- "The Lost Boys", da stimmte einfach alles, von der Musik über die Schauspieler bis zur schummrigen Ausleuchtung der Szenen. Aber das war auch eine ziemliche High-Budget-Produktion (immerhin mit Aufnahmen aus der Luft und fahrenden Kameras).
- "American Werewolf", der Film lebt abgesehen von der damals oscarprämierten Verwandlung von der schön langsam aufgebauten Stimmung und der gewissen Prise schwarzen Humor ("I see a bad moon rising" *g*)
- "Friedhof der Kuscheltiere", da brauchte man keine besonderen Spezialeffekte, man hat einfach die zeittypischen Fehler (alberne Synthie-Soundeffekte, übertriebenes Kreischen und Unmengen von Schleim) weggelassen, die Story mit Ernst erzählt und akzeptable Schauspieler genommen und heraus kam ein Film, bei dem es einem heute noch gruselt. (altersbedingt auch der erste Horrorfilm, den ich selber im Kino sehen konnte)
Aber wenn wir mal abseits dieser teuren Blockbuster-Produktionen in die Welt des 80s-B-Movie-Horrors schauen, sieht's doch meistens eher unfreiwillig komisch aus: 80's B-Horror Movies (My Favorites) - YouTube
Mir scheint, man kann die Qualitätsunterschiede zwische heute und damals (jeweils die Durchschnittsproduktionen betrachtend!) etwa so beschreiben:
Masken und Effekte
Es stimmt, man kann auch ohne Computer fiese Monster kreieren und gute Effekte erzielen, man denke nur an "Alien" aus dem Jahr 1979 (!), das Viech aus dem Film jagd einem auch heute noch Respekt ein! Aber ich meine, dass die guten Filme, an die wir uns da erinnern, die Ausnahmen waren, einige wenige höchts zeit- und kostenaufwendig produzierten HQ-Blockbuster. Meistens sah es in den 80ern und auch noch frühen 90ern einfach nach Faschingsmasken aus dem Laden um die Ecke aus, plus eine Menge Schleim. (Der bis heute populärste 80er-B-Horrormovie, "Tanz der Teufel", war bezeichnender Weise einer, der stark vom Slapstick-Talent des Hauptdarstellers lebte und in dem das Böse die meiste Zeit gar nicht zu sehen war.)
Kameraführung
Die Kamera stand i. d. R. fest und es gab auch weniger Schnitte, was wohl einfach Kostengründe hatte. Um trotzdem etwas Dramatik zu erzeugen, gab es viele Schwenks und die auch schon für die 70er typischen plötzlichen Ranzoom-Effekte.
Filmmusik
In den 80ern wurde auch bei Horrorfilmen von neuen Lieblingsspielzeug, dem Synthesizer, ausgiebig gebrauch gemacht, wobei die Synthesizer zeittypisch meist irgendwie nach Laserstrahlen klangen. Außerdem wurde andauernd irgendwelche Synthiepopsongs eingespielt, um zu zeigen "Hey, aufgepasst, dieser Film ist total modern!" *g* Heute hingegen scheinen Orchestermusiker und Soundspezialisten so schlecht bezahlt zu werden, dass auch Direct-to-DVD-Horrorfilme oft einen ganz passablen Soundtrack haben.
Schauspieler
Auch hier machen sich anscheinend Absolventenüberschüsse und Lohndumping bezahlt. Selbst Direct-to-DVD-Filme haben i. d. R. Schauspieler, die handwerklich zumindest nicht als Amateure auffallen. Und manchmal lassen sich sogar in Schwierigkeiten geratene Stars für lau casten. Das war in den 80s oft noch ganz anders, da waren die Leute am B-Movie-Set wohl oft einfach Freunde und Verwandte.
Erzählweise
80er-Horrorfilme halten sich - aus heutiger Sicht gesprochen - oft sehr lange damit auf, das "Warum?" und das "Wie ist das nur möglich?" zu klären. Das gilt im heutigen Horrorfilm als schlichtweg überflüssig und verkopft. Die Existenz von Vampiren, Zombies ect. wird von der empirisch ausgerichteten und auf Tempo bedachten 'Generation Praktikum' relativ schnell akzeptiert und wichtiger als die Frage, warum genau es sie nun gibt (Fluch, Gene, verseuchtes Grundwasser, Experimente, wasauchimmer) ist die Frage, wie man sich ihrer erwehrt. Das mag die generelle Tendenz zum kurzatmigen Denken in unserer Zeit wiederspiegeln, lässt aber den Film schneller in Schwung kommen.