"-Fake-Klamotten, die z. B. auf Flohmärkten angeboten wurden: wichtig ist, daß "Boss" draufsteht. wichtig ist, daß eine Marke sichtbar ist, und dann sollte es eine Trendmarke sein. Unsere Kinder wachsen in diesem Druck mittlerweile schon auf. Um so etwas floriert natürlich eine Menge an Nachahmern mit billig produzieter Ware, aus Billiglohnländern.

    So machen es die Manager bei Betriebsverlagerungen auch: Mir doch egal, dass ich hier mein Werk zu mache und meine Leute auf der Straße landen. Den anderen Leuten verkaufe ich jetzt meinen billig produzierten Kram aus Polen für teuer Geld!
    So war es, so ist es leider und so wird es wohl leider auch immer sein, das liegt in der Natur des Menschen. Konzeptideen können noch so gut sein, die Gier nach Macht und nach Besitz macht ihnen schwer zu schaffen.


    Dave Bowman posteteMeine Antwort nach wie vor: Immer genau überlegen, obs denn wirklich der Billig-Mist sein muss und ob es einem selbst so viel nützt, gegenüber einem etwas hochwertigeren Produkt, das über Jahre genutzt werden wird, 30 Euro gespart zu haben.
    Meine Erfahrung ist, daß es sich in aller Regel lohnt, zu sparen und in ein teureres Produkt zu investieren. Das gilt sowohl für Technik als auch für Kleidung.

    Dave Bowman postetePersönlich versuche ich nur Produkte aus Ländern zu kaufen, die mit uns in etwa auf einer Ebene stehen. Das wird allerdings immer schwieriger, denn auch diese Länder haben die gleichen Probleme. Selbst Sony Produkte kommen also oft "made in korea" daher. Oft gibts mehrere Versionen. Ihr könnt das ruhig idiotisch finden, aber wenn ich mir eine hochwertige Digitalkamera kaufe und ich weiss, dass es eine Fertigung in Indonesion gibt und eine in Japan, dann lasse ich mir im Laden das Paket aufmachen und lasse den Verkäufer gucken, ob er die Kamera "made in Japan" da hat. Warum?
    Japan spielt auf unserer Ebene. D. h., dort hat man auch das Geld um unsere deutschen Produkte zu importieren (ich als Bürger einer Exportnation wäre ja bekloppt, wenn ich so engstirning wäre nur noch deutsch zu kaufen). Genauso wie man das in Frankreich hat, in England, in den USA etc. Deshalb bevorzuge ich a) Marken aus diesen Ländern und b) Produkte dieser Marken, die auch wirklich im Heimatland hergestellt wurden. Das ist mein kleiner bescheidener Beitrag um dieses Lohndumping- und Verlagerungsspiel zu untergraben. Wenn das jeder machen würde, würde das Spielchen nicht funktionieren!
    Dave, das ist natürlich eine gute Möglichkeit, die ich auch so gut wie möglich nutze.

    Aber nicht jeder kann sich das leisten. Das Problem = siehe weiter oben in meinem Posting, Thema Status und Gruppendruck.

    Dave Bowman posteteGenial wäre es natürlich, wenn die Unternehmer und Unternehmen in diesem Land mal ihre Hirne zusammen schalten und realisieren, dass sie ihre im Billiglohnland produzierten Produkte bald niemandem mehr verkaufen können, wenn in den kaufkräftigen Hochlohnländern die Kaufkraft zusammenbricht.
    Das Problem ist eben, daß verschiedene Regionen dieser Welt sich auf verschiedenen Entwicklungsstufen befinden. Das wird von der Wirtschaft mehr und mehr hemmungslos ausgenutzt.

  9. #18
    Benutzerbild von frasier

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    @Tropical:

    Es ist mich unvorstellbar, keine Krankenversicherung zu haben. Wenn ich von mir ausgehe, dann bräuchte kein Krankenversicherung für Arztbesuche, Zahnersatz und Medikamente oder selbst Krankengeld (höchstens minimal). Diese Risiken sind im Ernstfall noch einigermassen selbst aufzubringen.

    Aber bei Krankenhausbehandlung? Da kommen ganz schnell mehrere 10.000 Euro zusammen! Bei komplizierten Sachen mehrere 100.000 Euro. Ich galube nicht, dass ich ruhig schlafen könnte, wenn ich für dieses Risiko keine Absicherung hätte.

