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Wonach sehnt ihr euch am meisten zurück?

Erstellt von Babooshka, 18.11.2004, 21:37 Uhr · 62 Antworten · 6.174 Aufrufe

  1. #31
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    Babooshka postete
    Aber ganz abgesehen davon: Junge Leute sind auch nur Menschen, ehrlich. Es gibt Lokale, wo man in älteren Jahren ganz gut hinpasst, selbst dann, wenn der Altersdurchschnitt niedrig ist.
    Ja, du als Mann kannst das leicht sagen. Wenn du dort 20-jährige Mädels kennen lernst und die dich dann vielleicht auch noch interessant finden (und/oder umgekehrt), dann ist das ziemlich normal.
    Das ist es gar nicht, in dieser Weise interessant gefunden werde ich von dieser Altersklasse bestimmt nicht. Baggernd oder auch nur "auf der Suche" unterwegs zu sein käme gar nicht gut an, glaube ich - dann würde man wirklich zumindest als Gruftie eingeordnet, und das zu Recht. Ernst genommen werden will ja jeder, umso mehr, wenn man jung ist - und wenn man jung ist, spürt man schon sehr stark, ob der andere einen als Menschen ernst nimmt und den Altersunterschied ernst nimmt, oder ob er eine/n bloß anbaggern möchte. Von daher glaube ich, dass:

    Aber stell dir mal mich vor: fast 40 Jahre und dann tanze ich mit 20-jährigen.
    das überhaupt kein Problem ist. Dort, wo ich tanze und wo der Altersdurchschnitt vielleicht bei 19, 20 liegt, gibt es auch viele in meinem Alter und viele Ältere - manche Mädchen nehmen sogar ihre Mütter mit, die dann meistens Mitte 40 aufwärts sind. (Männliche Jugendliche machen das nicht, eigentlich interessant.) Wenn du fröhlich tanzt, wirst du damit weder Aufsehen oder Reaktionen hervorrufen noch auch nur abschätzige Gedanken. Etwas anderes ist es natürlich, wenn man aggressiv und fordernd eine/n nach dem anderen antanzt - das kommt selten vor, und solche Leute halten sich dann nicht lange.

    ich würde das Internet gerne dazu nutzen, Leute so um mein Alter rum kennen zu lernen, die mit mir auf einer Wellenlänge sind. Zuerst virtuell und dann in echt Nur wie gesagt, das gestaltet sich nicht so einfach.
    Das kann ich nicht beurteilen, auf diesem Gebiet war ich noch nie Internet-aktiv. Irgendwie habe ich in punkto soziale Kontakte starke Vorbehalte (Vorurteile) gegen das Internet und ist es mir sehr wichtig, sie "auf herkömmlichem Weg" zu knüpfen, zu pflegen und zu entwickeln. Woher diese Vorbehalte kommen, könnte ich ad hoc gar nicht benennen - vielleicht ist das wirklich schon die aufdämmernde Verstockung des Alters. ;-)

    Die schlechte Wirtschaftslage ist ja nicht erst seit gestern, aber bislang habe ich's immer wieder geschafft, Aufträge zu bekommen.
    Vielleicht kann ich in diesem Sinn auch einmal etwas Aufbauendes sagen: Wir selber zwar nicht, sehr wohl aber unsere Eltern und Großeltern haben schon erheblich schlechtere Zeiten als wir überlebt und überstanden. Und auch sie haben in diesen Zeiten Glück, Freundschaft, Leben erlebt. Oder, wie meine Eltern sagen: Die Leute sind immer irgendwie über die Runden gekommen, es wäre unsinnig (sinnlos, vor allem aber unberechtigt), sich in diesem Punkt ernstlich Sorgen zu machen. Ich mag diesen Ausspruch, ich finde ihn doch aufbauend.

    Du warst anscheinend ein guter Schüler, der leicht gelernt hat, oder?
    Gar nicht. :-) Ich bin und war ausreichend gescheit, mich immer überall halbwegs durchwinden zu können, aber gut war ich nur in den Fächern, die mich interessiert haben - und das waren wenige. Sehr wenige.

