Interessant, was im Laufe dieses Threads alles so zum Vorschein kam. Interessant aber vor allem deshalb, weil man über manche Beispiele und Aussagen nur noch mit'm Kopp schütteln kann.
In diesem Zusammenhang kann ich auch
bamalamas Posting Nummero 048 und vor allem die Bezeichnung
"hirnverbrannt" nur mit aller Deutlichkeit unterstreichen!
Aber kommen wir ersma zu den markantesten Beispielen, die meine absolute Zustimmung ernten:
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Böhse Onkelz,
Marilyn Manson,
Rammstein: Leben allesamt einzig und allein von ihrem provokanten bzw. polarisierenden Image, ohne echte musikalische Substanz vorweisen zu können.
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Westernhagen: Lieferte in den 80ern durchaus einige Party-Klassiker, nervt(e) auf Dauer aber mit seiner aufgesetzt intellektuellen Attitüde und ist dadurch genauso unsympathisch wie sein Kumpel
Reinhold Beckmann. Macht einen auf Rocker in Armani-Anzug - kein Wunder, dass er von Leuten wie
Stuckrad-Barre ungeniert als "Arschloch" bezeichnet wird...

Kann hinsichtlich musikalischer Authenzität auch in keinster Weise mit seinem großen Konkurrenten
Grönemeyer mithalten, weil vieles einfach nur gekünstelt wirkt...
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Jennifer Lopez: Profitiert in erster Linie von ihrem Latino-Status und den ordentlichen Produktionen ihrer Songs (obwohl ich die meisten stinkend langweilig finde). Am bemerkenswertesten bleibt weiterhin ihr vielzitierter Hintern, dem ich im Gegensatz zu
Heinzelmaennchen durchaus was abgewinnen kann...
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Nirvana: Ist schon genügend zu gesagt worden...
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Jimi Hendrix: Siehe
Gosefs Kommentar...
- Und zu guter Letzt das meines Erachtens beste Beispiel überhaupt: Die
Rolling Stones! Bevor ich mir selbst das Maul zerreiße, zitiere ich der Einfachheit halber ein weiteres Mal
Andrew Oldham:
"Und dann sind da noch die Stones. Große Band. Ungefähr drei Jahre lang. Seien wir ehrlich, seit 'Satisfaction' 1965 haben sie nicht herausgebracht, was man auch nur entfernt als Klassiker oder als originell bezeichnen könnte. Drei Jahrzehnte lang haben sie allein von Jaggers Cleverness und Keith Richards Rebellen-Image gezehrt. Der erste und beste Steinwurf der Stones brachte noch 'Ruby Tuesday' und 'Paint It Black', bis der Titel auf sie zurückkam und ihr Name in der gleichen schwarzen Farbe gemalt wurde, die ihnen zuvor den Erfolg gebracht hatte. Nur ging es diesmal um Exzesse, um mehr oder weniger ernste Drogengeschichten und Skandale um Sex und Todesfälle, bevor sie sich als große Band zurückzogen und als 'die größte Rock'n'Roll-Band der Welt' wieder auftauchten. It's only Rock'n'Roll so we fake it."
Nun die Beispiele, bei denen ich beim besten Willen keine echte Überschätzung erkennen kann:
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Wolfgang Petry: Mindestens die Hälfte der deutschen Bevölkerung weiß, wie peinlich der Kerl ist und würde CD von ihm nichma mit der Kneifzange anfassen. Von daher hat er bis auf seine Fans eigentlich keine besonderen Fürsprecher. Klar, wenn man sich auf 'ner Pachty ordentlich die Glocke flutet, kann man durchaus auch der Versuchung erliegen, den einen oder anderen Hit mitzugröhlen. Und ich bekenne gerne, sogar eine Maxi-CD von ihm zu besitzen. Das muss dann aber auch reichen...
Wenn man sich seine eingefleischten Fans mal genau ansieht, versteht man seinen Erfolg: Menschen, die trotz oftmals noch jungen Alters vom Leben offensichtlich nicht mehr zu erwarten haben als öde Routine,
müssen jemanden, der sich immer betont einfach und bodenständig gibt, natürlich vergöttern. Und finden's dann auch ganz toll, wenn sie gelegentlich aus ihrem drögen Alltag entfliehen können, indem sie Zeilen wie "Geil, geil, geil" laut herausbrüllen und sich dabei unheimlich rebellisch fühlen...
Aber von "überschätzt" kann hier keine Rede sein, dafür spaltet der Mann genau wie
Modern Talking zu sehr die Nation...
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Robbie Williams: Der Mann macht genau wie
