Nik Kershaw

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musicola
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Review "No Frills"

Beitrag von musicola »

Vorab, ich werde nicht zu jedem einzelnen Song ein Statement abgeben, sondern das Album als Ganzes bewerten und in diese Bewertung diverse Faktoren einfließen lassen, welche innerhalb einer Skala von 1 (schlecht) bis 10 (Super) reichen können.

Quantität: 9 von 10

Auf dem Album finden sich 15 Titel mit einer Gesamtspieldauer von 63:04 Min., was bedeutet, dass der Platz auf dem Tonträger fast komplett ausgenutzt wurde. 3-4 Songs mehr, und ich hätte die Höchstwertung vergeben!

Instrumental: 10 von 10

Tja, bei einem Acoustic-Album ist meist nicht mehr als 'ne den Gesang begleitende Gitarre zu hören, also kommt es hier darauf an, das Zupfinstrument so zu verwenden, dass es nicht nur die Melodie beisteuert, sondern auch Drums, Keyboard und Bass ersetzt. Das ist auf vorliegendem Album eindrucksvoll verwirklicht worden. Aber mit Gitarren kannte sich der kleine Mann aus Bristol ja schon zu Human Racing-Zeiten aus!
Übrigens: Der Aufbau von "Don Quixote" ist einfach Hammer und der eigentlich reinrassige Popsong "Dancing Girls" der in den letzten elf Jahren bei Konzerten mit Begleit-Band zur Abrock-Nummer wurde, kommt im Acoustic-Gewand nun im Walzer-Rhythmus (kein Tango, wie Elek.-Maxe irrtümlich schrieb ;)) daher - und es funktioniert tatsächlich!!

Gesang: 8 von 10

Ein Zwanzigjähriger mit Niks Stimmumfang hätte heutzutage bei DSDS oder ähnlichen Formaten sicher nicht den Hauch einer Chance, auch nur das Casting vor Bohlen und Co zu überstehen. Nik hat eben keine kraftvolle, sonore Stimme, sondern arbeitet hauptsächlich mit hoher bzw. mittlerer Tonlage. Wer das als Jaulen und heulen bezeichnen möchte, soll das tun, ich empfinde es nicht so! :) Er singt tatsächlich glasklar und auch die leisen Parts schafft er sehr sicher. Mr. Kershaw trifft alle Töne und das Nasale hat er sich auch inzwischen abgewöhnt.

Songauswahl: 6 von 10

Kommen wir zur schlechtesten Bewertung des Albums. In den letzten Monaten hat Nik Kershaw etliche Acoustic-Konzerte quer durch England absolviert, auf welchen er auch viele Klassiker nur mit Gitarre begleitet, zum Besten gab.
Leider befinden sich auf No Frills nur fünf Songs aus seinen 80er-Heydays, und die stammen allesamt von den Alben Human Racing und The Riddle!
Klar, das ist immer noch ein Drittel des Albums, aber wenn man sieht, dass auf der CD noch 'ne Viertelstunde Platz übrig war, hätte man da sicher noch was machen können! Ich hätte es toll gefunden, auch den ein oder anderen Song aus der Radio Musicola- oder The Works-Phase, nur auf Gitarrenbegleitung reduziert, hören zu dürfen.

Bonbon: 10 von 10

Kommen wir zum Bonbon des Albums. Mit "Lost In You" und "This Broken Man" befinden sich anderthalb bis zwei brandneue Songs auf der Scheibe
Die Formulierung deshalb, weil für mich nur "Lost In You" wirklich neu ist. Die Midtempo-Nummer schrieb Nik vor einiger Zeit gemeinsam mit Chesney Hawkes. Der Song ist eher ein Grower geht also nicht direkt ins Ohr, dafür ist er aber wunderschön.
"This Broken Man" hingegen war ein Ergebnis des Songfest songwriting retreats in Island 2007 und war damals eine Piano-Ballade! Auch dieser Titel ist kein Ohrwurm, aber was fürs Herz!


Meine Gesamtwertung: 8 von 10


@ Dingel

Aber für ein "richtiges" neues Album wird's tatsächlich langsam Zeit! :)









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Lutz
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AW: Review "No Frills"

Beitrag von Lutz »

Dieses Akustikalbum,ähm, klingt sehr interessant (auch wenn ichs noch
nicht gehört habe ;))

[quote=musicola;272407]Ein Zwanzigjähriger mit Niks Stimmumfang hätte
heutzutage bei DSDS oder ähnlichen Formaten sicher nicht den Hauch einer
Chance, auch nur das Casting vor Bohlen und Co zu überstehen. [/quote]

BTW: Es ist doch schon grotesk, dass ausgerechnet Dieter Bohlen bzw
Deutschland sucht den Dingsbums als Gradmesser für die Entscheidung was
eine gute Stimme sein soll herangeholt wird. Hallo?

Das wäre in etwa so als ob man Kai Diekmann von der Bild, in eine Jury
setzen würde die über Ethik im Journalismus befinden soll.