    Siehst du, bei mir war's genau umgekehrt: Ich "musste" in meiner Berliner Sschulzeit lernen, logisch zu denken, kritisch an Diskussionen teilzunehmen usw... ... ich habe mich schwer damit getan, an Diskussionen teilzunehmen (die mich meistens gar nicht interessiert haben), drum hatte ich ja auch immer durchweg schlechte mündliche Noten.
    Okay, das ist das andere Extrem. Das kenne ich auch, und zwar von den wenigen ganz progressiven Lehrern, die wir hatten. Ist auch nicht das Wahre, jedenfalls dann, wenn die Schüler nicht sehr reif sind. Es ist wohl schon eine Frage des richtigen Mittelwegs (und wahrscheinlich weiß niemand auch nur annähernd, wo der verläuft).


    Hm, es gäbe so viel zu sagen und auch so viele andere interessante Beiträge; aber es ist wieder einmal spät, und ich muss noch anderes erledigen. Bis zum nächsten Mal also, und viele Grüße,
    Christian

  2.  
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  3. #32
    Benutzerbild von Petra67

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    Wenn ich mich am anderen Morgen ausschlafen kann, dann ist das alles weiterhin kein Problem. Ein Arbeitstag mit besonders vielen Überstunden brachte schon mehrmals meine „innere Uhr“ durcheinander – da half nur Warten auf das Wochenende zum Erholen.
    Mir passiert es trotzdem manchmal, dass ich am WE um halb 7 aufwache, weil das meine übliche Aufstehzeit ist... und danach fällt es mir schwer, wieder einzuschlafen... Die ganze Woche über freut mich auf's Ausschlafen am WE, und dann klappt es nicht, fies!!!


    Sogar wusste man, wenn ein Lied zu Ende war, wie das nächste anfängt, oder dass gerade der Moderator noch mit auf dem Band gelandet ist. Wenn ich jetzt auf Partys z.B. öfter „Nobody’s Wife“ von Anouk höre (einer der Lichtblicke der 90er, auch in den 90ern verwendete ich noch Kassetten), klingt es etwas fremd, ich erwarte im letzten Drittel des Liedes immer das abrupte Ende dieser uralten BASF-Kassette…
    In den 90ern hab ich auch noch Cassetten benutzt, ich erinner mich noch sehr gut daran, wie traurig ich war, als die mit der "Angeldust" von Faith No More plötzlich Bandsalat hatte ...


    Genau auch meine Erfahrung. Meine ersten ca. 10 Schuljahre waren ganz ähnlich, mit schikanierenden Schulkollegen, Pubertätsprobleme hatte ich natürlich auch, inkl. dem einen oder anderen nicht ausbleibenden größeren Krach zu Hause (obwohl mein Verhältnis zu den Eltern eigentlich immer sehr positiv war und heute noch ist), der von mir gehasste Schulsport. Diese Zeit wünsche ich mir niemals zurück.
    Den werten Schulkollegen kann ich letzendlich schon dankbar sein. Ansonsten säss ich vielleicht immer noch in meiner Kleinstadt, wäre mit 'nem langweiligen Hansel (der wohlmöglich auch noch den Idealvorstellungen meiner Mutter entspicht) verheiratet und würd mich mit meinen Kindern herumschlagen, die mich schikanieren, weil sie kein Handy mit Fotoapparat haben. Da geht es mir jetzt doch sehr viel besser.
    Ich hab übrigens heute noch manchmal Alpträume vom Schulsport, dann vermische ich Gegenwart und Vergangenheit und träume, ich würd den Schulsport nach der Arbeit schwänzen ... Das klingt jetzt lustig, aber im Traum ist das echt ätzend. Manchmal träum ich auch, ich hätte vergessen, ein Bild für den Kunstunterricht abzugeben, oder ich säss in der Abiklausur für Mathe und alle wären schon fast fertig, nur ich sitz da und hab keinen Plan ... Diese grässlichen Träume wiederholen immer in der gleichen Art und Weise!


