Ich habe ja schon mal ein wenig hier im Thread gelesen, und nun endlich hab ich Zeit und Kraft, meinen Senf dazuzugeben.
Was mich angeht, ich bin schon Zeit meines Lebens Nichtraucherin gewesen und werde es auch bleiben. Ich wurde nur einmal in Versuchung gebracht, als ich noch fleißige Discogängerin war. Ich habe da mal eine gepafft, aber als ich merkte, dass es mir nichts gab, hab ich es ganz schnell wieder seingelassen. Hab dann immer dankend abgelehnt, wenn mir eine Zigarette angeboten wurde. Meine Freunde sagten mir da auch immer, dass ich ja nicht mit diesem Mist anfangen sollte, weil sie da viel negative Seiten bemerkten, aber aufhören konnten oder wollten sie nicht. Aber ich denke, wenn man wirklich den Willen hat, aufzuhören, und auch selber was dazu beiträgt, dann kann das auch was werden. Wenn der Wille natürlich fehlt, dann hat das alles ja keinen Sinn. Von nix kommt nix. Und vor allen Dingen dann natürlich auch durchzuhalten, dass man keinen Rückfall bekommt. Ich hab das im Familien- und Freundeskreis auch schon oft erlebt. Von den ehemaligen Rauchern haben es eigentlich bisher alle geschafft und sind heute wirklich alles Nichtraucher.
Mit Drogen hatte ich in meinem Umfeld bis jetzt Gott sei Dank noch keinen Kontakt, und so sollte es auch bleiben. Obwohl, mit Cannabis hatte ich selber voriges Jahr zu tun, aber aus medizinischer Sicht wegen meiner
MS . Hab aber allergisch drauf reagiert und es wieder abgesetzt. Bin auch sehr froh darüber, da ich dadurch so zum zweiten Mal in meinem Leben dem Tod von der Schippe gesprungen bin.
Als Kind war ich Passivraucherin, da meine Eltern sehr stark geraucht haben, besonders meine Mutter. Sie war eine richtige Kettenraucherin. Ich konnte damals nie verstehen, warum sie so stark gequalmt hat. Auf meine Fragen diesbezüglich meinte sie dann, es würde sie beruhigen, und ohne geht es nicht. Mir riet sie aber, nie mit dem Rauchen anzufangen. Sie war dann zuletzt nur noch ein nervliches Wrack. Durch den Tod meines Opas, also ihres Vaters, und die daraus folgenden gesundheitlichen extremen Probleme hörte sie dann aber schlagartig auf, da war ich dann schon etwas erstaunt. Aus heutiger Sicht kann sie es auch nicht mehr verstehen, dass es erst soweit kommen musste, um damit aufzuhören, heute ist sie sogar mit eine derjenigen, die sich am meisten über die Raucher aufregen.
Erwähnen muss ich da auch noch den Bruder meiner Oma, der ein sehr starker und auch unvernünftiger Raucher war. Und vor allem rauchte er Zigarre, das ist ja nun noch ein bisschen stärker als Zigarette. Er war so ein seelensguter Mensch, aber in der Hinsicht nahm er keine Rücksicht auf seine Mitmenschen. Da roch es immer im ganzen Haus nach Zigarre. Über Jahre hinweg zieht das ja auch in die kleinsten Ecken im Haus, so dass man den Geruch gar nicht mehr wegbekommt. Und besonders schlimm riecht kalter Rauch.