Sasha einfache und gute Pop-Songs. Wer zudem seinen fast schon kultigen Auftritt beim Swing-Abend in der Royal Albert Hall gesehen hat, wird kaum verleugnen können, dass der Kerl der geborene Entertainer ist - mit all seinen Marotten und Skandälchen. Ist im sonst eher drögen Pop-Alltag eine charismatische Persönlichkeit, auch wenn manch öffentlicher Auftritt arg inszeniert erscheint...
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Madonna: Der Vergleich mit Plastik-
Britney ist ja geradezu haarsträubend. Während die "Queen Of Pop" mit ihrem IQ von ca. 150 ihre Karriere durch Intelligenz, Geschick und dem Gespür für musikalische und imageträchtige Veränderungen vorangetrieben hat, glänzt die
Spears in wöchentlichen Abständen mit geistig entkernten Sprüchen und Aktionen. Diesem "All American Girl" (welche Schmach für die Amis!) springt die Dummheit ja geradezu aus den Augen. Von der musikalischen Qualität mal ganz zu schweigen...
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Michael Jackson: Als überschätzt kann man höchstens all das bezeichnen, was er nach dem Album
"Dangerous" auf den Markt geschmissen hat. Bis dahin jedoch hat er ohne jeden Zweifel Pop-Klassiker präsentiert, die eine äußerst lange Halbwertszeit haben dürften. Er bot erstklassige Bühnen-Performances mit perfekten Tanzeinlagen und -choreographien, und was seinen Gesang angeht, schreibt
Frank Laufenberg völlig zurecht:
"Die musikalischen Qualitäten von Michael Jackson sind weitaus höher einzuschätzen, als es die meisten Kritiker tun. Allein die Liste der Musiker, die oft und gerne mit ihm zusammenspielen bzw. gespielt haben, beweist, dass Michael keine Lusche sein kann."
Dass der "King Of Pop" mittlerweile zu einer armseligen und geradezu lächerlichen Figur verkommen ist, wird niemand ernsthaft bestreiten. Das ändert aber nix an dem Wert seines musikalischen Erbes!
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Roxette: Bei der Nennung des Schweden-Duos in diesem Thread hab ich erst gedacht, ich hätte mich verlesen. Beim Blick auf den Autoren dieses Postings aber war wieder alles klar: Da wird einmal mehr deutlich, was eine geradezu hasserfüllt-cholerische Einstellung gegenüber "normaler" Pop-Musik an in der Tat hirnverbrannten Aussagen zu Tage fördern kann. Weitere Ausführungen erspare ich mir, da hat
bamalama schon alles Nötige und Richtige zu gesagt!
*kopfschüttel*
Zu
Eminem und
Bon Jovi kann ich mich zu keiner eindeutigen Meinung durchringen, die bewegen sich für mich in Hinsicht auf das Thema irgendwie in einer Grauzone...
@ Level 42:
"Um sie Sache abzurunden, mein Musiklehrer aus den 80ern (absolut Jazz) hat immer gesagt, dass es ein 'guter' Musiker niemals in die Top 100 schafft. Die Charts bestehen nur aus Massenware für das Volk."
Wenn dein Musiklehrer das tatsächlich
so gesagt und allen Ernstes auch
so gemeint hat, dann bestell ihm doch mal schöne Grüße von mir und sage ihm, dass er ein überheblicher Idiot ist, der den eigentlichen Sinn von
Pop-Musik offensichtlich nicht kapiert hat.
Will jetzt gar nicht groß darauf eingehen, da würde ich nur meine Aussagen aus meinem Thread
"ABBA, Modern Talking und die Sache mit den Ohrwürmern" wiederholen. Nur so viel: Wer tatsächlich glaubt, es sei
grundsätzlich verwerflich, wenn jemand Musik komponiert, die vielen Leuten lange Zeit viel Spaß bereitet, dessen geistiger Horizont endet meines Erachtens schon an den Grenzen des eigenen Geschmacks. Und solche Leute kann man in musikalischen Grundsatzdiskussionen einfach nicht ernst nehmen...
@ Heinzelmaennchen:
"Eindeutige Favoriten meinerseits: ABBA!! ... War nur'n Scherz..."
Ich glaube,
ABBA wären eher
das Paradebeispiel für die meist
unterschätzten Acts...
@ Gosef:
"Bist Du das auf dem Foto, Torsten? Ich krieg Angst..."
Das ist auch Sinn der Sache...
"Aber nen leckeren Popo hat sie, die Mariah Carey, oder?"
Nicht nur'n leckeren Popo...

Ich fand sie ja schon immer attraktiv, aber seitdem sie ein paar Pfunde zugelegt hat, ist sie für mich 'ne echte Sexbombe: So stell
ich mir 'ne richtige Frau vor (auch wenn bei der Oberweite meines Wissens leider nachgeholfen wurde)...

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