    Gruss,
    Petra

  4. #33
    Benutzerbild von Babooshka

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    Christian:

    Aber stell dir mal mich vor: fast 40 Jahre und dann tanze ich mit 20-jährigen.

    das überhaupt kein Problem ist. Dort, wo ich tanze und wo der Altersdurchschnitt vielleicht bei 19, 20 liegt, gibt es auch viele in meinem Alter und viele Ältere - manche Mädchen nehmen sogar ihre Mütter mit, die dann meistens Mitte 40 aufwärts sind. (Männliche Jugendliche machen das nicht, eigentlich interessant.) Wenn du fröhlich tanzt, wirst du damit weder Aufsehen oder Reaktionen hervorrufen noch auch nur abschätzige Gedanken.
    Trotzdem, ich würde mich da mittlerweile unwohl fühlen, zumal mir die Musik ja auch gar nicht liegen würde. Daher denke ich mal, so ein "Generation Gap"-Problem beim Weggehen würde sich mir in den meisten Fällen gar nicht stehen, weil die Leute, die in Läden mit Musik gehen, die ich mag, meistens älter sind Ich meine damit nicht nur 80-er Musik.
    Und wieder muss ich sagen, so bis ca. 33 machte mir auch das noch nichts aus. Ich ging mit meiner Freundin ab und zu ins Münchner Babylon, eine Riesenhalle, wo es freitags nicht allzu voll war und vor allem Trance (und nur wenig Techno, bin ich halt solange rausgegangen) und Black gespielt wurde. Dort waren auch mehrere Altersklassen vertreten, keiner wurde vom anderen schief angeguckt und Spaß hat's gemacht. Aber heute ist das einfach vorbei...

    Das kann ich nicht beurteilen, auf diesem Gebiet war ich noch nie Internet-aktiv. Irgendwie habe ich in punkto soziale Kontakte starke Vorbehalte (Vorurteile) gegen das Internet und ist es mir sehr wichtig, sie "auf herkömmlichem Weg" zu knüpfen, zu pflegen und zu entwickeln.
    Nur, wie machst du das? Ich habe übrigens, wenn es mal geklappt hat mit dem Kennenlernen per Internet, keine schlechten Erfahrungen damit gemacht.

    Vielleicht kann ich in diesem Sinn auch einmal etwas Aufbauendes sagen: Wir selber zwar nicht, sehr wohl aber unsere Eltern und Großeltern haben schon erheblich schlechtere Zeiten als wir überlebt und überstanden. Und auch sie haben in diesen Zeiten Glück, Freundschaft, Leben erlebt. Oder, wie meine Eltern sagen: Die Leute sind immer irgendwie über die Runden gekommen, es wäre unsinnig (sinnlos, vor allem aber unberechtigt), sich in diesem Punkt ernstlich Sorgen zu machen. Ich mag diesen Ausspruch, ich finde ihn doch aufbauend.
    Ja, das sage ich mir auch. Irgendwie MUSS es weitergehen, es kann einfach nicht angehen, dass ich freiberuflich am Ende bin. Im Gegenteil, ich sollte mir wie früher positive Gedanken machen und mir sagen, ich bin noch lange nicht da angekommen, wo ich hin will und es KANN nur noch besser werden!


    Zitat:
    Du warst anscheinend ein guter Schüler, der leicht gelernt hat, oder?

    Gar nicht. :-) Ich bin und war ausreichend gescheit, mich immer überall halbwegs durchwinden zu können, aber gut war ich nur in den Fächern, die mich interessiert haben - und das waren wenige. Sehr wenige.
    Ähnlich wie ich. Nur war ich kein "Durchwinder", sondern ein "Durchfaller" (nachzulesen im Schulthread), denn ich war einerseits extrem gut und andererseits extrem schlecht. Leider überwogen die extrem schlechten Fächer...
    Und da das so war, denke ich, bist du auch der Meinung, 11 Schuljahre hätten gereicht, weil du in deinen 13 so viel unnötigen Mist lernen musstest, der für dein weiteres Leben überhaupt nicht wichtig und verwendbar war Wenn du so denkst, dann muss ich dir allerdings zustimmen. Ich habe in meinem späteren Leben z. B. nie mehr höhere Mathematik gebraucht. Damals schon gab meine Mathelehrerin gegenüber meiner Mutter zu, dass am Gymnasium bereits viel Stoff gelehrt wird, den ein Mathematikstudent an der Uni in den ersten Semestern lernt.

    Okay, das ist das andere Extrem. Das kenne ich auch, und zwar von den wenigen ganz progressiven Lehrern, die wir hatten. Ist auch nicht das Wahre, jedenfalls dann, wenn die Schüler nicht sehr reif sind. Es ist wohl schon eine Frage des richtigen Mittelwegs (und wahrscheinlich weiß niemand auch nur annähernd, wo der verläuft).
    Gut, Reife ist ein dehnbarer Begriff. Ich bin zwar in den hochpädagogischen 70-ern zur Grundschule gegangen, musste auch noch nicht diskutieren lernen, war aber schon da schlecht im Mündlichen. Später am Gymnasium und auch an der Gesamtschule wurde das zunehmend wichtiger. Auswendig lernen musste ich nur ein einziges Mal etwas: die Ballade von John Maynard.


