Und natürlich mache ich selbst ersma den Anfang:
Musik ist in meiner Wohnung eigentlich ständig zu hören – es sei denn, es läuft der Fernseher. Egal, ob ich gerade am PC sitze, meine Hemden bügle (jawohl, das kann ich – bin schließlich Single...) oder Essen koche – irgendwelche Klänge flirren immer durch die Räume. Obwohl ich mitten in der Stadt in einem Mehrfamilienhaus wohne, kann ich die Anlage quasi nach Belieben aufdrehen – zu meinen Nachbarn sage ich jetzt besser mal nix. Früher habe ich auch grundsätzlich nach der Grönemeyer-Maxime gehandelt („Musik nur, wenn sie laut ist“), mittlerweile habe ich eingesehen, dass ich auf meine Ohren doch a bisserl mehr Rücksicht nehmen sollte. Wie man an meiner E-Mail-Adresse erkennen kann (Basshead@gmx.de), bin ich ein kleiner Bassfetischist, allerdings nicht so ein prolliger Wummer-Bollo, sondern ein Fan der sauberen und gepflegten Tieffrequenzen. Obwohl sich auch das in letzter Zeit deutlich gelegt hat – mittlerweile achte ich schon mehr auf schöne und faszinierende Stimmen, vor allem bei weiblichen Interpreten. Insbesondere für solche Gänsehaut-Aufnahmen habe ich mir vor kurzem einen teuren Sennheiser-Kopfhörer zugelegt – die Klangqualität, die man mit einem solchen Gerät genießen kann, könnten einem nur Lautsprecher ab mehreren Tausend Euro aufwärts bieten. Und da ich finanziell derzeit nicht gerade auf Rosen gebettet bin (habe gerade eine Umschulung hinter mir), muss ich also noch einige Zeit mit meinem kleinen Harman-Kardon-Verstärker und den zwar schalldruckfesten, aber klanglich armseligen Bose-Lautsprechern vorlieb nehmen – obwohl die Teile schon gut zehn Jahre alt sind. Naja, und dann besitze ich noch zwei CD-Spieler: einen Sony von 1995, der mehr ein Computer als ein CD-Player ist (durch die unzähligen und teilweise völlig abstrusen Funktionen blick ich schon gar nicht mehr durch ) und einen Philips von 1988 – der mir mittlerweile echt ans Herz gewachsen ist. Jedenfalls hätte er eine Menge zu erzählen, wenn er sprechen könnte... Und da ich keinen PC-Brenner besitze, habe ich mir vor 1½ Jahren einen HiFi-CD-Recorder gegönnt, der mir bisher sehr gute Dienste geleistet hat...
Da ich bisher auch ein reiner CD-Freak bin, besitze ich keinen Plattenspieler. Wahrscheinlich werde ich mir irgendwann mal einen gescheiten Vinyldreher zulegen, denn viele alte Aufnahmen werden wahrscheinlich nie in digitaler Qualität veröffentlicht werden. Als ich 1988 mit dem CD-Sammeln angefangen habe (meine erste CD war die „Hits Of The World 1978 / 1979“ – damals war gerade das 70er-Revival angesagt...), lautete mein Motto: „Ab jetzt möchte ich alles, was mir gefällt, auf CD in meinem Regal stehen haben!“. Bis heute hat sich daran nix geändert, nur dass man durch den Segen der Technik mittlerweile nicht immer alles teuer bezahlen muss...
Übrigens: Geht es euch eigentlich auch so, dass es völlig unerheblich ist, ob man 10, 100, 1.000 oder 10.000 Platten besitzt – irgendwann steht man vor den Regalen und weiß trotzdem nicht mehr, was man hören soll...? Da ich der Ansicht bin, dass man sich selbst und seine Vorlieben von Zeit zu Zeit kritisch betrachten sollte, stehe ich in letzter Zeit immer wieder mal vor meinen CD-Reihen und frage mich: Was soll eigentlich der ganze Scheiß? Da stapeln sich zig Silberlinge, und im Grunde genommen hört man eigentlich doch nur einen Bruchteil der Titel, die sich da angesammelt haben. Denn mit fast jeder CD kauft man ja auch immer Musik, die die Welt nicht braucht – und meistens auch nicht hört. Wenn ich alle wirklich guten Titel, die ich auf CD habe, auf eine gewisse Anzahl an Rohlingen zusammenbrennen würde, würde ich eine Menge Platz sparen – und mit den zu verkaufenden Original-CDs nochma ordentlich Kasse machen. Aber erstens habe ich im Laufe der Jahre zu viel Geld in die Scheiben investiert, und zweitens hat so eine Sammlung von „richtigen“ CDs ja auch wesentlich mehr Charme als ein Schrank voll gleich aussehender Kopien. Dennoch: Irgendwie hat ja eigentlich jeder, der einer Sammel-Leidenschaft frönt, einen an der Klatsche – die Frage ist nur, bis zu welchem Punkt diese Macke noch akzeptabel ist. Und wenn ich eines ganz besonders ätzend finde, sind es Leute, die mit Scheuklappen durch’s Leben rennen und sich nur für wenige Themen interessieren...
Und nun seid ihr an der Reihe...