    Ich denke, wenn ich einen Job hätte, würde ich dieses Risiko nicht eingehen.
    Oder ist mit nem normalen Job gar nicht drin?

    Was mich interessieren würde, wie teuer ist bei euch eine Absicherung für KH-Behandlung? Und wieviel verdient ein durchschnittlicher Arbeiter oder Angestellter ungefähr?


    Grüsse

  10. #19
    Benutzerbild von Tropical1

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    @frasier - also, man kann nicht nur 'ne Versicherung für KH-Behandlung abschliessen, sondern muss schon 'ne normale Krankenversicherung haben. Diese kostet für uns, da wir 4 Leute sind, mindestens $300 im Monat. Es gibt aber vieles, was die Versicherung dann doch nicht bezahlt, sollte man mal ins Krankenhaus müssen oder so. Somit hofft man natürlich immer, dass man sich nicht mal was bricht oder so.
    Für mich ist das so, ich muss alle 6 Monate zum Arzt, da ich hohen Blutdruck habe. Der Besuch selbst kostet mich um $100, die monatlichen Medikamente nochmal $50. Klar, das hört sich nicht nach viel an, aber es läppert sich, besonders da man ja auch noch andere laufende Rechnungen hat.

    Als durchschnittlichen Arbeiter nehme ich mal als Beispiel meinen Mann, der als Mechaniker tätig ist. Er verdient $13 in der Stunde, nach Abzug der Steuern bekommt er also so $925 alle 2 Wochen. Dazu kommt dann die Miete für unser Haus, die schon $800 im Monat beträgt usw.
    Dann kommt hin und wieder mal was aus der Reihe dazu, z.B. das eines der Autos den Geist aufgibt und man dafür Ersatzteile kaufen muss (ist bei uns auch gerade der Fall).
    An gute Jobs ranzukommen, wo man 'ne gute Krankenversicherung etc. hat, ist sehr schwer. Man muss schon Glück haben, mitsamt einer sehr guten Ausbildung (mindestens college).
    Ich selbst arbeite Teilzeit in einem grossen Kaufhaus. Versicherung können nur die Vollzeitbeschäftigten bekommen. Ich wollte ja auch Vollzeit arbeiten, aber der Betrieb versucht natürlich auch, zu sparen. Selbst diesen kleinen Job habe ich erst nach Monaten intensivster Jobsuche gefunden. Vor unserem Umzug im Frühling dieses Jahres hatte ich eine andere Beschäftigung, bei der ich 5 Jahre lang war. Da hatte ich übrigens auch keine Versicherung.

    Also, für mich ist das schon alles zur Gewohnheit geworden, da ich ja auch schon lange hier wohne. Aber man hat natürlich immer den Gedanken im Hinterkopf, von wegen, was ist, wenn mal was passiert? Man hofft also immer das beste......
    Von daher, ich habe schon zu meiner Mutter gesagt, sie sollte doch mal irgendwann zu uns hier ziehen, aber ich glaube kaum, dass sie das Risiko eingehen will, keine Krankenversicherung zu haben.....

  11. #20
    Benutzerbild von frasier

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    @ Tropical:

    Hab ich das richtig verstanden, dass die Versicherung für min. 300 $ gar keine KH-Behandlung enthält? Mich würde das wirklich interessieren, wieviel es mich kosten würde, mich komplett zu versichern.

    Ich versuche mal, mir vorzustellen, wie ich in den USA leben würde. Angenommen, ich bekäme 2000$ im Monat, hätte ne normale 2-Raum-Wohnung in ner mittleren Stadt (was kostet die so?). Ich nehm mal an, Essen, Kleidung und gesellschaftliche Aktivitäten kosten ungefähr wie in Deutschland (korrigier mich, wenn ich falsch liege).

    Kann ich mir das bei euch so vorstellen, dass jeder, der keinen Job inclusive Krankenversicherung hat auch keine KV extra abschließt und darauf hofft, dass alles gut geht? War das schon immer so?

    Es ist ja bekannt, dass Amerikaner weniger risiko-scheu sind als Deutsche, aber wenn nun jemand wirklich auf Nummer sicher gehen will, muss er das doch irgendwie bewerkstelligen können.

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