    Petra:

    Wenn ich mich am anderen Morgen ausschlafen kann, dann ist das alles weiterhin kein Problem. Ein Arbeitstag mit besonders vielen Überstunden brachte schon mehrmals meine „innere Uhr“ durcheinander – da half nur Warten auf das Wochenende zum Erholen.

    Mir passiert es trotzdem manchmal, dass ich am WE um halb 7 aufwache, weil das meine übliche Aufstehzeit ist... und danach fällt es mir schwer, wieder einzuschlafen... Die ganze Woche über freut mich auf's Ausschlafen am WE, und dann klappt es nicht, fies!!!
    Hihi, also damit hatte ich wirklich nie Probleme. Im Gegenteil, als ich noch "draußen" arbeiten ging oder oder früher zu Schulzeiten, sprich, als ich in aller Herrgottsfrühe antreten musste, war ich am Wochenende so dermaßen erledigt, dass ich am liebsten nur hätte schlafen wollen. Das war schlimm, wenn ich mal einen Freund hatte, der den Unterschied zwischen Wochentag und Wochenende nicht kannte

    Ich hab übrigens heute noch manchmal Alpträume vom Schulsport
    Otto, Petra und Babooshka, die Schulsporthasser! Köstlich, zu dem Thema mach ich gleich noch einen Thread auf.

    dann vermische ich Gegenwart und Vergangenheit und träume, ich würd den Schulsport nach der Arbeit schwänzen ... Das klingt jetzt lustig, aber im Traum ist das echt ätzend. Manchmal träum ich auch, ich hätte vergessen, ein Bild für den Kunstunterricht abzugeben, oder ich säss in der Abiklausur für Mathe und alle wären schon fast fertig, nur ich sitz da und hab keinen Plan ... Diese grässlichen Träume wiederholen immer in der gleichen Art und Weise!
    ECHT? DU AUCH??? Das ist ja heiß, ich dachte immer, ich bin die Einzige, die nach wie vor des nachts ihr Schultrauma aufarbeitet. Das geht von Träumen in der Art "ich habe fast jede Woche den Schulsport (wahlweise: den Geschichtsunterricht) geschwänzt, deshalb werde ich nicht versetzt/darf kein Abi machen" bis hin zu "ich bin schon so alt wie heute, muss aber aus irgendeinem Grund nochmal Abitur machen/ein besseres Abitur machen als ich bereits habe und finde mich plötzlich in der Schulbank wieder, beim Matheunterricht"... Albträume sind das, echte Albträume! Meistens enden die damit, dass ich sage "ihr könnt mir alle mal, ich HABE bereits Abitur und brauche mir den ganzen Kram hier deshalb nicht nochmal anzutun."

    Es soll Leute geben, die sich nach Schule und Studium zurücksehnen. Ich kann das nicht verstehen. Bei diesen beiden Dingen bin ich wohl am meisten froh, dass sie für immer und ewig vorbei sind. Weiterbildung: nix dagegen. Aber bitte keinen Prüfungsstress mehr! Daher, Respekt vor Otto und allen anderen, die sich in "höherem" als dem typischen Alter nochmal für ein Studium entscheiden!

  5. #34
    Benutzerbild von Petra67

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    ECHT? DU AUCH??? Das ist ja heiß, ich dachte immer, ich bin die Einzige, die nach wie vor des nachts ihr Schultrauma aufarbeitet. Das geht von Träumen in der Art "ich habe fast jede Woche den Schulsport (wahlweise: den Geschichtsunterricht) geschwänzt, deshalb werde ich nicht versetzt/darf kein Abi machen" bis hin zu "ich bin schon so alt wie heute, muss aber aus irgendeinem Grund nochmal Abitur machen/ein besseres Abitur machen als ich bereits habe und finde mich plötzlich in der Schulbank wieder, beim Matheunterricht"... Albträume sind das, echte Albträume! Meistens enden die damit, dass ich sage "ihr könnt mir alle mal, ich HABE bereits Abitur und brauche mir den ganzen Kram hier deshalb nicht nochmal anzutun."
    JAAAAAAAAAA! Feuerzangenbowle als Horrorfilm. Echt, das kommt mir so bekannt vor!