BTW: Hier mal was aus früheren Zeiten von Nik, was ich beim
Schmökern in alten Musikzeitschriften gefunden habe (Musik Express 4/1985):

-snip-

Nik Kershaw (Stuttgart, Liederhalle)

Eine deutsche Frauenzeitschrift pries ihn vor Monaten als "Traumtyp der
80er", der seiner Frau beim Abwasch hilft. So viel Lob von der falschen
Seite hat Nik Kershaw wirklich nicht verdient. Und er wehrt sich - vor
allem gegen die Belagerung von der Teen-Magazin-Seite.
Für unsere jüngeren Freunde scheint Nik aufgrund seines händlichen
Pocketformats von 1,61 m eine Art Teddybär-Funktion zu haben. Bei all
dem übersieht man leicht, was sich an diesem Abend in der Liederhalle
deutlich herauskristallisierte: Daß Kershaw ein brillianter Songschreiber,
Musiker und sogar Entertainer ist.
Geht man vom inhaltlichen Aspekt aus, kann man als Gerüst des "Riddle
Tour"-Programmes die drei wohl politischsten Songs des 27jährigen Briten
ausmachen: Zum Entree werden "The Roses" gereicht, der Song über
Umweltverschmutzung im allgemeinen; den mittleren Pfeiler bildet "Save
The Whales" - und am Ende macht Kershaw mit der Zugabe "I Won't Let The
Sun" wesentlich überzeugender als auf Vinyl klar, daß auch er gegen
atomare Aufrüstung ist. Und selbst die Plattenversion war bereits schon
um zwei Klassen besser als Boy Georges "War Song".
Zur Tourverstärkung hatte Kershaw außer den RIDDLE-Kollegen Dennis Smith
am Baß und Tim Moore an den Keyboards den Percus-sionisten Gary Wallace,
den Gitarristen/Tastendrücker Keith Airey und Drummer Mark Price mit auf
seine musikalische Schnitzeljagd genommen. Die Bläser ließ man aus dem
Computer kommen.
Kershaw selbst bewegt sich souverän lässig in aufgepoppter
Freizeitkleidung (Cosmopolitan-Leserinnen aufgemerkt!): sealgraues
Hemd mit Robbenkragen, dazu eine weite, styroporweiße Bogart-Hose mit
Strapsen um die Schultern, beides vermutlich dazu angetan, des Sängers
optische Erscheinung zu strecken.
Das Bühnenbild ist der jeweiligen Song-Thematik angepaßt. Zu "Bogart"
wippt Nik vor einer riesigen Humphrey-Projektion auf dem erhöhten
Bühnenteil herum; zu "Human Racing" wird eine Erdkugel projiziert. Für
die "Drum Talks", die mit funkigen, aber verschleppten Keyboards
beginnen, bemüht sich der kleine Nik selbst auf die erhöhte dritte
Rhythmus-Plattform.
Höhepunkt ist natürlich "Wouldn't lt Be Good", das sich aus einer
undifferenzierten Soundmixtur herausschält und dann mit unwiderstehlich
schrägen Gitarrenklängen auch den letzten Schwaben auf den bestuhlten
Rängen von seinem Sitzle riß.

Christiane Rebmann

-snap-

Lutz
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Beitrag von musicola »

Danke für den interessanten Bericht @ Lutz. Den kannte ich bisher noch nicht! :)

Haste den extra jetzt abgetippt?

Gruß
Chris
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Beitrag von Lutz »

[quote=musicola;272437]Danke für den interessanten Bericht @ Lutz. Den kannte ich bisher noch nicht! :)

Haste den extra jetzt abgetippt?
[/quote]

Gern geschehen :). "Abtippen lassen" - OCR ist Dein Freund... ;)

Lutz
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Beitrag von musicola »

[quote=Lutz;272457]"Abtippen lassen" - OCR ist Dein Freund... ;)

Lutz[/quote]

Clever! :D
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Beitrag von musicola »

@ Lutz

Höre mir gerade einen ganz hervorragenden Radio-Mitschnitt vom letzten Jahr an, als Nik einen Tag vor seinem Live-Konzert in der Frankfurter Batschkapp bei Werner Reinke in der hr1-Lounge Studiogast war. Hab mich weggeschmissen vor Lachen, als Werner Reinke - zusammen mit Toningeneur Ulrich Bessler richtig professionell vorbereitet - eine dreiminütige Übersetzung aus Niks Jugendbuch "Spilling The Beans on... Making It In Music" vorgelesen hat! Sensationell!! :D
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Beitrag von Lutz »

Cool - würde ich mir gerne mal reinziehen ;)

Lutz
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Beitrag von musicola »

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Beitrag von musicola »

[QUOTE=musicola;276229]Ein Traum:

Sony TR-63 transistor radio. RED. March 1957 bei eBay.de: Radios (endet 03.07.10 00:15:48 MESZ)

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Gruß
musicola
:musicola:[/QUOTE]

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:faint:
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Beitrag von musicola »

Da bin ich ja mal gespannt:

Not seen it mentioned on this mailing list so just to inform those on here who haven't seen or heard of the latest bit of news which is Nik duets with Kim on her soon to be released album "COME OUT AND PLAY" (released next month). Nik features on the track "Love Conquers All". The album also features Glenn Gregory of Heaven 17.


Die beiden hatten ja bereits das Vergnügen:

"And when the night is cloudy, there is still a light that shines on me"

:)
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