1. Intro
So - nun hinein mit der CD in den Player und dem knapp zweieinhalbminütigen Intro gelauscht. Ein wenig mit der Bassdrum produziertes Herzbuppern und dann kommt er... Der Ruf der Wildnis: MÄÄÄÄSTA BLÄÄÄÄSTA... Als hätt' man es nicht geahnt. Danach spielen die Produzenten etwas mit diesem Sample und der Nervfaktor steigt in kurzer Zeit in ungeahnte Höhen. Dann erscheinen die typischen Schredder-Keychords, die fast 1:1 aus "How old r u" übernommen sind. Danach klingt das Intro mit einem erneuten MÄÄÄSTA BLÄÄÄSTA aus und gibt den Weg frei für....
2. How old r u - Original von MIKO MISSION
Die meiner Meinung nach beste Nummer des Albums und identisch mit der zuvor veröffentlichten Radio Version. Wie bei den meisten anderen Cover-Tracks des Albums wurde auch hier ein Sample des Originals von Miko Mission benutzt (der Refrain). Wie gesagt, hätte man die Strophen nicht nur mit Keyboard-Geschredder untermalt, sondern auch mal richtig gesungen, hätte das Ding sicherlich ein potentieller Sommerhit werden können.
3. Hypnotic Tango - Original von MY MINE
Mit diesem Track fing ja bekanntlich alles an. Auch dieser Track gefällt mir bis auf das ewige "MÄÄÄSTA BLÄÄÄSTA" recht gut. Wie auch bei "How old r u" gibt's diesmal sogar zwei Originalsamples (Basslauf & Refrain). Da der Titel weitgehend bekannt sein dürfte, wandert mein Finger auf die Skip-Taste...
4. Pamana (Quima Ya)
Die erste eigene Nummer, wie uns das Booklet verrät. Relativ monotones Bassdrum-Gestampfe auf dem immer gleichen Bass-Ton. Dazu ein
(fast) unverständliches Vocal-Sample (ich versteh' da immer Patta-Patta oder so). Plötzlich ein fast Scooter-mäßiges "Daaance !" - "Spin around!!!" - "Push it" und "Yeeeeeeah!" plus... Ihr könnt es Euch denken - "Määästa Blääästa". Die Harmonien setzen ein und das ganze Spiel beginnt von vorn - und das 7:30 Minuten lang. Keine Hookline, kein Gesang und deshalb Langeweile pur! Also schnell zum nächsten Titel...
5. Another life - Original von KANO
Ah, Another life... Diesmal denkt man, man hört einen dieser neueren Italo-Dancemixes, wo einfach nur ein neuer Drumtrack über den Titel gelegt wurde. Obwohl im Booklet nur steht "Contains a sample", wurde fast der komplette Original Italo-Disco-Track von Kano verwurstet und deshalb gibt es natürlich auch durchgängigen Gesang. Nach dem ersten Refrain werden einem wieder die üblichen Keyboard-Harmonies geboten, aber da die Nummer nach nur 3:31 Minuten ähnlich kurz gehalten wurde wie die ersten beiden Singles tippe ich mal, dass es sich hierbei um eine potentielle dritte Single handeln könnte.
6. Delirium Mind - Original (Delirio Mind) von SCOTCH
Auf diesen Titel hatte ich mich am meisten gefreut, weil das Original ein echter Kracher ist. Ebenso mit dem "Laaaaalaaaalaaa"-Intro von Scotch kann man einiges anstellen und die E-Gitarre nach dem Refrain ist meine absolute Lieblingsstelle. Umso mehr verwunderte es mich, dass bei diesem Titel kein Vermerk im Booklet steht, dass ein Sample aus dem Original benutzt wurde.
Das Stück beginnt enttäuschend mit einem 1-minütigen Intro, welches rein aus Drums und Bass besteht. Danach wird gesungen... Als vermeintlicher Chorus wird uns die Melodie aus dem eigentlichen Original-Intro vergegaukelt - aber nicht gesampelt, sondern nachgespielt. Keine E-Gitarre, kein Sample - kurz: kein gutes Lied... Für mich die größte Enttäuschung des Albums... Und auch hier wieder 5:30 Minuten verbraten.