    Es soll Leute geben, die sich nach Schule und Studium zurücksehnen. Ich kann das nicht verstehen. Bei diesen beiden Dingen bin ich wohl am meisten froh, dass sie für immer und ewig vorbei sind. Weiterbildung: nix dagegen. Aber bitte keinen Prüfungsstress mehr! Daher, Respekt vor Otto und allen anderen, die sich in "höherem" als dem typischen Alter nochmal für ein Studium entscheiden!
    Ich bewunder so etwas auch. Eine irische Exkollegin von mir ist nach Belfast zurückgekehrt und hat ein Studium angefangen (Kunstgeschichte, hatte sie vorher schon an der Open University belegt). Einen sicheren Job aufzugeben, um noch einmal ganz von vorne anzufangen und das mit Anfang 30, dazu gehört 'ne Menge Mut, Hut ab!

  6. #35
    Otto
    Benutzerbild von Otto
    Petra67 postete
    Ich bewunder so etwas auch. Eine irische Exkollegin von mir ist nach Belfast zurückgekehrt und hat ein Studium angefangen (Kunstgeschichte, hatte sie vorher schon an der Open University belegt). Einen sicheren Job aufzugeben, um noch einmal ganz von vorne anzufangen und das mit Anfang 30, dazu gehört 'ne Menge Mut, Hut ab!
    Ich kann aus eigener Erfahrung nur sagen, dass gerade in der letzten Zeit die Anzahl der Studienanfänger über 30 zunimmt (zumindest an meiner Hochschule). Auch wenn es nur max. 5% unserer Studenten sind (in jedem Semester bzw. Studiengang gibt es ein paar), aber ich habe schon mehrere kennen gelernt, die in meinem Alter oder noch um einiges älter sind. Das Maximum liegt bei uns derzeit bei etwa Mitte 40.
    Das hat sicher auch mit der Situation am Arbeitsmarkt zu tun. Ich selbst habe mich auch aus einer längeren Arbeitslosigkeit heraus zum Studium entschieden, hinzu kam noch, dass der erste Beruf nicht gerade spannend und gut bezahlt war.
    OK, einmal gab ich einen Job freiwillig auf, ohne was Neues zu haben. Aber auch nur, weil ich leider Erfahrungen mit Mobbing machen musste (als "Küken" in der Firma und auch als niedrigster Mitarbeiter in der Hierarchie hatte ich es nicht leicht, da haben wir wieder das Problem, als deutlich Jüngerer nicht immer ernst genommen zu werden). Und von diesen Erlebnissen habe ich auch nach 6 Jahren noch gelegentlich Albträume (genau wie von negativen Schulerlebnissen, die 20-25 Jahre her sind). Danach machte ich erst mal eine (bezahlte!) Weiterbildung, aber im Anschluss daran wurde es noch schwieriger, eine Stelle zu finden, mangels Angebot. So habe ich mich dann nach längerer Arbeitslosigkeit noch mal fürs Studieren entschieden.

  7. #36
    Benutzerbild von Babooshka

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    Finde ich toll. Ich kenne auch ein paar Leute, die 10 Jahre nach dem Abi anfingen zu studieren. Ab nächster Woche habe ich mir auch eine Weiterbildung an der Uni vorgenommen, als Gaststudentin.

    Mit dem nicht-ernst-genommen-werden hast du noch was Wichtiges angesprochen. Was das angeht, so bin ich auch heilfroh, nicht mehr jung zu sein. Ich sah immer schon jünger aus als ich wirklich war - jetzt toll, als Jugendliche eine Katastrophe. Denn junge Leute werden nicht richtig ernst genommen, die Erfahrung machte ich so oft und so lange, dass ich es gar nicht zählen kann. Und mich regte das auf ohne Ende! Für mich kommt noch ein ganz persönlicher Vorteil hinzu: Wenn ich jetzt sage, ich will keine Kinder, dann fängt man langsam an, mir zu glauben "ach so, du wirst bald 40? Na denn..." Früher dagegen musste ich mir Jahrzehnte lang die üblichen Sprüche von A bis Z anhören. Blablabla, immer die gleiche Platte, ich konnte es nicht mehr hören. Und jetzt: Vorbei! Endlich!