[QUOTE=Torsten;88149]Bei mir selbst wurde Anfang 1998 Lymphdrüsen-Krebs im letzten Stadium diagnostiziert, nachdem ich die Symptome eine Zeit lang ignoriert hatte, um eine in Aussicht stehende Arbeitsstelle nicht zu gefährden. Als diese Anzeichen dann ein unerträgliches Ausmaß erreichten, ging ich zum Hausarzt, der mich nach einem kurzen Blick direkt in die Onkologische Tagesklinik des Städtischen Krankenhauses überwies. Lange Rede, kurzer Sinn: Nach einer einjährigen Chemo- und Bestrahlungstherapie war ich wieder genesen. Glück im Unglück - die Heilungschancen von Lymphdrüsenkrebs sind mittlerweile sehr hoch; bei diversen anderen Krebsarten wäre mir in diesem Stadium nicht mehr zu helfen gewesen. Die Härte war jedoch die Aussage meines Hausarztes, als ich ihn das erste Mal nach erfolgreicher Therapie wieder aufsuchte:
"Wissen Sie - jetzt, wo Sie's zu unserer aller Freude gepackt haben, kann ich's ihnen ja sagen - als Sie damals zu mir kamen, hab ich da offen gesagt nicht mehr viel drauf gegeben…" 
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Wenn es einen noch so jungen Menschen ereilt, ist das schon sehr heftig. Das wirft einen schon zurück. Ja, Glück im Unglück, dass es eine Krebsart war, bei der die Heilungschancen heute sehr hoch sind. In vielen Dingen ist die heutige Medizin schon sehr weit. Aber bei MS wissen sie ja noch nicht mal die Ursache. Wie also bekämpfen? Da dürften vielleicht die Glück haben, bei denen die Krankheit noch am Anfang ist. Und meistens ist's ja auch so, dass gerade die Krebskranken, auch die, bei denen es kaum Hoffnung gibt, einen enorm starken Lebenswillen und Kampfgeist entwickeln. Hab das auch schon oft miterlebt. Bei der Aussage deines Hausarztes musste ich allerdings auch erstma schlucken. Auf jeden Fall spreche ich den Leuten, die sich mit der Diagnose "Krebs" auseinandersetzen müssen und es irgendwie schaffen, auf ihre Art damit klarzukommen, meinen Respekt aus! Dagegen ist ja die MS ein Klacks.
[QUOTE=Torsten;88277]Kann man in der Tat so formulieren. Vor allem entwickelt man eine große Gelassenheit gegenüber vielen Dingen, über die man sich vorher oft den Kopf zerbrochen hat...

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Ja, so eine Krankheit kann einen schon verändern. Ich hab zwar keinen Krebs, bin aber durch die MS auch gehandicapt. Diese Gelassenheit habe ich bei mir auch festgestellt, man betrachtet viele Dinge von einer ganz anderen Seite. Nicht immer, aber immer öfter.
[QUOTE=Torsten;88277]Wie gesagt - bis auf eine Ausnahme. Und diese ist leider ausgerechnet mein ehemals bester Freund, zu dem sich das Verhältnis in jüngerer Vergangenheit deutlich verschlechtert hat. Sein maßloser Marihuana-Konsum, dessen er sich durchaus bewusst ist, hat ihn nach meinen Beobachtungen in den letzten Jahren fast unausstehlich werden lassen. Ironie des Ganzen: Glaubt man gemeinhin, Kiffer würden mit der Zeit eine unglaubliche Gelassenheit entwickeln, ging's bei ihm genau in die andere Richtung. Er ist mittlerweile zu einem regelrechten Choleriker mutiert, der sich über die unwichtigsten Dinge aufregt und im Zuge dieser Veränderung irgendwann auch nicht mehr davor zurückschreckte, seine Freundin zu schlagen (einmal sogar in meinem Beisein, bei dem ich eingreifen musste). Alles in allem ein Charakterwechsel, der wirklich erschreckend ist.
Mit Marihuana ist es wie mit vielen anderen Dingen, die das Leben verschönern: In Maßen genossen unbedenklich, bei Missbrauch extrem schädlich.
Leider aber gibt es immer einige anfällige Kandidaten, die jegliches Maß verlieren oder sich in in ihrer Charakterfärbung ernsthaft beeinflussen lassen.[/QUOTE]
Na, das mit deinem Freund klingt aber auch heftig. Wenn er sich schon im Beisein von anderen so vergisst und seine Freundin so schlägt, dass du eingreifen musstest, dann ist das wirklich sehr erscheckend, vor allem, wenn du ihn auch als einen ganz anderen, liebenswerten Menschen kennst. Hast du denn noch Kontakt zu ihm oder ist es noch schlimmer geworden? Aber schlimmer geht wohl nicht mehr, so wie ich das lese.
Ich hatte mal einen ähnlichen Fall. Zwar keine Drogen, aber eine sehr gute Freundin von mir (eine von vielen

) hatte einen Mann, der Alkoholiker war und auch sehr gewalttätig wurde, wenn er das Zeug konsumiert hatte, und das war meistens nicht in Maßen, sondern in Massen. Da passierte es auch schon mal, dass dann Außenstehende eingreifen mussten. Der Mann war mir irgendwie unheimlich, weil er auch mir gegenüber öfters sehr anzüglich wurde, wenn er wieder mal einen über den Durst getrunken hatte. Aber meine Freundin hat dann den Mut gefasst und sich von ihm getrennt. Und seitdem habe ich auch nichts mehr von ihm gehört.
P.S. Gratulation an alle, die es geschafft haben, mit dem Rauchen aufzuhören, und vor allem, das auch durchzuziehen, dass es so bleibt!