7. Back in your Arms - Original EDDY HUNTINGTONs "USSR"
Auch hier wird einem laut Booklet eine scheinbare Eigenkomposition vergegaukelt. Diesmal gibt's weibliche Vocals und schon die Harmonien der Strophe kommen einem verdächtig bekannt vor. Als dann der Refrain ertönt, bemerkt auch der Italo-Disco-Laie recht schnell, dass hier aus U-S-S-R einfach BACK-IN-YOUR-ARMS gemacht wurde. Vielleicht hatten die Jungs von Master Blaster ja vor, den Titel 1:1 zu covern, aber die Original-Komponisten haben sich geweigert. Ein solches Phänomen gab's ja auch schon mal bei U96s "Heaven", bei dem Alex Christensen sagte, dass dies eine Coverversion von Cindy Laupers "Time after Time" sei, nur der Verlag die Original-Lyrics nicht rechtzeitig freigeben wollte.
8. Pay 4 ur life
Auch bei diesem "eigenen" Titel handelt es sich zunächst um eine eintönige Trance-artige Nummer. Aufgebaut ist der Track wie die beiden ersten Singles, d.h. es gibt einen Refrain, der mehrmals gespielt wird und von den typischen Master-Blaster-Elementen umrahmt wird. Durchschnittlich und nichts besonderes...
9. Get closer Original von VALERIE DORE
Nachdem SCOOTER sich an Valerie Dores "The Night" herangemacht haben, setzen die Jungs von Master Blaster auf den meiner Meinung nach besseren Titel der Italo-Sleaze-Queen, deren Gesicht auf den Plattencovern nicht zur Stimme gehörte, wie es oft in der Italo-Disco-Szene war und ist.
Nach fast 2 Minuten gibt's dann auch endlich das Original-Sample des Refrains, aber leider wieder keine Strophe. Da auch dieser Track wieder auf 7 Minuten (!) gestreckt wurde, macht sich bald gähnende Langeweile breit.
10. Happy Children Original von P.LION
Auch hier wurde wieder ein Original-Sample verwendet und der Titel wieder künstlich auf 7:30 Minuten gestreckt. Spätestens hier hat der geneigte Hörer eigentlich genug von diesem Album... Monotonie, welche nur durch die Original-Samples an Wert gewinnt...
11. Master Blaster Italo Boot Mix Original von Mario Aldini & Axel Breitung
Einfallsloser Megamix der "Hits" des Albums. Keine Effekte bei den Übergängen à la Deep Dance & Co., sondern eine relativ simple Aneinanderreihung der Songs.
12. Outro
Pumpender Bass und spherische Keyboardstrings plus eine Keyboardline, die entfernt an Nenas "Nur Geträumt" erinnert. Dazu der tosende Applaus von einem imaginären Publikum und das übliche Gebölke...
FAZIT
Lohnt sich definitiv nicht! Man hat den Eindruck, hier wurde schnell ein Album um die beiden Singles produziert. Von 12 Titeln, sind bereits zwei Intro und Outro. Von den restlichen 10 sind 6 (mit der dreisten Kopie "Back in your Arms" eigentlich 7) Titel Cover-Versionen, die ohne großen Aufwand erstellt wurden. Dazu der Megamix und die beiden "eigenen" Titel, die keiner besonderen Erwähnung wert sind. Ferner kommt hinzu, dass es sich zu 100% um Uptempo-Nummern mit fast identischer BPM-Zahl handelt und sich nach spätestens 3-4 Titeln eine gewisse Langeweile breit macht, da einfach zu wenig Abwechslung geboten wird und es sich damit um ein Album ohne echte "Höhepunkte" handelt.
Hier wurde eine echte Möglichkeit verschenkt, alten Italo-Disco-Klassikern ein zeitgemäßeres Gewand zu geben. Allein "Delirum Mind" ist für mich eine der schlechtesten Coverversionen aller Zeiten. Was hätte man allein aus diesem Titel machen können... Deshalb ist das Album wohl nur Komplettisten zu empfehlen, die auch Cover-Versionen sammeln.
Und was sind Eure Meinungen?