  8. #37
    Benutzerbild von Petra67

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    Babooshka postete
    Wenn ich jetzt sage, ich will keine Kinder, dann fängt man langsam an, mir zu glauben "ach so, du wirst bald 40? Na denn..." Früher dagegen musste ich mir Jahrzehnte lang die üblichen Sprüche von A bis Z anhören. Blablabla, immer die gleiche Platte, ich konnte es nicht mehr hören. Und jetzt: Vorbei! Endlich!
    Ging mir ähnlich, dann hiess es immer "wart erst mal ab, bis der Richtige kommt".

    Früher wollte ich tatsächlich Kinder, ist aber schon lange her, aber nun hab ich keine Lust mehr, mein Leben komplett umzustellen. Gottseidank denkt mein Mann genauso.

  9. #38
    Benutzerbild von synmaster

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    Babooshka postete
    Mit dem nicht-ernst-genommen-werden hast du noch was Wichtiges angesprochen. Was das angeht, so bin ich auch heilfroh, nicht mehr jung zu sein. Ich sah immer schon jünger aus als ich wirklich war - jetzt toll, als Jugendliche eine Katastrophe. Denn junge Leute werden nicht richtig ernst genommen
    Stimmt, besonders schlimm ist das GEDUZT-WERDEN!
    (Insbesondere von Fremden.) Du bist schon 26, aber siehst aus wie 17 oder 18 und wirst da hingestellt wie ein dummer Schüler.

    Otto postete
    Das hat sicher auch mit der Situation am Arbeitsmarkt zu tun. Ich selbst habe mich auch aus einer längeren Arbeitslosigkeit heraus zum Studium entschieden, hinzu kam noch, dass der erste Beruf nicht gerade spannend und gut bezahlt war.
    ... Danach machte ich erst mal eine (bezahlte!) Weiterbildung, aber im Anschluss daran wurde es noch schwieriger, eine Stelle zu finden, mangels Angebot. So habe ich mich dann nach längerer Arbeitslosigkeit noch mal fürs Studieren entschieden.
    Klingt ja alles toll und spannend, aber du musst das auch FINANZIEREN können. Du musst Essen kaufen und Miete zahlen. Wer nicht zufällig eine arbeitende Freundin oder so hat, hat da ein echtes Problem.
    Hinzu kommen nicht (mehr) hilfsbereite Eltern: "Wir haben dir schon vor deinem Berufseinstieg ein Studium finanziert. Jetzt ist Schluß damit, und du musst mit deinen 31 Jahren mal endlich für dich selbst sorgen lernen!"

    Harte Worte, aber das *ist* die Realität. (Kann man auch verstehen; man kann die Eltern ja nicht noch als Fast-Mittdreißiger als Geld-Zapfhahn mißbrauchen).
    Tja, und daran scheitert's. Die meisten kriegen kein BAFöG mehr weil sie entweder schon studiert haben, dann z. B. abgebrochen und Berufseinstieg.

    Studieren *woll(t)en* alle - ich auch - nur wer finanziert das??

  10. #39
    Otto
    Benutzerbild von Otto
    synmaster postete
    Stimmt, besonders schlimm ist das GEDUZT-WERDEN! :(:(
    (Insbesondere von Fremden.) Du bist schon 26, aber siehst aus wie 17 oder 18 und wirst da hingestellt wie ein dummer Schüler.
    Das ist mir auch bestens bekannt. Ich habe immer schon etwas jünger ausgesehen (was ich in meinem aktuellen Umfeld heute als Student nun positiv ansehe, denn es fällt nicht so auf mit meinem Alter), und daher wurde ich von Fremden mehr geduzt als gesiezt in meinen 20er Jahren.

    Besonders schlimm war das während meiner Ausbildung, da war ich ca. 23 bis 24, wurde aber anscheinend auf 16 oder 17 geschätzt.
    Es wäre ja alles OK gewesen, wenn man sich in der Firma generell geduzt hätte, aber die feinen Herren wurden von den meisten gesiezt.
    Ein wenig enttäuscht war ich auch, dass die 18-jährige Azubine gesiezt wurde und ich mit meinen 24 Jahren noch nicht.
    Die Gesichter jener duzenden Mitarbeiter hättet Ihr sehen müssen, als sie mich Auto fahrend gesehen haben ("Was? Du darfst schon Auto fahren?").

    Vielleicht lag das damals nicht nur am jünger geschätzten Alter, sondern allgemein an meinem "Status" als Lehrling. Allerdings geht man heute nicht mehr generell ab 15 oder 16 in die Lehre, viele machen erst Abi (so wie ich), was den Altersdurchschnitt insgesamt anhebt.
    Der "dumme kleine Junge" war ich auch noch im ersten Angestelltenverhältnis (entsprechend war auch die Stelle, dafür brauchte man eigentlich kaum eine Ausbildung), aber da duzte jeder jeden, also ich auch meinen Vorgesetzten, was mir gar nicht passte (ekelhafter Typ, den ich lieber gesiezt hätte).

    In der kaufmännischen Schule gab es auch einen (schon ziemlich alten) Lehrer, der generell alle männlichen Schüler duzte (mich auch, obwohl ich als einziger damals die 20 schon überschritten hatte, die meisten waren 3 bis 4 Jahre jünger, da ich das Fachabi Typ Wirtschaft nachmachte nach einem gescheiterten Versuch des "klassischen" Abi auf dem Gymnasium), die Schülerinnen wurden generell gesiezt (auch schon mit 16).

  11. #40
    Benutzerbild von Babooshka

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    [quote]synmaster postete
    Babooshka postete
    Mit dem nicht-ernst-genommen-werden hast du noch was Wichtiges angesprochen. Was das angeht, so bin ich auch heilfroh, nicht mehr jung zu sein. Ich sah immer schon jünger aus als ich wirklich war - jetzt toll, als Jugendliche eine Katastrophe. Denn junge Leute werden nicht richtig ernst genommen
    Stimmt, besonders schlimm ist das GEDUZT-WERDEN!
    (Insbesondere von Fremden.) Du bist schon 26, aber siehst aus wie 17 oder 18 und wirst da hingestellt wie ein dummer Schüler.
    Jahaaa, das kenne ich auch noch gut Allerdings muss ich sagen, solche Erfahrungen, wie du und Otto mit dem Duzen im Beruf gemacht haben, habe ich nicht gemacht. Ich bin relativ spät ins Berufsleben eingestiegen (was man mir ja nicht ansah), habe aber schon während des Studiums viel gejobbt (Zeitarbeit). In den Jobs war das Duzen und Siezen aber klar geregelt; manchmal war ich auch in amerikanisch geleiteten Firmen, wo jeder jeden duzte, mit Ausnahme des Big Boss. Nee, bei mir waren es eher Leute in der Art "die Bäckersfrau von nebenan", die mich nicht als Erwachsene sahen Wie ich aber hörte, ging das früheren Generationen genauso; da haben die jungen Damen dann ganz frech zurückgeduzt

    Das mit dem Siezen ist übrigens auch eine ziemlich kulturelle Sache, wie ich festgestellt habe. In Italien z. B. wird weitaus weniger gesiezt als hier. Wenn man nicht gerade ein einigermaßen würdiges Alter erreicht hat (oder zumindest danach aussieht), also ca. ab 40, wird geduzt, ob im Geschäft, im Hotel oder im Studium. Ich war immer mächig irritiert, wenn die Italiener in meiner Italienischklasse der Dolmetscherschule grundsätzlich alle jüngeren Lehrer duzten. Wir Deutschen siezten sie. Und wurden von ihnen gesiezt. Immer. In Französisch-Kanada kann es noch krasser sein, dort wurde ich als Enddreißigerin sowie meine beiden Begleiter im Restaurant geduzt. Huch, da war ich auch irritiert. Im Restaurant als Erwachsene geduzt werden - undenkbar in Deutschland! Wie ich erfuhr, ist das dort was völlig Normales. Muss wohl so eine Sitte sein, die von Englisch-Kanada rübergeschwappt ist, denn im Englischen sagt man ja sowohl zum Straßenpenner als auch zur Queen Du. Mit meinem früheren Mitbewohner, der ja aus Québec kommt, hatte ich übrigens öfter Diskussionen über Höflichkeit, denn die hat er zum Teil in Deutschland erst lernen müssen: Was hier als grob unhöflich gilt, ist dort recht normales Verhalten.

    Hm, ist zwar etwas offtopic geworden, aber trotzdem interessant und außerdem mein Thread

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